Autor Thema: mir ist langweilig, absichtlich falsch spielen und sich dumm stellen.  (Gelesen 5261 mal)

liadan

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 :-(

Das geht hier schon seit Wochen so, mal mehr mal weniger. Marius ist nicht ansatzweise in der Lage sich über längeren Zeitraum alleine zu beschäftigen. Mit längerem Zeitraum meine ich keine Stunden aber 15 Minunten halbe Stunde würde ja mal schon reichen.

Vorm Fernseher geht das oder mit dem Game Cube aber das will ich nicht und das gibt es hier nicht ständig.

Wenn man dann was mit ihm spielt zusammen, Brettspiele z.b. die er sich aussucht dann zählt er absichtlich falsch und stellt sich dümmer als er ist. Spielregeln an die meint er sich auch nicht halten zu müssen, ja, er versteht die Spielregeln und er kann auch richtig  zählen  ;)

Er sagt dann ihm ist langweilig er weiß nicht was er machen soll, er will das, er will jenes, dann will er wieder das und dann wieder jenes.

Egal was man versucht, dann hört er nicht, hält es noch nichtmal für notwendig einen beim reden anzugucken, er guckt absichtlich an einem vorbei und stellt auf stur, er ignoriert komplett was man ihm sagt und regt sich dann auf wenn keiner mit ihm spielen will.

Mittlerweile bin ich echt nur noch genervt und hab ehrlich gesagt auch keine Lust so mit ihm zu spielen oder ihm was vorzuschlagen weil nach 5 Minuten das Theater schon wieder da ist.

Ehrlich gesagt bin ich der Meinung das er in der Lage sein sollte sich mal alleine zu beschäftigen.

Kennt Ihr das irgendwie? Sollen wir das einfach aussitzen? Wir sind ja nicht seine 24 Stunden Animateure. Finde in dem Alter sollte man auch mal Langeweile ertragen können. Oder verlange ich zu viel?

 ??? s-:)
« Letzte Änderung: 27. Mai 2012, 15:14:23 von liadan »
 

Heutzutage ist es so verdammt schwer dumm zu sein,  weil die Konkurrenz so gigantisch ist!

BiDi

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Jaja, die armen Kleinen: Niemand will mit ihnen spielen, und Spielzeug haben sie schon gar nicht und immer müssen sie sich langeweilen.

Ich sitze das aus. Ich bin nämlich keine Animateurin und ausserdem der Meinung, die besten Ideen entstehen aus Langeweile. Die Methode erfordert allerdings Anfangs ein dickes Fell. Einen Schatten zu haben, der in gleichmässigen Abständen seufzt: 'Mir ist sooooo langweilig' nervt nämlich ganz schön.
Meine Vorschläge: 'Dann räum doch Dein Zimmer auf', 'Dann grab' doch den Garten um', 'Dann lern' ein Gedicht auswendig' nerven aber mehr  S:D.

Grüsse
BiDi
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Bettina

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Langeweile .... super! Aus Langeweile entstehen ganz viel tolle Dinge. Aber es braucht halt auch mal.

Das falsch spielen würde ich versuchen locker zu sehen. Er ist kreativ, spiel halt falsch mit  S:D
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July

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« Letzte Änderung: 08. November 2013, 22:02:37 von July »

Silke_und_Marlene

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Ahhh! Kommt mir sowas von bekannt vor!!! Dein Text könnte von uns stammen. Puzzle teilen drehen und wenden - wie könnte der da rein gehören??! 2 Minuten später gehts plötzlich - und das Puzzle ist im Nu fertig!

Langweile - Marlene´s Lieblingswort im Moment...das Zimmer ist voll mit Spielsachen - werden aber nie angegriffen...UND bei Spielen hat auch sie kein Durchhaltevermögen - angefangen - schon mag sie nicht mehr. Das box ich aber durch, jetzt wird fertig gespielt. In der Schule kann sie auch nicht sagen: Ich mag jetzt eigentlich nicht mehr, ich mach was anderes. Das lernen sie auch jetzt schon im letzten Kindergartenjahr, das Durchhaltevermögen. Die Tanten meinten, dass das die wenigsten Kinder heutzutage noch können - etwas fertig machen. Man soll das aber trainieren.

Im Moment - dieses Alter - verlangt sowieso ein sehr dickes Fell, meiner Meinung nach...

LG Silke

Caristia

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Ich glaube auch, daß es am Alter liegt. Unsere Erzieherinnen im KiGa meinten, daß mit ca.  5,5 Jahren noch mal eine "Trotzphase" mit Austesten kommt.  s-:) Und wir sind da mittendrin. Wird aber schon immer besser, zum Glück! Meine Nerven lagen teilweise auch schon ziemlich blank.



zuz

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Ich glaube, ich würde zwei Strategien fahren. Zum einen, wie Bettina meinte, manches mit Humor nehmen. Beim Spiel führen die Kinder, nicht die Eltern. Wenn er nicht nach Deinen Regeln spielen mag, dann nimm ihn ernst, probiert doch einfach mal seine aus! Schlimmstenfalls funktioniert das Spiel dann eben nicht so - so what? Ich spiele ja nicht Domino, weil ICH das so gern mache, sondern um Zeit mit den Kindern zu verbringen und damit sie was lernen. In dem Fall dann eben nicht Domino - was er vermutlich eh schon kann und was ihn langweilt - sondern, wie ich sinnvoll mit Konflikten umgehe, nämlich mit Humor und Gelassenheit und indem man sich mal auf etwas Ungewöhnliches einlässt. (Ich sag das jetzt so leicht, mir fällt es auch oft schwer, mich dann von den starren Regeln zu lösen, merke aber, wann immer mir das mal gelingt, dass es eigentlich alle weiterbringt).

Zum anderen hast Du ja ein Problem damit, dass er nicht allein spielt. Ich glaube, da würde ich mich dann auch einfach weigern. Was hilft ist eine feste Struktur mit Zeiten, die für ihn reserviert sind. Und mit Zeiten, die für DICH reserviert sind. Zum einen für Haushalt o.ä., zum anderen aber auch für eine Kaffeepause. Bei letzterer wirst Du einfach nicht gestört. Da würde ich 2-3 Angebote machen, was er tun kann, ob und was er davon nutzt - seine Sache. Notfalls langweilt er sich eben 30 Minuten, seine Entscheidung. Und wenn es um Haushalt geht: Ist ja nicht so, dass Du keine Zeit für ihn hättest. Er darf natürlich gern mithelfen beim Putzen, Waschen, Kochen. Aber Du hast eben keine Zeit, Lego zu spielen. Und dabei würde ich bleiben.

Wir handhaben das schon eine Weile so und es klappt die meiste Zeit recht gut. Drück Euch die Daumen, dass es bei Euch auch funktioniert!

Petra

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Hallo,

tja das hab ich hier auch gerade. Tobias ist jetzt knapp 5 und irgendwie scheint er das Spielen verlernt zu haben. Zumindest das allein spielen. Gut, er war noch nie ein Kind, dass gerne allein gespielt hat... aber so wie momentan war es echt in den schlimmsten Zeiten nicht. Sein Spielzeug ist alles langweilig und eigentlich ist immer alles langweilig.

Meine Vermutung ist, dass er schlicht und ergreifend unterfordert ist. Die Spielsachen sind einfach jetzt abgenudelt. Also das reizt ihn nicht mehr. Er hat gerade nichts was ihn total fesselt. Bei Brettspielen würde er schon auch gern die Spielregel bestimmen, was ich einfach nicht gestatte, weil Julia ja auch noch mitspielt... und wir spielen so wie es gehört. Wenn sie nämlich jetzt auch noch anfängt andere REgeln aufzustellen, dann werde ich kirre...

Was mal ganz cool war, war Memory mal anders. Ich hab einen Kletterpark in der Wohnung errichtet. In seinem Zimmer lagen die einen Karten und im Wohnzimmer die anderen. Er musste praktisch immer Hindernisse überqueren und sich die Karte auch noch immer merken... also das hat ihn mal gut gefordert.

Meine Erfahrung zeigt, wenn ich ihn richtig fordere, geistig - nicht nur körperlich, dann gehts. Wenn ich erwarte, dass er das macht, was er immer gemacht hat, dann wird er bockig, liegt mir ständig in den Ohren mit "mir ist langweilig, darf ich was anschaun" und dann wirds auch schnell ungemütlich... weil wenn ich 3 Mal nein sage, bin ich beim 4. Mal auch ungemütlich  s-:)

Also meine These, riesen Entwicklungsschritt - sie brauchen neue Impulse, neue Herausforderungen, neue Dinge... dann klappts auch wieder...  ;D

Übrigens ich such noch nach neuen Impulsen... also wie die aussehen weiß ich noch nicht.  ;D

Petra




zuz

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@Petra: Das mit den neuen Impulsen klingt interessant. Die bräuchten wir hier auch, weil vieles jetzt langweilig wird. Was ich aber dabei schwierig finde: Wenn ICH etwas vorschlage, was sie fordern würde, was ja aber dann erstmal mit Aufwand verbunden wäre, dann ist das auch nichts. Irgendwie scheint es bei sowas den Druck von außen zu brauchen. Also Druck im Sinn von: Das wird jetzt einfach mal gemacht und fertig. Und alle anderen machen es auch, so dass man sich irgendwie ausklinken würde, wenn man komplett verweigert. So, wie es eben im Kiga z.T. ist und später dann in der Schule. Aber als Eltern kann man den Druck so einfach nicht aufbauen.

 

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