Ich sehe es wie Schwalbe, noch einige Ergänzungen:
Ich denke, sie kennt gerade wirklich ihre Rolle nicht. Kenne das von meiner auch, besonders, wenn Besuch da ist, der jünger ist - dann weiß sie nicht, soll sie jetzt die Große spielen (dann heißt es aber, wie bei Dir, sie soll nicht erziehen) oder soll sie die Kleine sein, sich tragen lassen (dann heißt es aber, nee, Du bist die Große, lass die Kleinen in den Buggy, Du kannst laufen). Ich denke mal, ähnlich könnte es Deiner Tochter gehen.
Dann sagst Du, sie bekommt eh schon so viel Aufmerksamkeit. Ist das denn auch ihre Wahrnehmung? Immerhin muss sie die Aufmerksamkeit, die sie anfangs allein hatte, nun noch mit 2 Brüdern teilen, evtl. noch mit Deiner Arbeit, dann mit Deinem Mann... alles in allem bleibt aus ihrer(!) Sicht vielleicht zu wenig übrig.
So viel Selbstvertrauen wie Du schreibst, scheint sie nicht zu haben, sonst bräuchte sie nicht dauernd Bestätigung. Und gerade das Rumkommandieren zeigt eigentlich, dass sie eher hilflos ist und überfordert.
Ich würde Dir auch empfehlen, mal zu einer Familienberatung zu gehen (z.B. vom Kinderschutzbund, ist kostenlos). Das kann einige Denkanstöße geben.
Was mir noch so einfällt: Nimm sie doch in so Situationen, wo sie zu groß oder zu klein wirkt, einfach mal in den Arm, sag ihr, dass Du sie lieb hast. Wenn sie kommandiert, sag ihr einfach ganz gelassen: Das musst Du nicht entscheiden, das mach ich schon. Also eher so fürsorglich sagen, ihr die Angst nehmen, dass sie für etwas verantwortlich wäre, wofür sie noch zu klein ist. Wenn sie dagegen kleinkindhaft ist, lass ihr das doch. Das zeigt eigentlich, dass sie grad irgendwelche Ängste hat. Viele Kinder machen dann auf klein, weil sie hoffen, dann wieder umsorgt zu werden wie ein kleines Kind - und wie sie es sicher bei ihren Brüdern sieht. Dann behandel sie einfach mal wie ein kleines Kind: Sei ganz liebevoll zu ihr usw., allerdings hat sie dann auch keine Privilegien mehr. Z.B. kann sie nicht zu einer Freundin alleine, denn das dürfen ja so kleine Kinder nicht. Tu wirklich so, als wär sie erst 3, auf keinen Fall hämisch oder so. Und dann rede mal mit ihr, warum sie gerne klein wäre, was ihr daran gefällt, und was aber vielleicht auch toll daran ist, schon 8 zu sein.
Was mir auch noch einfällt: Ganz feste Zeiten, die nur ihr gehören, ohne Brüder. Ein kuscheliges Abendritual. Und auch ganz oft die Bestätigung von Dir, dass Du sie so magst, wie sie ist. Nicht immer betonen, dass sie doch jetzt die Große, Vernünftige ist. Eher so, dass Du Dich freust, dass sie so lebendig ist, oder dass sie so wissbegierig ist usw.
Gib ihr ein wenig Orientierung, wo sie gerade steht und dass mit IHR alles ok ist, auch wenn ihr Verhalten manchmal nicht akzeptabel ist.