Autor Thema: Lesen, Lernen und Ausländerhass  (Gelesen 4274 mal)

Dapawa

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Lesen, Lernen und Ausländerhass
« am: 01. Dezember 2012, 16:58:14 »
Also, mein Sohn geht in die 3. Klasse und erzählte mir, dass Mitschuler ein dunkelhätiges Kind mit "Braune Schokolade" oder "Brauner DJ" beleidigen. Das Kind ist traurig deswegen, aber offenbar unternehmen die Lehrer nichts, ob aus Unwissenheit oder Ignoranz ist mir nicht bekannt.

Die Frage lautet nun, wie ich vorgehen sollte:

a) Einen Brief an den Klassenlehrer schreiben und ihn bitten das mal anzusprechen.

b) Die Eltern des betroffenen Kindes anrufen und sie darüber in Kenntnis setzen.

Beide Möglichkeiten gefallen mir nicht so gut. Bei Möglichkeit A wird der Lehrer vor der ganzen Klasse einen Vortrag über Ausländerhass halten, was für den gemobbten Jungen bestimmt nicht angenehm sein wird. Möglichkeit b gibt die Verantwortung für dieses schlimme und schwierige Thema einfach ab und ich weiß nicht ob die Eltern da was untrenehmen werden, oder sich einfach nur machtlos fühlen.

Man kann kaum glauben, dass solche Thema schon in der dritten Klasse ein Thema sind, armes Land.

dragoness

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Antw:Lesen, Lernen und Ausländerhass
« Antwort #1 am: 01. Dezember 2012, 18:17:52 »
Hmmmm das ist nicht so einfach. Erstmal denke ich, dass Kinder in dem Alter das aussprechen was sie sehen und da finde ich den Ausdruck "braune Schokolade" an sich nicht schlimm, denn braune Haut hat das Kind ja eben und Schokolade ist ja eigentlich eher was positives. Schlimm ist es natürlich, wenn das betroffene Kind darunter leidet und das soll nicht sein. Warum redest Du nicht mit dem Lehrer persönlich und bittest ihn das Thema mal ganz ohne Standpauke anzusprechen, eben dass es Leute gibt die anders aussehen, eine Brille haben, vielleicht eine Narbe einen Leberfleck und das es eben nicht schön ist sie darauf zu reduzieren. Ansonsten fällt mir nur ein den Klassenelternsprecher um einen Elternabend oder Elterncafe zu bitten um das Thema anzusprechen. Steht und fällt dann eben auch mit den Eltern und dem Lehrer ob sich letztendlich was ändert.


scarlet_rose

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Antw:Lesen, Lernen und Ausländerhass
« Antwort #2 am: 01. Dezember 2012, 19:00:38 »
Weder noch.

Von einem Brief halte ich rein gar nichts, was soll der bringen?
ich würde das pers. Gespräch mit dem Lehrer oder auch Direktor reden. dabei den einen Fall als Beispiel nennen, aber das Thema größer fassen. m besten kannst du auch andere Eltern/Elternbeirat zu Hilfe holen und damit gemeinsam aufzutreten und etwas mehr Nachtruck verschaffen.
Du kannst z.B. Den Vorschlag machen, Projekttage zum Thema Toleranz zu machen, es gibt da viele Stellen, auch Sozialarbeitervon außen, die solche Projekte Klassen- oder Schulweit durchführen.
eine  Standpauke den Kindern gegenüber hilft wenig. Zum Einen stellt man damit alle beteiligten blos, zum Anderen hilft es keinem. ich denke aber auch nicht, dass der Lehrer das direkt machen würde.

wichtig ist natürlich auch, nicht hin zu gehen und den Kindern, die das sagen  Auslanderhass zu unterstellen, denn meistens steht das bei Kindern gar nicht dahinter....Kinder suchen irgendeinen Angriffspunkt und der ist bei dem Junge die Hautfarbe. Und dass muss nicht von Ausländerhass her kommen, sondern kann auch "normales" Hänseln sein, was aber genauso beachtet werden muss.

da aber solche Aussagen nicht immer Ausländerhass zu Grunde haben müssen, sondern es auch die gleichen Gründe haben kann wie z.B. Einen Jungen mit lange Haaren oder roten Haaren, Kinder mit Brille usw zu ärgern, ist es wichtig, das Thema umfangreich zu behandeln und eben nicht Ausländerhass als zentrales Problem her zu nehmen.
das meinte ich mit "das Thema größer fassen".

wende dich persönlich an andere Eltern, an Lehrer und Schulleitung und vielleicht lässt sich der Schulleiter auf eine Projektarbeit oder ähnliches ein!



Edit: Sorry, hab gerade erst bemerkt,was mein iPad für einen Quatsch gemacht hab, hab lediglich verbessert, nichts geändert ;)
« Letzte Änderung: 02. Dezember 2012, 19:42:45 von scarlet_rose »

zuz

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Antw:Lesen, Lernen und Ausländerhass
« Antwort #3 am: 02. Dezember 2012, 05:21:20 »
Vom Lions Club gibt es ein Programm, das nennt sich "Lions Quest". Ich weiß nicht, ob das für die Grundschule auch existiert. Aber wenn, wäre das eine gute Möglichkeit. Es geht zwar eigentlich um Drogenprävention, primär aber darum, Kinder stark zu machen. Dazu gehören Dinge wie: eigene GEfühle erkennen und sinnvoll ausdrücken, wie man eine Klassengemeinschaft herstellt, wie man sinnvoll streitet - und es gibt auch das Thema Mobbing. Jedes Thema ist für ca. eine Unterrichtsstunde gedacht, es gibt Spielchen dazu und ARbeitsblätter und es soll zu Gesprächen anregen. Ich persönlich finde das sehr sinnvoll, habe es auch selbst scheon eingesetzt, mit Erfolg.
Evtl. kannst Du Dich ja mal erkundigen und das versuchen anzuregen. Ist allerdings ein größeres Ding, normalerweise überlegt sich da die ganze Schule, ob sie das machen will, es gibt dann einen Beauftragten, der das koordiniert und alle Lehrer (oder mehrere zumindest) arbeiten dann damit. Wird also eine Weile dauern, bis das etabliert ist, aber dafür wirkt es dann langfristig.

Ansonsten unterschreibe ich bei Scarlet.

Katie

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Antw:Lesen, Lernen und Ausländerhass
« Antwort #4 am: 02. Dezember 2012, 19:24:56 »
Dass die Lehrer in diesem Fall nichts unternehmen geht meiner Meinung nach gar nicht. Es sind rassistische Sprueche, wie die Kinder das in dem Fall gemeint steht auf einem anderen Blatt.
Ich wuerde keine von diesen Varianten waehlen, sondern mit dem Lehrer face-to-face austuefteln wie man damit umgehen kann. Fakt ist das Thema muss irgendwie behandelt werden, wegsehen sollte hier keiner!
Scarlets Vorschlaege finde ich gut.

stellacometa

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Antw:Lesen, Lernen und Ausländerhass
« Antwort #5 am: 10. Dezember 2012, 19:53:53 »
wäre so etwas in der Klasse meiner Tochter vorgekommen, so hätte sicher ein Kind diese Ungerechtigkeit ins "Klassenratbuch" eingetragen. Die Inhalte des Klassenratbuches werden 1 mal die Woche in der großen Runde besprochen, wobei jedes Kind einen Vorschlag zur Lösung des Problems beisteuern kann/darf/gerne sollte.
Das demokratische Prinzip entscheidet über die weitere Vorgehensweise oder Problemlösung.

Der Gerechtigkeitssinn der Kinder sollte nicht unterschätzt werden - es konnte bereits so einige zum Guten gewendet werden :)

 

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