@ deutsches Schulsystem: Oh Gott, darüber könnte ich mich auch auslassen.

Aber ich lass es jetzt mal, das führt ins Bodenlose und bringt eh nix.

@ Studien: Dass man die fälschen kann und dass sie nicht für jeden Einzelfall zutreffen, finde ich auch. Aber genauso schwierig (oder noch schwieriger) finde ich Erfahrungsberichte nach dem Motto: "Der Neffe des Schwagers meiner Nachbarin hat das aber auch so und so gemacht und da war alles blöd / gut oder was auch immer." Da kennt man dann noch weniger Einzelheiten als bei den Studien und die Studien geben zumindest an, wie viele Leute untersucht wurden. Zumindest in Sachen vorzeitige Einschulung stützen diese Studien, die ich kenne, auch genau meine Erfahrungen (wobei ich die auch nicht verallgemeinern will). Aber dann nimmt man die Studien halt doch anders wahr als wenn man eben andere Erfahrungen gemacht hat.
@ Sanne: Berichte doch mal, was die Erzieherinnen sagen. Wenn die auch zustimmen, ist es bei euch ja schon sehr eindeutig.
@ meph:
Schwierig. Hier meine ungeordneten Gedanken, die mir dazu gerade in den Kopf kommen. Ob sie für dich nützlich sind, weiß ich nicht.
Ihr macht ja schon sehr viel in Sachen Förderung. Wie wäre es, in eine ganz andere Richtung zu gehen? Spontan fällt mir Sport ein. Vielleicht Mannschaftssport (fürs Soziale)? Oder Kampfsport?
Was Kreatives? Töpfern? Seidenmalerei?
Schach? Eventuell im Schachclub?
Einige Gedanken in Sachen Einschulung:
- Orientiert sie sich eher an Gleichaltrigen oder sucht sie ihre Kontakte bei älteren? Meist suchen sich die Kinder ja Freunde, die in etwa auf ihrem Level sind und es wäre ein Hinweis darauf, wie sie z. B. mit Älteren in der Klasse zurecht käme.
- Ziemlich aufschlussreich finde ich das Verhalten bei Gesellschaftsspielen:
Kann sie verlieren?
Spielt sie die Spiele zuende oder verliert sie mittendrin das Interesse, wenn es zu lange dauert?
Hält sie sich an die Spielregeln?
Kann sie anderen Kindern ein einfaches Spiel erklären?
Kann sie sich "wehren", wenn ein anderes Kind mogelt?
Kann sie sich beim Spielen auch in ihre Mitspieler hineinversetzen; versteht sie z. B. dass ein anderes Kind verloren hat, wenn sie gewinnt und dass es deswegen vielleicht traurig ist?
Wie verhält sie sich, wenn das andere Kind tatsächlich traurig oder wütend ist, wenn es verloren hat? Tröstet sie z. B.?
- Kommt sie damit klar, wenn ihr etwas nicht auf Anhieb gelingt?
- Lässt sie sich leicht ablenken (kann man evtl. auch bei Gesellschaftsspielen beobachten)?
Wenn ausschließlich der intellektuelle Teil auf Schulniveau ist, kann es in der Schule trotzdem schwierig werden.

Ich weiß jetzt nicht, wie weit deine Tochter im sozialen / emotionalen Bereich ist. Aber wenn sie ausschließlich im kognitiven Bereich so weit ist, würde ich vermutlich eher versuchen, den sozialen Bereich noch weiter zu fördern, bevor sie in die Schule geht - unbekannterweise und aus dem spontanen Bauchgefühl gesprochen.
Wenn sie sozial und emotional auch schon so weit ist wie im kognitiven Bereich würde wahrscheinlich sogar ich sie in die Schule schicken.

Ach so, ich denke, ein Besuch bei der zukünftigen Grundschule im Vorfeld kann nie schaden. Vielleicht mal nachfragen, wie die das sehen, ob sie Tipps haben und mal Unterrichtsmethoden und Lehrer angucken.