it's 4 families

Autor Thema: Extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit  (Gelesen 630 mal)

Tini

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Extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
« am: 10. August 2011, 21:09:10 »
Ich merke immer wieder, dass meine Tochter extrem viel Aufmerksamkeit fordert. Nicht nur von ihrem Vater oder von mir, sondern auch von ganz fremden Menschen.

Heute waren wir auf dem Spielplatz und sie turnte an einem Klettergerüst rum. Nebendran saß ein Paar auf einer Bank. Sie forderte beide mehrmals eindringlich auf, doch mal zu gucken, wie toll sie klettern kann. Auf eine andere Mutter ging sie direkt zu, stellte sich vor sie und erzählte, wie sie heisst und dass sie 5 Jahre alt ist. Und so geht das ganz oft. Sie ist sehr forsch, hat wenig Berührungsängste und fordert eben ständig andere auf, sich ihr zuzuwenden.

Klar liegt das sicherlich auch daran, dass wir sehr schwierige Zeiten in der Vergangenheit hatten, ihr Vater und ich viel Streit hatten, ich oft einfach keinen Kopf für sie hatte. Oder ich eben auch manchmal, wenn ich mich mit anderen unterhalte und sie daneben spielt (egal ob nun allein oder auch mit anderen Kindern), etwas unwillig reagiere, weil ich aus dem Gespräch gerissen werde, das vielleicht gerade interessant ist. Geb ich zu. Aber es ist auch nicht so, dass sie überhaupt keine Aufmerksamkeit bekommt und vernachlässigt wird oder sowas.

Aber ich steh z.B. auch auf dem Standpunkt, dass sie einfach mal warten muss, wenn ich gerade mit einem Erwachsenen spreche oder telefoniere. Gerade beim Telefonieren ist das wirklich extrem. Ständig will sie mit dem anderen Gesprächspartner sprechen, nervt wirklich extrem, kreischt, zerrt an mir rum, versucht mir den Hörer aus der Hand zu reißen. Dabei darf sie durchaus telefonieren, wenn die Oma dran ist oder Freunde. Aber bei "geschäftlichen" Telefonaten, wo etws geklärt werden muss o.ä. geht das halt nicth und das akzeptiert sie null!

Ich empfinde es schon als sehr extrem! Könnte es auch daran liegen, dass sie es einfach zu wenig üben kann? Mit ihrem Vater ist sie so gut wie nie unter anderen Leuten, er ist quasi mit ihr - außer bei seinen Eltern - fast immer allein. Und ich gehe mit ihr höchstens auf den Spielplatz, mache mal Ausflüge, einkaufen, rede manchmal mit Leuten, die ich zufällig treffe, aber nicht intensiver kenne, solche Sachen halt. Kann es sein, dass sie so keinen Umgang mit anderen Erwachsenen lernen kann und sie deshalb so distanzlos ist?

Verfangen wir uns in unseren Emotionen, erkennen wir die Auswirkungen unserer Handlungen nicht mehr - Dalai Lama
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blondchen

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Antw:Extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
« Antwort #1 am: 10. August 2011, 21:25:31 »
ich kann dir leider keinen tip geben.
ich kenne auch so ein kind. und diese kind ist schrecklich. sorry, aber es ist tatsächlich so. die erzieherinnen sehen es so, andere mütter sehen es so und mittlerweile auch kinder...........
das kind wäscht aber in einem *normalen* elternhaus auf, bekommt aufmerksamkeit, verständniss, belustigung us.w. aber das kind bekommt kaum regeln und ich denke dort liegt der knackpunkt.
natürlich versuchen alle kinder mal im mittelpunkt zu stehen, erwachsene zu unterbrechen , das ist wohl normal in dem alter


bist du die, die ich denke ?  ;)
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Tini

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Antw:Extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
« Antwort #2 am: 10. August 2011, 21:36:33 »
was denkst Du denn, wer ich bin  ;D?

Also im Kindergarten ist es überhaupt nicht so, dass sie als "schrecklich" angesehen wird. Eigentlich eher im Gegenteil. Sie fügt sich super in die Gruppe ein, ist sehr fürsorglich vor allem mit den Krippenkindern (sie ist in einer altersgemischten Gruppe). Sie ist im Grunde ganz pfiffig, im Kindergarten auch nicht total unbeliebt. Auch hier zu Hause ist mir aufgefallen, dass sie mittlerweile weniger bockt und auch mehr auf mich hört, Regeln befolgt, ohne groß Theater zu machen.

Ich hab sicher viele Fehler gemacht und zu wenig Grenzen gesetzt. Das weiss ich heute, auch wenn ich weiss, woran es lag, macht es das ja nicht rückgängig  :-\.

Aber dieses auf sich aufmerksam machen wollen, fällt mir in letzter Zeit besonders extrem auf. Wobei ich auch sagen muss, wenn die Leute sie nicht beachten, wie dieses eine Pärchen heute (die haben konsequent einfach weggeschaut), lässt sie es auch irgendwann sein oder lässt sich ablenken. aber es kommt halt immer wieder vor.....sie quatscht halt jeden an. Vielleicht fällt mir ihre extreme Offenheit auch deshalb auf, weil ich eher das Gegenteil davon bin  :-\
« Letzte Änderung: 10. August 2011, 21:41:19 von Tini »

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Antw:Extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
« Antwort #3 am: 10. August 2011, 21:51:03 »
ich kann dir nicht weiterhelfen, aber vielleicht liegst du mit einem bauchgefühl ja richtig.
vielleicht hat es wirklich was mit der vergangenheit zu tun? sprich doch mal mit den erziehern, die kennen sie doch recht gut und haben vielelicht tips für dich.


Du bist auch eine juli2006 mama  ;D
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Eumel

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Antw:Extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
« Antwort #4 am: 11. August 2011, 09:11:55 »
Hm, kriegt sie denn die Aufmerksamkeit auch, wenn sie diese NICHT einfordert? Gibt es Zeiträume, in denen du dich ganz intensiv mit ihr beschäftigst?

Zur Situation auf dem Spielplatz: Hast du ihr denn beim Spielen z. B. mal kurz zugerufen: „Hey, das machst du aber gerade toll mit dem klettern.“ Ich meine nicht, dass du die ganze Zeit daneben stehst und jeden ihrer Schritte kommentierst. Aber wenn sie wirklich gerade eine schwierige Kletterpartie schafft, finde ich es nicht schlimm, sie als Mutter mal kurz dafür zu loben. Auch ohne dass sie das einfordert.
Die Tatsache, dass sie andere anquatscht, das ist wahrscheinlich einfach ihr Naturell. Kontaktfreudigkeit ist ja auch nicht grundsätzlich schlecht. So schlimm finde ich das nicht, wenn sie dort andere Mütter anspricht. Was ich nur merkwürdig finde ist, dass sie ihre „Kletterkünste“ eher den anderen Müttern als dir zeigen möchte. Warst du denn in dieser Situation dabei?

Zum Telefonieren / Gesprächen mit anderen: Ja, das nervt, wenn Kinder dazwischen quatschen. Manchmal hilft es, wenn man sich vorher 10 Minuten ganz intensiv mit dem Kind beschäftigt. Ein Spiel spielen, was vorlesen, ... irgendeine Sache, bei der für 10 Minuten nur sie im Mittelpunkt steht. Bei uns klappt das ganz gut, wenn ich Telefonate im Anschluss an so eine Phase mache und den Kindern für die Zeit, in der ich beschäftigt bin, eine Aufgabe gebe. Zum Beispiel: „So jetzt haben wir zusammen gespielt, aber nun muss ich telefonieren. Dabei möchte ich nicht gestört werden. Ich hole euch die Knete, ihr dürft in der Zeit kneten.“ Ich gehe dann zum telefonieren aus dem Zimmer raus, in dem die Kinder sind, denn wenn man erstmal nicht sichtbar ist, wird man erfahrungsgemäß auch nicht so oft angesprochen.
Tschüss günstige Reisesaison  ;-)

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Antw:Extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
« Antwort #5 am: 11. August 2011, 12:09:28 »
Also was das anquatschen von fremden Leuten angeht, Pascal ist genauso :P Und ich find das ganz schrecklich, denn ich bin eher etwas zurückhaltend.
Pascal labert wirklich jeden an. Die Kassierin im Lidl bekam letzte Woche erzählt, daß wir ne neue Kaffeemaschine haben, an jeder Eintrittskasse bekommen die Leute zu hören, daß er 6 Jahre alt ist, jedes Ereignis (Geburtstage, Einschulung, Hochzeit, Taufe,.........) wird irgendeinem x-beliebigen auf die Nase gebunden s-:)
Wir leben als normale Familie zusammen, wir spielen viel, unternehmen viel, ich würd sagen alles relativ normal. Trotzdem ist er so, es liegt einfach in seiner Natur. Ich glaube er hat das von meinem Schwiegervater, der ist auch so leutselig.
Im Kiga, in Vereinen,... läuft übrigens alles ganz normal, Pascal ist beliebt und kommt überall gut an, er hat halt keine Eingewöhnungsschwierigkeiten und fühlt sich überall direkt wohl.
Also einen Tip hab ich nicht, nur es halt zu akzeptieren. Aber Du siehst, es gibt noch andere offene Kinder ;)

Zu der Sache mit dem telefonieren. Die meisten Kinder, die ich kenne machen das. Sie wissen, daß sie einen damit stören und wollen unsere Aufmerksamkeit. Ich führe wichtige Telefonate in ihrer Abwesenheit, oder geb ihnen wie Eumel kleine Aufgaben un einen kleinen Snack. Bei Telefonaten mit der Familie/Freunde dürfen sie auch dran und dann klappt das auch.
“Das größte Geschenk, das mir jemand machen kann, ist, mich zu sehen und zu hören,
mich zu verstehen und zu berühren.” (Virginia Satir)

Tini

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Antw:Extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
« Antwort #6 am: 11. August 2011, 12:47:44 »
@blondchen
Stimmt, ich bin auch eine Juli2006 Mama  ;D

@Eumel
Also auf dem Spielplatz sitze ich mal auf der Bank und schaue ihr aus etwas Entfernung zu, bin aber auch öfter bei ihr. In der Situation mit dem Klettergerüst stand ich direkt bei ihr und habe ihr geholfen. Ich sag ihr dann auch öfter, wie toll sie das schon macht, trotzdem will sie scheinbar, dass alle in Sichtweite sie beachten. Naja, beschäftigen ist so eine Sache. Sie kann es überhaupt nicht haben, wenn ich andere Dinge mache, wie z.b. den Haushalt. Ich sehe aber nicht ein, das immer nur zu machen, wenn sie im Bett ist. Sie kann es überhaupt nicht ertragen, dass sich mal die Welt nicht um sie dreht. Nur wenn sie beschäftigt ist und von sich aus alleine spielen will, dann "darf" man auch mal was anderes machen.

@Telefonieren
Ich versuche das auch zu machen, wenn sie nicht da ist. Nur manchmal kommen halt Anrufe, wenn sie da ist. Ich gehe dann meist raus aus dem Raum, aber sie kommt mir dann hinterher und quält wirklich extrem rum.

@Laurine
Oh ja, meine Tochter erzählt auch allen alles mögliche, die kennt da nix  :-\

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Antw:Extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
« Antwort #7 am: 11. August 2011, 13:15:28 »
Wenn er andere anquatscht, empfinden die das denn als unangenehm oder finden sie es eher süß und gehen darauf ein?

Wegen Telefon: O ja, das machen wohl alle Kinder gern  s-:).
Ich mache es so, dass ich wichtige geschäftliche Telefonate am Abend führe oder wenn jemand daheim ist, der sie ablenken kann. Wenn das nicht geht oder auch wenn andere Sachtelefonate anstehen, z.B. Arzttermin ausmachen, dann gehe ich aus dem Zimmer. Notfalls gibt es halt Geschrei. Ich erkläre ihr, dass ich kurz telefonieren muss und sie bitte leise sein soll. Wenn das nicht geht, gehe ich aus dem Zimmer. Wenn das auch nicht hilft, ist eben kurz die Tür zu.

Generell wegen Aufmerksamkeit: Was bei uns hilft, sind feste Zeiten. Z.B. ist nach dem Mittagessen Ruhepause, da darf ich eine halbe Stunde nicht gestört werden. Und abends, wenn wir heimkommen nach dem Spielplatz, ist Haushaltzeit. Dafür ist aber die Zeit ab dem Kiga bis dahin echte Kinderzeit, und nach dem Abendessen ist auch noch mal Zeit zum Spielen. Dadurch, dass sie das weiß, gibt es eigentlich nur noch selten Knatsch deswegen. Dauert natürlich seine Zeit. Ich helfe ihr allerdings schon dabei. Oft fällt ihr was ein, was sie in der Zeit spielen kann, aber wenn nicht, gibt es eine Starthilfe von mir.
Generell würde ich an Deiner Stelle immer dann ausdrücklich loben, wenn sie mal was alleine gemacht hat, ohne Deine Aufmerksamkeit zu fordern. Auch wenn es nur für 5 Min war. Sie muss lernen, dass sie auch etwas Wert ist, wenn sie für sich alleine ist. Vermutlich hat sie Angst, dass sie nur etwas zählt, wenn sie dauernd bestätigt wird.

 

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