Autor Thema: erwarte ich zuviel?  (Gelesen 2689 mal)

satti

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erwarte ich zuviel?
« am: 20. September 2015, 21:47:44 »
anna ist in der 4ten klase ,sie wurde im juni 9 jahre alt. sie hat eine (bestätigte) rechenschwäche sonst kommt sie gut mit (schnitt 2,3 im zeugniss) wir üben ausser hausis zu hause wenig ,sie hat aber 2mal die woche je 1.5 stunden schülerhilfe mathe


ich hätte gern das sie hausis selbstständiger erledigt...in deutsch steht dann z.b unterstreiche alle nomen die gefühle bezeichnen blau

anna liest das ,sagt sie weiss nicht was sie machen soll und wartet dann das ich es ihr erklär... ICH finde sie müsst selber drauf kommen was sie machen soll  :-\
ich hab den eindruck sie ist zu bequem/faul....
es nervt mich soooooooo das sie nicht hinhockt das zeug erledigt ,weg packt und fertig.....neeeeeeeeeeeee es ist immer ein ewiges hin und her...
erinnert ihr eure kinder dann ständig an das was sie och machen müssen? müssen sie sitzen bleiben bis alles fertig ist? lasst ihr sie einfach ins "offene messer" laufen?

SO kanns nicht laufen wie es gerade ist  :-[
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Tanzmaus

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Antw:erwarte ich zuviel?
« Antwort #1 am: 20. September 2015, 21:53:27 »
Das kenne ich von meiner auch. Jedesmal fragte sie, was sie machen soll.
Meine Standardantwort: Bin ich in der Schule, oder Du?

Natürlich versuche ich zu helfen. Sie soll es nochmal laut lesen und dann frage ich sie, was sie denn verstanden hat, was sie machen soll. Meistens weiß sie es, war eben doch nur zu faul um kurz nachzudenken, ansonsten helfe ich bei den ersten Sätzen.
Sie hat in der 4. Klasse oft nachgefragt. Jetzt ist sie in der 5. Mal sehen, ob es besser wird.
Lieben Gruß
Maren


Cindy

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« Antwort #2 am: 20. September 2015, 22:01:29 »
also ich habe/hatte 3 verschiedene Schulkinder bisher

Kind 1 hat selbstständig Hausaufgaben gemacht, brauchte nie Hilfe und hat später dann auch gern mal Hausaufgaben vergessen, weil er einfach auch total faul war

Kind 2 ist total faul und sehr bequem und brauch immer die Aufforderung das er nun seine Hausaufgaben machen soll, macht diese dann auch, freut sich aber immer gern über Unterstützung, hauptsächlich von Oma die pensionierte Lehrerin ist und sich an ihn austoben möchte, was aber auch oft in einem Drama endet, weil sie das Kind so gar nicht selbstständig arbeiten lässt  s-:) und dann muss ich eingreifen und dann klappt das meist auch  S:D

Kind 3 ist komplett selbstständig und will sich so gar nicht helfen lassen, er bringt auch oft gar keine Hausaufgaben mit, weil er immer alles schon im Unterricht fertig hat

Also bei deiner Tochter würde ich mich fragen versteht sie wirklich die Aufgabe nicht? Also versteht sie sonst Texte die sie liest? Ich weiß das es bei uns an der Schule immer wieder das Thema gibt, das viele Kinder zwar lesen können, aber den Inhalt nicht verstehen und das ein sehr großes Problem wäre. Aber dann müsste sie ja auch in der Schule Probleme haben die Aufgaben zu verstehen bzw. wäre das ja auch schon mal bei Tests aufgefallen. Wenn es nur Faulheit/bequem sein ist würde ich da keine Hilfestellung geben und sie wirklich mal ins offene Messer laufen lassen  ;) vielleicht braucht sie das ein mal
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Nipa

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« Antwort #3 am: 20. September 2015, 22:24:20 »
Hast Du denn mal mit der Lehrerin darüber gesprochen wie sie es "haben will"?

Bei uns ist es so, dass ich meinem Kind nur sehr sehr bedingt helfen kann/darf/soll/muss.
Wenn er die Sachen dann nicht bis zum festgelegten Zeitpunkt abgibt muss ER das mit der Lehrerin klären. Genauso sind die Aufgaben eigentlich so, dass er sie versteht. Im Ausnahmefall kann ich da schon was erklären, aber in der Regel sollte er das alleine machen.

Ich habe festgestellt, dass dieses "kann ich nicht, brauch Dich" ganz gut auch mal damit abgedeckt ist, dass ich mich daneben setze, aber mit etwas anderem beschäftige.
Es ist teilweise einfach wohl blöd sich alleine mit den Arbeiten hinzusetzen.
Wann anders klappt das total gut.

Allerdings hab ich hier die Situation maximal 1x/Woche, alle 2 Wochen, weil er in der Regel die Sachen in der Schule erledigt, nur Deutsch hat er eine zeitlang lieber daheim fertiggemacht..



Tini

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« Antwort #4 am: 20. September 2015, 22:26:40 »
Meine Große ist da wie Anna, satti! Wobei sie schon selbständiger geworden ist.

Wir haben im Moment ständig das Thema, dass sie auch mal alleine mit den Hausaufgaben klar kommen muss. Dass das auf der weiterführenden Schule erwartet wird, dass sie sich Dinge auch selber erarbeitet.

Ich versuche natürlich zu helfen, wo ich kann, erkläre, wenn sie was nicht versteht, übe mit ihr für Arbeiten. Aber ich ermuntere sie auch dazu, einfache Arbeitsanweisungen eigenständig zu verstehen und auszuführen.

Hausaufgaben sind hier öfter ein Kampf, weil K. einfach keine Lust hat und alles andere lieber macht. Gerade übers Wochenende schiebt sie die Hausaufgaben bis zum letztmöglichen Zeitpunkt vor sich her, meist bis mindestens Sonntag nachmittag.
  
 
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Tini

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« Antwort #5 am: 20. September 2015, 22:29:39 »
Ich sage ihr auch, dass sie sich vor ihrer Lehrerin für nicht gemachte Hausaufgaben verantworten muss. Ihre Lehrerin sagte mir letztens in einem Gespräch, dass das genau so auch sein soll in diesem Alter.
  
 
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Honigbluete

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« Antwort #6 am: 21. September 2015, 06:14:04 »
Lukas arbeitet auch sehr unwillig und ich muss meist dabei bleiben. Wie bei Nipa reicht es meist auch, dass ich daneben sitze und was anderes mache. Oft sagt er, er braucht Hilfe, aber er braucht dann meine Nähe.
Ich versuche, es immer weiter zu reduzieren, weiß auch, dass es anders besser wäre, aber noch klappt es nicht. Ich bin immer etwas neidisch, wenn ich von anderen Müttern höre, dass sie mit den HA gar nichts zu schaffen haben und die Kinder absolut selbständig sind...  Wie gesagt, wir arbeiten dran, er schafft das auch ohne Hilfe, aber ich muss noch den Rahmen dafür schaffen, dass er arbeitet.



KardaMom

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« Antwort #7 am: 21. September 2015, 06:41:33 »
Was sagt denn Annas Lehrerin? Hat sie in der Schule auch Probleme damit, eigenständig ihre Aufgaben zu bearbeiten oder klappt es dort? Sprich: kann sie nicht oder will sie nicht?

Mit meinem Großen ist/war es auch sehr mühsam. Wie bei Honig: er braucht einfach meine Nähe, er fühlt sich abgeschoben, wenn ich ihn mit seinen Aufgaben alleine lasse (hier kommt dabei noch die Geschwisterrivalität zum Tragen – es könnte ja sein, dass in der Zwischenzeit einer seiner Brüder mehr Aufmerksamkeit von mir bekommt als er.  s-:)). Zusätzlich hat er massive Probleme mit der Selbstorganisation. Die versuche ich seit längerem, unabhängig von der unangenehmen Hausaufgabensituation zu verbessern, das nimmt eine Menge Druck aus der Sache. Und bei den Hausaufgaben hat bei uns eine enge Absprache mit der Lehrerin geholfen: die Konsequenzen für nicht/nicht vollständig gemachte Aufgaben erfolgen in der Schule.
Inzwischen ist er in der 5. Klasse. Da er nun in einer Ganztagsschule ist, hat er gar keine Hausaufgaben mehr. Aber die Probleme haben sich während der 4. Klasse tatsächlich aufgelöst, am Ende hat er sich eigentlich immer selbständig hingesetzt und sich um seine Aufgaben gekümmert und mich nur noch bei echten Fragen dazugeholt. Es besteht also Hoffnung!  :) :-*

Honigbluete

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« Antwort #8 am: 21. September 2015, 08:03:29 »
@KardaMom danke, das macht mir wirklich Hoffnung!

@satti und Tini ich verlange, dass er HA am WE immer samstags fertig macht, eben weil ich den Sonntag frei haben möchte. Passt bei uns ganz gut, nach dem Frühstück haben wir etwa 45-60 Minuten Zeit, bevor wir zum Kinderturnen gehen. In der Zeit macht er dann die Aufgaben, danach ist das restliche Wochenende frei.



Tini

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« Antwort #9 am: 21. September 2015, 09:22:32 »
Ich hätte das auch gern Samstag erledigt, leider kommt immer mal was dazwischen. Jetzt am Samstag war z.B. ein Fußballturnier.  Aber in der Regel bestehe ich schon darauf, dass die HA Samstags erledigt werden.
  
 
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lisa81

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« Antwort #10 am: 21. September 2015, 10:01:02 »
Ich würde in der 4. Klasse ganz klar erwarten, dass die Aufgaben allein gelöst werden (könnnen).
Das erwarte ich auch in der zweiten Klasse. Hier ist es aber auch so, dass die Aufgabenstellung höchstens mal überflogen oder gar nicht gelesen wird, bevor sie sagt, dass sie es nicht versteht.
Ich lese mir das dann durch und wie schon jemand sagte, sie muss es laut vorlesen und versuchen mir zu erklären. Bei einzelnen Wörtern frage ich auch mal nach der Bedeutung. In deinem Beispiel wäre "bezeichnen" ein Wort, mit dem sie vermutlich nichts anfangen könnte.
Wobei ich wohl im vierten Schuljahr erwarten würde, dass sie sich zusammenreimt was sie machen muss. In der Regel werden ja in den Hausaufgaben keine komplett fremden Dinge verlangt..
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Solar. E

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« Antwort #11 am: 21. September 2015, 10:19:35 »
Ich kenne das auch - von meinen Jungs, die Große hat immer alles alleine und selbstständig gemacht. Und die Jungs machen das beide gerne mal (3. und 6. Klasse), wenn auch nicht ständig (aber wenn, dann gerne gleichzeitig  s-:)). Oft reicht es, ihnen dann nochmal zu sagen "Lies doch bitte mal genau, was da steht". Aber ich hab auch oft das Gefühl, dass die nachmittags einfach auch durch sind. Sprich, dass einfach nicht mehr viel geht, weil sie keine Motivation mehr haben, das was am Vormittag gemacht wurde  nochmals durchzukauen.

Und ja, wir ziehen es durch. Der Sechstklässler sowieso, aber auch der Drittklässler. Aber das liegt bei letzterem daran, dass mit Wochenplan gearbeitet wird und wenn er Anfang der Woche trödelt, dann sitzt er gegen Ende eben länger da, weil ich auch nicht täglich mit der Uhr das Pensum kontrolliere.

Wie siehts denn bei euch aus, klappt denn das sinnerfassende Lesen grundsätzlich? Sprich, wenn sie einen Text liest, weiß sie dann hinterher, worum es geht? Denn was ich schon gehört habe, ist, dass viele Kinder auch im 3. und 4. Schuljahr damit noch Probleme haben.

Nachtvogel

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« Antwort #12 am: 21. September 2015, 11:39:08 »
Ich glaube das ist typabhängig.

Meine Große (ein Jahr jünger als deine und eine Klasse tiefer) kann das auch nicht alleine.
Wenn ich sie alleine Hausis machen lasse ohne vorher zu kontrollierne, ob sie es wirklich verstanden hat, kann es sein dass ich nach 1,5Stunden nachsehe, sie verträumt durch die Luft guckt und NIX gemacht hat *nervnervnerv*


So Sachen wie von dir beschrieben, also ganz einfache Anleitung lesen und aber zu faul sein zu überlegen was es heißt unterbinde ich allerdings wenn ich der Meinung bin dass sie das durchaus alleine verstehen kann ;)

Wenn sie mich sowas fragt sagt ich ihr *dann lies es mir mal laut vor und überleg was es heißt*... Dann frag ich sie...Und sie liest und ich frage so lange bis sie genervt ist und loslegt S:D...mittlerweile macht sie das auch garnicht mehr weil sie weiß dass es nur Mehraufwand für SIE ist :P

Sie braucht alerdings wirklich jemanden, de rzumindest im selben Raum ist und regelmäßg *L, konzentrier dich* *L, dein Blatt liegt vor dir* *L, du sitzt da noch ne Stunde wenn du so weiter machst, zusammenreißen und Gas geben, dann biste in 5Minuten fertig*,...


Außerdem haben wir ein Punktesystem weil Hausis echt ein Kampf waren mit heulen, toben, schreien...mach ich nicht will ich nicht kann ich nicht................
Wenn sie Theater bei den Hausis macht kriegt sie nen roten Punkt (die gibt es noch für andere Dinge die hier nicht rund laufen  ;) )

Mein Kind ist da zimelich empfänglich für, seither klappt es einwandfrei, ich muss sie nur manchmal dran erinnen und schon läufts wieder :P
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KardaMom

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« Antwort #13 am: 21. September 2015, 12:12:47 »
@Nachti: und dann? Was passiert mit den Punkten? Ich frage, weil mir für den Großen auch schon Verstärkersysteme empfohlen wurden, ich bislang aber noch nichts gefunden habe, womit wir alle als Familie leben können. Belohnungspunkte sammeln – pah, da machen die Geschwister nicht mit! Warum soll der Große eine Belohnung für etwas bekommen, was bei ihnen selbstverständlich ist?! Da überlegen die sich doch glatt, in welchem Bereich sie rumzicken könnten, damit sie ebenfalls ein Belohnungssystem bekommen ...  S:D

Die roten Punkte klingen ja eher nach "Bestrafung". Gibt's dafür dann eine Konsequenz? Ansonsten wäre das meinem Junior ziemlich wumpe, wie viele rote Punkte er bekäme ...  s-:)

Eumel

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« Antwort #14 am: 21. September 2015, 13:17:35 »
2 Kinder, eins völlig problemlos bei den Hausaufgaben, eins kostet mich regelmäßig Nerven. Das ist auch unser Viertklässler. Da gibt es gute und schlechte Tage.

Bei ihm ist das so, dass er an 3 Tagen pro Woche seine Aufgaben in der Betreuung erledigt. Das klappt meistens und ich habe noch nicht gehört, dass er sich dort in irgendeiner Weise anstellt.

An den zwei Tagen pro Woche, wo er zu Hause HA  macht... nun ja. Erstmal ist er auch nicht gerne alleine und möchte, dass ich dabei bin. Er ist mit den Gedanken meist bei tausend anderen Sachen und will ständig Gespräche zu seinen Gedankensprüngen anfangen.

Gerne zelebriert er auch das Leiden, überhaupt Hausaufgaben erledigen zu müssen. Das ist ja alles sooo schlimm, soooo viel und sooo schwer. Ich gehe da  nicht drauf ein, sondern hier gibt es nur die Ansage: wenn du das nicht machst oder du es nicht verstehst, schreibe ich das für deinen Lehrer in die Elternpost und du holst es morgen nach.

Ja, ich würde das auch durchziehen. Nein, bisher musste ich das noch nicht durchziehen. Spätestens am Abend hat er sich bisher noch immer hingehockt und alles erledigt.

WE-Hausaufgaben erledigt er immer freitags - sein freies Wochenende ist ihm schon wichtig.

Eine Frage zu der Mathe-Nachhilfe: Ist das ganz normale Nachhilfe oder wird da gezielt an den Ursachen gearbeitet? Wir haben ja das gleiche Problem in Grün mit der Rechtschreibschwäche. Zweimal pro Woche 1,5 Stunden erscheint mir schon ziemlich viel. Wird denn da nur gerechnet? Bei unserer privaten Rechtschreibförderung werden eher spielerisch die grundlegenden Probleme behandelt. Bei uns hat die Menge an Rechtschreibübungen gar nicht so viel Erfolg gebracht. Aber jetzt wo an den Ursachen gearbeitet wird, wird es langsam besser. Ich weiß nicht genau, was ihr da für Nachhilfe gebucht hat, aber diese Nachhilfekreise setzen oft eher auf Quantität als auf Qualität, weil sie ja auch nach Zeit bezahlt werden und es werden dort häufig auch keine Lerntherapeuten, Psychologen etc. beschäftigt.
Gibt es die Möglichkeit einer Förderung in der Schule?

Ich kann mir schon vorstellen, dass sie an Tagen, wenn sie 1,5 Stunden Mathenachhilfe hat und dann noch die normalen Aufgaben erledigen muss, vielleicht einfach am Limit ist und nicht mehr kann.

Samson

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« Antwort #15 am: 21. September 2015, 13:22:45 »
Ich habe schon in der ersten Klasse ziemlich deutlich gemacht, dass ich meine Schulzeit hinter mir habe und das jetzt seine ist.

Die Lehrerin hat beim Elternabend auch ganz klar gesagt, dass Hausaufgaben Kindersache ist. Die Kinder haben in der Schule die Vorbereitung auf die Hausaufgaben bekommen. Sollten die Kinder die Aufgaben nicht verstehen, dann möchte die Lehrerin das wissen. Ebenso ob die Kinder länger als 30 Minuten dafür benötigen. Und ich meine spätestens bei den Arbeiten würde es ja eh auffallen, wenn die Kinder die Aufgebenstellungen nicht verstehen.


Nachtvogel

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« Antwort #16 am: 21. September 2015, 13:57:30 »
@Nachti: und dann? Was passiert mit den Punkten? Ich frage, weil mir für den Großen auch schon Verstärkersysteme empfohlen wurden, ich bislang aber noch nichts gefunden habe, womit wir alle als Familie leben können. Belohnungspunkte sammeln – pah, da machen die Geschwister nicht mit! Warum soll der Große eine Belohnung für etwas bekommen, was bei ihnen selbstverständlich ist?! Da überlegen die sich doch glatt, in welchem Bereich sie rumzicken könnten, damit sie ebenfalls ein Belohnungssystem bekommen ...  S:D

Die roten Punkte klingen ja eher nach "Bestrafung". Gibt's dafür dann eine Konsequenz? Ansonsten wäre das meinem Junior ziemlich wumpe, wie viele rote Punkte er bekäme ...  s-:)

Die Geschwister haben auch ihre *Listen* ;D
Jeder hat da halt so Dinge drauf, die ihm schwer fallen bzw die nicht optimal laufen.

Wobei ich sagen muss, dass wir die momentan nicht in Benutzung haben, es hat sich tatsächlich ziemlich automatisiert was da so drauf steht, scheint also geholfen zu haben :D

Also auf der positiv bestärkenden Liste läuft es so dass sie für gewisse Dinge ein Smily kleben dürfen...beim Mittleren: hab mich selbst angezogen,  ei der Großen: ich hab ne halbe Stunde laut mit Mama gelesen.
Haben sie10 Smilys drauf, gibts eine HörspielCD

Funktionierte wunderbar. Die Große hatte mit dem Lesen Schwierigkeiten und jeder Versuch zu üben endete in einer Schreiattake. Jetzt liest sie flüssig (nicht perfekt, aber aussreichend) und ohne Probleme und Angestell. Hat super funktioniert :D

Beim Mittleren war es so dass er sich geweigert hat sich anzuziehen. Terror, bocken usw. Jeden Tag, immer.
Nachdem Smiley Prinzip hat es nicht so richtig funktioniert...war ihm wurscht ob er dann an dem Tag keinen Smiley bekam. Also hab ich rote Punkte eingeführt...Roter Punkt heißt einen Tag Tablet Verbot. Seither zieht er sich an, zügig und ohne Probleme. Die Liste nutze ich seit 2 Monaten schon nicht mehr und dennoch läuft es weiterhin so gut :)

Bei L gabs die roten Punkte wenn es gebocke oder Geschrei bei den Hausis gab(denn sie fing schon im Auto an zu brüllen dass sie keine HA macht...das ging zu Hause weiter sodass wir für HA die ca 5-10Minuten dauern würden bis zu 2,5 Stunden Terror hier hatten.)
Und ganz ehrlich, das haben meine Nerven nicht mehr mitgemacht. Ich war nur noch gestresst...hier sind ja noch 2 andere Kinder, ein Haushalt und ich selber berufstätig.
Also gabs rote Punkte. Auch hier Tablet Verbot.
Seither läuft es rund mit den Ha und sie hat im Zuge dessen festgestellt, wie schnell es doch gehen kann, sodass wir die Punkte nicht mehr brauchen :)

« Letzte Änderung: 21. September 2015, 14:05:14 von Nachtvogel »
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KardaMom

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« Antwort #17 am: 21. September 2015, 14:22:07 »
Ah, fein, Nachtvogel, das klingt ja sehr ausgefeilt und erfolgreich bei Euch. *neidischguck* Mal schauen, ob ich für uns nochwas davon übernehmen kann. Tablet-Verbot wäre dem Großen piepegal, das einzige, was ihn echt treffen würde, wäre ein Leseverbot. Und das mach ich nicht, da steh ich nicht dahinter!
Der Mittlere weiß auch, er darf erst ans Tablet/den Computer, wenn die Hausaufgaben erledigt sind – reicht bei ihm völlig als Ansporn.
Aber momentan haben wir hier zu Hause ja gar keine Probleme dank Ganztag – jedenfalls so lange nicht, bis ich zum ersten Elterngespräch zitiert werde ...  s-:)

@Mathe-Nachhilfe: holla, zweimal die Woche 1,5h finde ich auch enorm! Meiner hat eine Lerntherapie einmal pro Woche 45 Min. Und die Erfolge sind dennoch absolut sichtbar! ABER: es ist ein echter Kampf, so eine Therapie bewilligt zu bekommen und privat schlicht nicht zu finanzieren.  :-\

Nachtvogel

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« Antwort #18 am: 21. September 2015, 14:47:01 »
na wenn alles gut läuft ists ja super. Hier war es halt ne Zeit lang ECHT problematisch  :-\ und so konnte es nicht weiter gehen.

Ich bin unheimlich froh, dass das so gut funktioniert hat und vor allem ist nicht die *Strafe* als solche bei den Kindern hängen geblieben (es gab übrigens auch immer ne Warnung, sie hatten es also wirklich selber in der Hand) sondern die Einsicht wie viel entspannter hier alles läuft, wenn jeder seinen *Job* macht. Sie brauchten bloss nen kleinen Anstoß um überhaupt bis dahin zu kommen ;)

Wichtig war auch, einen Punkt nach dem anderen anzugehen und nicht zu viel auf einmal. Sprich beim Mittleren erstmal nur aufs Anziehen fokussieren und andere Dinge außen vor zu lassen erstmal.
Interessanterweise hat die Lösung des einen Problems viele andere Probleme mitgelöst einfach weil es klick gemacht hat und er gemerkt hat, wie viel ruhiger Mama ist, wie viel entspannter es auch für ihn ist,...
Das hat er dann in einigen anderen Bereichen einfach so mit übernommen
(zB war das 2. Drama immer wenn wir irgendowhin los mussten *NEIN!* ich zieh meine Jacke nicht an, ich komm nicht mit, ich mach nicht was du sagst... Das hatte sch dann komplett mit erledigt. Als er sich morgens und abends eigenständig umzog und das ganz selbstverständlich ohne Geschrei war, hat sich das *wir müssen jetzt los, zieh dich an-Problem* gleich mit in Luft aufgelöst obwohl ich das garnicht thematisiert hatte :D)


Momentan überlege ich nochmal eine roter Punkt-Liste einzuführen...ich weiß aber noch nicht ganz wie, weil die Probleme nicht so ganz klar einzugrenzen sind.

Die Große ist momentan mega patzi und rotzfrech...Da würde ich gerne mal rote Punkte für vergeben...aaaber das ist ja nicht so einfach in dem Falle, wann fängt patzig und frech an und wann ist es nur seine Meinung sagen bzw mal etwas nicht gut finden (weil etwas doof finden darf man ja grundsätzlich)
...


Selbiges beim Mittleren...Momentan kriegt man auf alle Fragen, auf alle Ansagen erstmal ein NEIIIIIN entgegenGESCHMETTERT s-:)
Würde ich auch gerne unterbinden nur welches Nein bringt nen roten Punkt und welches Nein darf man äußeren (weil nein-sagen darf man ja grundsätzlich auch...man darf ja mal dagegen sein...), ist ja kaum zu definieren und auch relativ subjektiv.


Hmpf... ;D



Ich glaube dieses Punktesystem funktioniert nur bei eindeutigen Dingen, da wo es ein klares ja oder nein gibt ohne Spielraum: anziehen ja-nein, Hausaufgaben erledigen ja-nein,...

Bei anderen Situationen gibts da glaub ich sonst schnell Frust und Enttäuschung und dann ists eh gelaufen und funktioniert nicht mehr :-\
« Letzte Änderung: 21. September 2015, 14:52:27 von Nachtvogel »
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Eumel

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« Antwort #19 am: 21. September 2015, 15:48:14 »
Was mir noch so auffällt: ich glaube, ich habe eine ganz andere Sichtweise. Das Kind ohne HA in die Schule zu schicken,sehe ich nicht als "ins offene Messer laufen".

Ich frag mich dann eher:

Warum macht das Kind seine Hausis nicht?
Ist es wirklich unselbständig? Dann hilft es dem Kind, wenn es für die nicht erledigten Aufgaben die Konsequenzen und die Verantwortung tragen muss.
Hat es wirklich etwas nicht verstanden? Dann hilft es dem Kind, wenn der Lehrer das weiß und in Zukunft klarere Aufgabenstellungen gibt oder mit dem Kind inhaltlich noch etwas aufarbeiten kann.
Ist es für das Kind vielleicht einfach alles zu viel? Dann sollte das auch der Lehrer wissen, damit er gegensteuern kann. Wie gesagt - bei zweimal 1,5 Stunden Nachhilfe pro Woche in einem Fach, in dem sowieso schon Schwierigkeiten sind, kann ich mir das sogar vorstellen.

Als "ins offene Messer laufen lassen" habe ich das noch nie gesehen, wenn ich gesagt habe, ich schreibe dir einen Zettel für den Lehrer, dass du keine Hausis gemacht hast. Das ist für mich auch keine Drohung ans Kind sondern einfach eine Tatsache, ganz neutral. Keine Hausis - Nachricht an den Lehrer. Ist so und Punkt. Kein Drama, einfach Fakt.

@ Kosten für eine Therapie: Ich kenne die Preise anderswo nicht. Hier ist es durchaus finanzierbar. Vor allem wenn man es gegenrechnet. Nachhilfeinstitute haben den billigeren Einzelpreis. Dafür ist es meist in Gruppen. Therapie ist Einzelunterricht, genau aufs Kind abgestimmt und von daher viel effektiver. Deshalb benötigt man bei der Therapie im Normalfall weniger Stunden als bei der Nachhilfegruppe - da gleicht sich der geringere Einzelpreis unterm Strich aus.
Gerade wenn wirkliche Probleme vorliegen wie LRS oder Dyskalkulie kommt man mit normaler Nachhilfe und einfach nur üben, üben, üben selten  weiter. Und die Mittel, Wege und Erfahrungen, die solche Lerntherapeuten haben, kann auch nicht der Lehrer liefern.

@ Punktesysteme: Ist wahrscheinlich kindabhängig. Hab ich auch mal probiert, aber hier funktoniert das null. Aber wenn's klappt - warum nicht.  ;)




Cindy

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« Antwort #20 am: 21. September 2015, 18:58:40 »
also das mit dem ins offene Messer laufen bezog sich bei mir auf Faulheit/Bequemlichkeit, ich finde das ist was anderes als, wenn ein Kind seine Hausaufgaben nicht macht, weil es sie nicht versteht bzw. was nicht kann
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satti

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« Antwort #21 am: 21. September 2015, 20:02:55 »
In den 1,5 stunden macht sie mathe hausaufgaben, und wenn zeit ist oder keine hausis dann wiederholungen. Es ist also nicht lernzeit zusätzlich.
Vom lernlevel ist es so das anna in mathe immer länger als andere braucht ehe der groschen fällt, es hat hier einiges an druck genommen das sie 2 mal die woche auswärts lernt und wir schriftlich in mathe so nichts zusätzlich zu hause machen.
Sie kann den sinn erfassen wenn sie will , mit der komzentation und dem ehrgeiz hat sie es nicht so :(
Belohnungen ziehen hier nicht wirklich da ist sie stur und sowas wie tabletverbot ist schwer da unter der woche eh alles stark eingeschränkt ist bzw durch das getrödel eh keine zeit für irgendwas
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Fliegenpilz

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« Antwort #22 am: 21. September 2015, 20:42:56 »
Generell würde ich nicht sagen, dass du zu viel von einer jetzt Viertklässlerin erwartest, ABER: Die Frage die sich dann wirklich stellt: Kann sie es nicht, weil sie es nicht versteht - weil sie zu müde ist - weil es zu viel insgesamt ist bei ihr  ... oder ... möchte sie einfach nicht?

Das sollte herausgefunden werden.

Ist es Punkt 1: Dann würde ich es ihr erklären. Dann erwartest du zu viel, weil Anna einfach noch nicht so weit ist.
Ist es Punkt 2: Eventuell Pausen vor den Hausaufgaben? Da dann aber raus finden was wirklich eine Pause ist und was zusätzlich nur anstrengend, ablenkt, demotiviert.
Ist es Punkt 3: Generellen Tag überdenken, - zu viele Hobbies? Zu wenig Zeit? Falsche Umgebung zum Lernen bzw. für die Hausaufgaben? Falsche Uhrzeit?

Ist es wirklich Punkt 4: Es sind ihre Hausaufgaben, nicht deine. Und nein, es ist kein "ins offene Messer laufen lassen" sondern das Erlernen Verantwortung für sein Tun und Handeln bzw. Nicht-Tun zu tragen.
Und erörtern welche Lösungsvorschläge sie hat, denn ja - auch dafür ist sie schon (eigentlich) alt genug :)

Da du ja schon das eine oder andere Mal durch die Blume verlauten gelassen hast, dass Anna generell eher ein verwöhntes Kind ist (:-*) weiß ich nicht ob ein Belohnungssystem wirklich der richtige Weg für sie wäre ;D - aber vielleicht sieht sie das ja auch anders und wäre ein Lösungsvorschlag der durch sie kommt? :) Man weiß es nicht.

~Netti~

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« Antwort #23 am: 21. September 2015, 21:25:50 »
Zuviel verlangt würde ich nicht sagen, es sind immerhin Viertklässler.
Aber ... hier ist es haargenau so.
Und, um bei Christiane zu bleiben, bei uns liegt es daran, dass Jared einfach oft zu müde und kaputt ist. Gerade heute. Kind hat ganztags und kommt um halb 4 nach Hause. Bei uns gibt es zwar die HA-Betreuung, aber da guckt kein Mensch irgendwie danach.
Klar, die sind 4. Klasse. Dennoch, es ist ja eine Betreuungskraft da.
Jared hatte keine HA gemacht. Er hat dann zuerst Deutsch gemacht, da war es 16:30 Uhr. Dann hat er mit einem Freund eine Stunde gespielt und saß dann nochmal 1,5 Stunden an Mathe.
Dass er da die Aufgabenstellungen nicht begreift, liegt einfach an der Konzentration.
Nä Woche ist Elternabend, da spreche ich das zum 395. mal an. Mich nervt das soooo.
Wenn ganztags, dann sollten die Kinder auch mit gemachten HA nach Hause kommen. Zumindest größtenteils.  :-(

Eumel

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Antw:erwarte ich zuviel?
« Antwort #24 am: 21. September 2015, 21:46:42 »
Bekommt ihr denn eine ganz gezielte Hilfe speziell für die Dyskalkulie? Gibt es Förderung in der Schule? Bekommt sie von der Lehrerin speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Matheaufgaben?

Ich muss jetzt noch mal nachfragen:

Macht sie sämtliche Mathehausis in den insgesamt 3  Stunden Schülerhilfe in der Woche? Oder muss sie an manchen Tagen auch noch zu Hause Mathehausis machen? Ihr macht zu Hause dann grundsätzlich nur Deutsch? Wie lang ist ihr Arbeitstag inklusive aller Hausaufgaben, Schülerhilfe und Unterricht? Hat sie auch komplett freie Tage (Wochenende)?

Ich finde 1,5 Stunden Mathe am Stück wirklich total anstrengend. Erst recht für jemanden mit Dyskalkulie. Kann sie sich die ganze Zeit über konzentrieren? Macht sie an diesen Tagen die Deutsch-Hausis denn vor oder nach der Mathenachhilfe?

Sorry, tausend Nachfragen. Aber so ganz kann ich mir eure Situation/euren Tagesablauf noch nicht vorstellen.  ;)



 

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