Hallo,
wir sind vor 5 Wochen umgezogen. Dadurch hat sich für den Großen so einiges geändert, neuer KiGa, neue Freunde suchen, neuer Ergotherapeut, alles neu. Das so einen Änderung nicht ohne Schwierigkeiten von Statten geht ist uns klar gewesen. Aber das es so eine Katastrophe wird, hätten wir nie und nimmer gedacht.
Seit dem 1.12. geht der Große nun in die neue KiTa und dort läuft es gut. Ich frage mindestens einmal die Woche nach, immer wird mir berichtet, dass er lieb ist, keinen Ärger macht, auch das Essen klappt prima.
Sobald ich ihn abgeholt habe, geht es los. Egal was ich sage, es wird erstmal gebockt, gezickt, rumgeschrien und auch noch gestampft. Selbst wenn ich ihm erkläre, warum er das nun machen soll, muss, darf, wird so verfahren wie eben beschrieben. Es ist völlig unabhängig davon was wir machen wollen, Tisch decken, Finger waschen, Schuhe anziehen, Dreckwäsche ins Bad bringen, Zähne putzen, Essen, Einkaufen gehen.
Es ist auch völlig egal was wir dann sagen, ob er dann wenn er keine Finger wäscht, kein Abendessen bekommt, oder wir nicht rausgehen können wenn er keine Schuhe anhat. Das ist egal, ihm zumindest. Er kann auch ewig diskutieren, egal ob er Recht hat oder nicht.
Auch Auszeiten bringen nix, Erklärungen werden ins Lächerliche gezogen vom Großen, er schneidet Grimassen wenn wir ihm erklären, warum er Zähne putzen soll usw.
Essen ist auch ein ganz großes Thema. Im KiGa isst er ALLES, Gemüse, Fleisch, ALLES.....Zu hause ist es das reinste Kampfthema. Er isst bei uns keine Wurst, bis auf Leberwurst, keinen Käse, nur Bananen, nur Schnitzel und Frikadellen, einzig und alleine beim Fisch ist er unkompliziert. Er sagt zu allen mag ich nicht, ess ich nicht, schmeckt mir nicht und das ist völlig egal, ob er es schon bei uns gegessen hat oder nicht. Er kann dann, wenn er beschlossen hat, es diesmal nicht zu essen, richtig schön spielen, so mit allem drum und dran. Mit Würgen, Schütteln und auf den Teller kot*en. Wir hatten schon alles.
Wir wissen nicht mehr weiter und streiten uns nun auch oft deswegen, weil wir unterschiedliche Wege einschlagen die dem anderen nicht passen. Ich bin oft zu nachsichtig, mein Mann oft anders seinen Wunsch und Willen durchsetzend.
In meiner Familie hab ich das schon mal durch. Mein Kleiner Bruder war ähnlich gestrickt nur nicht ganz so ausdauernd. Daran sind meine Eltern fast zu Grunde gegangen und das will ich für mich, meine Familie und meine Ehe nicht. Ich wüsste so gerne wie ich diesen Teufelskreis durchbrechen kann, alle Tipps von Juul und Co. die es dazu gibt, haben wir durch. Wir gehen mit ihm nun schon seit 9 Monaten zur Ergotherapie, suchen derzeit einen neuen Psychologen, da eine genaue Diagnostik noch aussteht und auch noch Tests gemacht werden müssen.
Für jeden Lösungsansatz bin ich dankbar, denn wir gehen auf dem Zahnfleisch.