Autor Thema: Bitte um Tricks/Rat oder Erfahrungen - Kind arbeitet in der Schule wenig mit.  (Gelesen 1209 mal)

RunningMum

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hier nochmal, sorry fuers Verdoppeln...

guten Morgen,
heute muss ich auch mal um Rat fragen. Vielleicht hat jemand von Euch einen guten Tipp.

Unsere Tochter wird im Maerz 7 und wurde regulaer im September 2015 eingeschult.
Bis zu den Herbstferien lief es auch wirklich gut.

Wir erwarteten eigentlich Probleme, da sie schon nicht gerne in den Kindergarten ging,
und unter Druck ganz schnell dicht macht.
Wir waren so erleichtert als es klappte, jeden Tag wurde es besser.
Wenn ich sie morgens zur Schule brachte, konnte ich mich schon immer frueher von ihr verabschieden, erst an der Treppe, dann vor der Treppe, dann am Schultor, dann am Zebrastreifen.
Sie machte in der Schule mit, der erste Test wurde geschrieben. 30 von 34 Punkten,
da sie aber auf dem Blatt "unerlaubterweise| gemalt hatte, bekam sie keine gute Note.

Nach den Herbstferien war alles anders.
Sie wollte nicht mehr zur Schule gehen, wenn ich sie brachte, weinte sie bitterlich. Wenn ich sie doch ueberreden konnte reinzugehen, mussten wir sie mehrfach nach einer Stunde wieder
abholen, weil die Lehrerin anrief.
Sie arbeitete nicht mehr mit, Tests zerschnitt sie mit der Schere, oder gab leere Blaetter ab. Daheim dann viele Traenen. Eine Menge nachzuarbeiten,
da sie ja im Unterricht nicht mitarbeitete mussten diese Uebungen in Eigenregie (sprich mit mir) aufgeholt werden.
So schleppten wir uns bis zu den Weihnachtsferien.
Danach ging dann garnichts mehr.
Sie wollte nicht mal mehr in die Schule gehen.
Wieder Anrufe aus der Schule "wir haben hier ein Problem, bitte holen sie sie ab" - ihre Lehrerin bezeichnet sie als 'unbeschulbar'.

Wir suchten Rat in einer Kinderpsychologie. Dort wurden zwei Diagnosetermine gemacht, Meinung des Psychologen: ADS, Therapie soll aus Medikamenten und Verhaltenstherapie (AttenXo) bestehen.

Warum auch immer, lief es in Schule seit Ende Januar besser, selbst nach den Faschingsferien ging sie wieder lieber zur Schule. Das Verabschieden klappt wieder besser,
ich bringe sie zwar bis zur Treppe, aber gestern flutschte sie sogar ohne Abschiedskuss durch,
was mich echt freute, weil ich die ganze Zeit nicht wusste, ob sie mir nur vorspielt das es besser geworden ist oder nicht.

Gestern kam sie dann nach Hause und im Gepaeck zwei Tests von letzter Woche. Rechnen und Schreiben/ Lesen Thema Tageszeiten.
Tja, beim Schreiben hoerte sie in Aufgabe 3 mitten im Wort 'Vormittag" auf zu schreiben, da
steht nur "Vormit" , Ergebniss 9 von 23 Punkten.

Rechnen machte sie ausschliesslich Aufgabe 1, diese fehlerlos.
Auf die Frage, ob sie es nicht konnte, antwortete sie : doch ich kann das, aber ich hab dann einfach aufgehoert.
An den Tagen an denen sie die Tests schrieb, sagte sie mir: "wir haben heute wieder einen Test geschrieben, ich hab mitgeschrieben." paar Minuten spaeter "naja, nicht ganz".
Sie war bedrueckt und aengstlich vor der Rueckgabe der Tests.
Ich dachte mir, so schlimm wirds nicht sein, gerade beim Rechnen ist sie spitze, und kaufte schon eine kleine Belohnung die ich aus dem Schrank zaubern wollte.
Aber gestern wanderte sie mal wieder im Tal der Traenen. Der Tag in der Schule war dann natuerlich auch wieder dahin, nachdem sie die Tests zurueckbekommen hat. Sprich, sie ist wieder unmotiviert und ich denke, es wird wieder viele Tage dauern bis sie sich wieder faengt.

Ihre Hausaufgaben, die sie zu Hause mit mir macht, sind tip top. Sie ist so gut im Rechnen.
Ihrem eignen Anspruch bzgl. Lesen genuegt sie nicht, aber auch lesen und schreiben ist absolut zufriedenstellend. Es wuerde also nicht daran liegen, das sie es nicht koennte.

Ich habe das Gefuehl, das alle unsere Massnahmen irgendwie nicht greifen, und bin grad sehr
unfroh. Ich zeichne ihr HA-Plaene in ihr Heft, weil das aufschreiben irgendwie garnicht klappte, diese fuellte sie auch anfangs aus, aber auch das macht sie mittlerweile nicht mehr.
Jetzt will ich ihr Klebezettel mitgeben, damit sie die Seiten der Buecher wenigstens markieren kann.
Sie bekommt Bachblueten (Rosskastanie) um sie dahingehend zu unterstuetzen, sich zu focusieren und mitzumachen.

Ich habe grosse Schwierigkeiten mit dem vom Psychologen empfohlenen Medikamenten wie Ritalin.
Die Schule ist nur ein paar Stunden am Tag, und dafuer dem Kind so einen Hammer zu verpassen, ist echt schwere Kost.

Sie ist ein Aussenseiter in der Klasse. Die Kinder des oertlichen Kindergarten sind ein fester Verbund in der Klasse. Diese machen 19 von 24 Kindern aus.
Die 'neuen' haben ebenfalls das Problem.
Wir haben dann und wann Spielbesuch, meist von den 'neuen'. Wenn sie am Nachmittag im Verein (Naturfreunde) auf die gleichen Maedchen trifft, ist das immer problemlos.
Im Zeugniss vom Januar steht ebenfalls, das sie nicht in die Klassengemeinschaft reinkommt.

Ihre Lehrerin ist genervt von ihr. Sie liefert sich regelmaessig Wortgefechte mit ihr, was diese recht persoenlich nimmt. Sie bezeichnet unsere Tochter im Zeugniss bei den positiven Sachen als "Schuelerin" bei den negativen benutzt sie den Namen.
In Telefonaten und Gespraechen sagt sie haeufig, das sie dieses und jenes am Verhalten unseres Kindes "nicht ausstehen kann" und ich befuerchte da ist auch nichts mehr zu machen. Sie geht aber nach dem Schuljahr in Rente, das waere also endlich.

weiter im naechsten Thread, wegen der Laenge

RunningMum

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und noch weitere Infos:

In der Praxis macht eine weitere Kraft die Tests, die Psychologin fuehrte mit uns das Gespraech.
Den Bericht haben wir noch nicht, aber beim letzten Termin meinte sie, unsere Tocher fuehle sich nicht wohl mit der Situation, weil sie auf die Frage, was sie sich wuenschen wuerde, (3 Dinge) antwortete: eine Flosse wie eine Meerjungfrau, einen Zauberstab und ein paar Fluegel.
Dies waeren alles Dinge, die Flucht signalisieren.
In der Rechnung v. gestern steht: Verdacht auf einfache Aktivitaets- und Aufmerksamkeitsstoerung. Gemacht wurde eine Raven-Test.

Zu der Frage wie sie sonst so ist:
alles was das koerperliche angeht, ist sie enorm begabt.
Wir fahren zusammen Mountainbike, sie geht ins Karate, geht zum Klettern, etc.

Was das Verhalten angeht, sehe ich sie als normales, aktives Kind. Ich bin halt ihre Mama.
Natuerlich will sie im Spiel Bestimmer sein, aber das wollen die anderen ja auch, die daraus
resultierenden Konflikte loesen die Kinder dann auch unter sich.
Sie ist verletzt, wenn sie jemand schlecht behandelt. Z.b. sagte ihr"bester Freund" in der Schule, er wuerde sie hassen, weil sie zwei Schoko-Bons dabei hatte, und diese mit einem Maedchen teilte. Das hat sie ueberhaupt nicht verstanden, wie man wg. einer Nichtigkeit (Schokolade) etwas so schlimmes (hassen) sagen kann.

Es geht nicht darum alles abzustreiten, es ist fuer uns alle belastend, wenn sie in der Schule nicht mitmacht. Gerade bei diesen Tests, findet sie es ja selber doof, das sie 'schlechter' ist als die anderen.
Gestern abend meinte sie, sie haette dann and unseren letzten Urlaub gedacht, und dann kam sie nicht mehr zurueck zum Test.
Ich denke aber, das wir dass gezielt trainieren koennten.
Sie ist offensichtlich entweder leicht abzulenken, oder findet selber nicht mehr den Weg zurueck zur Konzentration.

Gestern war ein Chaostag: die Lehrerin war krank, die Kinder wurden aufgeteilt, dann haben sie noch einen Film geschaut, und Sport gemacht.
Solche Tage werfen sie schon aus der Bahn.
Ebenso werden alle 4 Wochen die Schueler innerhalb der Klasse neu verteilt, da gibt es also
Montage, an denen sie nicht weiss, wo und neben wem sie sitzt.
Da ist sie aber mittlerweile etwas gelassener, in den ersten Monat war das schlimm fuer sie,
weil sie dann eben immer befuerchtete das sie neben einem Maedchen oder Jungen der
Kiga-Gruppe landete. Den neuen Partner hat sie dann fuer 4 Wochen, wechselt aber jede Woche die Bank.

Die Gespraeche mit der Lehrerin sind sonderbar, man merkt, das sich alle unwohl fuehlen.
Die Lehrerin sowie wir auch.
Ich wuerde mir wuenschen, das sie meine Tochter unterstuetzt, sie meint aber, das ginge nicht bei so vielen Kindern. Und ausserdem wuerden die anderen Kinder dann merken, das sie Unterschiede macht. Sie sagt halt, es ist schon besser geworden, ja finde ich auch,
aber gleichzeitig gibt sie uns auch regelmaessig zu verstehen, das sie mit unserem Kind unzufrieden ist.
Vielleicht brauchen wir da wirklich einen Moderator, aber da sollten wir jemanden neutrales
finden.
Ich habe halt staendig das Beduerfniss mein Kind zu verteidigen.
Die Lehrerin verteidigt ihr Vorgehen.

Ich hatte in diesem Forum geschrieben, weil ich hoffte, die Situation, das ein Kind im Unterricht nicht mitarbeitet, anderen auch schon untergekommen ist, und vielleicht noch
einen oder anderen Trick hat, um dies anzugehen.

Alles sehr verfahren, ich bin froh das Freitag ist.

Sandra

Ich zweifele natuerlich auch an mir, weil ich diese 'Wird schon' Mentalitaet nicht habe, und wuerde mir fuer mich selbst auch mehr Gelassenheit wuenschen.
Aber derzeit ueberwiegt das "ich muss was tun" Gefuehl.


Honigbluete

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In vielen Punkten haben wir Ähnliches durch wie ihr! Mein Sohn hat auch leere Blätter abgegeben, oder nur die ersten Aufgaben (die dann aber auch richtig) bearbeitet, auch schon mal ein Arbeitsblatt zerrissen. Erste Auffälligkeiten schon im Kindergarten...

Aber: wir hatten die Lehrer auf unserer Seite, nicht immer so, wie wir es gewünscht hätten, aber immer mit Wohlwollen unserem Sohn gegenüber. Und nachdem die Diagnostik bei unserem Sohn keine klare Diagnose geliefert hat, der Psychiater aber trotzdem was von medikamentöser Behandlung schrieb, haben ir uns einen anderen Arzt gesucht. Eine richtige Diagnose haben wir immer noch nicht, werden wir wohl auch nie bekommen, aber anhand der einzelnen Testergebnisse ergibt sich ein ganz gutes Bild, was bei meinem Sohn los ist. Er macht jetzt seit dem Sommer eine Verhaltenstherapie, die schon ganz tolle Fortschritte bewirkt hat. Wir sind sehr zufrieden mit seiner momentanen Entwicklung und sehen, dass es vor allem ihm deutlich besser geht, was für uns das Wichtigste ist!

Es gibt keine Patentlösung und die Suche nach dem richtigen Vorgehen ist mühsam und dauert. Aber es lohnt sich, eine gute Diagnostik zu machen und den Kern des Problems zu finden, sonst stochert man ich Trüben herum und verschärft die Situation, da die getroffenen Maßnahmen nichts bringen...

Viel Geduld euch und toitoitoi, dass ihr eine vernünftige Diagnose bekommt und schnell Hilfe findet!



Cosima

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Einfach nur s-druecken

...eine sinnvolle Idee zu Eurer Tochter kann ich leider nicht beisteuern!

RunningMum

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Danke, wir koennen es brauchen.  :-[

HappyMom

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Also Medikamente würde ich auch erstmal verweigern. Ritalin und Co sind wirklich schwere Kost und sollten eigentlich nur vorübergehend als Unterstützung dienen und keinesfalls als Dauermedikation über Jahre.

So wie du das beschreibst, liegt das Problem (wenn überhaupt nur minimal) an deiner Tochter.

Vielleicht ist deine Tochter ziemlich begabt und die Aufgaben in der Schule/in den Tests sind ihr einfach schlichtweg zu babyhaft? Weil du beschreibst, dass sie ja rechnen kann und die Aufgaben , die sie macht, ja auch richtig sind.

Vielleicht ist sie  aber auch ziemlich überfordert, weil alles zu schnell und zu viel auf sie einstürzt? Das würde das "Fluchtverhalten" erklären. Stell dir vor, du stehst im Kaufland vor 35.000000 Joghurt und musst dich entscheiden, ein Blick auf deinen Zettel sagt dir, dass du in weitere 37 Abteilungen musst etc. Wie fühlst du dich? Das löst in Gewisserweise auch in dir eine Fluchtreaktion aus und du nimmst halt irgendwelchen und verlässt schnellstmöglich die Abteilung. Das gleiche passiert in den anderen Abteilungen und zuhause angekommen, hast du 21 Sachen vergessen......

Und wenn man dann auch noch alleine und verlassen auf weiter Flur in der Schule steht und die Lehrerin einen noch runterzieht und beschimpft, dann würden echt bei allen die Rollläden runtergehen.
Zum Verhalten der Lehrerin sag ich mal lieber nichts :-(
Habt ihr schon mal mit dem Rektor gesprochen? Evtl. über einen Klassenwechsel (in die Parallelklasse) nachgedacht?
Hilfreich wären evtl. auch Lernpädagogen/Lerntherapien.



RunningMum

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Es ist ein guter Gedanke, das sie mit der Situation ueberfordert ist, die neuen Klassenkameraden waren schon ein grosses Problem. Diese bilden in der Klasse einen festen Verbund, nennen sich auch 'Club' und die 5 Kids aus den 'fremden' Kindergaerten muessen fragen, ob sie mitspielen duerfen z.b.
Wir haben da bei der Lehrerin eingehakt, und sie machte mal einen Morgenkreis um mit den Kindern das zu besprechen. Es ist besser geworden.
Wie geschrieben, versteht sich unser Tochter auch mit einzelnen mittlerweile gut, ausserhalb der Schule, im Naturfreunde Verein, sogar sehr gut.

Wie gesagt, solche Chaostage belasten sie. Dann guckt sie halt stundenlang aus dem Fenster.

Eine Parallelklasse gibt es nicht, die Schule ist klein. Man dachte mehrfach ueber eine Schliessung nach, die Klassen sind sehr sehr klein. Das ist leider auch ein Knackpunkt:
die Lehrerin hatte bis jetzt immer sehr kleine Klassen, max. 18 Kinder, und in dieser Klasse sind es 24. Das es sie belastet, betonte sie jetzt auch in jedem Gespraech.
Die Rektorin haben wir noch nicht angesprochen, ich wuesste jetzt auch nicht, was ich ihr sagen sollte.

Aber von der Hand zu weisen ist es nun mal nicht, das es auch an Tochterkind liegt, das sie
nicht mitarbeitet, was ja auch ihren (wohlgesonnen) Banknachbarn auffaellt. Die Kinder erzaehlen das daheim.

Wie kann ich diese Ueberforderung abfangen?
Wie kann ich sie motivieren im Unterricht teilzunehmen?

In der zweiten Klasse ist ein Junge mit ADS, der sitzt waehrend des Unterrichts meistens vor der Tuer. Wie mit ihm im naechsten Schuljahr verfahren wird, weiss ich nicht. Ich will einfach nicht, das mein Kind das naechste Jahr dort sitzt.




RunningMum

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@Meph:

Da sie im Nachbarort in den Kindergarten ging, ist keiner aus ihrem alten Kindergarten in der Klasse.
Und sie duerfen sich das auch nicht aussuchen wo sie sitzen, die Lehrerin verteilt die Plaetze.

Wir haben lange ueberlegt, ob wir sie im Nachbarort auch zur Schule geben, aber sie fuehrte zur Kiga Zeit schon zwei Leben, die Kinder im Kindergarten waren am Wochenende und den Ferien nicht da, und die Kinder aus dem Ort kannte sie nicht, und die blieben auch weitesgehend unter sich. Die Muetter sind groesstenteils Schwestern und Schwaegerinnen und daher sind diese Kinder auch privat - wenn man so will - auch sehr verwebt.

Sie gehen zusammen schwimmen, passen gegenseitig auf, fahren zusammen in Urlaub.

Wir wollten ihr die Moeglichkeit geben, zu wurzeln, und auch alleine zur Schule und nach Haus zu kommen. Der Nachbarort haette schon Auto oder Bus erfordert.


Meph

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ich hab noch fragen....
die alte kita- woran lag es, dass sie sich dort nicht wohlfühlte?
die diagnostik ist also noch nicht abgeschlossen?

~Netti~

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Ich kann nix richtig Sinnvolles beitragen, aber alles was ich über die Lehrerin lese finde ich grenzwertig.  :-\
Ich lasse euch einen dicken  s-druecken da.

RunningMum

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@Meph

Das Gespraech mit dem Psychologen war schon, wie gesagt: ADS, das Kind fuehlt sich nicht wohl. Therapie in Form von AttenXo und Medikamenten.
Ggf. fuer uns als Familie noch eine Aufgabe mit Beobachtung und Kamera damit wir unseren
Umgang verbessern koennen.

Bzgl. des alten Kindergartens. Sie ist einfach nicht gerne von zu Hause weg. Sie ging auch erst mit 4,5 Jahren in den Kindergarten, vorher wurde sie daheim vom Papa betreut. Der war damals in Elternzeit gegangen und wurde darauf hin entlassen.
Da wir es finanziell konnten, machte er eine laengere Pause. Mit dem Umzug nach Bayern fing er dann aber wieder an zu arbeiten, und darauf hin ging sie in den Kindergarten.
Die Eingewoehnung war damals schon schwierig, weil erstens kamen wir unterm Jahr, das sieht man wohl nicht so gern, und dann hat man es mehr oder weniger HauRuck gemacht.

Letztlich hat sie aber dort eine Menge Maedchen gefunden, die sie mochten. Wir hatten oft Spielbesuche, auch wenns komplizierter war, und zu manchen Maedchen haben wir auch jetzt noch Kontakt. Aber die wohnen, wie gesagt, im Nachbarort und knuepfen dort auch neue Bande in der Schule.

@Netti
Ich kann die Lehrerin nicht aendern, letztlich wird sie immer besser da stehen, weil ein Gro
der Kinder 'funktioniert'.
Der Kindergarten arbeitet sehr eng mit der Schule zusammen, dort wird z.b genau das geuebt,
was in der Schuleinschreibung verlangt wird.
Die anderen Kinder machten das zum ersten Mal, und da herrschte schon unter den Eltern der neuen Kinder eine Verwirrung. Man blickt da ja auch nicht immer gleich so durch.

BiDi

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Habt ihr schonmal daran gedacht, das eine andere Schulform vielleicht besser für Eure Tochter geeigneter wäre?

Nicht im Sinne von Förderschule, sondern einfach ein anderes Lernkonzept: Waldorf o.ä.

Die Tochter einer Bekannten ist an der Regelgrundschule fast kaputt gegangen (weinen, tägliche Bauchschmerzen bis zum Erbrechen), in der 3. Klasse ist sie auf eine Waldorfschule gewechselt und aufgeblüht.

Manchmal passen Kind und Schule einfach nicht zueinander und dann sollte man besser versuchen eine passende Schule zu finden, anstatt das Kind passend zu 'kneten'.

Grüsse
BiDi


Mattis: * 3.2004
Moritz: * 4.2005

hallihallo

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Dachte eigentlich, dass ich es schon geschrieben hätte...

 Für mich liest sich das ebenfalls so, dass deine Tochter viel besser in eine reformpädagogische Schule passt. Habt ihr eine Montessorischule in der Gegend? Tut euch den Gefallen und schaut euch nach Alternativen um  :-\
Dein Kind ist an nix Schuld !

Meph

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Gut, dann versuche ich es mal aufzudröseln...

Ich sehe hier erstmal 2 Handlungsstränge, die eng miteinander verwoben sind.

Die Lehrerin ist ein Fall für sich.... aber wie du schon sagst: das Problem erledigt sich ja in den nächsten 4 Monaten von selbst. Frage ist halt: was kommt nach? Dazu kommt, dass ihre Freundinnen alle in eine andere Schule gehen und für sie trotz Nähe das soziale Umfeld nicht stimmig ist. Das allein ist es schon wert über einen Schulwechsel nachzudenken. Nähe ist nicht alles...  Aber noch wichtiger als die Freundinnen finde ich eine zugewandte Lehrerin (oder Lehrer, aber wir wissen ja wie das an Grundschulen ist)). Da würde ich dir raten auch offen zu sein mit der Diagnose deiner Tochter- sie braucht Fachleute um sie herum, die sie stützen, die ihr helfen, ihre Aufmerksamkeit halten zu lernen, die sie liebevoll zurückholen, wenn sie in ihrer Traumwelt steckt.

Hier kommen wir zum zweiten Strang: Die Diagnose Deiner Tochter.
Was Du als "Frischling" hier nicht wissen kannst: Ich bin immer dafür, wenn es Unsicherheiten gibt, dass man dem nachgeht um eben sicher zu sein. Und ich bin ein absoluter Gegner von vorschnellen Modediagnosen! Früher war das AD(h)S, dann Hochbegabung, jetzt ist es Asperger oder die (nicht nachweisbare) Hochsensibilität.. Durch solche früh vermuteten Modediagnosen werden leider auch immer wieder die tatsächlich Betroffenen diskreditiert, die Eltern (noch mehr) verunsichert und auch als Eltern verweigert man irgendwie automatisch mehr. ABER
Was du schreibst, was ich lese sind da ganz deutliche Zeichen unabhängig(!) von der Lehrerin, dass sie einfach wirklich ein Problem hat sich in dieser Welt zu fokussieren. Und daher schützt sie ihre Kinderseele durchs Wegträumen. Ein ADSler kann ja schwer bis garnicht filtern, bei den Sinneswahrnehmungen zählt alles oder garnichts. Alles ist gleich intensiv, gleich laut, gleich grell... und lässt sich nicht kategorisieren. Dazu kam mir gerade ein Bild- ich führe es weiter unten mal auf, möchte aber vorher noch auf was anderes eingehen.
Was ich lese ist auch, dass ihr einen guten Weg gegangen seid. Es gab einen Verdacht, eine Idee, dass ihr geholfen werden muss. Und ihr seid zu einer Praxis gegangen. Vorher wart ihr sicher bei einem KiA, der euch ja nicht ohne Grund weiter vermittelt hat. Einfach so macht niemand eine AD(H)S-Testung. Und die scheint bei Euch sauber gelaufen zu sein.
Der Raven z.b. ist ein standatisierter NonVerbaler Iq-Test- die gehören immer unbedingt dazu, um z.b. auch als Ursache eine unerkannte HB "ausschliessen zu können", es gibt aber noch andere Diagnosen mit ähnlichen Symptomen. Ausserdem lässt sich so auch ein gutes Leistungsprofil sehen, wo man stärkenorientiert bei der begleitenden Therapie die Ansätze aufgreifen kann. Sicher gab es ausser dem Raven auch noch andere Testmomente, auch durch Beobachtung etc. - und ganz wichtig: Dein Arzt schlägt eine kombinierte Therapie vor(!) - das heisst, es geht def. nicht darum, das Kind mit Medis nur ruhig zu stellen, sondern ihr eine möglichst gute Basis zu geben. Wenn jemand schwere Depressionen hat bekommt er oft anfangs therapiebegleitend auch schwere medikamente, damit sich der Patient überhaupt auf die Therapie einlassen kann- je weiter die Person dann stabilisiert ist, desto weiter kann die dosis dann bis zum ausschleichen gesenkt werden. So in etwa kannst du dir das auch vorstellen- oder anders: Jemand mit einem gebrochenen Bein hat auch erstmal Krücken bis er einen Gehgips bekommt bis er keinen Gips mehr braucht bis das Bein komplett verheilt ist...
Ritalin oder ähnliches ist also erstmal eine Akut-Maßnahme um ihr zu helfen "Hier" zu sein, um ihr zu zeigen worauf sie ihre Wahrnehmung lenken soll und ihr zu helfen diese Wahrnehmung zu halten. Jetzt zu dem Bild was ich vorhin hatte:


Stell Dir vor Du stehst vor einem Schwimmbecken voller Bällebadbällen und hast den Auftrag diese nach Farben zu sortieren. Weil Dein Auftraggeber mitgedacht hat und es dir leichter machen wollte, hat er dazu große Säcke in den passenden Farben zu den Bällen hingelegt. Es ist also deutlich: Rot zu rot, blau zu blau, gelb zu gelb, lila zu lila usw.
Weil er weiss, dass Du es schwer hast dich zu konzentrieren hat er deinen arbeitsort in eine reizarme Turnhalle verlegt. Eigentlich ist da nichts ausser wände und 2 Türen, durch die du nicht durchschauen kannst. Nichts lenkt dich also von den Bällen ab.
Was Dein Auftraggeber aber nicht weiss: für dich hat sich ein Filter drüber gelegt, du siehst alles in schwarzweiss, kannst due Nuancen garnicht wirklich unterscheiden, es ist wie ein schleier vor deinen Augen. Und hinter dem Schleier lockt mit zarter Musik das entspannende Traumland, wo du abschalten kannst. Aber du weisst ja, Du hast eine Aufgabe und die willst du auch erledigen, unbedingt! Schliesslich weisst Du auch, dein Auftraggeber macht ganz viel, damit du es leicht haben kannst. Und als er dir 10 Bälle mit unterschiedlichen Farben vorlegte konntest Du Dich ja in dem Moment auch konzentrieren, den Schleier durchbrechen, die Farben erkennen- und hattest alles richtig, auch wenn es sehr anstrengend war... Aber alle durcheinander? Und so viele? Wie kann man das nur schaffen ?!- und das Traumland ruft....

Und der Auftraggeber wird sauer, frustriert, stinkig- weil er hat ja alles getan, dass du beste voraussetzungen hast... und du.... "versagst"... frust.... trauer.... ärger....

Hier kann Ritalin oder ähnliches helfen den Schleier hochzuhalten und die Farben zu sehen, wahrzunehmen, durch den Prozess zu begleiten...



Um es nochmal ganz deutlich zu sagen: Ich bin absolut gegen eine muntere Einnahme von Medikamenten weil jemand mal eine Idee hatte- aber wenn es eine gute Diagnostik gab und der Nutzenfaktor überwiegt- dann vertraue auf das Know-How der Ärzte! Dann versuch dich von der Anti-Stimmung zu lösen, versuch tief in dich hineinzuhorchen und dich frei zu machen von äusserlichen Meinungen- ADS ist weder Versagen des Kindes noch der Eltern, ADS ist ein Teil des Kindes, welches ihr Probleme bereitet.
Und denk dran: auch wenn Ihr JETZT sagt: ok wir probieren es! Dann könnt ihr auch in wenigen Wochen sagen: Nein, das tut ihr nicht gut, das wollen wir nicht weiter!
Genauso könnt ihr JETZT mit dem Arzt besprechen, dass ihr es erstmal anders probieren wollt und ihn befragen, was er für Ideen noch hat. KEINE Entscheidung ist absolutistisch und ihr könnt sie weiterhin im Prozess anpassen, ändern... zum Wohle eurer Tochter!

Ich wünsche Euch allen viel Kraft auf Eurem Weg und auch wenn die Diagnosen andere Namen haben: ich kann nachfühlen wie es ist, wenn Anders-sein zu Problemen führt und wie machtlos, besorgt, ängstlich, frustriert man auch als Eltern sein kann.
Daher auch an Dich: Ihr habt ein tolles Kind und ihr seid tolle Eltern! Kämpft weiter für Euer Kind- aber vergesst dabei nicht, auch Eure Kraftreserven immer wieder aufzufüllen- z.b. durch tolle gemeinsame Familienerlebnisse.

Honigbluete

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@meph  :thumbsup:



Papa

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"Sie machte in der Schule mit, der erste Test wurde geschrieben. 30 von 34 Punkten,
da sie aber auf dem Blatt "unerlaubterweise| gemalt hatte, bekam sie keine gute Note."

Bitte??? In der 1. Klasse? Unabhängig von bei der Tochter bestehenden Schwierigkeiten scheint mir die Lehrerin nicht geeignet, hier eine Verbesserung zu erziehlen. Ich denke, Deine Tochter weiß oftmals nicht, warum sie negativ bewertet wurde, und gibt einfach auf.
Gruß vom Papa!

Tochter geboren 2008
Sohn geboren 2010

RunningMum

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Vielen lieben Dank fuer den ganzen Input und die Ideen.

Ein weiteres Wochenende ist ins Land gezogen.
Samstag haben wir ein bissichen was fuer die Schule gemacht, sonst ist der HA-Tag der Sonntag, aber da waren wir skifahren.

"Nebenbei" hab ich mich nochmal so mit ihr ueber die Schule unterhalten. Die Situation mit den Klassenkameraden ist schwer nachzuvollziehen.
Da weiss ich einfach nicht, ob sie das Verhalten der Kinder ihr gegenueber richtig deutet, oder ob sie hier schon so kritisch ist, das sie nur das schlimmst vermutet.

Wir haben auch darueber gesprochen, ob ein Schulwechsel in die Schule der Freundinnen Vorteile bringen wuerde, und welche Nachteile daraus entstehen.
Sie waere dort ja wieder die neue. Die Klassen sind ja jetzt schon eine Weile zusammen,
das versteht sie auch.
Wir haben beschlossen, das wir die Kontakte in der jetzigen Klasse versuchen zu vertiefen.

Zur Diagnose ADS:
Wie ich schon schrieb, sehe ich auch Handlungsbedarf um meinem Kind das Leben zu erleichtern. Wie das aussieht werden wir in den naechsten Tagen ausarbeiten, es sollte eben auch zu uns passen.
Wenn ich so nachlese, wie die 'Symptome' von ADS sind, so finde ich diese bei allen Kindern wenn ich moechte, z.b. hat unsere Tochter eine Freundin, die im normalen Gespraechen eine Lautstaerke hat, das einem die Ohren klingeln. Sie kotet auch mit ihren fast 8 Jahre noch ein und hat immer Wechselwaesche dabei.
Ein anderer Freund hat unglaubliche Angst vor allem Tieren und  Staubflusen und regt sich auf bis zur Handlungsunfaehigkeit.
Wo ist der Unterschied zu meinem Kind? Das ich genauer hinschaue? Wir sind von der KiA zum Psychologen wegen Schulangst. Wie gesagt, wollte sie zu dieser Zeit, die Schule nicht betreten. Wenn sie ging, rief man uns nach kurzer Zeit zum Abholen an, um auszuschliessen,
ob etwas organisches vorliegt (sie klagt ja ueber Bauchschmerzen, dann ueber Ohrenschmerzen) gingen wir zum Arzt. Weils zweimal in der Woche war, fragte sie dann nach und wir haben uns unterhalten.

Wir haben ein wunderbares Kind, das morgens (mittlerweile) frohen Mutes in die Schule geht, und nur Misserfolge hat. Die Ursache dafuer _koennte_ ADS sein. Tut mir leid, so sehe ich das.
Fuer mich steht die Diagnose einfach noch nicht so klar im Raum und das ist vermutlich auch der Grund, weshalb ich mich schwertue den naechsten Schritt zu machen.

Nochmals, danke fuer die Antworten, ich bleibe weiter am Ball und mache ein Update wenn es neues zu berichten gibt.

Eine schoene Woche,

Sandra

 

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