Autor Thema: Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?  (Gelesen 3473 mal)

myja78

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Mädels, ich brauch mal euren Rat
Josh und sein (bester) Freund sind in eine Klasse gekommen - wollten wir ja eigentlich auch so, nun aber folgendes Problem, ich habe das Gefühl, das sein Freund versucht zu verhindern, dass Josh neue Freunde findet, bzw. andere Freunde hat, außerdem gängelt er ihn immer wieder und zusätzlich stiftet er ihn auch noch zu Unsinn an.
Ich hab schon versucht mit Josh zu reden und versucht ihm klar zu machen, dass er mit allen Kindern spielen darf, mit denen er spielen möchte und wenn J. dann nicht mehr sein Freund ist (damit droht er immer) dann ist das eben so, aber wahrscheinlich kommt er eh wieder an und wenn nicht, dann hat Joshua ja neue Freunde.
Gestern erzählte Josh, das J. in der Fussball-AG gedroht hat "Wenn deine Mannschaft gewinnt verprügel ich dich" - Joshs Mannschaft hat gewonnen, J. hat ihn nicht verprügelt - gäb wohl auch ne Strafe vom Trainer, aber dennoch hat es Josh belastet. Er versteht nicht, warum sein Freund sowas macht und ehrlich gesagt, ich versteh es auch nicht ganz und kann es ihm somit auch nicht erklären.
Eine andere Sache - Josh hat seine Stifte am falschen Ende auch angespitzt - nicht weiter tragisch, Blödsinn, haben wir früher auch gemacht - hab ihn dennoch gefragt warum? "J. hat gesagt ich soll das machen." Daraufhin hab ich ihn gefragt, ob er auch vom Hochhaus springt, nur weil J. das sagt oder bei rot über die Ampel geht - dies verneinte er, konnte mir aber auch nicht sagen, warum er sich ansonsten so beeinflussen lässt.

Nu hab ich überlegt mal die Mutter (wir sind gute Bekannte bzw. lockere Freunde) anzusprechen, ob sie mal mit J. spricht (sie haben aber einen sehr lockeren Erziehungsstil, die beiden Kids dürfen (fast) alles), oder aber die Lehrerinnen, damit sie wenigstens ein Auge drauf haben und evtl. die zwei weiter auseinander setzen? Oder einfach "aussitzen" und hoffen dass es sich von allein regelt?
Wie würdet ihr reagieren? Gibt es vielleicht noch andere Wege?

Dazu muss ich noch sagen, Josh ist noch nie groß gewesen im "sich wehren" - er ist eher der Typ, der versucht solche Dinge zu umgehen, die Situation zu verlassen, zumindest wenn er verbal nicht weiterkommt.

Eumel

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Antw:Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?
« Antwort #1 am: 10. Oktober 2013, 18:17:02 »
Wenn die Kinder quasi beste Freunde sind, dann ist der Junge doch bestimmt häufiger bei euch zu Besuch. Ich würde wohl beim nächsten Treffen eine Kanne Kakao kochen, ein paar Plätzchen auf den Tisch stellen und mit beiden Kinder mal in Ruhe über die Situation sprechen (ohne Vorwürfe). Auch, um mal die Sichtweise des anderen Jungen zu hören. Vielleicht klärt sich dann vieles von ganz alleine.
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myja78

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Antw:Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?
« Antwort #2 am: 11. Oktober 2013, 09:15:48 »
Eumel - danke erstmal :) - den Tipp gab mir gestern auch eine Arbeitskollegin (Mama von 2 größeren Jungs) - leider schaffen wir es nach der OGATA (beide gehen bis 15Uhr, wenn sie AG haben sogar bis 16Uhr) nur selten, dass die beiden sich treffen. Wär aber definitiv ein Versuch es mal irgendwie quasi nebenbei anzusprechen.

Ich mach dem andern Jungen auch keine Vorwürfe, er ist so eigentlich auch ein ganz Lieber, ich hab eher das Gefühl, dass die unterschiedlichen Erziehungsstile da deutlich werden und dass er wiederum sich von größeren Jungs beeinflussen lässt.
Die beiden sind aber auch vom Wesen her sehr unterschiedlich, Josh ist eher ruhig, zurückhaltend und J. ist eher der Offene und Wilde

Hat denn vielleicht noch jemand Tipps, wie ich Joshs Selbstbewußtsein stärken kann?

Martina

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Antw:Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?
« Antwort #3 am: 11. Oktober 2013, 10:36:55 »
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« Letzte Änderung: 31. Oktober 2014, 20:43:36 von Martina »
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myja78

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Antw:Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?
« Antwort #4 am: 11. Oktober 2013, 10:45:06 »
Martina - falls es so rübergekommen ist, dass ich J. als "den Schuldigen" sehe - tut es mir leid, das tu ich durchaus nicht, denn klar sehe ich auch, das Josh einfach nicht "nein" sagen kann (hat er sich schon immer schwer mit getan) - er ist halt derjenige, der unangenehmen Situationen eher ausweicht :-[
Ich dachte halt nur, ich könnte ihn irgendwie unterstützen, das es ihm leichter fällt zu seinem Freund auch mal "nein" zu sagen (bei anderen Kindern fällt es ihm mitlerweile etwas leichter wie früher).
Aber schön zu hören, dass es durchaus auch bei anderne Kindern unter guten Freunden zu solchen/ähnlichen Konflikten kommt, da hab ich dann ja noch Hoffnung, dass es sich wieder bessert :)

Martina

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Antw:Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?
« Antwort #5 am: 11. Oktober 2013, 11:09:22 »
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« Letzte Änderung: 31. Oktober 2014, 20:43:16 von Martina »
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BiDi

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Antw:Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?
« Antwort #6 am: 11. Oktober 2013, 18:46:18 »
Mattis hatte von der ersten bis zur dritten Klasse so eine 'On-Off'-Affäre  ;D. Anstrengend!

Entweder sie waren die besten Freunde oder sie fanden sich gegenseitig saudoof. Meist war es ein Konkurrenzding: Fussball, andere Freunde, bessere Noten, Köpper vom Dreier. Sie an einen Tisch zu setzen scheiterte kläglich: Wenn sie verabredet waren, waren sie ja gerade die besten Freunde und niemals nieeeeee sauer aufeinander.

So ungefähr Mitte der dritten Klasse änderte sich das Ganze - da schienen beide sich nicht mehr als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu begreifen. Und das ist - denke ich - ein normaler Entwicklungsschritt, den die Kinder in dem Alter durchmachen. Zumindest die Jungs. Mädchen ticken in der Hinsicht ja ein bißchen flotter / anders (ist zumindest mein Eindruck).

Grüsse
BiDi
 
Mattis: * 3.2004
Moritz: * 4.2005

scarlet_rose

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Antw:Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?
« Antwort #7 am: 12. Oktober 2013, 15:01:07 »
Ehrlich gesagt würde ich gar nicht arg eingreifen.
Freundschaften sind etwas, wovon ich denke, die Kinder sollen es selbst in die Hand nehmen und regeln.

Das einzige, was ich eventuell machen würde, wäre deinen Sohn vielleicht dazu zu ermutigen,gezielt andere Kinder einzuladen, wenn er denn will. Allgemein deinem Sohn bestätigen, dass er sich nicht von seinem Freund abhängig machen muss.

Mit Schulwechsel sind solche Entwicklungen aber auch vollkommen normal. Neue Situation, neues Umfeld, neue Kinder. Das führt dazu,dass sich auch Freundschaften ändern, was jedoch Zeit braucht. Die meisten Kinder hängen in den ersten Monaten viel mit ihren Kindergartenfreunden zusammen, mit der zeit jedoch löst sich das von selbst oder ändert sich.

Hinsetzen und ein klärendes Gespräch führen mit beiden Kindern finde ich ehrlich gesagt eher merkwürdig  :-\ Das ist ok, wenn direkt in dem moment irgend etwas vorfällt, aber über Vergangenes oder Grundlegendes ein klärendes Gespräch initiieren fände ich sehr befremdlich  :-\
Dein Sohn muss, so finde ich, selbst herausfinden ob und wie viel Freundschaft er zu diesem Jungen möchte und das wird er auch. Auch ohne dich.


Zum Punkt "XY hat auch gemacht" das wirst du noch öfter hören und auch das ist normal. Kinder lernen voneinander und das ist wichtig. und zum voneinander, miteinander lernen gehört auch etwas zu machen, weil es jemand anderes macht oder sagt.
Ich finde dieses "Springst du auch vom Hochhaus" immer sehr seltsam und haltlos, denn es entmündigt das eigene Kind vollkommen. Ein Kind kann ja nämlich auch dann, wenn es auf Geheiß eines Anderen etwas macht entscheidungsfähig sein, wie weit es nun geht oder nicht. ich hab den Spruch schon als Jugendliche nicht als sinnvoll akzeptieren können,weil ich nicht ganz begreife, was nun der eine Inhalt mit dem Anderen zu tun hat.
Er wird noch oft Dinge machen, weil es jemand anderes sagt, macht, befielt, das kommt aber nicht aus Unmündigkeit oder dem Drang heraus Frieden zu stiften, sondern weil Menschen nunmal so sind (übrigens wir erwachsenen auch. Auch wenn man es nicht zugeben mag, aber sehr sehr viele unserer Handlungen kommen aus dem Grunde zustande, siehe Eis kaufen,wenn es jemand anderes in der Gruppe auch macht z.B.)


myja78

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Antw:Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?
« Antwort #8 am: 13. Oktober 2013, 10:42:45 »
scarlet - , mit der Hochhausgeschichte hast du schon irgendwie Recht - ich wollte ihm in dem Moment eigentlich nur klar machen dass er nicht tun muss, was ein anderer ihm sagt, wenn er es selbst für falsch hält. Dauernd wollte ich damit nicht kommen. Und ja, auch wir Erwachsenen machen Dinge, die wir nicht zwingend gemacht hätten, wenn nicht ein anderer es gemacht/angeregt hätte, da hast du schon Recht s-nachdenken

Im Moment "beobachte" ich das Ganze erstmal noch - Josh weiß, dass er nicht tun muss was J. sagt und spielen kann/darf mit wem er will. Nun schau ich mal wie es weiter läuft und ich werde (erstmal) nicht eingreifen - außer eben Josh immer wieder zu erklären, dass er nicht auf andere Kinder hören muss (wenn er sich mal wieder beschwert das J. ihm xy verboten hat) und seine Freunde selbst suchen darf - mal schauen, obs wirkt :-\

zuz

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Antw:Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?
« Antwort #9 am: 17. Oktober 2013, 21:30:58 »
Ich kenn sowas auch! Ich hab immer versucht, die Beweggründe des anderen darzustellen. Ich denke, J hat einfach Angst, ihn zu verlieren, oder? Ist eifersüchtig, kann offenbar an sich auch nicht gut verlieren (Fußballspiel). Und wenn man Angst hat, dann greift man manchmal zu solchen Mitteln. So viel zum anderen, ich finde schon wichtig, das klarzumachen, einfach damit Dein Sohn weiß, dass nicht ER der Grund ist, sondern der Grund in J selbst liegt (also natürlich nicht so hochtrabend  ;D) Und auch, dass Menschen eben unterschiedlich mit Situationen umgehen.
Und zu Joshua: Ich hab meiner Großen immer gesagt, SIE entscheidet, was sie tut. Wir haben oft so Situationen durchgespielt, wenn X das und das sagt, wie kannst Du reagieren. Damit er souverän bleibt, nicht das Gesicht verliert. Grad für Kinder, die nicht so gut nein sagen können, ist das wichtig. Ich hab festgestellt, dass ein "Ich möchte das jetzt nicht" offenbar leichter über die Lippen geht. Damit kann er auch seiner Strategie treu bleiben, Konflikten eher aus dem Weg zu gehen - er muss sich ja nicht mit J streiten, aber er muss auch nicht machen, was er sagt. Dazu muss er sich selbst hinterfragen, und dabei kannst Du ihm helfen: "Wolltest DU auch die Stifte so anspitzen? ICH finde das nicht besonders prickelnd, aber es ist auch kein Drama. Wenn DU das so willst, bitte. Wenn nicht, mach es einfach nicht. DU entscheidest."
Ganz wichtig fand ich auch, dem Erpressen einen Riegel vorzuschieben. Natürlich weiß man nicht, was passiert, aber ich hab in etwa gesagt: LAss Dich nicht erpressen. Wenn sie sagt, sie ist nicht mehr Deine Freundin, sag ihr, dass Du das sehr schade findest, aber jetzt dennoch xy (nicht) machen möchtest. - Hat bei uns ganz gut geholfen. Das Erpressen hat zwar nicht aufgehört, aber meine To hat ihren Standpunkt gefunden und konnte ihn verteidigen. Und das fand ich richtig toll!
Mit dem Jungen/den Eltern reden würde ich übrigens auch nicht machen. Letzten Endes kannst Du ihn nicht beeinflussen, bei den Eltern wirst Du höchstens Befremden ernten. Und letztlich muss Dein Sohn da auch irgendwie selbst durch - mit Strategietipps zwar, was ER tun kann, aber ohne direkte Hilfe von Dir. Wenn er es dann selbst schafft, wird er unheimlich stolz sein - und Du auch! :)

myja78

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Antw:Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?
« Antwort #10 am: 18. Oktober 2013, 10:27:08 »
Zuz - Danke für deinen Beitrag :)

Derzeit scheint die Lage wieder etwas ruhiger zu sein, jedenfalls ist das ganze zur Zeit kein Dauerthema mehr und er hat auch erzählt, das er mit xy gespielt hat.
An seinem Selsbstbewusstsein müssen wir aber wohl noch ein bisschen arbeiten - aber ich hoffe einfach, dass das auch noch kommt.

T.A.M.E

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Antw:Beste Freunde - beste Feinde? Wie kann ich als Mutter helfen?
« Antwort #11 am: 18. Oktober 2013, 16:22:53 »
Mattis hatte von der ersten bis zur dritten Klasse so eine 'On-Off'-Affäre  ;D. Anstrengend!

Entweder sie waren die besten Freunde oder sie fanden sich gegenseitig saudoof. Meist war es ein Konkurrenzding: Fussball, andere Freunde, bessere Noten, Köpper vom Dreier. Sie an einen Tisch zu setzen scheiterte kläglich: Wenn sie verabredet waren, waren sie ja gerade die besten Freunde und niemals nieeeeee sauer aufeinander.

So ungefähr Mitte der dritten Klasse änderte sich das Ganze - da schienen beide sich nicht mehr als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu begreifen. Und das ist - denke ich - ein normaler Entwicklungsschritt, den die Kinder in dem Alter durchmachen. Zumindest die Jungs. Mädchen ticken in der Hinsicht ja ein bißchen flotter / anders (ist zumindest mein Eindruck).

Grüsse
BiDi

das kann ich nahezu zu 100% unterschreiben. Nur Mädchen ticken nicht immer anders, ich habe ein Beispiel zu Hause sitzen. Die kommt auch immer jammernd an und tut aber schlussendlich nichts daran. Am nächsten Tag ist dann auch wieder alles vergessen und vergeben und von Zank und Streit ist nichts mehr zu hören s-:)


* 10/2007

 

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