Hi Zuz,
du hast recht, wenn du die Komponente unzufriedener, unmotivierter Mitarbeiter, der gerade auf den Kopf bekommen hat, oder die noch gefährlichere Komponente: MA, der seine eigene verkorkste Kindheit an den Eltern auf der anderen Seite des Schreibtisches ablässt.
Dann ist aber in jeder Beziehung zwischen Menschen Sendepause und nix geht mehr.
Es gibt A-löcher, jeder weiß das und wir alle müssen irgendwie mit all denen klarkommen und umgehen können und mindestens - und da pflichte ich dir bei - einen gröstmöglichen Abstand zu ihnen einnehmen, insbesondere, wenn sie uns gefährlich werden können.
Ich gehe jedoch davon aus - und das bestätigt auch meine Erfahrung mit zahlreichen Mitarbeitern verschiedener Jugendämter, dass mindestens 90 Prozent mit der INtention zur Arbeit gehen, Eltern und Familien helfen zu wollen.
Sehr wichtig halte ich daher, dass die Eltern zu zweit da hingehen und wenn das nicht möglich ist wegen Trennung und all den anderen Gründen, dann sollte man eine gute Freundin, einen guten Freund zur Beratung mitnehmen. 80 Prozent der A-löcher werden in dem Fall viel genauer aufpassen, was sie sagen.
Zudem gibt es immer eine Leitungsebene drüber und bei anfänglichen kommunikativen Problemen würde ich diese zeitnah einschalten und mich (beschweren), eher eine zweite Meinung der Sachlage erbitten. Das erregt nicht so viel Widerwehr.
Grundsätzlich ist es auch so, dass die Rechte der Eltern nie so wichtig und unumgänglich waren, wie heutzutage. Es ist für das JA wirklich nicht einfach, Eltern ihre Kinder wegzunehmen ohne dass schlagfähige Argumente eine Kindeswohlgefährdung rechtfertigen.
Eher wird es Mitarbeitern aufgrund der finanziellen Lage sehr schwer gemacht eine geplante stationäre Unterbringung bewilligt zu bekommen. (Auch die Leitung muss dem Plan zustimmen)
Und ohne Einwilligung der Eltern kann selbst dann ohne familiengerichtliche Entscheidung nichts von dem Plan umgesetzt werden.
Auf diese Rechte mache ich besonders aufmerksam, weil Eltern den zudringlichen verbalen Attaken schnell erliegen und einer Unterbringung zustimmen, obwohl sie nicht wollen.
Die meisen wissen nicht einmal, dass sie jederzeit einen Hilfeantrag zurücknehmen und damit die Hilfe eigenmächtig beenden können.
Ich möchte, dass so viele Eltern wie möglich dies alles wissen und damit viel bestimmter ihre Rechte freundlich, aber bestimmt und informiert beantragen und auch bekommen können.
Die Macht des Jugendamtes gibt es eigentlich nicht merh wirklich, wenn man bestimmte Dinge nicht anbrennen lässt bzw. vernachlässigt.
In meinem Buch im Kapitel 11 habe ich einige Punkte aufgeschrieben, die in Familien zum großen Teil erfüllt sein müssen, um zu verhindern, dass es Gründe gibt, das Sorgerecht einzuschränken oder zu entziehen. Testet eure Familie:
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Am Ende dieses Kapitels gibt es einen kleinen Fragenkatalog, den Sie gern einmal für sich selbst und Ihre Familie beantworten können. Wer trotz aller seiner aktuellen Probleme einem Großteil der Aussagen zustimmen kann, braucht sich keine Sorgen um die elterliche Sorge zu machen.
· Mein Kind hat/meine Kinder haben (je) ein eigenes Zimmer.
· Meine Kinder haben im gemeinsamen Zimmer einen eigenen, gerecht verteilten Bereich.
· Es gibt mehrere gemeinsame/mindestens eine gemeinsame Mahlzeit am Tag.
· Es gibt gemeinsame Ausflüge mit den Kindern, auch wenn wir mit wenig Geld auskommen müssen.
· Bei uns gibt es der Jahreszeit angepasste Kleidung.
· Bei uns gibt es gemeinsame Familiensitzungen, in denen Regeln besprochen werden.
· Bei uns gibt es manchmal auch vertrauliche Gespräche über Gefühle, Ängste und Nöte.
· Wir vertrauen unseren Kindern, unsere Kinder vertrauen uns.
· Wir schreien uns nicht an, Schimpfworte sind nicht erlaubt.
· Fernsehen, Spielkonsolen und Internet werden bei uns besprochen und begrenzt.
· Nachmittags ist Zeit für Unterstützung bei den Hausaufgaben.
· Mindestens ein Elternteil geht regelmäßig zu Elternabenden oder anderen schulischen Veranstaltungen, an denen die Lehrer mit den Eltern über die Kinder sprechen.
· Wir begleiten unser Kind bei schulischen Aufführungen und sportlichen Ereignissen im Verein.
· Unser Kind wird von niemandem aus der Familie geschlagen, nicht mal geohrfeigt.
· Unser Kind wird von niemandem aus der Familie in seiner Person gedemütigt, herabgesetzt oder verletzt.
· Unser Kind ist nicht sich selbst überlassen, wir haben Zeit, mindestens einer ist da, wenn die Kinder von der Schule kommen.
· Unser Kind wird auch psychisch nicht unter Druck gesetzt, sondern kann über seine eigene Leistungsbereitschaft selbst entscheiden.
· Beide Eltern sind an keiner Drogen- oder Alkoholsucht erkrankt, haben auch sonst keine anderen Suchtstrukturen entwickelt wie z. B. Internet-, Spielsucht etc.
· Es gibt bei uns kein „Familiengeheimnis“, nichts was unsere Kinder vor anderen verheimlichen müssen.
· Wir stehen zu unseren Kindern, begleiten und unterstützen sie in ihrer individuellen Entwicklung mit aller Kraft und allem Einsatz, auch über die Volljährigkeit hinaus.
Liebe Grüße ins Forum an alle Eltern
Martin