it's 4 families

Umfrage

Braucht es ein leicht verständliches Buch über Jugendamt, Schule und Erziehungshilfe?

ja sehr, denn viele sind so umständlich geschrieben und man versteht nur wenig
2 (28.6%)
ja, sowas gibt es eigentlich noch nicht
1 (14.3%)
geht so - es gibt schon so viel davon
1 (14.3%)
eher nicht, brauche keine Hilfen und keine Bücher darüber
2 (28.6%)
gar nicht, Jugendamt sollte man vermeiden, wenn es geht, Probleme selbst lösen, nicht immer jammern.
1 (14.3%)

Stimmen insgesamt: 7

Umfrage geschlossen: 28. September 2011, 23:44:45

Autor Thema: Was würdet ihr von einem Elternratgeber halten, der das Jugendamt erklärt?  (Gelesen 2422 mal)

pfennigschmidt

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Hallo liebe Mitglieder des Forums!
Mein erster Beitrag ist leider gelöscht worden, weil man offenbar denkt, ich will hier Werbung verbreiten.
Also formuliere ich mal anders:

Gibt es in Euren Kreisen andere Eltern, die wissen wollen, wie das Jugendamt arbeitet, nach welchen Gesetzmäßigkeiten dort Entscheidungen gefällt werden?
Gibt es Eltern, die einen Ratgeber suchen, der ihnen hilft, die komplizierten Gespräche mit Lehrern und Schulen zu vereinfachen?
Kennt Ihr Eltern, die Hilfe bei den täglichen Streitigkeiten mit ihren bockigen Kinmdern und Jugendlichen brauchen?
Wisst Ihr von Eltern, die Infos suchen, wann das Sorgerecht in Gefahr gerät und was Kindeswohlgefährdung ist?

Ich hätte da was und brauche Eure Meinung dazu. Aúßerdem möchte ich möglichst viele Eltern erreichen, damit diese ihre Angst vorm Jugendamt und dem Familiengericht verlieren und sie ermutigen, sich frühzeitig Hilfen vom Staat für die Erziehung der eigenen Kinder zu holen, wenn es schlecht läuft oder alles zuhause sehr schwierig ist.

Mich interessiert Euer erster Eindruck, eure Kritik und Anregungen, eure Meinung.

Testlesen unter [www] hilfe-mein-kind-bockt [dot] de

Ich bin gespannt auf eure Meinungen!
Gruß Martin
« Letzte Änderung: 29. August 2011, 23:50:18 von pfennigschmidt »
Wusstet Ihr, dass Kinder zu 90% durch Vorbilder lernen und nur 10% durch kommunikative Wege?
Haben Hirn- und Erziehungsforscher herausgefunden ... ist das interessant?

zuz

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Huhu,

habe mal Deinen Link angeschaut und schreib mal ein kleines "Review". Gleich mal Kritik (sorry, aber Du wolltest es ja so  S:D): Du schreibst bei "Wer bin ich" nur sehr schwammig. Man erfährt eigentlich nicht, was Dich nun genau qualifiziert, einen Ratgeber zu schreiben. Auf mich wirkt das etwas unseriös - warum sagst Du nicht genauer, was Du in den 30 Jahren getan hast? Woher hast du Einblick in so verschiedene Arbeitsfelder wie Lehrer und Jugendamt?
Punkt 2: Du sprichst denke ich sehr unterschiedliche Leute an. Ich weiß nicht, ob Du die in einem Buch wirklich unterbringst. Z.B. machen sich Leute, bei denen tatsächlich das Kindswohl gefährdet ist, vermutlich eher weniger Sorgen darum, wie sie Gespräche mit Lehrern optimieren können. Da geht es vermutlich erst mal um viel grundlegendere Dinge. Vielleicht solltest Du 2 Bücher draus machen ;).
Punkt 3: Ich persönlich bin schon skeptisch, wenn in einem Buchtitel das Wort "bocken" vorkommt. Da würde ich schon mal unterstellen, dass der Autor eher ein negatives Bild von Kindern hat. Meiner Meinung nach "bocken" Kinder nämlich nicht - sie kennen nur noch keine Konventionen, ihre Emotionen sozialverträglich auszudrücken und sind noch nicht immer in der Lage, tragfähige Kompromisse zu schließen. Allerdings gilt das für viele Erwachsene auch.  :P Von daher würde ich eher einen Titel wählen, der auf die Überforderung der Eltern abzielt.

LG zuz


pfennigschmidt

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Hi Zuz,
ich freu mich über wenigstens ein Statement, habe mir regere Beteiligung gewünscht und hätte gern mehrere Meinungen gehört.
Aber deine Kritik finde ich erstmal klasse. Ich hätte nicht gedacht, dass die Beschreibung über mich so schwammig rüberkommt. Eigentlich hatte ich ein Problem damit, mich nicht zu beweihräuchern. Ich will nicht angeben und dachte wohl, dass ich weniger interessiere, als die Tipps, um die es geht.
Und ich dachte schon, dass man herausliest, dass ich rund zwanzig Jahre in der stationären Jugendhilfe als Sozialpädagoge tätig war, ein Jahr in einem Notdienst, vier Jahre in einem Jugendamt für straffällig gewordene Jugendliche und seit drei Jahren in der Beratungsstelle Gewaltprävention der Hamburger Schulbehörde arbeite. Da bekommt man einen fantastischen Überblick, wie die ganze Maschinerie um Jugendamt, Jugendhilfe und Schule "funktioniert".
Leider kann man an dem Titel nicht mehr wirklich etwas ändern, weil das Buch derzeit wahrscheinlich schon im Druck ist. Meine Intention war eher die aus der beruflichen Praxis, wo man auch sehr oft liebevoll und zugewandt den Terminus "bockig" benutzt.
Natürlich meine ich das absolut nicht negativ, sondern immer aus der Brille der positiven Veränderung und Erkenntnis darüber, wo sich etwas ändern muss.
Das ist ja das fantastische am sozialen Beruf: er macht auch nach dreißig Jahren noch so richtig Spaß und es ist nie und nimmer langeweilig.

Die, die ich mit dem Buch anspreche, sind tatsächlich in erster Linie Eltern, die eher große Probleme haben und Hilfe gebrauchen könnten, sich jedoch aus Angst nicht trauen darum zu bitten, bzw. nicht wissen, was ihnen alles zusteht.
Aber ebenso auch alle Eltern, die noch keine Probleme habe, die vorbeugen wollen, únd ebenso alle, die andere Eltern kennen, die Hilfe brauchen könnten und denen sie helfen wollen.
Mein Wunsch ist es, dass Eltern aus dem Jugendamt herauskommen und ihnen geholfen wird und nicht, wie es jetzt teilweise passiert, wieder nach Hause geschickt werden, weil die Kassen leer sind und derzeit nur die "Flächenbrände" gelöscht werden.

Liebe Grüße an alle!
... und an dich besonders. Viel viel Glück mit deinen beiden kleinen Zwergen.
Martin
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moni

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hab jetzt nicht alles in deiner web seite gelesen aber daß was ich gelesen habe gefiel mir.

das wort "bockt" in der überschrift finde ich jetzt nicht so schlimm. die meisten eltern, die sich informieren wollen haben halt ein bockendes kind.

was mich fasziniert und ich immer wieder bei meinen kindern bemerke war

zitat aus deiner web seite

Wussten Sie, dass Verhaltensweisen, die wir uns Menschen angewöhnen, zu 90 % durch Nachahmung und Vorbilder entstehen und nur zu 10 % durch Sprache?
Faszinierend, oder? Wissenschaftlich erwiesen!

ich nenne es anders  ;)

KINDER SIND SPIEGEL DER ELTERN
l.G Moni

Nicht wundern, meine Leertaste ist kaputt.

Die Gelassenheit schärft den Blick für das Wesentliche
(Weisheit aus China)
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TaLiMa

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nur mal so ne frage zum verständnis- was bitte, ist das hier denn sonst, wenn keine werbung? das buch ist bereits im druck, was gibts da noch zu recherchieren?

witzig, echt  ;D

pfennigschmidt

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Das klingt jetzt sicherlich wieder richtig scheiße, aber stimmt wirklich. Ich will wirklich möglichst vielen Eltern die Angst vor dem Jugendamt nehmen und habe den Traum, dass Eltern sich die Hilfen holen, die sie brauchen und keinen Tag mehr aus Angst vor Entzug der Elterlichen Sorge, vor Herausnahme der Kinder, unhaltbare Zustände mitmachen.
Ich habe viele Eltern kennen gelernt, denen ich Mut machen musste, die Zügel wieder in die Hand zu nehmen. Und es hat extrem viel Spass gemacht, zuzusehen, wie gut sie das hinbekommen haben. Und ich möchte noch viel mehr Eltern erreichen, die Schwierigkeiten mit der Erziehung ihrer Kinder haben und mit allem, was ich habe, dazu beitragen, dass es Eltern und Kindern möglichst schnell wieder gut geht, weil sie die richtigen Tipps umsetzen und eigene Wege finden.
Und wer in einer verfahrenen Situation die richtigen Tipps und keine Belehrungen bekommt, findet seine Stärke wieder und kann Probleme lösen.
Und weil Eltern aus eben der Angst immer warten und warten und warten, entstehen dann Dramen mit Straftaten, Schulschwänzen, Gewalt, Drogen etc.
Zwei Jahre früher die richtigen Tipps und einen guten Coach, dann wäre es nicht so weit gekommen.
Und weil ich das sooo fest glaube, möchte ich zwar schon Werbung machen, aber eher mit der Intention, möglichst viele zu ermuntern, sich Hilfe zu holen, als mein Buch zu kaufen.

Kann man sowas glauben oder klingt das auch wieder wie verschleiernde Werbestrategen?

Liebe Grüße
Martin
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zuz

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Naja, aber ganz ehrlich: Wer garantiert einem denn, dass man an einen engagierten Mitarbeiter bekommt (der mit den Tipps ;)) und nicht an einen, der gerade eine Rüge bekommen hat, weil er Kind X zu spät aus einer Familie geholt hat und jetzt nichts anbrennen lassen will? Ganz ehrlich, wenn ich Probleme hätte, wäre das JA wirklich die allerletzte Adresse, an die ich mich wenden würde. Vorher hätte ich ganz andere Anlaufstellen, solche, die wirklich NUR helfen wollen. So, jetzt darfst Du meine Vorurteile gerne ausräumen ;)

pfennigschmidt

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Hi Zuz,
du hast recht, wenn du die Komponente unzufriedener, unmotivierter Mitarbeiter, der gerade auf den Kopf bekommen hat, oder die noch gefährlichere Komponente: MA, der seine eigene verkorkste Kindheit an den Eltern auf der anderen Seite des Schreibtisches ablässt.
Dann ist aber in jeder Beziehung zwischen Menschen Sendepause und nix geht mehr.

Es gibt A-löcher, jeder weiß das und wir alle müssen irgendwie mit all denen klarkommen und umgehen können und mindestens - und da pflichte ich dir bei - einen gröstmöglichen Abstand zu ihnen einnehmen, insbesondere, wenn sie uns gefährlich werden können.

Ich gehe jedoch davon aus - und das bestätigt auch meine Erfahrung mit zahlreichen Mitarbeitern verschiedener Jugendämter, dass mindestens 90 Prozent mit der INtention zur Arbeit gehen, Eltern und Familien helfen zu wollen.

Sehr wichtig halte ich daher, dass die Eltern zu zweit da hingehen und wenn das nicht möglich ist wegen Trennung und all den anderen Gründen, dann sollte man eine gute Freundin, einen guten Freund zur Beratung mitnehmen. 80 Prozent der A-löcher werden in dem Fall viel genauer aufpassen, was sie sagen.

Zudem gibt es immer eine Leitungsebene drüber und bei anfänglichen kommunikativen Problemen würde ich diese zeitnah einschalten und mich (beschweren), eher eine zweite Meinung der Sachlage erbitten. Das erregt nicht so viel Widerwehr.

Grundsätzlich ist es auch so, dass die Rechte der Eltern nie so wichtig und unumgänglich waren, wie heutzutage. Es ist für das JA wirklich nicht einfach, Eltern ihre Kinder wegzunehmen ohne dass schlagfähige Argumente eine Kindeswohlgefährdung rechtfertigen.

Eher wird es Mitarbeitern aufgrund der finanziellen Lage sehr schwer gemacht eine geplante stationäre Unterbringung bewilligt zu bekommen. (Auch die Leitung muss dem Plan zustimmen)
Und ohne Einwilligung der Eltern kann selbst dann ohne familiengerichtliche Entscheidung nichts von dem Plan umgesetzt werden.

Auf diese Rechte mache ich besonders aufmerksam, weil Eltern den zudringlichen verbalen Attaken schnell erliegen und einer Unterbringung zustimmen, obwohl sie nicht wollen.
Die meisen wissen nicht einmal, dass sie jederzeit einen Hilfeantrag zurücknehmen und damit die Hilfe eigenmächtig beenden können.

Ich möchte, dass so viele Eltern wie möglich dies alles wissen und damit viel bestimmter ihre Rechte freundlich, aber bestimmt und informiert beantragen und auch bekommen können.

Die Macht des Jugendamtes gibt es eigentlich nicht merh wirklich, wenn man bestimmte Dinge nicht anbrennen lässt bzw. vernachlässigt.


In meinem Buch im Kapitel 11 habe ich einige Punkte aufgeschrieben, die in Familien zum großen Teil erfüllt sein müssen, um zu verhindern, dass es Gründe gibt, das Sorgerecht einzuschränken oder zu entziehen. Testet eure Familie:

------------

Am Ende dieses Kapitels gibt es einen kleinen Fragenkatalog, den Sie gern einmal für sich selbst und Ihre Familie beantworten können. Wer trotz aller seiner aktuellen Probleme einem Großteil der Aussagen zustimmen kann, braucht sich keine Sorgen um die elterliche Sorge zu machen.
 

·       Mein Kind hat/meine Kinder haben (je) ein eigenes Zimmer.

·       Meine Kinder haben im gemeinsamen Zimmer einen eigenen, gerecht verteilten Bereich.

·       Es gibt mehrere gemeinsame/mindestens eine gemeinsame Mahlzeit am Tag.

·       Es gibt gemeinsame Ausflüge mit den Kindern, auch wenn wir mit wenig Geld auskommen müssen.

·       Bei uns gibt es der Jahreszeit angepasste Kleidung.

·       Bei uns gibt es gemeinsame Familiensitzungen, in denen Regeln besprochen werden.

·       Bei uns gibt es manchmal auch vertrauliche Gespräche über Gefühle, Ängste und Nöte.

·       Wir vertrauen unseren Kindern, unsere Kinder vertrauen uns.

·       Wir schreien uns nicht an, Schimpfworte sind nicht erlaubt.

·       Fernsehen, Spielkonsolen und Internet werden bei uns besprochen und begrenzt.

·       Nachmittags ist Zeit für Unterstützung bei den Hausaufgaben.

·       Mindestens ein Elternteil geht regelmäßig zu Elternabenden oder anderen schulischen Veranstaltungen, an denen die Lehrer mit den Eltern über die Kinder sprechen.

·       Wir begleiten unser Kind bei schulischen Aufführungen und sportlichen Ereignissen im Verein.

·       Unser Kind wird von niemandem aus der Familie geschlagen, nicht mal geohrfeigt.

·       Unser Kind wird von niemandem aus der Familie in seiner Person gedemütigt, herabgesetzt oder verletzt.

·       Unser Kind ist nicht sich selbst überlassen, wir haben Zeit, mindestens einer ist da, wenn die Kinder von der Schule kommen.

·       Unser Kind wird auch psychisch nicht unter Druck gesetzt, sondern kann über seine eigene Leistungsbereitschaft selbst entscheiden.

·       Beide Eltern sind an keiner Drogen- oder Alkoholsucht erkrankt, haben auch sonst keine anderen Suchtstrukturen entwickelt wie z. B. Internet-, Spielsucht etc.

·       Es gibt bei uns kein „Familiengeheimnis“, nichts was unsere Kinder vor anderen verheimlichen müssen.

·       Wir stehen zu unseren Kindern, begleiten und unterstützen sie in ihrer individuellen Entwicklung mit aller Kraft und allem Einsatz, auch über die Volljährigkeit hinaus.


Liebe Grüße ins Forum an alle Eltern
Martin
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zuz

  • Mama
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Hallo Pfennigschmidt,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Vieles wusste ich nicht, z.B. das mit dem Familiengericht.
Zum Katalog: Nun ja, der beschreibt allerdings auch eine echte Bilderbuchfamilie - ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Punkte in ich sag jetzt mal "kritischen" Familien alle erfüllt sind. Mir leuchtet noch nicht mal alles wirklich ein:
- Wieso braucht jedes Kind ein eigenes Zimmer?
- Was genau verstehst Du unter "anschreien"? Erziehung völlig ohne ein energisches (und ja, auch lautes) "Jetzt IST aber Schuss!!" ist sicher wünschenswert, aber nicht wirklich realistisch, oder? Ich kenne jedenfalls keine Familie, wo das nicht mal vorkommt.
- Die Eltern gehen zu schulischen Aufführungen: Klar, unbedingt wünschenswert. Was aber, wenn beide Eltern arbeiten und das einfach nicht drin ist? Oder bei alleinerziehenden Eltern? Die sind doch deswegen dennoch in der Lage, ihr Kind gut zu erziehen?
- kein psychischer (Leistungs)druck: Ich glaube, da müssten 80% aller Gymnasialeltern ihre Kinder abgeben
- keine Schläge: Persönlich stimme ich Dir da 100% zu. Bei uns gibt es das nicht. Aber: Angeblich werden 90% der Kinder hin und wieder geschlagen. Das ist natürlich so erschreckend wie traurig, aber deswegen ja trotzdem noch keine Kindesmisshandlung?
- Familiensitzungen: Ja, das machen jetzt viele. Zu meiner Kindheit gab es sowas überhaupt nicht, das war einfach gar nicht bekannt. Dennoch behaupte ich mal, dass die meisten meiner Freunde/Mitschüler etc. gute Eltern hatten, halt im Schnitt etwas autoritärer als der Durchschnitt heute ;) - aber deswegen ja nicht gleich schlechter.

Ich habe das Gefühl, dass da das Ideal zum Maßstab gemacht wird.

LG zuz

Bibbi

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Hallo

Ich hab mir nicht die Mühe gemacht, mal in diesen "Ratgeber" reinzuschauen. Ich spreche aus eigener Erfahrung das ich mich NIEMALS an das JA wenden würde.
Ich werde jetzt in Punkten das vorbringen, ist aber kein Anzeichen von Wut oder so... geht nur schneller ;-)

1. Ich kenne Eltern die sich vertrauensvoll an das JA gewendet haben. Mit ganz viel widerwillen hatten sie Hilfe in Form einer Tagesmutter bekommen( damit sie warme Mahlzeiten haben, und das Mädchen trocken wird- SO die Aussage von JA) Was abends war, hat niemanden interessiert, und diese Familie hätte MEHR Hilfe gebraucht.

2.eine Familie ,bei der es wirklich im argen liegt, wird sich auch niemals Hilfe nehmen. Denn die empfinden ihre Situation als normal. Schließlich haben sie es von ihren Eltern schon so vorgelebt bekommen, und sie leben es ihren Kindern vor... Ein Teufelskreis den es nur schwer zu brechen ist

3. Wenn ein Kind beim JA anruft und verlangt, das ES hilfe bekommt, und die zuerst abgelehnt wurde, bis die Drohung kam "macht was oder ich bring mich um" ... ist sehr traurig. Es müßte sich GRUNDLEGEND in der "Politik" des JA dringend etwas ändern. Nicht nur einige , sondern 90% der JA-Mitarbeiter schauen nur bis zum Rand ihres Schreibtisches.

Gerade dieses KIND, das war ICH !!!! Und Hilfe bekam ich erst ein paar Tage später. Ich hatte Donnerstags angerufen, wußte nicht wohin. Ich mußte schauen, wo ich das Wochenende verbringe... "Aussage JA : Wir können vor Montag nix machen"... Und nach Hause war absolut nicht machbar. Ich bin in eine Pflegefamilie gekommen , mit 17 J bekam ich eine eigene Wohnung. Betreut durch einen Mitarbeiter des JA,bzw Mitarbeiterin. Sie sollte mir helfen alleine klar zu kommen... doch als sie mich mal zu sich nach Hause einlud traf mich fast der Schlag. Messisyndrom- anders konnte man das nicht nennen. Wie bitte sollen diese Mitarbeiter Vorbilder sein?!
Gut , mitlerweile ist diese Frau nicht mehr in diesem Beruf tätig, weil sie unteranderem auch Gelder ihrer Schützlinge veruntreut hat...

Ich wollte selbst Tagesmutter/Pflegemutter werden... Bin auch getestet worden... alles wunderbar... aber.... man wird mitlerweile nicht mehr unterstützt , gerade was das finanzielle angeht. MEINE Pflegemutter hat 2 Mädchen adoptiert, beide wurden im Säuglingsalter zu ihr gebracht. Sie bekam als Pflegemutter die Pistole auf die Brust gesetzt , entweder adoptieren sie die Mädchen -oder sie müßen ins Heim. Wir drehen ihnen den Geldhahn zu.

Jetzt bin ich bißchen weit vom Thema abgekommen.
Mein Schlußwort ;)

Ein solcher Ratgeber wird nichts bringen, solange das JA weiterhin schläft, und Hilfe ablehnt.... auch wenns heißt "an höhere Stelle wenden" das hilft genau so wenig.

Bibbi

  • Gast
Noch etwas...

Meine Eltern ließen sich scheiden. Wir wurden vom JA besucht... meine Eltern waren BEIDE alkoholabhängig. Wir Kinder wurden nachts alleine gelassen, warme Mahlzeit ... HAHA.... Also gerade in dieser Checkliste waren viele Punkte, wo das JA bei uns eingreifen hätte MÜSSEN,denn es war alles bekannt!!!!

Die Realität sind anders aus!!!

Franzi

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Ich kann dazu nur sagen, Eltern die sich solche Ratgeber zulegen bedürfen der Hilfe des JA´s eigentlich nicht. Sie sorgen sich um die richtige Erziehung ihrer Kinder und sind deswegen gut informiert, lesen Erziehungsratgeber und bemühen sich.
Die Eltern die man mit einem solchen Ratgeber erreichen will werden ihn sich von sich aus nicht kaufen. Ich denke, wirkliche Aufklärung kann deswegen damit nicht betrieben werden.

EDIT: Und ich finde das Wort "Bocken" passt nicht zu Kindern im jugentlichen Alter. EIne 2jährige "bockt" vielleicht, aber ein 15jähriger? Da empfinde ich das Wort als sehr abwertend.
« Letzte Änderung: 20. September 2011, 14:50:43 von Franzi »
LG Franzi
 
Meine drei Wunschmädels:
*07/2002: 3020g und 52cm bei SSW 36+1
*04/2006: 3880g und 51cm bei SSW 37+5
*03/2008: 4040g und 53cm bei SSW 38+5


zuz

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Franzi: Genau so sehe ich das auch. Wobei schon ein 2-Jähriges nicht wirklich bockt. Es sollte eher heißen: Hilfe, ich bin mit meinem Kind überfordert. Allerdings wäre das ja schon wieder ein Eingeständnis der eigenen Schwäche, was vermutlich gerade von den Eltern, die es bräuchten, nicht zugegeben wird.

Franzi

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  • Mädchenmama!
Ich finde es eben bei 2jährigen nicht negativ bewertet. Da ist es ja normal das man vom "Bock" spricht. Aber meiner Großen zu unterstellen, dass sie einen Bock hat? Ich nenne sie höchstens manchmal "Meckerzicke" oder "beleidigte Leberwurst".   :P ;D Und da dieses Thema bei 10-15 eingestellt wurde, denke ich, dass eben Eltern mit Kindern in dem Alter angesprochen werden sollen. Da passt es einfach nicht. Obwohl ich auch keinen Ratgeber für kleiner Kinder kaufen würde der so heißt. :-X

Ich hatte mal ein Buch das hieß "Kinder nerven nicht" Den Titel fand ich Klasse! :)

Und bevor ich zum JA gehen würde, weil ich Hilfe im Umgang mit meinem Kind suche, würde ich, denke ich jedenfalls, erstmal eine Familienberatungsstelle aufsuchen.
LG Franzi
 
Meine drei Wunschmädels:
*07/2002: 3020g und 52cm bei SSW 36+1
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*03/2008: 4040g und 53cm bei SSW 38+5


pfennigschmidt

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Hallo hallo, werte Beteiligte,
ich hätte garnicht gedacht, dass zu diesem Thema soviele Statements entstehen.

#Zuz:
Na klar wäre das eine Vorbildfamilie, die alle Bedingungen mit ja ankreuzt. Toll ist doch schon mal, wenn man eine Menge dieser Dinge lebt, nicht unbedingt alle. Schlisßlich ist ein eigenes Zimmer pro Kind nicht wirklich wichtig. Aber ich kenne Familien, da schläft das Kind im Wohnzimmer - seit 15 Jahren...
Es dient als Anhaltspunkt und ich bin wirklich sicher, dass viele Familien sich abrackern, um es so gut wie möglich zu bewältigen, die Familie. Viele sind alleinerziehend und schieben noch einen Job nebenbei, um alle zu ernähren. Oft arbeiten beide Eltern, damit es finanziell klappt. Aber eine grobe Richtung zu tragfähigen Beziehungen, zu Struktur und Gemeinsamkeit, ein Miteinander, das gelebt wird - dann kommt auch kein Richter und versucht die Kinder woanders unterzubringen.
Die grobe Richtung allein ist schon eine Wendung zum Guten.

#Bibi
Hut ab vor dir, die du es trotzdem soweit geschafft hast und dein Leben auf die Reihe bekommst. Ich gebe dir auch Recht. Es gibt eine große Menge an Unfug, die auf Ämtern abläuft, es gibt tatsächlich vereinzelt Willkür, insbesondere dann, wenn es dem Mitarbeiter ohne eigene Stärke gelingt, Eltern usicher zu machen, ihnen Angst zu machen und sie zu erpressen mit undurchführbaren Drohungen.
Gerade deshalb habe ich das Buch geschrieben, um Eltern stark zu machen, sich nichts mehr erzählen zu lassen. Deshalb schreibe ich dezidiert, wie man das Sorgerecht verliert und wie auf keinen Fall.

Und an alle: Mit Bocken meine ich liebevoll das gleiche Verhalten kleiner wie großer Kinder. Man will etwas von ihnen und sie tun es nicht. Worum es dabei geht ist so vielfältig und individuell wie das Leben selbst.
Auch bei Jugendlichen und bei Erwachsenen beobachte ich völlig identische Verhaltensweisen, Trotz, Wut, Ärger, Beleidigt sein, eben bocken.

Ich finde daher dieses Wort extrem passend und gar nicht negativ gemeint, sondern es bezeichnet ledigliech den Zustand der Stagnation in der Familie. Wenn einer bockt, egal wer, dann geht erstmal nichts mehr und man muss sich darum kümmern. Und die Art und Weise, auf die man sich darum kümmert, ist ziemlich entscheidend, wenn es einen Weg aus dem Streit geben soll.
Ich finde, je achtungsvoller, umso besser für alle.

Und manchmal muss man auch mal auf den Tisch hauen, damit die Aufmerksamkeit da ist. Erziehung ohne Emotion ist auch sehr fad und reizarm. Aber Gewalt als Mittel gehört verboten.

LG Martin
Wusstet Ihr, dass Kinder zu 90% durch Vorbilder lernen und nur 10% durch kommunikative Wege?
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