Autor Thema: Tochter 11 J. unglaubliche Trotzreaktionen  (Gelesen 4913 mal)

Habakuck

  • Gast
Tochter 11 J. unglaubliche Trotzreaktionen
« am: 24. August 2014, 20:10:39 »
Hallo zusammen, ich hoffe hier geht es jemandem ähnlich, oder jemand weiß weiter!

Bin Trennungspapa und musste Jahre um richtigen Umgang kämpfen,
die Mutter hatte das Ufer gewechselt und wollte die Kinder mit ihrer Frau alleine haben.

Hab nach vielen Gerichtsterminen aber einen guten Umgang erstitten.
Oft hat meine frühere Frau versucht, die Kinder gegen mich aufzubringen, es aber zum Glück nie geschafft.

Meine beiden Mädels sind nun 9 und fast 11 Jahre.
Die Große macht Dinge, die normal Kinder in ihrem Alter nicht tun:

Sie kotet ein und lässt den Kot nacher einfach in der Hose.
Dränge ich sie, ins Bad zu gehen, sich sauber zu machen und umzuziehen,
so finde ich sie danach manchmal in meinem Bett sitzen und darf auch gleich noch den Bettbezug waschen.
Trage ich sie ins Bad, so brauche ich immense Kraft, denn sie wehrt sich und dabei wird der Kot auch noch im Bad verteilt.
Zudem hat sie bereits die Kraft, mich hochzuheben.

Ich will das nicht mehr tun, denn sie wird langsam pubertär.
Es ist ja fast schon wie sexuelle Gewalt.
Lasse ich sie aber, so wie heute, dann sitzt sie mit ihrem Rock auf dem Teppichboden
und hinterlässt hier und dort braune Flecken.

Beim Versuch, das mit meiner früheren Frau zu klären,
hat sie wieder versucht, mir den Umgang zu erschweren, das kommt somit nicht in Frage.
Einen Psychologen kann ich mit den Kind nicht aufsuchen, ich habe sie an den Wochenenden und bräuchte die Zustimmung der Mutter.

Ansonsten ist meine Tochter eine Sportkanone.
Wir haben gemeinsame Zeichentrickfilme auf YouTube gemacht,
und sie streitet immer mit der kleineren, wer mir näher sein darf.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter!!! :-[

dragoness

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Antw:Tochter 11 J. unglaubliche Trotzreaktionen
« Antwort #1 am: 24. August 2014, 20:20:44 »
Meines Erachtens werdet ihr um einen Besuch beim Kinderpsychologen nicht drumrum kommen  :-\

Macht sie das bei ihrer Mama auch, oder nur bei Dir? Wenn nicht frage doch mal bei einer Erziehungsberatungsstelle nach, was Du tun kannst.

Was sagt denn die Große selbst dazu? Hast Du sie mal zu dem Thema angesprochen?


Habakuck

  • Gast
Antw:Tochter 11 J. unglaubliche Trotzreaktionen
« Antwort #2 am: 24. August 2014, 21:02:33 »
Danke für Deine Antwort, Dragoness!

Mit der Mama selbst habe ich mich lange nicht getraut, darüber zu sprechen:
Sie versuchte mir deswegen den Umgang zu erschweren.
Nach Aussage der Kleinen scheint die Mama da aber schon resigniert zu haben und lässt die Große einfach eingekotet sein.

Und ja, die Mama war mit ihr schon bei der Erziehungsberatung:
Die empfahlen einmal die Woche nur ein Kind bei einem Elternteil,
denn dann hätte dieses Kind die volle Aufmerksamkeit und es sei ein Schrei nach Aufmerksamkeit.
Leider hielt sich meine frühere Frau nicht an diese Vereinbarung.

Kinderspychologen haben wir aber schon 3 durch - ohne Erfolg.
Einziger Pluspunkt: in der Schule passiert das nicht.
« Letzte Änderung: 24. August 2014, 21:06:56 von Habakuck »

~Netti~

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Antw:Tochter 11 J. unglaubliche Trotzreaktionen
« Antwort #3 am: 24. August 2014, 21:10:48 »
Aber ehrlich, was soll man denn da noch raten?
Eine normale Verhaltensweise für ein Kind in dem Alter ist das nicht. Und wenn ih schon bei der Erziehungsberatung und Psychologen wart ....  :-\
Evtl. würde ich dann noch einen Aufenthalt in einer stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie in Betracht ziehen.  :-\

Habakuck

  • Gast
Antw:Tochter 11 J. unglaubliche Trotzreaktionen
« Antwort #4 am: 25. August 2014, 08:37:35 »
Danke auch Netti für die Antwort!

Ja ehrlich gesagt habe ich auch kaum mit einer Lösung gerechnet.
Letztlich hoffte ich mehr auf Menschen mit ähnlichen Erfahrungen.
Ja vielleicht wäre das der letzte Weg.
Derzeit lässt sich auch wieder besser mit meiner früheren Frau reden.
Meine große Tochter wäre da sicherlich sehr über uns enttäuscht,
wenn wir so was anstrebten.
Aber was sollte man denn noch tun?
Meine letzte Hoffnung liegt gerade in der einsetzenden Pubertät.
Auch wenn das Verhalten dabei insgesamt eher schwieriger ist,
so ist es doch auch so, dass ein gewisses Imponiergehabe gegenüber dem anderen Geschlecht hier auf mehr eigene Körperhygiene drängt.

Hoffentlich.
Ansonsten - und da hast Du recht - sollte ich das schon mal mit meiner früheren Frau thematisieren.

Deaswelt

  • Gast
Antw:Tochter 11 J. unglaubliche Trotzreaktionen
« Antwort #5 am: 22. September 2014, 22:02:21 »
Lieber Habakuck,

deiner Tochter geht es emotional sehr schlecht. Sie braucht dringend Hilfe! Ein sehr deutlicher Hilferuf! Selbst wenn sich das Problem"rauswächst", bleibt ihr eigentliches Problem ja bestehen und wird sich auf einer anderen Art und Weise zeigen. Hat sie eine Vertrauensperson? Bist du ihr Vertrauter? Deine Ex lässt sie mit dem Problem alleine also bleibst nur du!
Ihre SICHERHEIT ist durch eure Trennung nicht mehr vorhanden. Das hat sie wahrscheinlich umgehauen. Darüber muss gesprochen werden, sonst schleppt sie diese Trauer/Wut/Verzweiflung ihr ganzes Leben lang mit sich rum. Kinesiologie ist eine super Lösung für euer Problem. Informiere dich bitte.

Alles Liebe

Sonnentau

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Antw:Tochter 11 J. unglaubliche Trotzreaktionen
« Antwort #6 am: 15. Oktober 2014, 13:57:45 »
Hallo,

das ist eine schwierige Situation und ich weiß nicht wirklich zu was ich euch/dir da raten soll. Normalerweise solltet ihr Eltern euch mal zusammen an einen Tisch setzen und das alles in Ruhe besprechen.

Psychologische Hilfe wäre für deine Tochter wohl nicht schlecht. Ob der Besuch einer Klinik ratsam ist, weiß ich nicht. Da wird es wohl auch auf den Grund dieses Verhaltens ankommen. Vllt macht sie das ja wg Aufmerksamkeit, Einsamkeit etc. Dann wäre die Klinik sicher nicht sinnvoll, da sie sich evtl abgeschoben vorkommt. vllt auch mal bei einer Klinik anrufen und nach fachkindigen Ärzten/Therapeuten fragen.

Schwierige Sache.

Once

  • Gast
Antw:Tochter 11 J. unglaubliche Trotzreaktionen
« Antwort #7 am: 29. Oktober 2014, 09:32:48 »
Ursachen

Ähnlich wie beim Einnässen geht das primäre Einkoten eher in Richtung Entwicklungsverzögerung oder Entwicklungsstörung, das sekundäre Einkoten eher in Richtung  einer Reaktion auf äußere  ( z. B.: Trennungen ) oder innere ( z.B.:. innere Konflikte) Belastungen. Die Übergänge sind aber oft fließend. Organische Ursachen sind selten, müssen aber im Zweifelsfall ausgeschlossen werden.  Häufige Ursachen im Hintergrund haben mit Themenbereich wie Trennung, Verlust, Autonomiekonflikten, Ängsten, zurückgehaltener Aggression, emotionaler Verwahrlosung oder Problemen seitens der Eltern mit der Sauberkeitserziehung  zu tun. Aufgrund der Ekelproblematik reagieren die Bezugspersonen meist heftiger als bei Einnässen, weshalb sich rascher und heftiger ein negativer Kreislauf zwischen Eltern und Kind ergeben kann und möglichst rasch professionelle Hilfe aufgesucht werden sollte um die sekundäre Problematik nicht unnötig zu vergrößern. Die tatsächlichen Ursachen müssen bei jedem Kind individuell durch eine kinderpsychologische/ psychotherapeutische Diagnostik geklärt werden.

Therapie
Eine psychologische/ psychotherapeutische  Abklärung ist unerlässlich, ebenso müssen im Zweifelsfall organische Ursachen ausgeschlossen werden. Hierbei ist aber besonders darauf zu achten, dass dies nicht unnötig mit invasiven Methoden geschieht, da invasive Eingriffe an sich, und bei diesen Kindern ganz besonders, zu Traumatisierungen führen können. Es stellt einen Eingriff in ihre körperliche Integrität dar, die gerade bei dieser Störung sehr problematisch sein kann. dadurch kann die Symptomatik dramatisch verschlechtert werden.  Vermeiden Sie aus diesem Grunde auf jeden Fall auch Einläufe jeder Art. Bei hartem Stuhl ist zusätzlich eine medikamentöse Stuhlregulation empfehlenswert, womit Sie auch keine Einläufe mehr benötigen.

Auch  Bestrafungen sollen immer vermieden werden. Bedenken Sie, dass Ihr Kind aus einem massiven Problem heraus dieses Symptom entwickelt hat und nicht etwa aus einer Laune heraus. Die Psychotherapie wird in der Regel ambulant von Psychotherapeuten für Kinder durchgeführt, die Einbeziehung der Eltern ist notwendige Voraussetzung. Nicht selten macht diese Symptomatik eine längerdauernde Psychotherapie notwendig.

Quelle: Inaktiver Link:http://www.kinderarzt.at/ [nonactive]

 

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