Autor Thema: Mein 13jähriger fühl sich ständig ungerecht behandelt  (Gelesen 3146 mal)

esmeraldinha

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Mein Sohn ist seit ca. 1 Jahr mehr als anstrengend. In der Schule hat er sich sein Gymnasium mit seinem Verhalten (nicht an Regeln halten, seine Sachen nie dabei oder Hausaufgaben nicht gemacht) vergeigt. Auf der Gesamtschule jetzt wird es nicht besser, eher schlimmer. Ständig bekomme ich Infos über Störungen im Unterricht und er Wiederworte gibt. Ich muß dazu sagen das er ein intelligenter Junge ist, der mit einer 1 in Mathe vom Gymnasium mußte und nun hat eine 5 in Mathe auf der Gesamtschule. Zu Hause läuft es im Moment auch nicht anders, ich muß ihm 10 x was sagen, beim 10. Mal ist er dann sauer, wie ich, aber dann macht er es... halbherzig, aber er macht es. Ich habe schon alles versucht, mit Belohnung für gute Sachen, mit Sanktionen bei schlechten, aber er wird immer bockiger. Wenn ich ihn frage was er gern anders hätte sagt er "nichts". Wenn er Ärger bekommt aufgrund seines Verhaltens sagt er dann immer: "die Anden machen das auch und bei denen wird nichts gesagt!" oder ähnliches. Er findet alles unfair und meint das nur ER bestraft werden würde.
Wie komm ich so an ihn heran das sich wenigstens sein Verhalten in der Schule wieder bessert?
Gruß
esmeraldinha
« Letzte Änderung: 22. April 2012, 10:11:57 von esmeraldinha »

zuz

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Antw:Mein 13jähriger fühl sich ständig ungerecht behandelt
« Antwort #1 am: 24. April 2012, 12:00:03 »
Huhu, hm, schwierig, weil wir ja hier fast ncihts über die sonstigen Verhältnisse wissen. Wie z.B. das Verhältnis zu seinem Vater ist, ob er Freunde hat, Hobbys, usw. Ob er eigentlich gut drauf ist und nur bei Schule auf stur schaltet oder ob er sich an sich zurückzieht, so dass man aufpassen müsste.

Aber gehen wir mal davon aus, dass eigentlich alles in Ordnung ist.

Zunächst mal ist das Verhalten mit 13 nicht so ungewöhnlich. Mit Belohnungen und Strafen wirst Du nicht weit kommen in dem Alter (eigentlich nie ;)). Und alles 10x zu sagen bringt noch weniger, außer dass er lernt, dass er Dich ja beim 1. Mal eh nicht ernst nehmen muss, weil Du ja noch 9x was sagen wirst. Warum also sollte er gleich aktiv werden?

Du sagst, er weiß nicht, was er ändern will. Klar, so spontan ist das immer schwierig. Was möglich ist, ist ein moderiertes Gespräch. Macht mal einen Familienabend aus, wo das stattfinden soll. Möglichkeit: Zettel in 3 Farben, rot für : Das gefällt mir  hier gar nicht. Gelb für: Das sollte sich ändern. Grün für: Das finde ich hier richtig gut. Jeder von Euch muss von jeder Farbe mindestens einen Zettel ausfüllen. Pro Statement ein neuer Zettel. Am Ende darf jeder vorlesen und die Zettel werden auf dem Tisch ausgelegt und sortiert. Zunächst einmal wird NICHTS kommentiert. Erst wenn dann alle vorgelesen haben und die Zettel ausliegen, darf jeder nochmals das durchlesen und DANN erst wird diskutiert. Vermutlich werdet Ihr alle überrascht sein über das Ergebnis. Und das kann dann wirklich zu einem guten GEspräch führen.

In dem Gespräch selbst solltest Du (bzw. Du und Dein Mann) ganz klar sagen, was Ihr wollt, wo Eure Grenzen sind usw. Auch Euer Sohn sollte ganz klar sagen dürfen, was ihm wichtig ist. Und dann würde ich eine Art Vertrag schließen, in dem die Streitpunkte geregelt sind. Wichtig ist, dass es nur um sein Verhalten geht und nur so weit, wie Ihr das überhaupt überblicken könnt. Was er in der Schule macht, das könnt Ihr nicht direkt beeinflussen. Auch seine Noten nicht. Aber: Ihr könnt z.B. festlegen, dass er pro Tag eine halbe Stunde HA machen muss, ansonsten gibt es eben eine bestimmte Vergünstigung nicht (z.B. Fernsehen oder was er halt gern macht). Und Ihr solltet festlegen, was passiert, wenn er bestimmte Regeln nicht einhält. Eben so, wie man mit Erwachsenen auch einen Vertrag schließen würde.

Das ganze gilt wie gesagt für den Fall, dass eigentlich alles in Ordnung ist.


Bubi

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Antw:Mein 13jähriger fühl sich ständig ungerecht behandelt
« Antwort #2 am: 24. April 2012, 12:19:17 »
Du beschreibst meinen Sohn :o nur das meiner erst 10 ist... Aber ansich ist es das gleiche. auch mit der Schule. Er ist wissbegierig und clever und macht sich alles kaputt. Er hat ne Gymnasiumempfehlung bekommen.Er lernt nicht, er bekommt seine Zensuren auch so. Aber durch seine Gleichgültigkeit, sein Rumkaspern, nicht an Regeln halten, HA vergessen, seine Sachen nicht besammen haben, versaut er sich gerade das Gymnasium. Und seine Lehrerin meinte, er sollte nicht auf die Gesamtschule, da wird er mit seinen Leistungen die Spitze mit bilden und sich dann zurück fallen lassen, weil er dann sieht, dass er nicht lernen muß um mit den anderen mitzuhalten...
"Wir Frauen sind Engel, bricht man uns aber die Flügel, fliegen wir trotzdem weiter...auf einem Besen!!!"

zuz

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Antw:Mein 13jähriger fühl sich ständig ungerecht behandelt
« Antwort #3 am: 24. April 2012, 22:40:52 »
Ach ja, was mir noch einfällt: Könnte es evtl. einfach Unterforderung sein? Dann evtl. mal nach einem sinnvollen Hobby Ausschau halten, das sie entsprechend vor Herausforderungen stellt. Am besten etwas, wo sie ein wenig sozial sein müssen.

esmeraldinha

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Antw:Mein 13jähriger fühl sich ständig ungerecht behandelt
« Antwort #4 am: 29. April 2012, 20:33:08 »
Das mit den Zetteln haben wir gemacht letzte Woche und es ist etwas besser geworden... zu Hause.
Mein Sohn hat keinen Kontakt zu seinem Vater, er hat mich verlassen als ich schwanger wurde und ein anderer Mann ist nicht in unserem Leben ausser sein älterer Bruder (20). Mir ist klar das genau dies ihm fehlt, aber ich kann ihn ja nicht malen (selbst wenn ich dies gern tät für ihn). Im Gymnasium hatte er Probleme mit mobbing, das war teilweise so schlimm das er nicht zur Schule wollte. Er hat kein iPhone, kein teueren Klamotten usw. Durch seine Kaspereien hat er sich interessant gemacht und leider sieht es heute so aus das er das nach wie vor macht.
Und seine Lehrerin meinte, er sollte nicht auf die Gesamtschule, da wird er mit seinen Leistungen die Spitze mit bilden und sich dann zurück fallen lassen, weil er dann sieht, dass er nicht lernen muß um mit den anderen mitzuhalten...
Da hast Du Glück, sein Lehrer war versessen darauf ihn loszuwerden. In der Schule wurde Personal gekürzt und Klassen wurden verkleinert und da wurde aussortiert was nur ging. Was seine Hobbys angeht, da bleibt leider nicht viel Zeit. Er ist meißt erst gegen 16 Uhr zu Hause da wir etwas ausserhalb wohnen und die Anbindung nicht so toll ist. Meißt geht er noch zu einem Klassenkameraden nach der Schule und somit ist er dann gegen 19 Uhr zu Hause. In einem Verein war er 3x und das Interesse ging so schnell wie es kam. An den Wochenenden ist er viel draussen.
Wir haben jetzt erst mal wie gesagt das mit den Zetteln gemacht was schon recht interessant war für uns beide und wir werden jetzt mal sehen wie es weiter geht.

 

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