Autor Thema: Wut, Frust und Traurigkeit Hm, wer hat ihn ausgetauscht?  (Gelesen 5866 mal)

ju.ra.

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Wut, Frust und Traurigkeit Hm, wer hat ihn ausgetauscht?
« am: 18. Dezember 2015, 10:15:51 »
Ich muss mir, mal wieder, etwas von der Seele schreiben. Mein Kind schafft mich. Ich bin so weit das ich bei der nächsten U beim Kinderarzt nach einer Adresse für einen Therapeuten fragen werde weil ich keinen Ausweg finde.

Es geht um die Wut-/ Trotz-/ Keine Ahnung was Anfälle von Luis.

Der letzte Vorfall grad gestern Abend.

Wir waren bei meiner Oma, Geburtstag feiern. Sein Papa kam nach der Arbeit auch und somit hatten wir beide Autos dabei.
Als es ans heim fahren ging meinte Luis er mag bei Papa mit fahren. Ok, kein Problem, in beiden Autos sind Kindersitze.
Er hat sich dann aber doch dagegen entschieden, wollte bei mir einsteigen. Dann noch mal der Wechsel, er will doch lieber Audi fahren mit Papa - OK, also steig ein. Nein, nein, lieber bei Mama.

Ich hab ihn dann in den Sitz, mein Mann ist in sein Auto und war schon am weg fahren da hat es sich Luis wieder anders überlegt. Er will unbedingt Audi fahren. Mein Mann war aber grad schon am wegfahren und hat mein Stop winken nicht mehr gesehen.
Ich hab also L. in Ruhe erklärt das er es sich ja gut überlegt hat und lieber mit mir fahren wollte und Papa jetzt auch schon weg ist. Da ging das Drama los.
Die ganze Autofahrt hat er gebrüllt, geweint, getobt, geschluchzt und immer nur "Ich will bei ihm mit fahren, ich will Audi fahren, ich will zu meinem Papa"

Und genau so etwas eskaliert dann total. Unmögliches fordert er dann lauthals ein. Kein erklären, kein beruhigen einfach nichts holt ihn da raus. Er steigert sich so heftig rein das er spuckt teilweise.

Er hat sehr viele, ich sag mal Rituale. Und wenn das nicht so läuft wie es in seinem Kopf zu laufen hat dann eskaliert es komplett.

Z.B: Er muss sich an die Haustüre mit dem Rücken lehnen wenn ich aufsperre
Er muss seinen Kopf in seine Bettdecke vergraben wenn ich die Jalousien aufmache
Er muss angezogen auf einem Bein vom Schrank bis zu seinem Bett hüpfen, da sitze ich und erst dann darf ich ihn ausziehen/ umziehen.
Ich muss ihm im Auto ein Bussi geben, wenn ich morgens meinen Tageshund abhole und wenn ich den Hund in den Kofferraum in die Box hebe, dann muss ich an Luis´ Fenster klopfen.

Die Liste könnte ich unendlich weiter führen.
Ich bekomm oft gar nicht mit das er eine neue Sache hat, weil er sofort losbrüllt wenn ich wieder etwas "falsch" mache und nicht Rücksicht auf ihn nehme. Ich bekomm es aber immer erst mit wenn es schon zu spät ist. Läuft es nicht wie er will hab ich keine Chance ihn zu beruhigen.

Ich brauch einfach Hilfe, ich muss wissen wie ich ihm helfen kann. Es geht einfach nicht immer so wie er es möchte und er macht es sich ja auch selbst sehr schwer in Situationen wie gestern mit dem heimfahren.

Wer kennt denn sowas? Wie geh ich denn damit um? Hört das auch wieder auf, denn aktuell wird es immer schlimmer. Es kommen immer mehr Sachen dazu, er ist so festgefahren.
« Letzte Änderung: 07. Januar 2016, 09:49:45 von ju.ra. »


Fliegenpilz

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« Antwort #1 am: 18. Dezember 2015, 10:33:16 »
Da brauchst du dann aber nicht den Kinderarzt nach einen Therapeuten fragen, Luis braucht keinen Therapeuten.

Er spielt ein Spiel, du spielst mit.
Er spielt viele Spiele, du versuchst viele Spiele mit zu spielen.
Er spiele immer neue Spiele, du kommst nicht hinterher.

Es ist an dir diesen Kreislauf zu unterbrechen.
Diese Auto-Geschichte wäre bei mir nach der zweiten Umentscheidung beendet gewesen. Und ich hätte auch niemanden mehr hinterher gewunken. Alternativ hätte ich ihm angeboten, dass er ja neben meinem Auto herlaufen kann, wenn er mit diesem fahrbaren Untersatz gerade nicht einverstanden ist S:D

Wenn du von Luis und dir schreibst, dann schreibst du von einem ganz normalen Jungen in der Selbstfindungs- und Erprobungsphase. Und von vielen, vielen hausgemachten Problemen.

Tut mir leid.


ju.ra.

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« Antwort #2 am: 18. Dezember 2015, 10:36:46 »
Das mag sein aber er spielt das Spiel sehr erfolgreich und ich kenn die Regeln nicht. Nach meinen Regeln spielt er schon lang nicht mehr bzw. hat er noch nie spielen wollen.

Ich lasse ihm sowas auch eigentlich nicht durch gehen. Aber mehr als ihm deutlich zu sagen das jetzt Schluß ist mit seinem Geschrei und es nicht geht was er will kann ich nicht.
Ihm zu sagen er kann gern aussteigen kann ich schon machen, meinst du das kauft er mir ab mit seinem Alter? Er weiß das ich es nicht mache und es doch mal zu tun geht nicht. Ich kann ihn im dunkeln mitten in München nicht aus dem Auto werfen  ;)

Den Kreislauf zu durchbrechen würde ich sehr gerne, dazu muss ich aber wissen wie ich es anstellen kann damit es auch Erfolg hat und nicht noch alles schlimmer macht.


Fliegenpilz

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« Antwort #3 am: 18. Dezember 2015, 10:41:34 »
Dann bin ich eine sehr schlechte Mutter, ich würde unsere Kinder auch mitten in München auf den Bürgersteig packen und dann im Schritttempo neben ihnen herjuckeln - der Schock wäre so groß, dass es wenige Meter bedürfte bis sie freiwillig wieder einsteigen. Bei unseren Kindern.

Dazu kommt es, dass unsere Kinder von kleinauf wirklich gelernt haben sich im Auto zu benehmen - ja, zu benehmen!! Ich fahre nicht mit kreischenden, heulenden, vor Wut kotzenden Kindern Auto. Ich muss mich auf dem Verkehr (im Dunkeln noch einmal doppelt und dreifach) konzentrieren. Für mich und für die anderen Straßenverkehrsteilnehmer.

Unsere kleine Tochter hat von Geburt an bis sie circa 2,5 Jahre alt war das Auto fahren nahe zu gehasst. Sie schrie bis sie blau wurde, sie kotzte und wurde ohnmächtig. Ich bin 2,5 Jahre nur die allernötigsten Wege gefahren mit ihr, ansonsten habe ich den Bus genutzt oder bin gelaufen. Ist dann halt so ...

ju.ra.

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« Antwort #4 am: 18. Dezember 2015, 10:47:23 »
Bus fahren würde meinen mehr freuen als sonst was. Aber ich lass mir von einem frechen 3 jährigen sicherlich nicht das Autofahren vermiesen. Ich weiche nicht umständlich auf Bus und Bahn aus, schleppe alles mit der Hand wenn vor dem Haus mein Auto steht ...

Mit dem Auto stehen bleiben wenn er zu arg brüllt ist wesentlich leichter als eine volle SBahn anzuhalten mit wütendem Kind.

Das versteh ich also nicht so ganz.

Und was die Autofahrer hinter dir machen würden, wenn du im Schritttempo neben deinem Kind herfährst auf Münchens Straßen möchte ich nicht erleben. Ist nicht böse gemeint aber einfach nicht machbar.
Ausprobieren könnte man es aber mal auf einem Feldweg. Das würde vermutlich für eine Weile mächtig Eindruck machen würde ich das mal tun.


Fliegenpilz

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« Antwort #5 am: 18. Dezember 2015, 10:50:54 »
Doch, du lässt es dir vermiesen. Und viele andere Dinge auch ;)

Eine S-Bahn brauchst du nicht anhalten. Du kannst dich zu 100% auf deinen Sohn konzentrieren und musst nicht auf Vorfahrtsstraßen, rote Ampeln, vorfahrende Autos, spielende Kinder am Straßenrand, ausscherende Fahrradfahrer und Co achten.

Was andere Straßenverkehrsteilnehmer dann denken ist mir auch relativ egal. Die einen sind genervt, die anderen lachen und wieder andere nicken mitfühlend mit dem Blick in den Rückspiegel auf das eigene Kind :P

ju.ra.

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« Antwort #6 am: 18. Dezember 2015, 10:56:42 »
Und der 4. Autofahrer ruft die Polizei weil A) der Verkehr behindert wird und B) du dein Kind im dunklen allein auf dem Gehweg laufen lässt ... Was machst du wenn das Kind dann vor lauter Wut und Frust oder Ärger die Richtung ändert oder über die Straße rennt? Und sag nicht das kann nicht passieren weil das Kind so geschockt oder beindruckt ist ...

Das führt jetzt auch etwas vom Thema weg und da haben wir einfach verschiedene Ansichten.

S-Bahn fahren ist etwas aufregendes und tolles für L. und er verhält sich vorbildlich. Die öffentlichen allerdings täglich zu nutzen käme definitiv nicht in Frage für mich. Viel zu umständlich.


Fliegenpilz

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« Antwort #7 am: 18. Dezember 2015, 11:01:43 »
Ich befürchte, dass du die einzige bist, die Wut, Frust und Traurigkeit verspürt - darüber, dass dein Sohn anders ist als von dir gewünscht, das du nicht so agieren kannst wie es ggf. für euch beide besser wäre :-[

Doch, für unsere Mädchen kann ich dir sagen, dass es nicht passieren würde. Sie würden vermutlich stocksteif stehen bleiben, vor Schreck gelähmt, weil sie solche Reaktionen nicht von mir kennen, weil es bisher nie von Nöten war so zu reagieren. Weil ich für uns schon früher die Notbremse gezogen habe und ziehe. Weil ich gelernt habe mit der Eigenart unserer kleinen Tochter umzugehen, so dass wir seit langer Zeit ein sehr entspanntes Verhältnis haben und unser Alltag um ein vielfaches erleichtert ist - und glaube mir, ich kann da wirklich mitsprechen und weiß daher auch wie ich mich früher gefühlt habe und daher auch meine o.g. Befürchtung.

Umständlich war es mit Bus und Bahn (zwei Kinder, 17,5 Monate Abstand, Kinderwagen & Tragetuch bzw. Läufling & Tragetuch, immer Umsteigen, selten fahrender Bus, abgelegene Wohngegend, ...) auch für mich. Aber es hat einfach alles entspannt. Alles. Und sie hat sich dann auch an das Auto gewöhnt. Heute liebt sie das Auto fahren, ist ein Tempo-Junkie und zeigt kein Interesse an Bus & Bahn sondern ist sichtlich genervt, wenn sie damit Ausflüge machen muss ;D

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« Antwort #8 am: 18. Dezember 2015, 11:20:51 »
Ich bin da zu 150% bei Christiane.

Dein Sohn ist vollkommen normal. Er sucht Grenzen, findet aber keine denn jedes Mal wenn er testet ob er an eine Grenze stößt, weichst du aus und er muss einen weiteren Schritt machen um die Grenze zu finden...usw usw

Das was du seine Spielchen nennst ist ein verzweifeltes Suchen nach Halt den er nicht findet weil du die Spielchen mitspielst statt ihm zu geben was er so offensichtlich braucht.

Ich hab meinen Sohn durchaus schon aus dem Auto geholt und bin gefahren. S:D
Lief genau ab wie von Fliegenpilz beschrieben und den Rest der Fahrt war Ruhe ;)

An deiner Stelle würde ich mal zur Erziehungsberatung gehen denn dein Sohn hat/ist kein Problem.
Oder geh wirklich mal zum Therapeuten. Allerdings wird der dir mit höchster Wahrscheinlichkeit auch nichts anderes sagen ;)

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KardaMom

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« Antwort #9 am: 18. Dezember 2015, 11:24:51 »
Dann bin ich hier die einzige, die das anders sieht. Da muss nichts sein, aber diese Zwangshandlungen würde ich tatsächlich unbedingt beim KiA ansprechen. Ich kann mir schon vorstellen, dass Luis so sehr in seinen Ritualen gefangen ist, dass er alleine keinen Ausweg weiß. Das klingt tieferliegend und nicht nur nach Trotz oder Erziehungsproblem.

Hier geht's ja nicht nur ums Autofahren ...

Wie ist Luis denn sonst so? Im Umgang mit anderen Kindern, geht er auf andere zu, sucht er von sich aus den Kontakt? Wie ist seine sprachliche Entwicklung? Sind seine Spiele auch so rituell?

schnakchen

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« Antwort #10 am: 18. Dezember 2015, 11:47:40 »
Hallo,

fühl dich erstmal gedrückt - ich glaub das liegt echt auch am Alter, das vierte Jahr, also zwischen drittem und vierten Geburtstag, war bei uns auch grauenhaft. Und ich kann nachfühlen, wie es dir geht, man macht und tut, aber alles, was eigentlich klappt, funktioniert plötzlich nicht - das Kind ist einfach auf Krawall gebürstet.

Ich erinnere mich an einen sehr grauenhaften Stadturlaub in Dresden, als unsere Große Dreieinhalb war... da gab es auch so eine ähnliche Szene, sie wollte mit mir zum Bäcker, dann doch nicht, dann doch, hin und her, und als ich gegangen bin und sie mit Papa daheim blieb, hat sie laut ihm dreißig Minuten vor Wut / Traurigkeit wie am Spieß geschrien.
Oder ein anderes Highlight, wir waren in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden, weil Kind eilig auf Toilette musste und da war nix anderes. Alte Meister: hallende Marmorböden, edle Einrichtung, internationale Touristengruppen - und dazwischen ich und mein Kind, dem es nicht passte, dass Mama die Toilettentür geöffnet hat, woraufhin diese Göre LAUT brüllte: "DOOFE MAMA DOOFE MAMA!" und ihre Ballerinas unter allen Klokabinen durchschleuderte. Hach, eine meiner schönsten Erinnerungen sind die staunenden Blicke der japanischen Touristengruppe, die tuschelnd übersetzte, was da passiert  S:D S:D

Die gute Nachricht: es geht vorbei. Und dann hast du dein normales liebes und ansprechbares Kind wieder. Versprochen! Und bis dahin hat bei uns nur geholfen, knallhart Grenzen zeigen. Kind schreit vor Wut? Wir sagten: "Geh in dein Zimmer, bis du dich beruhigt hast, dann freu ich mich, wenn du wiederkommst." Kind schreit im Bus? Wir steigen aus und laufen. Und zwischendurch, wenns mal grad gut läuft: knuddeln. Lieb haben, umarmen, da sein. Die Kleinen stehen in der Zeit irgendwie neben sich, ich hatte das Gefühl da ändert sich grad was im Hirn, was noch nicht ganz rundläuft.

Fazit: dein Luis ist ganz normal und du wirst irgendwann auch ächzend an diese Zeit zurückdenken können.

lg schnakchen

edit: wir hatten auch ganz viele dieser Rituale. Wer wann die Tür öffnet usw. Man schlittert da irgendwieso rein und plötzlich hängt man in einem seltsamen Regelwerk, wie auch ihr gerade, und das Kind hat versehentlich viel zu viel "Macht", weil man dauernd überlegt, ob man das jetzt richtig macht.
Erster Schritt: das muss dir bewusst werden. Und dann entscheide, was du gern mitmachst, und was nicht. Wir haben zum Beispiel Bett-geh-Rituale belassen, aber das ganze wer wann wem die Tür öffnet, abgeschafft. Das hat das Kind auch verblüffend schnell akzeptiert
« Letzte Änderung: 18. Dezember 2015, 12:00:57 von schnakchen »



Karlanda

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« Antwort #11 am: 18. Dezember 2015, 11:55:12 »
Wie verhält er sich denn bei anderen - Vater, Oma, Opa etc.? Oder im Kindergarten?

schnakchen

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« Antwort #12 am: 18. Dezember 2015, 12:10:48 »
OT: dieses Kind-aussteigen-lassen ist mehr so eine schöne theoretische Idee. Zum einen muss man das Kind ja abschnallen, also rausfahren, selbst aussteigen usw. Nix mit einem spontanen: "Raus aus meinem Auto!" wie man es gern wütend sagen möchte.
Und wie geht es dann weiter? Mein Kind würde ehrlich nicht auf die Idee kommen, neben dem Auto herzulaufen. und sobald das Kind woanders hinläuft, muss ich aus dem Auto raus und hinterher. mal abgesehen davon, dass sich mir der Sinn dieser Maßnahme nicht erschließt. Was lernt mein Kind daraus? Dass Mama es zurücklässt? Also meine Große hat mich schon echt zum Wahnsinn getrieben, aber diese Grenze würde ich dann doch nicht überschreiten.




ju.ra.

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« Antwort #13 am: 18. Dezember 2015, 13:29:28 »
Fliegenpilz - natürlich verspüre ich Wut, Frust und Traurigkeit. Luis natürlich auch, in der Situation dann. Wenn es für ihn vorbei ist dann ist er auch wieder fröhlich. Bei mir bleibt es natürlich länger hängen und ich muss dran knabbern.

Deshalb ja auch meine Suche nach Lösungen. Wie ICH damit umgehe, wie ich ihm helfen kann, wie ich ihm richtig die Grenzen aufzeigen kann und dann dabei bleibe. So wie ich es mache scheint es nicht zu klappen, also möchte ich Hilfe haben. Für Luis ist die Therapie nicht. Ich möchte über seine Ausraster reden und möchte Vorschläge haben wie ich es besser machen kann. Weil es ihm damit hoffentlich hilft.

KardaMom - Luis ist sehr aufgeschlossen. Er sucht gerne den Kontakt zu fremden Kindern oder auch mal Erwachsenen. Er redet Fremde ohne Probleme an.
Er spricht völlig normal und sehr gut. Hat nicht übermäßig früh damit angefangen aber lernt sehr schnell und leicht. Auch an Englisch zeigt er schon interesse. Will alles übersetzt haben was er bei Liedern so raus hört und möchte auch Englisch sprechen.
Spielen ist nicht so seins. Er puzzelt gern, lernt gerade das Kinder UNO, ansonsten spielt er am liebsten "Unfall" also er haut alle  Autos gegeneindander, die fallen dann um und ich muss schauen was passiert ist.
Im Kindergarten spielt er sehr gern mit anderen. Toben und Sand spielen sind so seine Sachen die er gern macht.

Karlanda - bei allen anderen wenn er ist (Oma, Opa, Onkel oder mal bei Freunden macht er was ohne mich mit den Eltern) ist er vorbildhaft. Er ist höflich, ruhig, hört sofort, stellt überhaupt nichts an. Möchte er was, was nicht geht dann reicht ein normales Nein ...

Er ist hin und wieder für 3 Tage bei meinen Schwiegereltern. Da gibt es nie irgendwas. Sie weiß von unseren Problemen und würde mir sagen wenn was vorgefallen wäre. Aber sie kann nichts sagen außer das er ein toller Junge.

Ich weiß auch das er toll ist. Er kann furchtbar lieb sein. Kuschelt gern, sagt mir wie sehr er mich lieb hat. Wenn ich ihn bitte das er mir etwas holt freut er sich das er helfen kann (nicht immer aber meistens) er kocht gerne mit mir, will im Haushalt helfen. Er geht sogar in den Keller und schaltet die Waschmaschine aus wenn ich ihn drum bitte (das hab ich mal getestet und er hat es gleich begeistert angenommen) aber dann gibt es halt auch Tage an denen gar nichts geht, er nur bockt.

Schnakchen - genau, man schlittert in diese Rituale ohne es zu merken. Es reicht bei ihm schon wenn er 1 mal etwas macht um immer darauf zu bestehen. Und beim 2 oder 3 mal check ich noch gar nicht das es ein Ritual geworden ist. Erst wenn ich es übersehe und es übergehe. Schon hängt man drin.

Und ich möchte einfach mal Profis fragen wie damit umgehen? Es ihm lassen, mitspielen oder ihn davon abbringen.

Gestern ist das Hüpf-Ritual vor dem Bett gehen total aus dem Ruder gelaufen. Sein T-Shirt ist beim Gesichtwaschen nass geworden. Er hat gemeckert. Also hab ich ihm das Shirt sofort ausgezogen, weil naß, weil stört ihn ja so sehr. Prompt ging das riesen Theater los, er kann ja so nicht mehr hüpfen. Er muss angezogen hüpfen. Ich nehm ihn an die Hand, geh runter zu ihm und sag ihm ganz ruhig das er genau so gut auch ohne Shirt hüpfen kann. Ne, geht nicht. Das geschrei war riesig.



Malida

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Antw:Wut, Frust und Traurigkeit
« Antwort #14 am: 18. Dezember 2015, 13:35:23 »
Hallo,

Ich finde es völlig berechtigt, dass du dir eine Therapie wünscht und wer sich als ausgebrannt bezeichnet sowie die Situation als verfahren, kann davon enorm profitieren. Allerdings denke ich auch, dass eine Familientherapie viel hilfreicher wäre als eine Einzeltherapie für deinen Sohn.


Dass du die einzige bist, die traurig und wütend ist glaube ich nicht.  Natürlich wird auch dein Sohn unter der Situation leiden. Ich habe im Rahmen meines Studiums in einem Motessorikindergarten mit Elternberatungsstele gearbeitet. Dort gab es viele Eltern, gerade aus gehobenen Kreisen, die ähnliche Probleme hatten, wie ihr. In de  meisten Gesprächen waren die Kinder mit dabei und es war toll zu sehen, dass sie auch schon in sehr jungem Alter enorm von den Gesprächen profitiert haben. Als würde ihnen bewusst werden, dass die Eltern jetzt die Kontrolle über den Alltag wieder übernehmen wollen.

Wir haben uns sehr stark an den Ratschlägen von Jesper Juhl orintiert und ich kann seine Bücher nur wärmstens empfehlen. Was ich mir hinter euren Alltagsproblemen vorstellen kann, ist ein Problem,  welches ist auch habe. Du möchtest due Bedürfnisse deines Sohnes ernst nehmen. Das ist gut und richtig. Dein Sohn hat aber nicht gelernt, dich als Person mit gleichwürdigen Bedürfnissen zu sehen. Dass du ein Interesse an einer friedlichen, zügigen Fahrt nach hause hast ist berechtigt.  Dass dein Sohn Schwierigkeiten hat sich zu entscheiden auch. Ihr solltet versuchen den Mittelweg zu finden. Er darf einmal entscheiden wo er mit fährt, dann wird eingestiegen und es geht los. Wird er dann traurig über seine Entscheidung,  gib ihm Worte für deine Gefühle. "Du bist sauer / traurug/ enttäuscht,  dass kann ich sehen. Nächstes Mal kannst du gerne bei Papa mitfahren.  Dann wird er seinen Gefühlen vllt freien Lauf lassen. Und das solltest du nicht verbieten. Er hat ein Recht auf seinen Zorn. Er muss nicht immer fröhlich sein. Du kannst nur zeigen, dass du da bist und ihn nicht verstößt wenn er anstrengend wird. Du bist nicht schuld wenn er dann weint, Frust gehört zum Leben dazu.
Steigt ein in eine persönliche Kommunikation,  sag was du willst und was nicht.  Du musst nicht alles immer erklären,  deine Grenzen sind seine. Keine ewigen pädagogischen Erklärungen, aber viel Verständnis für seine Wünsche, sowie seine Trauer darüber, dass diese manchmal nicht erfüllt werden können. Du bist nun mal der Kapitän, der die Route vorgibt und du bestimmst, wann dein Sohn welche Entscheidungen mit treffen kann. Z.B. kann man vor Abfahrt sagen "wir fahren in 15 minuten los. Überlege dir, ob du bei Papa oder bei mir mitfahren willst ".

Die Rituale, auf die dein Sohn besteht, sind eventuell ein Gespräch wert. Hier fehlt mir die Erfahrung.  Auf jeden Fall darst du dir überlegen, welche du mitmachen möchtest und welche nicht und zwar einzig und allein basierend darauf, ob du Lust hast sie auszuführen.

Am Ende gibt es kein zu viel an Liebe, es gibt nur ein zuviel an Aufmerksamkeit.  Wer immer im Mittelpunkt steht hat nie Sendepause. Das ist anstrengend.  Sei mutig und sei du selbst, dein Sohn wird sich freuen, dich als klare Person wahrzunehmen. 

ju.ra.

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Antw:Wut, Frust und Traurigkeit
« Antwort #15 am: 18. Dezember 2015, 13:38:32 »
Ich möchte nochmal ganz deutlich betonen das ich keine Therapie für meinen Sohn suche, sondern Hilfe für mich suche!!


schwalbe

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« Antwort #16 am: 18. Dezember 2015, 13:56:27 »
Ich sehe das ähnlich die KardaMon. Diese vielen Zwangshandlungen finde ich nicht normal. Klar, die meisten Kinder entwicklen die eine oder andere Zwangshandlung, mein Sohn braucht an der Tür zum Kindergarten einen Kuss und muss mir die Hand geben, aber bei deinem Sohn artet es eben in eine Belastung aus.
Ich denke auch, dass du da Hilfe brauchst. Hier bei EO wirst du jede Menge Vorschläge bekommen, viele Eltern mit noch mehr Beispielen wie sie dieses oder jenes machen würden oder gemacht haben. Aber wirklich kennen tut dich hier keiner und vor allem kennt hier niemand deinen Sohn. Auch die nicht, die sagen, dass das alles ganz normal ist (und dabei vielleicht auch mal vergessen, dass es manchmal eben nicht mehr normal ist).
Wenn du das Gefühl hast, du brauchst Hilfe, du hast Gesprächsbedarf, dann such dir jemanden, der dich und deinen Sohn auch wirklich kennen lernen kann und will. Ich denke schon, dass der Kinderarzt da erst mal die richtige Anlaufstelle ist um dir ein paar passende Adressen zu geben. Ob man das ganze dann Familienberatung, Erziehungsberatung oder Therapie nennt ist doch egal.

Frustierend ist das für euch beide. Ich meine, klar, dein Sohn vergisst es vielleicht schneller als du, aber in dem Moment fühlt er sich definitiv nicht gut.

Und wenn da dann raus kommt, dass alles normal ist, dass das der normale Wahnsinn zwischen Mutter und vierjährigem ist? Na prima, dann ist doch alles gut. Die Leute gehen auch wegen anderen Problemen die keine Probleme sind zum Arzt.

Diese "ich lass mein Kind neben dem Auto herlaufen" Geschichte finde ich auch ganz furchtbar. Daraus lernt das Kind sicher vieles: die Mama hat die absolute Macht, die Mama würde mich auch stehen lassen, wenn ich sie nerve, ohne meine Mama bin ich schutzlos... und klar, es lernt, dass es das nie wieder machen sollte, sonst könnte die Mama einen nämlich wirklich mal stehen lassen  :-X Albtraum, absolut traumatisch, grenzenlos unfair. Sorry, aber nee, geht gar nicht. Oh man, warum ist sweety eigentlich nicht mehr da?
zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen, Wurzeln und Flügel (Goethe)

D@nce

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Antw:Wut, Frust und Traurigkeit
« Antwort #17 am: 18. Dezember 2015, 14:05:17 »
Für mich klingt das auch alles vollkommen normal ehrlich gesagt.

Und ich habe meine Kleine tatsächlich mal aus dem Auto "geworfen" ... wieso? Weil sie lernen musste, dass es gefährlich ist, wenn ich mich nicht konzentrieren kann beim Autofahren. (Ich lebe übrigens ebenfalls in München...) Und ich während des Fahrens nicht gebrauchen kann, dass sie rumbrüllt, weil sie lieber einen Elefantenkeks statt der Schildkröte hätte. Damit demonstriere ich ihr also nicht sie allein zu lassen (tue ich ja nicht, wenn ich nebenher fahre), sondern dass man sich im Auto zusammenreißen muss bis man irgendwo stehen bleiben kann, weil es sonst gefährlich wird. Im übrigen hatte ich noch nicht mal den Gurt wieder angelegt, als sie sofort wieder rein wollte und die restliche Fahrt fröhlich gesunden hat... s-:)

Ich sehe es wie Christiane... er testet dich. Wieso? Weil du es machen lässt. 10 Mal hin- und her Entscheidungen treffen und dann noch hinterherwinken? Niemals. Bei der zweiten Umentscheidung klar sagen: Stopp! Die nächste Entscheidung gilt! Und das tut sie dann auch! Er wird trotzdem brüllen! Aber er braucht ja offenbar klare Strukturen und Regeln, um sich in seiner Bahn bewegen zu können. Dann gib ihm diese Grenze und spiele seine Spielchen nicht ins unendliche mit. Wäre er beim Papa im Audi gesessen, hätte er genauso geschrien.

Lass dich wirklich beraten, geh zu einem Pädagogen/Therapeuten, der dir das ganze auch aus Sicht von Luis erklären kann, der dir Tipps gibt, wie du die Lenkerin bist und nicht er! Denn das passiert gerade. Aber ansonsten mach dir wirklich keine Sorgen - ich finde sein Verhalten absolut normal.  :-*

Und zu diesen "Zwangshandlungen"... ich sehe das im Zusammenhang mit dem Grenzen testen. Ein Kind, das nach Grenzen sucht und keine findet (oder zumindest nicht in dem Maße, wie es sie braucht), verschafft sich auf anderen Wegen Sicherheit. Es ist nur eine Vermutung, aber ich kann mir gut vorstellen, dass diese Handlungs-Rituale ihm einen SIcherheitsrahmen schaffen in dem er sich bewegt und ihm das notwendige Stabilität gibt.





Karlanda

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Antw:Wut, Frust und Traurigkeit
« Antwort #18 am: 18. Dezember 2015, 14:29:46 »
Karlanda - bei allen anderen wenn er ist (Oma, Opa, Onkel oder mal bei Freunden macht er was ohne mich mit den Eltern) ist er vorbildhaft. Er ist höflich, ruhig, hört sofort, stellt überhaupt nichts an. Möchte er was, was nicht geht dann reicht ein normales Nein ...

Er ist hin und wieder für 3 Tage bei meinen Schwiegereltern. Da gibt es nie irgendwas. Sie weiß von unseren Problemen und würde mir sagen wenn was vorgefallen wäre. Aber sie kann nichts sagen außer das er ein toller Junge.

Dann bin ich in der Tat auch der Meinung, dass es ein spezielles Ding zwischen Dir und ihm ist, dass er "Grenzen" sucht, ja regelrecht einfordert. Insofern würde ich auch nicht von Zwangshandlungen sprechen - und das ist doch in gewisser Weise auch beruhigend.
Ich finde es eine sehr gute Idee, dass Du Dir Hilfe für Dich suchen möchtest, damit Du lernst, ihm Grenzen zu setzen (bzw. Halt und Orientierung zu geben) und dann auch seinen Frust auszuhalten. Mach Dir bewusst, dass Du ihn nicht einschränkst, wenn Du - blöd gesagt - nicht nach seiner Pfeife tanzt. Du gibst den Rahmen vor, innerhalb dessen er sich frei bewegen, ausleben und eigene Entscheidungen treffen kann, aber einen solchen Rahmen braucht er eben auch, um sich sicher und geborgen zu fühlen.
 

lisa81

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Antw:Wut, Frust und Traurigkeit
« Antwort #19 am: 18. Dezember 2015, 15:38:46 »
Viel Text und dann ausgeloggt  s-:)

Ich bin voreingenommen, sehe immer und immer wieder meine Tochter vor mir wenn du schreibst.

Verlier die Angst vor den Wutausbrüchen, damit du du selbst sein kannst. Und ja, hol dir Hilfe, möglichst jemanden der ins Haus kommt, der euch beobachtet, direkt Rückmeldung kann.
*2008,  *2010, *2015

A.n.j.a

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Antw:Wut, Frust und Traurigkeit
« Antwort #20 am: 18. Dezember 2015, 15:53:27 »
Liebe Ju.ra,

aus völlig unberufenem Munde als Mutter zweier 08/15-Mädels möchte ich mich Kardamom und Schwalbe anschliessen.

3 Jahre, schwieriges Alter, hin oder her, das klingt so sehr nach "obsessive-compulsive", ja es schreit  für mich gerade danach,  fast schon autistisch,  auch wenn er ein soziales kleines Kerlchen ist.

Das sind keine Spiele. Und auch keine Ungezogenheit.  Das sind m.E. Zwangshandlungen, die ernstgenommen werden müssen.

Dir selber wünsche ich baldige Gesundung, ist doch völlig klar, dass das massiv an Dir nagt!

Fliegenpilz

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« Antwort #21 am: 18. Dezember 2015, 16:06:36 »
Auto fahren mit einem Kind mit solchen Wutausbrüchen finde ich vergleichbar mit Handy am Steuer - pure Ablenkung und lebensgefährlich für alle. Da fehlt mir auch jegliches Verständnis.

Es ist nicht lieblos seinen Kindern Grenzen aufzuzeigen. Es ist auch einfach die Verantwortung der Eltern.
Ich akzeptiere wenn andere es anders Hand haben würden bzw es machen, aber es wäre einfach nicht mein Weg über Monate oder gar Jahre eine solche Situation. Eine Situation für die der Junge nichts kann!

ju.ra.

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Antw:Wut, Frust und Traurigkeit
« Antwort #22 am: 18. Dezember 2015, 16:52:07 »
Grenzen aufzeigen muss ich wohl wirklich besser lernen. Es kann gut sein das er danach sucht und es ihm nicht reicht wie ich ihn erziehe.

Es gibt kein hin und her, eigentlich. Er hat sich gestern 2 mal umentschieden und schwupps saß er eben in seinem Sitz bei mir und war angeschnallt. So ein hin und her mache ich nicht mit.
Das winken nach meinem Mann war eine Ausnahme, es war spät und ich wusste es eskaliert und das wollte ich vermeiden. Vermutlich bringt ihn aber gerade sowas dann total aus der Bahn und ich darf vermutlich absolut keine Ausnahmen machen.

Generell muss er aber mit seiner Entscheidung leben die er getroffen hat. Will er eine Birne, schreit dann nach einem Apfel wenn er einmal in die Birne gebissen hat gibt es gerne einen Apfel, aber erst wenn die Birne aufgegessen ist. U.s.w.

Anja - unsre Kinderärztin hat schon mal die Vermutung aufgestellt das er eine Form von Autismus haben könnte. Sie begleitet uns schon seit der Geburt und hat es bei der U7 schon angesprochen das man das im Auge haben muss und je nach Entwicklung da mal genauer drauf schauen sollte. Ich denke fast das es jetzt soweit ist das wir da mal Profis schauen lassen müssen.
Es bzw. nicht schaden kann.

Denn auch bei Oma hat er gewisse Dinge, die eben immer gleich laufen müssen und er Sachen einfordert. Da sie ihn aber ja nur selten hat fällt es ihr nicht so arg auf.


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Antw:Wut, Frust und Traurigkeit
« Antwort #23 am: 18. Dezember 2015, 16:55:14 »
Thread durchgelesen und ich sehe mich zu 100 % bei Schwalbe und KardaMom wieder und ja, ich würde mir an deiner Stelle auch Hilfe suchen. Trotzanfälle schön und gut, aber diese "Zwangshandlungen" sind für mein Erachten keine Spielchen, die er spielt! Könnten es evtl. Züge von Authismus sein? Ich kenne da ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis, das erinnert mich sehr an deine Erzählungen.

Zum Thema "Auto aus dem Kind werfen" - gutes Beispiel von einer Mutter aus Nicos Kindergarten, die das auch so gehandhabt hat mit dem Ergebnis, dass das Kind ausgestiegen und abgehauen ist! Die Mutter hat es in Panik über eine halbe Stunde in der Siedlung gesucht!
Nico und Annika haben auch schon diversere Trotzanfälle im Auto gehabt, ich wäre nie auf die Idee gekommen, sie deshalb aus dem Auto zu befördern. Meine Reaktion auf Gebrüll war die, dass ich rechts rangefahren bin und gesagt habe, dass ich erst wieder weiterfahrenkann, wenn sie sich beruhigt haben, zur Not übernachten wir eben im Auto, mir wäre das grad egal. Mehr als fünf Minuten haben wir nie gebraucht, da dann z. B. die Frage kam "Ich hab jetzt Hunger, wann können wir essen" "Tja, wenn du dich beruhigt hast, fahre ich weiter, dann gibts auch gleich was zu essen"

EDIT:
Lese gerade, dass deine KiÄ wohl auch schon eine leise Vermutung bzgl. Authismus hat... wie gesagt, könnte evtl. schon passen ...
« Letzte Änderung: 18. Dezember 2015, 16:57:11 von Lori+Annika+Nico »
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Antw:Wut, Frust und Traurigkeit
« Antwort #24 am: 18. Dezember 2015, 16:57:28 »
Das ist ja klasse, dass Ihr da eine KiÄrztin habt, die ihn schon gut kennt und offenbar ein gutes Auge hat auf alle Entwicklungen. Ich wünsch Euch alles, alles Gute!   

Wäre eine Kur oder auch ein Urlaub - ohne L. -denn denkbar, so betreuungstechnisch?  Damit Du einfach mal den Kopf wieder freikriegst und Dich selber wieder mehr magst und wertschätzt.  Du zweifelst gerade sehr tief an und in Dir, Du verdienst eine Auszeit.   s-druecken
« Letzte Änderung: 18. Dezember 2015, 17:00:26 von A.n.j.a »

 

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