Autor Thema: Danke! Fragen hilft doch immerwieder ;)  (Gelesen 2374 mal)

shiri

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Danke! Fragen hilft doch immerwieder ;)
« am: 17. April 2012, 07:24:23 »
Ich brauche mal Rat.
Selma ist in einem integrativen Kiga und hat in ihrer Gruppe ein autistisches Mädchen.
Dieses "tickt" wohl regelmäßig aus, alle wissen wohl darüber Bescheid. Wir wurden "vorgewarnt" und man wollte Selma beiseite nehmen und es ihr erklären, wenn sie das mal erlebt.

Selma ist ein ziemlich emotionales und willensstarkes Mädchen und wenn etwas nicht läuft wie sie möchte, sind Türenknallen und/oder sich auf den Boden werfen gern gewählte Mittel.
Seit ein paar Tagen nun haut Selma aber zusätzlich wie eine Wilde mit dem Kopf auf den Boden, manchmal sind noch ihre Hände dazwischen, manchmal aber auch nicht :\

Nun hat sie am Wochenende durchblicken lassen, dass ein Kind im Kiga das "immer so macht" und wir haben den Eindruck, sie denkt, dass das ein normales Mittel ist um sich abzureagieren.
Selmas Gruppenleitung habe ich gestern leider nicht erwischt, aber die anderen Erzieher bestätigten mir, dass das autistische Kind sowas macht.

Vermutlich wurde versäumt es Selma zu erklären  :-\

Nun wollte ich gestern nami mit ihr drüber reden. Aber egal wie ich es formulierte, es klang für mich falsch.
Das Wort "behindert"...zum einen weiß Selma noch nichts damit anzufangen, zum anderen habe ich Angst, dass Selma es dann mal im falschen Zusammenhang fallen lässt
"krank"...da fing Selma an zu husten und meinte sie wär auch krank ;)
"krank im Kopf"...könnte auch mißverstanden werden, wenn Selma es dann benutzt


Bei Rollstuhl, Krücke, Prothese ist das alles kein Problem, da offensichtlich. Eine blinde Bekannte hat Selma auch sofort in ihr Herz geschlossen und "hilft" ihr supergern. Das versteht sie schon. Aber nicht sichtbare Behinderungen sind für sie noch so schwer begreiflich?!
Wie erkläre ich meiner 3jährigen altersgerecht und verständlich, was psychische Behinderungen sind?!

Danke für Tipps!
Shiri
« Letzte Änderung: 17. April 2012, 10:11:24 von shiri »

Meli83

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #1 am: 17. April 2012, 07:57:34 »
Ich würde ganz offen mit ihr darüber reden. Sag ihr dass das Kind krank ist und deshalb sich manchmal etwas anders verhält als andere Kinder. Und das es auch ein Kind ist mit dem man ganz normal spielen kann.


shiri

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #2 am: 17. April 2012, 08:01:48 »
Oh ja, das habe ich gestern versucht zu betonen. Dass sie keine "Angst" vor ihr haben braucht und mit ihr auch gut spielen kann.

Zelda

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #3 am: 17. April 2012, 08:47:40 »
Ja, gar nicht so einfach...
 :-\
Ich glaube, ich würde es als eine "unsichtbare Krankheit" beschreiben. Das Wort unsichtbar löst bei uns direkt großes Interesse, Neugierde aber auch Respekt aus. Und genau so, denke ich, sollten unsere Kinder dem "Phänomen" geistige Behinderung auch gegenüber stehen.
Ohne Angst oder gar Abscheu, sondern interessiert und aufgeschlossen und hilfsbereit.
Übrigens finde ich integrative Kindergärten toll!!  :)




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shiri

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #4 am: 17. April 2012, 08:56:32 »
Zelda, da ist eine gute Idee!!!
Unsichtbar (im Bezug auf Geister) ist bei uns grad auch aktuell.
Vielleicht kann ich es ihr so verständlicher machen.

Die Gruppenleiterin meinte, dass es grad gestern einen akuten Austicker gab und sie Selma beiseite genommen hätte und ihr erklärt hätte dass das Mädchen sich nicht richtig ausdrücken könnte.
Dann verstehe ich, dass Selma Klärungsbedarf hatte ;)

Bettina

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #5 am: 17. April 2012, 09:19:47 »
Ich würde wohl gar nicht über die Krankheitsschiene gehen  :-\.

Klar ist es symptomatisch bei diesem Kind extremer, aber es gibt auch Kinder, die sich selbst verletzen, mit dem Kopf gegen die Wand schlagen oder auf den Boden und die haben keinerlei "Erkrankung".

Ich würde versuchen zu erklären, warum ich es nicht möchte, dass sie es tut. Einfach weil sie sich selbst verletzen kann.

Mein Eindruck ist, dass Kinder, die das tun, in dem Moment ganz arg sich selbst spüren wollen und deshalb Dinge tun, die ihnen auch selbst schaden können und ihr anbieten, dass ich sie ganz festhalte, wenn sie sich spüren will, statt dass sie mit dem Kopf auf den Boden schlägt.

Ja, ich glaube so würde ich das machen. Quinn hatte da eine Phase, wo es in unserem Familienbereich schwierig war und ich hab ihn dann immer auf den Schoß genommen und habe ihm erklärt, dass er sich da verletzen kann und ich ihn halte, wenn er sich spüren will, wenn er sich "verloren" fühlt. Das kam dann noch 3 oder 4x vor und war durch.

Ich vermute, dass sie einfach aufhört, wenn sie versteht, dass sie da ein Bedürfnis befriedigt, dass sie eigentlich nicht hat.
« Letzte Änderung: 17. April 2012, 09:26:03 von Bettina »
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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #6 am: 17. April 2012, 09:26:24 »
Ich find das Wort Krank in dem Zusammenhang furchtbar doof, sorry.
Für die Kinder ist Krank etwas was kommt und geht (Selma hats ja prima umgesetzt*g*)
Warum nicht einfach als "anders" stehen lassen?


ich telefoniere grad mit bettina die nebenhertiipte  s-:)   ich unterschreib mal




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shiri

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #7 am: 17. April 2012, 09:39:24 »
@Bettina
da bin ich voll bei dir...es krank zu nennen ist doof!

Selma ist eh grad in einer für sich selbst sehr schwierigen Phase, weiß oft selbst nicht wohin mit sich und ihren Gefühlen. Kuschelt mit einem und haut oder tritt im nächsten Moment, z.B....also in sich ziemlich zerrissen.
Wir müssen zur Zeit viel reden, erklären, Gefühle in Worte fassen, uns körperlich spürbar machen (festhalten, drücken, kraftvoll kuscheln), etc.

Da ich aber das Gefühl habe/hatte, dass sie dieses KopfaufdenBodenhauen eben abgeschaut hat und für sich als normal empfindet, wollte ich ihr aufzeigen, dass es eben nicht normal ist  :-\
leider hatte es bisher nicht geholfen, ihr einfach nur zu erklären, dass man das nicht macht und das man sich verletzen kann.

Am Samstag war es so heftig, dass sie schon die Struktur vom Teppich auf der Stirn eingeprägt hatte (gsd. wenigstens auf dem Teppich, sonst wärs wohl ne Beule oder blau geworden).

Ich werde mal sehen, ob es nochmal vorkommt .
Evtl. hat es ja auch ausgereicht, ihr aufzuzeigen, dass es keine "normale" Reaktion ist und drüber zu reden.
Wenn nicht, werd ich ihr noch mehr ungefährliche Körperlichkeit anbieten.

Danke!!!

EDIT:
@Meph
Danke!  :-*

Bettina

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #8 am: 17. April 2012, 09:44:15 »
Tut mir leid, aber es ist eine normale Reaktion. Nur ist es eben auch normal, dass Kinder mit der Zeit, zunehmendem Alter Alternativen dazu kennen lernen, damit sie es nicht mehr machen. Über diese Schiene würde ich gehen. Zumal es sich ja so anhört, als ob Selma ähnliche Gefühle hat und immer noch auf der Suche nach Strategien ist, um diese auszudrücken und in den Griff zu bekommen. Das ist glaube ich auch, was Meph gemeint hat. Sie probiert einfach aus, ob ihr das hilft, was dem Mädchen evtl. hilft, weil ihre eigenen Strategien bisher auch nicht ausreichen, um ihr selbst zu helfen. Es ist lernen. Also völlig normal. Jeder wie er es kann und jeder seinem Stand entsprechend.

Das "man" es nicht macht ist so meiner Meinung nach .... sehr wenig verständlich und für Selmal wahrscheinlich noch weniger nachvollziehbar, als alles, was sie bisher gehört hat. "Man" ist moralische Vorstellung ... zumindest in meinen Augen. Gutes Benehmen und so, Anstand. Warum Kinder mit dem Kopf aufschlagen hat ja nichts damit zu tun. Also mal nach meiner Definition  ;).

Alternativverhalten anbieten führt glaube ich schneller zum Erfolg, dass sie es lässt, als dass ihr versucht, dass sie sich verstandesgemäß von dem anderen Kind abgrenzt.
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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #9 am: 17. April 2012, 09:54:17 »
ein praktischer tipp:

wenn sie es gerade auf diesem weg BRAUCHT bzw. es nicht ändern kann, reg sie an ein Kissen drunterzulegen!
Freya hat ne weile gebissen, weil sie in sich gefangen war.. wir haben dann angeregt eben in ein kissen zu beissen.
nach 2-3x hat es auch geklappt und über das kissen, was ja kuschelig war, kam sie schnell dazu, dass sie nicht beissen muss sondern sich auch den trost durchs umarmen des kuscheligen holen kann...




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shiri

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #10 am: 17. April 2012, 09:56:10 »
Das "man" hab ich so ihr gegenüber natürlich nicht gesagt.
"man" wurde aus dem Mutter-Kind-Wortschatz völllig gestrichen ;)

Aber stimmt schon, Selma sieht natürlich, dass das Mädchen gaaanz viel Aufmerksamkeit damit bekommt. Und da wir ja immernoch in der Kiga-Eingewöhnung sind und Selma dazu eben manchmal selbst sehr zerrissen ist, macht das schon Sinn, dass sie das aufgegriffen hat *klingtlogisch*
So herum hab ich das gar nicht betrachtet, vor diesem Thread ;)

Genau deshalb hab ich laut gefragt :)
Danke, Mädels!!!

Zelda

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #11 am: 17. April 2012, 09:56:51 »
Mag mich nochmal kurz erklären!

Die Ausgangsfrage war doch, wie man eine psychische Erkrankung/ Behinderung erklärt. Na, doch wohl so, wie es ist: als Krankheit... Warum das jetzt furchtbar doof ist verstehe ich nicht.  :-[

Es "krank" zu nennen fänd ich auch nicht in Ordnung, denn es impliziert, zumindest bei uns Erwachsenen, direkt etwas Annormales auf recht abfällige Art. Aber so habe ich es ja auch nicht bezeichnet!




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shiri

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #12 am: 17. April 2012, 09:57:13 »
@meph
ja, genau beißen war z.B. früher auch ein Ausweg für Selmas Gefühlsausbrüche.
Danek für den Tipp. Den Greif ich sicher auf!!!

shiri

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #13 am: 17. April 2012, 09:58:57 »
@Zelda
ich bin für den Tipp mit dem unsichtbar trotzdem sehr dankbar.
Denn dass es Selma beschäftigt, was mit dem mädchen los ist, habe ich gestern und heute deutlich gespürt. Sie hat ja von sich gestern drüber reden wollen udn heute morgen nochmal mit Papa. Von daher ist der Tipp für mich hilfreich, denn das Thema wird Selma ja noch ein Weilchen begleiten.
Danke!  :-*

Bettina

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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #14 am: 17. April 2012, 10:01:58 »
@Zelda: Ja, das war die Frage, da hast du recht. Ich bin nicht weiter drauf eingegangen, weil es irgendwie um ein anderes Problem geht  :-\. Nichts desto trotz würde ich es nie als Krankheit erklären oder bezeichnen, denn es ist keine Krankheit. Wie Meph geschrieben hat, sind Krankheiten etwas, was kommt und geht, ja man kann vielleicht auch dran sterben. Es ist eine Behinderung und das zu erklären ist leichter. Nur das Verhalten mit der Behinderung zu erklären finde ich persönlich nicht gut, weil es damit letztendlich nicht zwingend etwas zu tun hat. Ich würde es wohl einfach bei "manche lernen schneller, andere langsamer" belassen in dem Alter  :-\ Anders halt.

Mit meiner blinden Freundin war das leichter. Die sieht nix ... Punkt  ;)
« Letzte Änderung: 17. April 2012, 10:04:25 von Bettina »
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Antw:Wie erkläre ich meinem Kind psych. Behinderungen?
« Antwort #15 am: 17. April 2012, 10:16:12 »
Das Kopf-auf-den.Boden-hauen würde ich gar nicht auf den Autismus zurück führen, durchstöbere einfach mal das Forum, es gibt so viele Kinder die das machen!

Es sind einfach entwickelte Strategien der Kinder um mit sich, ihrer Umwelt, ihrer Wut klar zu kommen. Meist Strategien, die sich von selbst wieder legen.

Wenn sie es also macht und du das nicht möchtest, dann rede mit ihr über SIE nicht über das andere Kind und deren "Krankheit", sondern nur über Selma, denn in dem Moment ist das andere Mädchen vollkommen uninteressant und ob sie es auch macht ist erst mal unwichtig.

Behinderungen, egal ob psychisch oder physisch erkläre ich Liam noch ganz simpel: diese menschen sind anders, sie haben andere Denkweisen und verstehen vieles anders. So wie er auch anders ist und denkt, als sein bester freund. Alle Menschen sind anders und manche eben gravierender als andere, da fällt es schneller auf.

Ich finde das reicht auch und Kinder verstehen das sehr schnell,denn sie sind ja in dem Alter, in dem das "Ich", das Sich-Abgrenzen gerade eine große Rolle spielt.

Wenn du aber ihr Verhalten ändern möchtest,dann lass das andere Mädchen aus dem Spiel, denn das ist in dem Moment einfach unbeteiligt und ist auch nicht "schuld" an Selmas Verhalten, selbst, wenn sie es dort abgeschaut hat. Daher würde ich die beiden Themen strikt trennen. Das Eine ist die Erklärung, dass manche menschen anders sind und ein ganz ganz anderes Thema ist ihr Verhalten.

shiri

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« Antwort #16 am: 17. April 2012, 10:31:39 »
@scarlet_rose
Ich habe doch nirgends irgendwem Schuld gegeben?! Oder doch?

Ich kannte dieses Verhalten bisher von keinem Kind in unserem Wirkungskreis und es erschien mir auffällig, dass Selma das auf einmal macht. Und deshalb suchte ich nach Möglichkeiten, wo sie das her haben könnte. Dazu dann eben der Redebedarf gestern, das passte dann einfach für mich zusammen. Deshalb eben für mich der Zusammenhang. Und da ich null Erfahrungen mit sowas habe, frag ich einfach.
Aber dank Bettina und meph weiß ich ja nun, dass das wohl doch häufiger vorkommt und normal ist. Genau diese Info fehlte mir bis eben bzw. war mir nicht bewußt.

Daraus ergab sich, dass ich zwei Themen unabhängig von einander betrachten muss....wie erkläre ich Selma eine nicht offensichtliche Behinderung und warum macht Selma das Kopfaufdenbodenhauen/ wie gehe ich damit um







scarlet_rose

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« Antwort #17 am: 17. April 2012, 10:36:31 »
Naja "Schuld" in dem Sinne von "das Kind ist dafür verantwortlich" natürlich nicht, aber du hast es schon auf sie zurück geführt  ;)
Deswegen auch die "schuld" weil es eben natürlich nicht so von dir war, dass du ihr Schuld gegeben hast, aber es eben auf sie bezogen hast

shiri

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« Antwort #18 am: 17. April 2012, 10:40:28 »
Ich konnte mir eben nicht erklären, woher Selma das hatte.
Auf die Idee, dass sie da von allein drauf kommt, weil sie die Gefühle spüren will/muss, wär ich nie gekommen. Aber wie gesagt, wir haben sowas noch nicht erlebt im Bekanntenkreis oder der Familie.

Nun bin ich aber auf jeden Fall schlauer!

Bettina

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« Antwort #19 am: 17. April 2012, 10:45:07 »
Ich glaube schon, dass sie es sich abgeschaut hat. Ist ja auch naheliegend. Insofern ist es ja auch nicht so verkehrt den Bezug dazu erstmal herzustellen. Meistens gehen ja deutlich jüngere Kinder so "vor". Zwei von den drei Mädels meiner Freundin haben das im Kleinkindalter z.B. gemacht. Wenn ihnen was nicht gepasst hat, sie wütend waren, dann haben sie sich stockesteif gemacht und einfach nach hinten fallen lassen. Völlig irrelevant ob da Fliesen auf dem Boden waren oder Teppich. Das war wirklich schlimm, weil sie in einem Alter waren, wo sie es vom Verstand her halt noch nicht verstehen konnten, wenn man es erklärt hätte.

Deine Sorge kann ich schon verstehen. Die jüngere der beiden hat es auch nicht von der älteren abschauen können, da die Große noch vor der Geburt der Kleinen aus dem Verhalten "rausgewachsen" war.

Ich muss gestehen, dass ich gerade erstmal auf deinen Ticker geschaut habe  :-[. Wenn du denkst, dass sie es lässt, wenn sie versteht, warum das andere Kind es tut, dann kann Erklärung ja nicht schaden.
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« Antwort #20 am: 17. April 2012, 10:51:49 »
Abgeschaut hat sie es sicher, das will ich gar nicht bestreiten. Nur würde ich es ab dem Moment, in dem sich mein Kind so verhält auf ihn beziehen und über sein Verhalten reden, nicht über das, Anderer- Nur wenn mein Kind das Thema Aber XY macht das auch" rein bringen würde, würde ich je nach Situation auf XY eingehen, meistens aber auch da nicht. Auch da sage ich meist, dass ich gerade über SEIN Verhalten rede und ob es richtig ist und nicht über das,von XY.

In einem solchen Fall würde ich wahrscheinlich eben nur über ihn reden oder eben darüber,dass jeder Mensch anders ist und und nur weil sie es macht, Selma nicht auch so reagieren muss, weil du eben nicht willst,dass sie sich so verhält ohne dabei wirklich den Autismus mit einzubeziehen, weil ich pers. denke,dass dieses Thema hier auch ohne den Autismus zu erklären ist und ich den dann eben mal unabhängig davon zum Thema machen würde.

zuz

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« Antwort #21 am: 17. April 2012, 12:34:50 »
Ich würde das auch trennen. Ich bring mal ein analoges Beispiel: Vielleicht hat Selma noch nie gehauen. Nun lernt sie Max kennen, einen ganz normalen, aber etwas robusten Jungen. Und Max haut. Selma macht es nach. Wie würdest Du es erklären? Über Max? Wohl eher nicht. Du würdest ihr einfach erklären, warum sie nicht hauen darf und eine Alternative suchen. Genau so ist es ja eigentlich auch mit dem anderen Mädchen.

Der zweite PUnkt: Du willst ihr irgendwie klar machen, dass das Kind "anders" ist. Ich würde da gar nicht rumeiern und ihr sagen, das Kind hat Autismus. Klar versteht sie das nicht. Aber was würdest Du sagen, wenn Max eine Blinddarmentzündung hat? Wohl doch, dass er genau das hat. Obwohl sie sich darunter auch nichts vorstellen kann. Also wieso dann nicht auch bei geistigen Krankheiten? Ich sehe das Problem nicht und glaube, je mehr man versucht, das "politisch korrekt" zu erklären, desto mehr glauben die Kinder, das wäre ja nun mal was ganz Seltsames, was dieses Mädel da hat. Wenn sie fragt, was Autismus ist, kann man das kindgerecht erklären: Leute mit Autismus tun sich mit manchen Dingen schwerer als andere, z.B. können sie nicht so leicht mit anderen reden. Das reicht ja erst mal. Es stempelt das KInd auch nicht so ab, denn "schwer fallen" kennt jedes Kind. Einem fällt es schwer, Fahrrad zu fahren, ein anderes tut sich damit leicht. Und es impliziert auch, dass auch dieses Kind es noch lernen kann, das wäre mir auch wichtig. Es muss sich ja nicht immer so verhalten wie im Moment.

shiri

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Antw:Danke! Fragen hilft doch immerwieder ;)
« Antwort #22 am: 17. April 2012, 12:39:50 »
@zuz
danke auch für deine Worte
zum ersten Punkt:
eben, wenn man weiß, dass das Kinder, ohne Behinderung auch machen, dann passt es.
Das wusste ich eben nicht.

zum zweiten Punkt:
wirklich schöne Anregung.
Aber bei einer Blinddarmentzündung würde ich halt sagen, das Kind ist krank. Und erstmal gar nicht tiefer darauf eingehen.

 

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