Autor Thema: Umgang mit dominantem Kind  (Gelesen 4648 mal)

zuz

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Umgang mit dominantem Kind
« am: 08. Dezember 2011, 11:59:23 »
Huhu,

ich wollte mal Eure Meinung hören. Ausgangslage: Meine Große ist ja seeehr zurückhaltend und braucht laaange, um sich auf neue Leute einzustellen. Entsprechend hat sie im Kiga nur eine feste Freundin und tut sich sehr schwer, zu anderen Kontakt aufzubauen. Nun hat sie es endlich geschafft, dass sie sich von sich aus mit einem anderen Mädchen treffen wollte. Ich mich gefreut wie ein Schneekönig.
Gestern waren wir nun dort. Dieses Mädchen (3,5) hat einen älteren Bruder (5). Dieser hat nun, als wir noch nicht richtig zur Tür rein waren, sofort angefangen zu stänkern und seine Schwester gegen meine To aufzustacheln. Die hat natürlich brav gemacht, was der Große ihr eingeflüstert hat. Also er wird nicht körperlich, aber es waren schon so fiese Sachen, um sie bewusst auszugrenzen und auch bewusst blöd dastehen zu lassen. (Es ging NICHT drum, nur sein eigenes Spielzeug zu verteidigen, das hätte ich verstanden). Ein paar Beispiele: Er hält ihr ein Spielzeug hin, sie strahlt und will es nehmen, er zieht es wieder weg und lacht sie aus. Oder: Sie will mit etwas spielen (was er ihr vorher angeboten hat), er versteckt es und lässt sie dann an diversen Orten suchen (ach, ich glaube, es ist dort) - und lacht sie dann jedes Mal aus, wenn sie drauf reinfällt und sucht. Dazu diverse Schimpfwörter aus dem Fäkalbereich, in Kombination mit ihrem Namen. Usw., usw.
Die Mama hat sich zwar redlich bemüht, ihn in die Schranken zu weisen, ist aber auch nicht recht gegen ihn angekommen.
So, jetzt ist meine Maus natürlich entsprechend demotiviert, es noch einmal zu versuchen  :-\. Ich war/bin natürlich echt traurig darüber, weil sie endlich mal von sich aus einen weiteren Kontakt sucht und dann sowas  :-[
Meine Fragen: Wie schätzt ihr denn die Situation ein? Ganz normal oder ist das schon eher ungewöhnlich "bösartig" (find grad kein besseres Wort, ihr wisst, wie ichs meine).
Und: Welche Strategie kann ich ihr an die Hand geben, sich dagegen zu wehren?

Danke schon mal!


myja78

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Antw:Umgang mit dominantem Kind
« Antwort #1 am: 08. Dezember 2011, 12:34:22 »
Wirklich helfen kann ich wohl nicht, wollte aber auch nicht einfach wegklicken :-[

Wär es evtl. eine Alternative, das das andere Mädchen zu euch zum Spielen kommt?


Sonina

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Antw:Umgang mit dominantem Kind
« Antwort #2 am: 08. Dezember 2011, 12:44:48 »
Ich denke es wäre an der Mutter des Jungen entsprechenden in das Geschehen einzugreifen und zu Handeln. Wenn sie das nicht erfolgreich schafft, wie du schreibst, vielleicht kannst du sie dabei unterstützen? natürlich nach Absprache mit ihr, und wenn sie das auch möchte.
Wäre es mein Sohn, würde ich an ihrer Stelle ganz klar ihn von der Schwester und dem Besuch trenne. Also die Mädels in einem anderen Raum spielen lassen, oder ihn in einem anderen Raum. Ihm muss aber auch erklärt werden, warum er nun nihct mit den Beiden spielen darf, und erst wenn es klappt, dass er sich in das Spiel der Mädels integriert, darf er wieder zu den Beiden.

Alternativ (sehe ich wie Myja) würde ich an deiner Stelle erst mal das andere Mädchen ein paar mal zu euch nach Hause einladen, dass sich aus dem Kontakt der beiden Mädels eine Freundschaft entwickeln kann. Ich denke dann wird es der Kleinen auch leichter fallen, sich mal nicht auf die gemeinen Spielchen des Bruders einzulassen, wenn ihr zu Besuch seid.

Deine Große ist ja auch erst 4 und wird sich in solcher Situation sehr schwer tun, auch mit Strategien. Wobei ich jetzt auf die Schnelle auch nicht wüsste, welche du ihr da altersadäquat mitgeben könntest.  :-\

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Antw:Umgang mit dominantem Kind
« Antwort #3 am: 08. Dezember 2011, 12:48:24 »
Ich weiß wie 5 jährige sein können und finde es nicht so ungewöhnlich, wenn es auch natürlich gemein war! Ich denke, er gibt nur weiter, was er so im KiGa entweder sieht oder selber erfährt.  :-[

Ich denke, da ist eigentlich die Mutter ganz klar in die Konsequenz zu rufen. Klar, mein 5 jähriger hört auch nicht unbedingt, aber dann darf er eben nicht (mehr) mitspielen, oder die 2 kleineren gehen ins Zimmer des Mädchen, wo eben der große Bruder eben nicht (mehr) reindarf, wenn er so ist.

Wenn mein Sohn da nicht hören tät, "darf" er alleine in seinem Zimmer spielen. Sowieso bin ich der Meinung, wenn einer ein Besucherkind zum Spielen da hat, muß nicht immer das andere Geschwisterkind dabei sein. Klar kann man den anderen nicht ständig fern halten, aber es muß eben auch Zeit für die Zwei alleine da sein bzw. wenn er nicht hört bzw. ärgert, allgemein garnicht mitspielen darf.

Wenn der Große Besuch da hat, versuche ich den Kleinen bei mir zu lassen, klappt nicht immer, aber der Kleine darf keineswegs die ganze Zeit beim Spielen dabei sein, es wird auch nicht erwünscht!  ;) Aber dann müssen die Großen aber in Niklas Zimmer spielen und Tür zumachen.
So wirds auch laufen, wenn der Kleine mal Freunde mit heim bringt.

Was ich auch beobachte von Eltern mit großen Geschwistern, daß zeitgleich ein Spielkind für das große Geschwisterkind mit da ist. So hat jeder jemanden zum Spielen.

Ich würde auch vorschlagen, erstmal die Freundin zu Euch einladen.

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zuz

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Antw:Umgang mit dominantem Kind
« Antwort #4 am: 08. Dezember 2011, 12:58:08 »
Danke schon mal für die Antworten!
Also seht Ihr es eigentlich ähnlich wie ich, das tut schon mal gut zu hören.
Die Mutter hat schon probiert, den Jungen dazu zu bringen, in einem anderen Zimmer zu spielen. Aber ihr wisst ja wie das ist - sie hat halt auch noch Gastgeber gespielt, was zu essen gemacht, usw., und schwupps war der Große wieder mitten im Geschehen. Man kann halt nicht immer überall sein. Ich mische mich auch ungern ungefragt in so Sachen ein, und ich fand es echt auch schwer, ich muss sagen, ich hätte selbst auch nicht so recht gewusst, wie ich ihn in die Schranken weisen soll.
Das mit dem zu uns einladen geht leider auch nicht. Die Kleine ist ja noch zu klein, um alleine zu kommen, also da wäre der Große auch dabei. Nur der Heimvorteil würde wegfallen.  :-\ Naja, mal schauen, ob wir noch organisatorische Kunstgriffe finden ;)

Das mit dem Kiga: Ja, er ist da in einer Clique mit lauter so frechen Jungs, da ist er bei weitem nicht der schlimmste.

Ich bin übrigens auch der Meinung, die jeweiligen Freunde sollten auch ohne Geschwister spielen können. Nicht unbedingt die ganze Zeit, es gibt ja auch Sachen, die kann man gemeinsam machen (essen, malen...), aber meine Große darf sich hier auch mit ihrer Freundin in ein anderes Zimmer zurückziehen, wo der Kleine nicht reindarf. Aber gut, das kann ich nicht für die andere Mama entscheiden.

Sonina

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Antw:Umgang mit dominantem Kind
« Antwort #5 am: 08. Dezember 2011, 13:04:04 »
ich denke wenn der Heimvorteil für den Jungen weg fällt, ist das ja schon mal die halbe Miete. Denn wenn er bei euch zu Hause deiner Tochter ein Spielzeug - das ja wohlgemerkt NICHT ihm gehört - vor die Nase hält und wieder wegzieht, kannst du schon mal ganz anders agieren. Wäre einen Versuch wert.
zumal sich Kinder zu Besuch bekanntlich immer etwas anders benehmen als zu Hause. ;)

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zuz

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Antw:Umgang mit dominantem Kind
« Antwort #6 am: 08. Dezember 2011, 13:19:21 »
Sonina: Das stimmt! Ja, vermutlich werden wir das tatsächlich mal so probieren.

Spatzlmama

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Antw:Umgang mit dominantem Kind
« Antwort #7 am: 08. Dezember 2011, 13:58:04 »
Also wenn mein Kind wieder aus dem Zimmer kommt, gibt es entweder ne ganz klare Ansage, wenn nochmal, dann darf er wieder zurück und darf erst rauskommen, wenn er die Mädels (in Deinem Fall) spielen läßt oder wenn er sich "reumütig" zeigt, darf er auch gleich dableiben, muß aber bei weiteren "Belästigungen" wieder zurück. Nein, mein Sohn geht auch NIE freiwillig ins Zimmer, aber da kommt er wirklich runter und ist danach oft "einsichtiger". Er muß auch nicht oft rein, aber wenn, hat es seinen Effekt und dann wird er eben postwenden zurück gebracht. Ich vermute einfach mal, daß die Mutter nicht so recht wußte, wie sie vor Dir eingreifen soll.  ;)
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dane_80

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Antw:Umgang mit dominantem Kind
« Antwort #8 am: 08. Dezember 2011, 14:47:02 »
Hier ist das in der Dreierkonstellation mit den Kindern meiner Freundin so. Jeweils 2 spielen super, zu dritt wirds übel.

Wenn die Kleine dich besser kennt kann sie doch sicher alleine zu Euch kommen, oder? Oder Du gehst mit beiden Kindern in den Garten oder eine runde Laufradfahren oder sowas. Hat der Junge vielleicht Sport oder kann sich an den entsprechenden Tagen auch verabreden? Da kann man sicher was machen dass die Mädels zumindest eine Weile ungestört sind. Mit knapp 4 habe ich schon Kinder vom KiGa mitgenommen und die Eltern holten die dann abends hier ab.

Sonst muss wirklich die Mutter den Jungen anderweitig beschäftigen. Bei meiner Freundin sag ich auch was, ich kenn die Kinder vom ersten Tag an, da darf ich das.
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HappyMom

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Antw:Umgang mit dominantem Kind
« Antwort #9 am: 08. Dezember 2011, 20:50:51 »
Ich bin da knallhart. Wenn jemand mein Kind bewusst und gezielt ungerecht oder gemein behandelt und es dann noch auslacht, dann weise ich das andere Kind sehr schnell in seine Schranken. Auch wenn die andere Mama dabei ist. Ich bin zwar nicht laut oder schreie es an aber ich werde sehr deutlich und man merkt es mir an, dass ich keine Wiederholung dulde.
Und ich denke, mit 5 jahren kann man das schon sehr bewußt machen, dass man sein Gegenüber schikaniert. Habe es auch bei meiner Nichte (besser gesagt, die von meinem Mann) gemerkt.

 



Spatzlmama

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Antw:Umgang mit dominantem Kind
« Antwort #10 am: 08. Dezember 2011, 21:37:32 »
@happy mom
es gibt aber auch Kinder, die das trotzdem wenig interessiert und eher ihren Reiz im weiteren Austesten entdecken. Wie machst Du das dann?
Es klingt schon wie eine Drohung und da kommt schon mein Mamabeschützerinstinkt durch!  ;)

Ansonsten finde ich schon, daß auch ruhig mal die andere Mama was sagen kann, hat manchmal eben einen ganz anderen Effekt. Aber bei meinem Sohn tät es wohl eher nicht fruchten.  :P
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Antw:Umgang mit dominantem Kind
« Antwort #11 am: 13. Dezember 2011, 11:49:12 »
Ein PUnkt ist, dass wir uns alle nicht so gut kennen. Also meine Maus würde noch nicht alleine da bleiben. Die Freundin ist da etwas offener, würde aber wohl auch  noch ein paar Mal begleitet werden wollen.

Zum Thema was sagen: Naja, das kommt echt drauf an. Wenn ich jemanden gut kenne, klar, dann sag ich auch was. Oder wenn z.B. jemand handgreiflich wird, dann unterbinde ich das immer, da ist mir auch egal, wessen Gefühle da vielleicht verletzt werden. Aber ganz ehrlich wüsste ich gar nicht so recht, was ich in diesem Fall einem anderen Kind sagen sollte  :-\. Ich kenne das von meiner so gar nicht. Er weiß ja genau, dass er das nicht darf und kann das auch steuern (was z.B. einer der haut in dem Moment nicht unbedingt kann). Außerdem kann ich mich beim Hauen dazwischenstellen und das körperlich unterbinden, aber ich kann ihm ja schlecht den Mund zuhalten ;) Ich hatte auch versucht, ihn in ein Gespräch zu verwickeln, ich hätte auch mit ihm was gespielt, denn ich denke, er war hauptsächlich gelangweilt und sauer, weil er nicht mehr mit seiner Schwester spielen konnte. Das hat aber nicht so ganz geklappt. Ich kenne ihn halt auch nicht, weiß nicht, was er gern spielt und wie ich an ihn rankomme. Und bei seinem Lieblingsthema Fußball kann ich nur bedingt mitreden  s-:)
Jemand ne Idee, was man ihm konkret sagen könnte?

 

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