Erstmal willkommen hier!

Au weia, das hört sich aber mal echt anstrengend und frustrierend an! Offenbar hat er ja seine Gefühle noch so gar nicht unter Kontrolle. Da hilft nur eins: Ihm dabei helfen, erstmal selbst zu erkennen, was mit ihm los ist und ihm dann zeigen, wie er da jeweils wieder rauskommt.
Mit TV-Verbot wirst Du da nicht viel weiterkommen, denn das ist weit weg und hilft ihm nicht, in dem Moment, wo es drauf ankommt, sein Verhalten zu ändern. Dafür ist er noch zu klein.
Ein paar Ideen:
1. Möglichst schon ein wenig vorausschauen, welche Probleme auftreten könnten und das in einer ruhigen Minute besprechen, was Du erwartest und wie es ablaufen wird. Bsp. Freundin: Wir gehen morgen zu einer Freundin von mir. Sie hat auch ein Mädchen in Deinem Alter. Es wäre schön, wenn Du mit ihr spielen könntest. Wenn Du darauf keine Lust hast, ist das auch ok, aber Du darfst dort nicht rumtoben. Willst Du vielleicht selbst ein Spielzeug mitnehmen?
2. Wenn Du eine Konsequenz ankündigst und durchziehst (wie z.B. das heimgehen), dann kümmer Dich nicht um seine Reaktion. Du sagst was an, Du ziehst es durch, fertig. Wie soll er denn reagieren? Er ist natürlich schwerst getroffen, beleidigt, frustriert. Aber gibt er das zu? Natürlich nicht! Er muss ja sein Gesicht wahren, also wird er lachen oder einen dummen Spruch bringen. Egal. Es geht nur darum, dass er merkt, was Mama sagt, wird gemacht. Mama redet nicht lang, die handelt einfach. Und wenn ich nicht das tue, was sie sagt, dann hab ich nicht viel davon. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es geht NICHT drum, dass er reumütig um Verzeihung bittet. das kommt erst später.
3. Besser noch als Konsequenzen androhen ist natürlich, ihn direkt in der Situation noch abzufangen. Bsp.: Er tobt auf dem Sofa rum. Zunächst mal würde ich mit ihm aus dem Zimmer gehen und unter 4 Augen reden, so dass er nicht noch Deine Freundin oder die Tochter beeindrucken muss durch "cool sein". Und dann würde ich ihm sagen, was wohl grad mit ihm los ist: Kann es sein, dass Dir grad ganz langweilig ist? (Oder was immer Du vermutest). Sag ihm, dass Du sein GEFÜHL verstehen kannst, dass aber sein VERHALTEN nicht ok ist. Und dann sucht gemeinsam nach einer Lösung. Erzähl ihm auch von Dir: Ich hab mich so auf den Nachmittag gefreut und fände es ganz toll, wenn Du noch eine halbe Stunde Geduld haben könntest. Dann gehen wir und spielen noch eine Runde xy. Wenn ihm unbedingt nach Toben ist, könnte er ja vielleicht eine Burg aus Tischen und Decken bauen? Evtl. hat die andere Mama noch eine tolle Spielidee? Irgendwas, was ihm zeigt, er wird auch ernst genommen und muss nicht nur gehorchen.
4. Klare Regeln ausmachen: Bälle darf man treten, sonst nichts. Klappt das zu Hause nicht, wird das Spiel, das getreten wurde, weggeräumt. Draußen muss er an der Hand laufen, bekommt aber nach 5 Minuten eine neue Chance.
5. Wenn er Dich provoziert (z.B. das mit den Kühen): Genau nachfragen, Interesse zeigen: Ach so, die gefallen dir nicht? Warum denn nicht? Was ist an denen doof? Oder: Welche Tiere gefallen Dir denn? Er wird im ersten Moment sicher nicht antworten, aber vielleicht mal darüber nachdenken. Ich würde auch nicht sagen" die SIND süß", sondern "ICH FINDE die süß." Das lässt ihm mehr Optionen.
6.Gibt es denn Dinge, die er richtig gern macht, wo er richtig glücklich ist? Wenn nicht: Erst seit kurzem nicht oder schon länger? Wenn er schon länger keine Freude an nichts mehr hat, dann würde ich hellhörig werden!
7. Trotz allem: Suche ganz gezielt Momente, in denen Du ihn grad gern magst und sag ihm das dann auch! Zeig ihm, dass Du ihn lieb hast, sag ihm nach einem Streit, dass Ihr schon eine Lösung finden werdet, dass er zwar noch einiges lernen muss, aber dass Du an ihn glaubst, dass er das schon schafft.
LG zuz