Autor Thema: Trödeln und Zeitdruck  (Gelesen 5751 mal)

SoNice

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Trödeln und Zeitdruck
« am: 29. Januar 2014, 09:51:13 »
Liebe Muttis,

im Moment ist bei uns mal wieder der Wurm drin. Gerade morgens, wenn man nicht unbegrenzt Zeit hat, ist die Situation mal wieder etwas angespannter.
Normalerweise hat mein Kleiner es schon gut raus, sich alleine anzuziehen. Oder schon mal anzufangen. Zwischendurch helfe ich natürlich noch, wenn es gewünscht wird. Ich konnte mich beruhigt schon mal um andere Sachen kümmern, ich wusste, der Kleine ist mit anziehen beschäftigt.
Seit ca. 2 Wochen ist aber dann alles andere interessanter. Er fängt an zu spielen oder zu träumen. Zudem ist er sehr weinerlich. Heute morgen habe ich ihn zum 2. Mal gebeten eine Unterhose anzuziehen, da fing er schon an zu weinen. Schon vorher wollte er lieber Buch gucken. Das konnte er dann mit auf Toilette nehmen, während er Stinkert. Nur am liebsten wäre er 30 Minuten dort sitzen geblieben. Als ich ihm erklärte, dass es reicht das Buch einmal anzuschauen, er müsse in den Kindergarten und wir müssten uns flott fertig machen war das schon ein Drama.
Oder er solle sich seine Schuhe anziehen. Dann fängt er erst mal an zu singen, sitzt zwar schon mit seinen Schuhen in der Hand dort, aber vergisst die Zeit.
Wie löst Ihr solche Situationen? Gerade unter Zeitdruck? Und wenn Ihr wisst, das bestimmt Sachen eigentlich funktionieren?
Das was ich bereits mache: Ein Spiel oder einen Wettkampf draus machen. Früher aufstehen, damit man nicht so schnell unter Zeitdruck kommt. Aber wie gesagt, manchmal ist der Wurm drin, und man ist morgens schon bereits so angenervt, dass dann erst recht nichts klappt...

Peppeline

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #1 am: 29. Januar 2014, 10:04:45 »
Ich habe das Problem mit meinem Großen, der ist eine richtige Trödelbacke, das macht mich wahnsinnig. In meiner Kur gab es einen Gesprächskreis, da kam das Thema auch auf. Versuch mal en ernsthaftes Gespräch mit deinem Kleinen, das war ein Tip der Pädagogin.
Ich schreibe später nochmal mehr, vom Laptop aus, mit dem Tablet ist das doof  :)





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lotta

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #2 am: 29. Januar 2014, 10:10:48 »
Oh - das haben wir hier auch!!!

Bei uns hilft es, wenn er weiß, dass es zeitlich knapp wird und er mir helfen muss - er hilft eh sehr gerne und dann fühlt er sich gleich mehr in der Verantwortung.

An manchen Tagen machen wir auch einen Wettkampf, wer als erstes seine Sachen anhat, oder auf der Toilette sitzt  s-:) etc.

Manchmal hilft auch ihm zu "unterstellen", dass er etwas ja nicht alleine kann (Schuhe anziehen, Mütze aufsetzen o.ä., also Sachen, die er definitiv kann!) und dann ist sein Ehrgeiz geweckt.

Es gibt aber auch oft Tage an denen ich schlicht keine Geduld habe für irgendwas... Wenn der Kakao schon umgekippt ist oder sonstwas den Takt stört...
Dann werde ich zur Furie... :-[






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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #3 am: 29. Januar 2014, 10:23:21 »
Das mit dem ernsten Gespräch hört sich interessant an. Ich bin gespannt!

Danke Lotta, Wettkampf machen wir ja schön. Gut zu wissen, dass auch woanders es so gehandhabt wird.
Mit helfen ist eine gute Idee! Das macht er normalerweise auch sehr gerne.
Ja die liebe Geduld... Ich hätte gerne mehr davon!
Was macht ihr denn, wenn ihr mal einen schlechten Tag habt? Keine Geduld und keine Energie für Spielchen?

myja78

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #4 am: 29. Januar 2014, 10:34:39 »
Also die Spielchen Variante zieht bei Finchen nur äußerst selten und bedeutet für mich oft mehr Stress. Bei uns ist der Ablauf morgens immer gleich und es steht die Androhung, wer nicht fertig ist, wenn ich das Haus verlasse, der geht so wie er ist und wenn es in U-Hose ist. Das zieht bisher immer. Aber es zieht nur, wenn man es auch durchziehen würde.
So musste Fine mal auf Socken vom Kiga zum Auto laufen, da waren die schönen weißen Socken dann schwarz, und meine Tochter eine Erfahrung reicher, nämlich das Mama sich nicht verkackeiern lässt :P Ist in dem Moment natürlich ober mega Stress mit plärrendem Kind zum Auto zu gehen und mit viel Pech noch x Kommentare zu kassieren, aber es ist sehr hilfreich gewesen, seit dem weiß Fine, dass Mama sich nicht veralbern lässt.

Ich wecke meine Kids morgens, wenn sie noch nicht wach sind, sag ihnen wann was zu tun ist und sagen ihnen auch, wenn sie zuviel albern/sich beeilen müssen. Um 7:20Uhr werden Brot und alle sonstigen Sachen fallen gelassen und die Schuhe angezogen - diskutiert wird nicht und das wissen meine Beiden mitlerweile. Klar helfe ich auch mal beim Jacke zu machen, anziehen, Klamotten suchen oder was auch immer, aber ich lasse mich nimmer vereimern.
Klingt hart, aber hat bei uns den morgendlichen Ablauf extrem entspannt, es gibt nurnoch ganz selten Tränchen oder Stress. Bücher lesen, Spielen dürfen sie bis zu einer bestimmten Uhrzeit, aber wenn Mama sagt, wir ziehen uns jetzt an, dann ist das so, wer es nicht tut müsste halt im Schlafi in Kiga oder Schule gehen und das wollen beide nicht ;)

SoNice

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #5 am: 29. Januar 2014, 10:49:16 »
Ok, das androhen habe ich auch schon mal gemacht. Er war auch schon mal im Schlafi im Kindergarten, aber das ist bestimmt schon ein Jahr her.
Habt ihr morgens einen genauen Zeitplan? Du schreibst, sie dürfen bis zu einer gewissen Uhrzeit spielen, wie schaut das aus?
Oftmals ist mein kleiner schon wach morgens, aber an Tagen wo ich ihn wecken muss, habe ich oftmals das Gefühl, er ist so durch den Wind, am Träumen noch schläfrig, das er gar nicht anders kann. Oder ist das für dich schon vereimern? Würdest du an solchen Tagen auch knall hart bleiben?

myja78

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #6 am: 29. Januar 2014, 11:09:22 »
Also, wenn meine Kids schon wach sind, dürfen sie spielen. Wenn ich aufstehe, putzen wir gemeinsam Zähne und dann schick ich sie sich anziehen. Wenn Fine bei der Strumpfi Hilfe braucht, oder ein Kleidungsstück entwirrt werden muss helfe ich, ebenso beim Klamotten aussuchen. Fine hat morgens etwas mehr Zeit, da sie nicht zu Hause frühstücken muss, sondern direkt im Kiga Frühstück zur Verfügung hat, aber wenn sie sich beeilt und möchte, darf sie auch gern zu Hause noch ein Brot essen.
Um Punkt 7:20Uhr schick ich meine Kids sich Jacke, Schuhe, Warnweste und Mütze anziehen, auch hier helfe ich schonmal wenn ein Reisverschluss hakt, oder ein Ärmel noch nach innen gestülpt ist, aber Jacke anziehen können sie generell selber, ebenso die Schuhe und da helfe ich nur ganz ganz ganz ganz selten. Allerspätestens um 7:30Uhr schließe ich die Haustür.

An Tagen wo ich die Kids wecken muss helfe ich selbstverständlich etwas mehr, dann auch schonmal beim Schlafi ausziehen oder T-Shirt anziehen, was sie sonst selbst machen, aber nur so lange, wie nicht gezickt wird, dann gilt nach wie vor die Androhung, guck wie du fertig wirst, sonst gehst du so. Allerdings haben sie die Möglichkeit mich wieder lieb um Hilfe zu bitten, wenn sie sich beruhigt haben. Bücher lesen oder spielen ist dann nicht drin an solchen Tagen, evtl. noch einen kurzen Moment, wenn das erste Beieilen übermäßig erfolgreich war und ich dann noch die Schulbrote schmiere oder so.
Fine hat auch so Phasen, wo sie ein Kuscheltier mitnehmen möchte, das darf sie auch nur, wenn es morgens kein Trara gibt und sie darf es oft mit ins Auto nehmen ;)
(In der Übergangsphase hab ich Fine dann auch schonmal heulend fertig gemacht - war so 2, 3 Mal und danach war das Prinzip auch bei ihr abgespeichert.) Josh ist umgänglicher, der ist sowieso nach dem wach werden direkt gut gelaunt (ein Graus, wenn man selbst eher Morgenmuffel ist), da gibt es (fast) gar keine Diskussionen mehr, aber an Tagen wo wir spät sind, mache ich sogar auch ihm manchmal die Jacke zu. ;)
Wenn sie bummeln werden sie immer in regelmäßigen Abständen mündlich ermahnt, aufgefordert, dass zu tun, was sie grad sollen und wir haben es sogar schon geschafft, trotz verschlafens mit Frühstück pünktlich zu sein, auch wenn ich dafür erst Josh und dann Fine weggebracht hab (normal bringe ich die Kleine zu erst).

Also lange Rede kurzer Sinn, an Tagen wo geweckt wird, geht es ein klein wenig lockerer zu, aber die Drohung gilt auch dann und es kommt auf das Verhalten des Kindes an, wie weit ich helfe.

katjuscha

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #7 am: 29. Januar 2014, 11:19:46 »
Wir habe auch so einen kleinen bummelzwerg.

Unser Ablauf am Morgen ist:

6:00 ich stehe auf -> wecke den kleinen, der legt sich mit der Ansage, dass ich mich jetzt fertig machen gehe nochmal hin
gegen 06:30 bin ich fertig mit waschen, frühstück vorbereiten und Katzen füttern und wecke den zwerg ein zweites mal, dann mach ich ihn fertig mit waschen und anziehen. waschen tu ich ihn morgens, anziehen macht er selbst, bzw. mit hilfe
kurz vor 07:00 beginnt das frühstück. Danach putzt der zwerg mit meinem freund zähne, zieht sich jacke und schuhe an und dann gehts los. um 07:30 sind wir am kiga.

der ablauf ist verinnerlicht, aber der kleine mann bummelt vor allem nach dem frühstück auf dem weg ins bad oder beim schuhe anziehen. dann gibt es eine ansage und fertig. an guten tagen klappts reibungslos und alle gehen gut gelaunt aus dem haus, an schlechten tagen sind alle gereizt und gestresst.

am grundsätzlichen ablauf gibts nichts zu rütteln und wenn der kleine mann meint, die weltherrschaft an sich reißen zu müssen, dann muss er eben mit antreiben und ermahnen leben.

Hier gilt auch die Drohung, wer nicht schuhe oder jacke anzieht, geht eben ohne... und da er sehr pingelig ist, macht er dann doch was er soll...

für uns gilt grundsätzlich im tagesablauf, dass es eben sachen gibt, die gemacht werden müssen, immer und jeden tag und daran wird nicht gerüttelt... er muss nicht alles alleine machen, aber er soll um hilfe fragen und nicht alles von sich schmeißen und bocken, wenn er nicht weiterkommt

myja78

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #8 am: 29. Januar 2014, 11:26:09 »
für uns gilt grundsätzlich im tagesablauf, dass es eben sachen gibt, die gemacht werden müssen, immer und jeden tag und daran wird nicht gerüttelt... er muss nicht alles alleine machen, aber er soll um hilfe fragen und nicht alles von sich schmeißen und bocken, wenn er nicht weiterkommt

 s-yes

SarkanaM

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #9 am: 29. Januar 2014, 12:15:05 »
Lösungsansätze kann ich gerade nicht beitragen. Was es aber erträglicher für mich macht, ist folgendes:

Kinder haben noch kein Zeitgefühl, wie wir es haben. Das stellt sich erst in den ersten 1-2 Grundschuljahren ein. Dann bekommen sie erst richtig mit, das es sowas wie Zeit gibt, Abfolgen, Uhrzeit und erhalten ein Gefühl dafür.

Selbst wenn sie vorher wissen: Frühstück, danach anziehen, danach Kindergarten - verknüpfen sie es nicht mit einer Art Zeit, wie wir sie kennen. Deshalb auch das "Trödeln" - das ist keine Absicht, sondern sie wissen es schlicht nicht besser.

Hilft manchmal vielleicht einfach etwas geduldiger oder ruhiger mit der stressigen Situation umzugehen.




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myja78

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #10 am: 29. Januar 2014, 12:21:03 »
Das stimmt - Josh hat schon ein wesentlich besseres Zeitgefühl als Finchen - daher auch immer die Ermahnungen (grob gesehen bestimmt alle 5 Minuten) mit dem was ansteht und/oder dem, was noch an Zeit über ist - und wenn ich zu Fine sagt, du hast noch 2 Minuten (auch wenn sie die nicht exakt erfasst) dann wird sie dennoch blitzschnell ;)

Susann

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #11 am: 29. Januar 2014, 13:50:58 »
Hier ist es genau das gleiche Problem. Und ja es stresst mich auch extrem. Ich frage mich immer wie das ab Mai werden soll, wenn ich wieder arbeiten gehe.
Im Moment müssen wir "nur" um 9 Uhr im KiGa sein.
Er muss auch morgens immer geweckt werden und ist dann erstmal sehr schlecht gelaunt und jammert und heult nur. Bis da mal "ein normaler Ablauf" möglich ist....

Also wir sind auch am ausprobieren und testen was hilt.

Wettrennen macht er nicht, nur wenn er Lust hat, ansonsten kommt dann ein "keine Lust".
Im Moment mache ich es wie Myja, entweder er zieht sich an oder sein kleines Frühstück daheim fällt aus (Milch und Fruchtriegel; er frühstückt aber im KiGa richtig). Entweder er zieht Jacke oder Schuhe an oder er läuft ohne.
Trotzdem muss ich ihn alle 2 Minuten ermahnen. Und das finde ich schön extrem, ich komme mir vor wie wenn ich nur am meckern bin.  :-\

Und das geht den ganzen Tag so. Wenn er kann braucht er schon für einen Toi-Gang 30 Minuten.  :-X

Was im Moment sehr gut hilft ist ihm die Zeitschaltuhr zu stellen. Da entwickelt er dann plötzlich Ehrgeiz und beeilt sich dann auch. Er weiß aber auch wieviel da z.B. 3 Minuten sind und sieht wann die letzten Sekunden ablaufen...

Außerdem bleibe ich meist dabei und treibe ihn dann sozusagen weiter.

Unser Ablauf ist so, dass wir gegen 7 Uhr aufstehen. Dann mache ich mich fertig und wecke dann den Großen. Gehe mit ihm auf Toi und dann soll er sich anziehen. Dann mache ich den Mini wach, mache ihn fertig und schaue dann wie weit der Große ist. Wie gesagt er "soll" sich alleine anziehen, was aber kaum funktioniert.

Wir gehen dann runter und ich mache Frühstück und die KiKa Dose und die Kids frühstücken. Dann wird Zähne geputzt und Jacke und Schuhe angezogen.
Abfahrt ist so gegen 8:30 Uhr.

Hier zieht aber auch nicht, wenn ich sage das er nicht zum Kindergeburtstag kann, wenn er sich nicht beeilt oder kein Essen bekommt. Es ist ihm zwar nicht egal, wenn es so ist und er hat das Essen verpasst, dann wir geheult und getobt. Aber das er dadurch das man ihm das erklärt, dann sein Verhalten ändern würde, nein, das macht er nicht. Und das ist das was ich nicht verstehe, Sturschädel. Ist leider sooo.
Ist nicht das erst mal, dass er z.B. kein Mittagessen bekommen hat und er ist eh schon ein Spargeltarzan.  :-X
LG
Susann




Peppeline

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #12 am: 29. Januar 2014, 15:11:48 »
Also, die Pädagogin von der Kur meint, Kinder wollen ihren Eltern helfen. Sie meint, man kann sich mit dem Kind hinsetzen, da kann man richtig Gedöns auffahren, vielleicht noch eine kleine Aufmerksamkeit für das Kind. So merkt es, dass es wichtig ist. Dann spricht man mit dem Kind über das Problem und zwar ich-bezogen. Und dann überlegt man mit dem Kind, wie man das Problem lösen kann. Hört sich in der Theorie sehr einfach an, ist es aber möglicherweise nicht. Einen Versuch ist es dennoch wert. Kinder wollen helfen und ihren Eltern was gutes tun.
In der Kur habe ich noch einen tollen Film gesehen (gehörte zur Therapie) ,,Wege aus der Brüllfalle". In dem Film wurde gesagt, dass Kinder ,,Hüllenwesen" sind, kurz gesagt heisst das, dass sie nur das wahrnehmen bzw. hören, was für sie wichtig ist. Alles andere blenden sie aus. Das tun die Kinder nicht mit Absicht, sie sind einfach so programmiert. Wenn man was von ihnen möchte, z.B. Tisch decken, Hausaufgaben machen oder sonst was, dann muss man in Blickkontakt zum Kind treten, damit es seine Aufmerksamkeit auf die Person, die was möchte, richtet.
Das war mal ganz kurz gefasst, worum es in dem Film geht, da sind echt gute Ansätze für eine harmonische Eltern-Kind-Beziehung enthalten.

Was Kindern immer hilft, ist ein festern Tagesablauf, daran arbeiten wir grade, ist aber bei uns nicht so einfach, weil mein Mann im Schichtdienst arbeitet und wenn er zuhause ist, dann wirft er meinen Tagesablauf total durcheinander. Er kapiert einfach nicht, wie wichtig das ist  s-:)
Also, wir arbeiten auch noch daran.  ;D





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Susann

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #13 am: 29. Januar 2014, 20:51:27 »
Ja das habe ich auch so gelernt. Auf Augenhöhe gehen und direkt ansprechen. Nicht durch 3 Zimmer brüllen.  :)

Und wenn man es kann, dann keine verneinten Sätze verwenden. Sagt man das so?
Also nicht sagen "Du sollst nicht schreien" sondern "leise sprechen". Denn was beim Kind ankommt ist oft nur das Schlagwort...
LG
Susann




dragoness

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #14 am: 29. Januar 2014, 21:04:41 »
Ich hab hier zwei so Trödler und die sind nicht erst 3 Jahre alt  s-:)

Mit Socken oder Schlafi in den Kiga haben wir hier auch schon angedroht. Da wir schon alle Kniffe ausprobiert haben hilft mittlerweile nur eins: Früher aufstehen für die Damen und Herren. Wenn man halt 10 Minuten braucht um ne Schüssel Müsli zu löffeln, dann muss man eben früher aufstehen. Gefällt beiden nicht, geht aber leider nicht anders. Druck nützt da leider sehr wenig, bei Sohnemann eher das Gegenteil. Oft nützt nur zu sagen: Komm zieh Dich gleich an dann können wir noch ein bisschen kuscheln bevor wir aus dem Haus gehen.

Der Bus geht für beide um 7 Uhr und aufstehen müssen sie um 6 Uhr. Würden die morgens etwas schneller sein, könnten die locker 20 Minuten länger schlafen. Ich persönlich koste ja jede Minute morgens im Bett aus und beeile mich dann eben beim Anziehen und Zähneputzen  ;), wenn es sein muss bin ich in 8 Minuten startklar (ohne Frühstück natürlich).

zuz

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #15 am: 30. Januar 2014, 00:32:20 »
Wir haben das auch immer wieder. Meist hilft eine Kombi. Zunächst ein klärendes Gespräch in aller Ruhe, warum uns das stresst, und gemeinsam überlegen, was man ändern kann, damit es besser wird.
Und dann hat hier oft zählen geholfen. Keine Ahnung, warum, aber das schien irgendwie Ansporn zu sein.
Und erstaunlicherweise hat auch geholfen, gar nichts zu sagen oder zu tun, sich nur danebenzustellen. Also schon jeweils eine Ansage, was getan werden soll, aber dann nichts mehr. Das hat zwar manchmal gefühlte Ewigkeiten gedauert, war aber unterm Strich (ich hab extra mal die Zeit gestoppt) nicht langsamer als wenn ich zunehmend genervter wiederholt habe, was ich wollte (und das Kind natürlich immer knatschiger wurde).
Was mir beim Lesen noch aufgefallen ist: Du sagst, er ist grad empfindlich und wenn Du das 2. Mal sagst, er soll sich die Hose anziehen, gibt es Probleme. Wäre es eine Möglichkeit, dass Du beim 2. Mal direkt anbietest, ihm zu helfen?
Grundsätzlich hilft mir auch immer die Überlegung, dass sie es ja nicht mit Absicht machen, dass es kleine Kinder sind, und dass es eigentlich gemein ist, dass sie schon so einen Zeitdruck haben, weil das völlig gegen ihre Natur ist. Das ändert natürlich nichts daran, dass man trotzdem pünktlich los muss, aber wenn ich mir das klarmache, ändert sich meine Einstellung und ich kann viel ruhiger bleiben. Das ist meist konstruktiver als wenn ich selbst dann auch genervt reagiere.
Viel Glück, ich kann es Dir echt nachempfinden, wir haben solche Phasen auch immer wieder mal und ich finde sie schon eine echte Herausforderung!

Papa

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #16 am: 30. Januar 2014, 22:18:03 »
ZUZ: "Das hat zwar manchmal gefühlte Ewigkeiten gedauert, war aber unterm Strich (ich hab extra mal die Zeit gestoppt) nicht langsamer als wenn ich zunehmend genervter wiederholt habe, was ich wollte (und das Kind natürlich immer knatschiger wurde)."

Das sollte ich auch mal machen, also die Zeit stoppen. Irgendwo im Hinterkopf hatte ich dieses Gefühl auch, danke, dass Du das mal überprüft hast.

Das Frustrierende ist ja, das man irgendwie das Gefühl hat, die Kinder müßten das doch jetzt endlich mal begreifen (z.B. dass ich auf Arbeit muß). Nein, sie begreifen das nicht, und können das auch noch nicht. Dumm nur, dass diese Erkenntnis nur eine theoretische ist, und der eigene Streßlevel trotzdem steigt.
Gruß vom Papa!

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MammaMuh

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #17 am: 30. Januar 2014, 23:50:17 »
Wir haben einen Wecker, der klingelt, wenn wir losgehen müssen. Eine Freundin geht noch weiter und hat mehrere Weckzeiten: Aufstehen, Anziehen, Frühstücken, Losgehen. So wissen die Kinder immer, was dann gerade dran ist. Und auf dieses Signal "von Außen" hören meine Kinder auch viel besser als auf mein gestresstes "Wir müssen jetzt losgehen... !".

Ich helfe der Kleinen am Morgen auch viel, meistens ziehe ich sie auch einfach an. Gerade im Winter kommt sie mit den Strumpfhosen, Winterschuhen, dicken Jacken nicht klar und da muss ich eh dabei sein. Wenn es wärmer wird, muss sie das wieder selbst machen.
nasfried 01/07 und hornfried 03/10

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #18 am: 31. Januar 2014, 06:07:54 »
MammaMuh: Das mit dem Wecker ist ja auch mal ne gute Idee! Okay, ich glaub 5 Wecker würden MICH überfordern  ;D Aber ein Losgehwecker, das ist echt gut!

Hubs

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #19 am: 31. Januar 2014, 06:24:00 »
Also aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, umso mehr ich versuche ihn zum beeilen zu bringen umso langsamer wird er und ich merke dass ich ihn mit meiner Nörgelei wirklich stresse.
Wir stehen zur Zeit wirklich früh auf, die beiden Buben gehören nicht wirklich zur Kategorie Langschläfer  s-:), wir haben in der Früh richtig viel Zeit, seitdem ist hier vieles entspannter. Und manchmal tut's auch den Kindern, die schon so viel alleine können, einfach mal gut umhätschelt zu werden und angezogen zu werden, wie damals als sie noch so klein waren. Klar, kann ich in der Zeit in der er sich anzieht was anderes machen, aber vom deneben stehen und rumnörgeln, er solle sich jetzt endlich anziehen, räumt sich meine Küche auch nicht auf.

Ach ja, mal so zum Thema ein kleiner Text über "trödelnde Kinder" http://www.huffingtonpost.de/rachel-macy-stafford/der-tag-an-dem-ich-aufhoe_b_4656908.html
Hubs mit den beiden Buben *04/2009 *01/2012



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How could anyone fail to notice, that your loving is a miracle?

Sammylein

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #20 am: 31. Januar 2014, 07:05:49 »
Den Wecker nutzen wir hier auch und das kommt sehr gut an.
Bei uns ist es immer, wenn er beim Spielen "noch fünf Minuten" haben will. Gut, Timer eingestellt, wenn das Telefon klingelt, sind die fünf Minuten vorbei.

Hat letztens sogar im Indoor funktioniert. "Wir bleiben zwei Stunden, wenn das Telefon klingelt gehen wir." Es gab keine Tränen und keine Diskussion   :o :o.

Und vielleicht auch den Zeitdruck auf das Kind abwälzen. Sie verstehen zwar nicht, dass man auf die Arbeit muss, aber die Erzieherin sperrt um neun die Kindergartentür zu.... Das kann mein Sohn realisieren. "Komm, wir sind spät dran...." "Hat die Frau L. schon zugesperrt?????" --> übrigens keine leere Drohung, die machend das wirklich. Weil es viele Mamas einfach nicht schaffen, um neun da zu sein.....  ;).


Rumpelstilzchen

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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #21 am: 07. Februar 2014, 09:31:26 »
Wir haben morgens für die Kita GsD meistens Zeit, da wir wegen der Schule schon alle früh wach sind, die Kleinen aber dann noch Zeit haben bis zum Kita-Abgabeschluss und ich muss auch nicht dringend weg zur Arbeit (arbeite Zuhause). Einerseits haben wir deshalb nicht so einen Zeitdruck, andererseits auch nicht so ganz fixe Abläufe, manchmal schlafen die Kleinen etwas länger, mal haben sie noch kurz Zeit zum Spielen. Wir müssen auch manchmal mehrfach ermahnen, dass sich das Kind jetzt mal  anziehen muss und so,  insgesamt läuft es aber gut ohne großen Stress. Der Kleine ist schon mal - und momentan sehr oft - jammerig und will sich helfen lassen, da bin ich ehrlich gesagt auch oft nachgiebig oder versuche sowas wie "ein Schuh ich, einer Du", anstatt auf Konfrontation zu gehen, denn da ist er im Moment sehr schnell auf 180 und dann geht auch gar nichts mehr. Auf so unerfreuliche Situationen habe ich keinen Bock ohne Not und meine beiden Großen haben es auch besser mit der weichen Variante gelernt als auf die harte Tour. Es gibt eben Phasen, in denen die Kinder jammern und lustlos sind, dann kommen wieder Phasen, in denen sie alles selbst machen möchten (was ja auch nicht unbedingt schneller geht erstmal).
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Antw:Trödeln und Zeitdruck
« Antwort #22 am: 14. Februar 2014, 15:37:35 »
Ich wollte grad den Link posten, aber Hubs kam mir zuvor - an den Text musste ich gleich denken, als ich den Titel gelesen habe hier ;) Das ist mein Mantra für das kommende Jahr!





 

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