Autor Thema: sehr niedrige Frustrationsgrenze  (Gelesen 4115 mal)

Bomelo

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sehr niedrige Frustrationsgrenze
« am: 26. Januar 2012, 07:24:11 »
Huhu.

Mein kleiner Zwerg (wird bald 3) hat im Moment eine sehr niedrige Frustrationsgrenze. D. h. : wenn er etwas nicht darf oder irgendwas nicht nach seinem Kopf geht oder er etwas noch nicht richtig kann (z. B. Schuhe anziehen klappt noch nicht immer), dann fängt er sofort bitterlich an zu weinen.

In der Trotzphase sind wir schon etwas länger. "Nein", "doch" und "ich mag nicht" sind die gebräuchlichsten Wörter in seinem aktuellen Sprachschatz. Auch weinte er natürlich immer schon ab und zu mal wenn was nicht nach seinem Kopf ging. Aber seit einigen Tagen ist es richtig schlimm. Bei jeder noch so kleinen Kleinigkeit (über die er früher hinweg gesehen hätte) weint er bittere Tränen.

Ist das eine normale Phase in dieser Zeit? Wie kann ich ihm helfen, diese Frustrationsgrenze ein wenig weiter auszudehnen? Er ist ja die Hälfte des Tages totunglücklich  :-\

LG
Elovan
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shiri

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Antw:sehr niedrige Frustrationsgrenze
« Antwort #1 am: 26. Januar 2012, 07:49:35 »
Selma ist genausoalt und genausodrauf!   :P

Mit Hilfe des Kigas haben wir ihr jetzt zumindest erfolgreich das Weinen als Reaktion abgewöhnen können, sie motzt jetzt oder schimpft oder stampft mit dem Fuß auf o.ä.

Allerdings ist und bleibt die Frustrationsschwelle sehr sehr niedrig, was zur Zeit echt anstrengend ist (bei uns ist es besonders das An/Umziehen, was tagtäglich mindestens 2 mal zu großem Theater führt  :-X )

Ich denke aber, dass das absolut altersgerecht ist. Lt. Kiga-betreuerin steckt Selma mitten im 3-Jahres-Schub.




Wie du ihm helfen kannst?
Wir haben Selma immerwieder erklärt, dass traurig und wütend unterschiedlich sind, und dass man wenn man wütend ist, nicht immer weinen muss. Auch wir haben unser Verhalten einw enig offensichtlicher gemacht. Gesagt, dass wir uns ärgern, wenn was schief läuft oder eben auch mal gemotzt.
Selma hat das gut verstanden und setzt es prima um....
beim Autofahren motzt sie wie ne Alte  ;D
Aber ihr hat es zum Beispiel auch im Kiga geholfen, wo sie jetzt laut NEIN sagt, wenn ihr was nicht passt oder ICH MÖCHTE DAS NICHT. Denn da hat sie vorher auch gern mal einfach losgeweint.


Liebe Grüße *wink*


myja78

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Antw:sehr niedrige Frustrationsgrenze
« Antwort #2 am: 26. Januar 2012, 09:28:58 »
Einfach loosweinen tut sogar Josh oft heute noch, wenn mal etwas nicht klappt oder nach seiner Nase geht, bei letzterem setzt er sich oft auch bockig in ne Ecke, verschränkt die Arme und sagt er ist traurig. Wird er geärgert weint er oft auch los, was andere Kids dann natürlich ausnutzen und bespötteln :-\

Finchen kann das losheulen auch auf Kommando, bei manchen Sachen weiß ich quasi schon vorher, das es gleich Tränen gibt, kann es aber nicht abwenden, weil sie sich nicht helfen lassen möchte :P

Ich finde diese Situationen extrem anstrengend, und schwer den Kindern zu vermitteln, wie man besser mit der Situation umgehen könnte - aber es wird besser, auch wenn Josh immernoch solche "Anfälle" hat, so sind sie doch viel seltener geworden - ich hak es also unter Phase ab ;)

zuz

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Antw:sehr niedrige Frustrationsgrenze
« Antwort #3 am: 26. Januar 2012, 12:01:35 »
Huhu,

Du hast ja schon öfter geschrieben, dass Dein kleiner Mann recht sensibel ist. Vielleicht hilft einfach viel trösten, Verständnis usw. Und ihn selbst nach Auswegen suchen lassen. Ihm eher Fragen stellen, was man jetzt tun könnte, wie man ein Problem lösen könnte, anstatt fertige Ansagen zu machen (ist im Alltag superschwer umzusetzen  s-:)).
Ihm klarmachen, was er grad wirklich fühlt.

Aber was mir auch noch gekommen ist: Sowas deutet bei uns meist auf einen Infekt hin. Manchmal brüten sie ja auch rum ohne wirklich krank zu werden. Vielleicht auch einfach mal 2 Tage nen Gang runterschalten und ganz viel Ruhe verordnen?

Bomelo

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Antw:sehr niedrige Frustrationsgrenze
« Antwort #4 am: 27. Januar 2012, 11:33:57 »
@ Zuz: er ist gerade mal wieder krank (Bronchitis - wie immer halt). Klar könnte das im Zusammenhang stehen. Aber irgendwie glaube ich das nicht.

Was mir noch eingefallen ist: könnte damit zusammen hängen, dass wir nun seit knapp 3 Wochen einen Hund haben? Unser Kleiner liebt Boomer, fragt ständig wo er ist, spielt und kuschelt mit ihm. Trotzdem ist es natürlich eine Veränderung. Mama muss jetzt eben auch immer mal wieder nach dem Hund gucken, übt mit ihm, kümmert sich also in diesen Momenten nicht ausschließlich um das Kind. Da ist sozusagen plötzlich Konkurenz. Wär das möglich? Zeitlich passt das nämlich ungefähr zusammen.

Und dazu grad noch eine Frage: wenn ich mit Boomer sitz, platz und co übe, dann kommt der Zwerg immer "Mama ich auch Hund" und dann muss ich ihn auch sitz und platz machen lassen und ganz doll loben (nein, stellt es euch bitte nicht bildlich vor und das Jugendamt muss auch nicht eingeschaltet werden  ;D  ). Bis jetzt gehe ich auf dieses Spielchen ein, sage dabei aber immer wieder bewußt, dass wir gerne kurz dieses SPIEL spielen können. Würdet ihr das auch so machen? Oder soll ich sein "Hund-Spielen" besser unterbinden?
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myja78

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Antw:sehr niedrige Frustrationsgrenze
« Antwort #5 am: 27. Januar 2012, 12:00:22 »
Ich würd es nicht unterbinden oder vielleicht fragen ob er nicht als "Ersatz" lieber danach mit dir allein ein Spiel spielen möchte - also Alternativen anbieten.

zuz

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Antw:sehr niedrige Frustrationsgrenze
« Antwort #6 am: 29. Januar 2012, 12:36:52 »
Nun ja, letztlich ist die Ursache ja auch gar nicht so wichtig. Irgendwie hat er jedenfalls offenbar Stress und lebt das durch überreagieren aus.

Mit dem Hund sielen: Warum denn nicht? Es geht ja von IHM aus, lass ihn einfach machen, so lange er will. DAs mit dem SPIEL betonen finde ich gut. Im Grunde ist es ja so ähnlich wie die Großen dann oft ihre Puppen "stillen", wenn ein GEschwisterchen kommt.
Aber dennoch: Es scheint so, als würde er glauben, dass der Hund viel Aufmerksamkeit bekommt und wenn er sich jetzt auch so wie der Hund verhält, dann bekommt er die eben auch. Das würde ich schon noch mal mit ihm klären, ihm ganz, ganz klar machen, dass er natürlich weit vor dem Hund kommt und immer Vorrang hat, und dass Du an ihm ganz andere  Dinge schätzt.

 

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