Autor Thema: Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?  (Gelesen 6924 mal)

Badita

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Ich höre immer wieder, das Kinder regeln brauchen. -Klar!-
Das man aber nicht alles mögliche verbieten soll, sondern nur wenige regeln aufstellen solle, diese aber konsequent einhalten soll - auch klar soweit- 
Das man mit dem Wörtchen "nein" sparsam und gezielt umgehen soll. - klingt logisch-
ich würd das auch liebend gern so machen, aber wie?

ich habe so oft überlegt, was ist mir wirklich wichtig? Was nicht so sehr? Und ich komme doch immer wieder auf 1000 Dinge, die ein "nein" erfordern....oder doch nicht? ???
Bisher habe ich irgendwie das Gefühl viel zu oft nein zu sagen, vieles zu verbieten, was nicht nötig wär oder vielleicht doch bei dingen nachlässig zu sein, die wichtig wären. Aber es gibt irgendwie kein handbuch, das einem sagt, wie man bei was reagieren soll.

Nur es muss sich etwas ändern. Denn die Maus fängt immer mehr an mir auf der Nase herum zu tanzen. Also muss was passieren, sonst bin ich mit 2 Kindern komplett auf verlorenem Posten

Wie haltet ihr es mit Regeln und Verboten?
und welche Verbote/Regeln habt ihr?

Vielleicht kann ich mir das ein oder andere abschauen ( wenn ich darf)
 


Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten.
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Fliegenpilz

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #1 am: 28. März 2012, 21:13:56 »
Da öffnest Du nun aber die Büchse der Pandora ;D

Darf ich fragen was du genau meinst mit "sie tanzt dir auf der Nase rum"?
Und wie konsequent bist du bei deinen Regeln, richten die sich nach deiner Laune, deinem Zeitfenster oder gelten sie immer?

Richtig läuft bei uns auch nicht alles, definitiv nicht ;D - aber ich versuche nicht alles in Kämpfe ausarten zu lassen.
Bei uns gibt es gewisse Regeln, die immer gelten - altersentsprechend.

Ich versuch mal eine Situation zu beschreiben:
Über die Straße geht es nur an der Hand von Mama/Papa. Diese Regel galt bis vor Kurzem immer, ohne Ausnahme!
Jetzt wurde die Regel aber etwas gelockert, da die Große sich für ihr Alter schon sehr sicher und teils auch vorrausschauend bewegt. Nun heißt die Regel für sie: "Über die Straße geht es nur an der Hand von Mama/Papa außer an Ampeln!".
Dort darf sie aber nur alleine die Straße passieren (natürlich mit unserer Begleitung, aber halt ohne Hand), wenn wir das OK gegeben haben. Da auf unserem Kindergartenweg eine Ampel ist, die wir passieren müssen zweimal am Tag, üben wir es auch jeden Tag und es klappt (bisher) zu 100% und macht sie irre stolz, weil sie wieder einen Schritt weiter ist und wir ihr mehr zutrauen.



Sweety

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #2 am: 28. März 2012, 21:17:06 »
Oh mein Thema ;D ;D

Dank des weisen Rates meiner Nachbarin habe ich kaum eine Handvoll wirklich unumstößlicher Nein-Sachen und die betreffen eigentlich ausschließlich Sicherheit und aggressives Verhalten.

Ich bringe die ihm in der Form "Wir tun das nicht" nahe, weil "Lass es" ist bei uns einfach nichts Unumstößliches und irgendwie kann er mit "Es wird nicht dies und jenes gemacht" nicht so recht was anfangen.
Also:

Wir pulen nicht in Steckdosen rum.
Wir ziehen nicht an Kabeln.
Wir spielen nicht an elektrischen/elektronischen Geräten rum.
Wir machen nicht alleine Türen auf.
Wir laufen nicht alleine auf/über die Straße.
Wir gehen nicht alleine die Treppe runter.
Wir fassen nicht einfach so fremde Hunde an.

Wir treten nicht und wir hauen nicht und vor allem schubsen wir momentan nicht (selbes gilt für Kratzen und Beißen).
Wir nehmen anderen Kindern nicht einfach so das Spielzeug weg.

Kann sein, dass ich noch was vergessen habe, aber das ist so das Wesentliche. Alles andere ist Verhandlungssache; da bin ich durch und durch kompromissbereit und lass ihm auch mal seinen Kopf, wenn es mir nicht passt. Solange ich zu dem Schluss komme, dass der einzige Schaden, der dadurch entsteht eben ist, dass es mir nicht passt, muss ich nicht auf meinem Willen beharren.

Wir fahren seither alle besser :)

satti

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #3 am: 28. März 2012, 21:28:32 »
ich hab das auch gerne "verallgemeinert" was heissen soll das man ja nicht sagen muss :
wir hauen nicht mit der schaufel,wir beisen nicht,wir schubsen nicht....
das ist dann einfach: wir tun niemanden weh  ;)

vieles ergibt sich doch auch durch vormachen und beispiel sein,oder?

und das wie z.b an der hand über die strasse gehen wäre bei uns keine "regel" wo ausgesprochen wird und diskutiert sondern ist doch dann auch gewohnheit....

ich mag auch wenn anna "mitdenkt" und weiß welche "regel" wann gilt....und das klappt....meist muss ich nur ihren namen sagen und sie weiß was sache ist  S:D

und JA,ich denke auch das zuviele regeln frusten und stinkig machen,geht mir auch so ;D;D


wir gehen "höflich miteinader um!" beinhaltet das man nix kaputt macht,niemanden verbal oder körperlich verletzt, grüßt,dankt etc....1 regel-viel erfolg
nur so als beispiel
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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #4 am: 28. März 2012, 21:31:36 »
Satti, das merk ich mir: Rationalisierung 8) ;D


dane_80

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #5 am: 28. März 2012, 21:37:13 »
Mich würde auch interessieren was Du meinst wenn Du sagst sie tanzt Dir auf der Nase rum.

Das was satti schreibt ist gut, statt Tausendundeine Regel eher allgemeingültige Verhaltensrichtlinien. Manches setze ich immer und ausnahmslos durch, aber das meiste ist erklären, erklären, erklären, verhandeln, auffordern und ganz wichtig: vormachen und Gewohnheit.

Heute hat mein Sohn übrigens nichts so gemacht wie ich das gerne hätte und trotzdem hatte ich nicht das Gefühl er tanzt mir auf der Nase rum. Ich bin da dann eher genervt.
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satti

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #6 am: 28. März 2012, 21:49:05 »
was ich zum beispiel immer versuche zu vermeiden ist mit ihr laut zu werden-also wenn sie rum brüllt werd ich eher leiser  S:D
im gegenzug schrei ich ihr aber auch keine "befehle" über den spielplatz zu (wenn keine gefahr besteht!!!) sondern geh zu ihr hin und sag was ich möchte

ich finde es schlimm wenn man so mit kinder rumbrüllt...da würd ich auch nur auf stur schalten :-X
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Sweety

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #7 am: 28. März 2012, 21:55:25 »
Befehle brüllen - ist hier reserviert für absolute Panik-Alarm-Ausnahmesituationen (er vergisst sich und will doch auf die Straße rennen und ich krieg ihn nicht schnell genug zu fassen o.ä.).
Da hört er dann auch drauf, eben weil es Ausnahme ist.

Da ich will, dass das so bleibt, versuche ich auch, das sonst zu vermeiden :)

Badita

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #8 am: 28. März 2012, 22:38:25 »
Gut, solche regeln wie ihr aufgeführt habt, hab ich auch und das Thema Über die Strasse gehen z.b., da brauch ich nix sagen, da reicht sie mir direkt ihre Hand. Das ist für sie also völlig klar.

gefährliche Situationen ( Strasse, steckdosen, kabel, etc) sind klar und konsequent.
Aber es geht mir um andere sachen, alltägliches, was man einfach nicht macht, wie z.b. Füße auf den Tisch legen, auf den Tisch setzen oder drauf herum klettern, mit Besteck (vorzugsweise Messern, wenn auch aus Plastik) hantieren.....
etwas anziehen, wenn es zu kalt ist,  essen nicht erst anlutschen oder zerpflücken und dann nicht mehr haben wollen....

sie will etwas nicht mehr essen, es darf aber auch kein anderer essen, es soll in den Müll. Esse ich oder Papa es doch, gibt es Tränen und Wut.

unser heftigstes Beispiel bisher war folgendes:
Am samstag wollte sie abends nochmal im garten schaukeln- ok, kein thema, aber zieh ne Jacke an. das wollte sie nicht. ich sagte dann klar: entweder jacke oder du bleibst drin. es ist zu kalt im T-Shirt.
da ging das geschrei los. Sie schrie, aber frag nicht nach sonnenschein! Sie fuhr dermaßen aus der Haut, als ich nicht nach gab, das ich sie irgendwann nur noch festgehalten habe und versucht hab sie irgendwie zu beruhigen, weil sie kaum mehr Luft bekam. Das hatte ich bis da noch nicht erlebt. und das alles wegen einer Jacke.

Sie will etwas, ich will es nicht oder zumindest nicht so wie sie, dann beginnt sie zu schreien. Hört nicht mehr zu, will keine Alternativen oder Kompromisse hören...ich sage nein, das möchte ich nicht. da schreit sie mich an :"Doch du willst das!"
z.b. soll ich sie dann beim schaukeln anschubsen. Nur nach etwa 20 minuten dauer-schubsen möchte ich ne Pause und sage das auch. und auch, das wir später nochmal schaukeln können. Sie jammert erst, dann heult sie und wenn das nicht hilft, fängt sie an zu kreischen, rennt hinter mir her und versucht mich am weggehen zu hindern. teilweise haut sie dann nach mir oder schmeisst mit irgendwas.

Das sind jetzt wirklich härtefälle, aber dieses schreien häuft sich in letzter zeit. Ebenso dieses "NEIN!" wenn ich ihr etwas verbiete. Und das schreit sie wirklich mit einem richtig bösen gesichtsausdruck raus.

Andere dinge sind z.b. das sie genau weiß, das sie etwas nicht darf ( z.b. sich auf den Couchtisch setzen). Dann passiert folgendes: sie setzt sich auf den Tisch und ruft solange "maaaama!" bis ich reagiere und sie anschaue. dann lacht sie mich an und wartet nur darauf, das ich sage, sie soll bitte runter gehen. dann kommt ein "nein soll ich nicht!" und ein Blick der sagt "Und jetzt? was machste jetzt?"

Wenn gar nichts mehr ging, hab ich sie bisher in ihr Zimmer gesetzt und gesagt, das sie wieder kommen darf, wenn sie wieder hört. Aber das funktioniert nicht mehr. Trage ich sie hin, lacht sie schon auf dem weg und rennt noch an mir vorbei wieder raus, bevor ich das Zimmer verlassen hab. Sie macht ein Spiel daraus.

Und ich suche verzweifelt den Fehler, den ich gemacht habe, das es dazu gekommen ist. Sie nimmt mich einfach nicht ernst. Und ich habe das Gefühl, das kam von jetz auf gleich aus heiterem Himmel. bei anderen ist sie das liebste kind und alle schwärmen, wie lieb und ausgeglichen sie doch sei. Nur bei mir nicht.

Wir hatten in letzter Zeit situationen, in denen ich dann meinen Mann gerufen hab, weil ich nicht mehr wusste, was ich noch machen soll. ich hatte teilweise angst, meine beherrschung zu verlieren und das will ich auf keinen fall. also hab ich mich zurück gezogen und meinen Mann gerufen.

Wie soll das denn mit 2 Kindern werden, wenn ich das nicht in den Griff bekomme? :'(

« Letzte Änderung: 28. März 2012, 22:45:18 von Badita »
 


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Badita

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #9 am: 28. März 2012, 22:40:37 »
Achja, leider ist mein problem, das ich auf dauer nicht ruhig bleiben kann.
Ich versuche es erst ganz ruhig, dann noch ruhiger....ich hab es mit ignorieren versucht, irgendwann werd ich lauter. ich habe versucht sie genauso anzuschreien, wie sie mich.....ich weiß nicht mehr was ich noch machen soll.
ichwerde inzwischen viel zu oft viel zu laut, weil ich einfach nicht zu ihr durch dringe.  :'(

meine Mutter oder auch schwester brauch ich nicht um Rat fragen, denn da heißt es dann, ich soll ich ne ohrfeige geben und dann is gut. Aber ich will mein Kind nicht schlagen! Also muss was anderes her, bevor wir beide uns kaputt machen.


Edit: ich hab mir alles nochmal durchgelesen und es klingt, als hätte ich den teufel persönlich zu hause. Aber sie kann auch eine wunderbare liebe maus sein, die man den ganzen tag knuddeln will. Nur vergeht fast kein tag an dem es nicht irgendwelche machtkämpfe oder Diskussionen gibt
« Letzte Änderung: 28. März 2012, 22:46:33 von Badita »
 


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Sweety

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #10 am: 28. März 2012, 22:50:52 »
Also erstmal hast du keinen Fehler gemacht, das ist ja nun kein so altersuntypisches Verhalten.

Und dann versteh ich nicht, warum du dich so versteifst auf die Sachen, die du anders haben willst als sie.
Du machst doch quasi das gleiche, nur ohne Brüllen und Toben, aber du weichst auf Biegen und Brechen keinen Millimeter ab, egal wie sinnig oder unsinnig das ist.

Bei deinen ganzen Beispielen, die du gebracht hast, würde ich auf komplett andere Art versuchen, zum Ziel zu kommen und hier geht das meist ohne Probleme, eben weil so Sachen, die nicht zur Verhandlung stehen, nicht so gehäuft sind.

Essen anlutschen und dann weg? Prima - dann hat wohl jemand keinen Hunger mehr. Essen weg und fertig.
Geschrei? Eine Seite rein, andere raus.

Auf dem Tisch rumfuhrwerken? Na, wenn er eh einmal oben ist, dann darf er mir von dort in die Arme springen mit der Ansage, dass er danach unten bleibt, ich wirbel ihn lachend rum (und ich bin Ende des achten Monats, das geht auch schwanger noch ;) ) und wenn er wie vorprogrammiert eine Wiederholung fordert, machen wir das von einem Möbel aus, auf das er auch normal raufklettern darf.

Füße auf den Tisch? Die werden gekitzelt, bis der Arzt kommt. Bei Wiederholungsbedarf kitzelt die Mama aber viel lieber Sofafüße.

Wutanfall, der sich nicht regulieren lässt? Aussitzen und an was Schönes denken. Hilft ja sonst eh nix.

Im Shirt raus? Bitteschön, gerne doch. Ich nehm die Jacke einfach mit und frage nach drei Minuten nochmal, ob er die jetzt anziehen mag. Hat bislang immer geklappt. Und wenn er die Jacke nicht wollte, dann wollte er doch lieber wieder rein, weil's eben kalt war. Lass sie die Erfahrung doch machen, umso eher wird sie dir in Zukunft glauben.

Wenn sie dich provoziert - ignorieren.
Der Couchtisch ist für sie interessant, solange sie für DICH auf dem Couchtisch interessant ist.

Mach dir nicht so einen Stress und geh auch mal von deinen Vorstellungen ab. Man muss sich nicht immer durchsetzen und Wutanfälle sind manchmal einfach unvermeidlich.

Ein Machtkampf wird es nur, wenn DU dich darauf einlässt.

Und wenn es um Dinge geht, die nur nicht deiner Vorstellung entsprechen, aber eigentlich keinen Schaden anrichten - dann lass sie doch auch mal. Ihr wird es Auftrieb geben, es ist ein Schlachtfeld weniger und du wirst merken, dass auch uns Eltern kein Zacken aus der Krone bricht, wenn es mal nicht nach unseren Vorstellungen läuft.

Das klingt schon so, als würdest du dich unbewusst noch nach den Erziehungsrichtlinien deiner Mutter richten, wenn auch natürlich ohne das Schlagen.
Aber das Schlagen ist ja nur die letzte Konsequenz des "Es wird gemacht, was ICH sage."
Und davon kann man sich auch lösen.
Hab ich auch getan und es hat mir unwahrscheinlich gutgetan. Und dem Zwerg auch. Und uns als Familie.

Und keine Angst - ich hab kein verzogenes Gör daheim, das mir auf der Nase rumtanzt. Im Gegenteil - bis auf ein paar unvermeidliche Überforderungswutanfälle kann er sehr gut unterscheiden, was Regel und was Ausnahme ist und nutzt das auch kaum aus :)

satti

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #11 am: 28. März 2012, 22:51:33 »
naja da trifft ja keine regel...bei dem thema jacke,,
aber wenn du weisst das sie bei manchen sachen austickt dann geh es evt gleich mal so an: okay aber zieh bitte jacke ODER pulli an
vielleicht ist sie dann mit aussuchen beschäftigt und vergisst das "spinnen"  ;)

wenn du nimmer anschubbsen willst kündige es vorher an-noch 3mal schubsen dann brauch ich ne pause....

und wenn du konsequent belibst dann wird es bald besser,wirklich! sie testen eben,nicht nur die strenge sondern auch ob man sie trotz allem lieb hat-pass darauf auf! sie ist klein,sei nicht nachtragend DAS versteht sie nämlich nicht und kann es nicht einordnen....

@wz tisch
sei sauer,sag ihr das du es echt doof findest wenn sie das macht weil sie weiß das es ein verbot ist und wenn sie es wieder tut darf sie eben nicht mehr allein ins wz oder so....


und füße auf dem tisch,etc immer wieder sagen das man hier anständig essen will,die füße /schuhe schmutzig sind etc...immer und immer wieder  :P
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dane_80

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« Antwort #12 am: 28. März 2012, 23:00:01 »
Jap, schließe mich Sweety an.

Kind will im Shirt raus - bitte, wird schon merken wenn es kalt ist. Oder es ist vielleicht nur Dir kalt??

Kind sitzt auf dem Couchtisch? Warum nicht? Meiner sprang vom Couchtisch aufs Sofa. Und wenn Du es wirklich nicht magst: mach was unerwartes: geh ins Wohnzimmer, kuck durch sie durch: kein Kind da ;) Ruf im Haus nach ihr... oder kitzel sie durch...oder reagier wirklich gar nicht.

Und manchmal muss man wirklich da durch. Den Frust ertragen. Das kann man auch lernen.
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« Antwort #13 am: 28. März 2012, 23:15:40 »
Kind sitzt auf dem Couchtisch? Warum nicht? Meiner sprang vom Couchtisch aufs Sofa.

Da es an seelische Grausamkeit grenzen würde, ihm seine Freiflugübungen zu verbieten, darf er bei uns von der Sofalehne auf die Sitzfläche springen. Problem gelöst, Tisch hat seine Ruhe, alle glücklich ;D

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« Antwort #14 am: 28. März 2012, 23:55:54 »
Isch habe keine Sofalehnen - und inzwischen auch keinen Couchtisch mehr, was aber nicht am Kind liegt.

Das sind eben so Sachen wo man gelernt hat " das macht man nicht". Und manchmal denke ich dann auch: warum eigentlich nicht? Klar, wenn das ein Glastisch ist oder was kippeliges gehts nicht, aber das ist eins der Verbote was ich überdacht habe.

Und es ist einen Versuch wert mal gaaaaaanz leise zu werden. Flüstern oder total tonlos, nur die Lippen bewegen. 
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« Antwort #15 am: 29. März 2012, 00:04:53 »
Was hier auch ganz gut klappt, wenn er etwas, von dem ich denke, dass er es nicht machen sollte, erstmalig macht:

Verständnislos angucken und gaaaaaanz beiläufig fragen: "Was machst'n du da? Du bist mir ja ein kleiner Spinner." und einfach weggehen. Meist wird das dann schlagartig komplett uninteressant s-:) ;D

Badita

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« Antwort #16 am: 29. März 2012, 00:15:40 »
Kind sitzt auf dem Couchtisch? Warum nicht? Meiner sprang vom Couchtisch aufs Sofa.
Da es an seelische Grausamkeit grenzen würde, ihm seine Freiflugübungen zu verbieten, darf er bei uns von der Sofalehne auf die Sitzfläche springen. Problem gelöst, Tisch hat seine Ruhe, alle glücklich ;D
aber ich möchte, das sie lernt, das man mit dingen (auch Möbeln) pfleglich umgeht ds man lange davon hat. Und das läßt sich mit dem darauf herumspringen und klettern irgendwie nicht vereinbaren. Mal ganz abgesehen davon, das unser Couchtisch das definitiv nicht lange aushalten würde.

Sie darf ja auf ihrem und unserem bett herumhüpfen wie sie will, aber auf dem SDofa will ich es nicht.


Auf dem Tisch rumfuhrwerken? Na, wenn er eh einmal oben ist, dann darf er mir von dort in die Arme springen mit der Ansage, dass er danach unten bleibt, ich wirbel ihn lachend rum (und ich bin Ende des achten Monats, das geht auch schwanger noch ;) ) und wenn er wie vorprogrammiert eine Wiederholung fordert, machen wir das von einem Möbel aus, auf das er auch normal raufklettern darf.

Füße auf den Tisch? Die werden gekitzelt, bis der Arzt kommt. Bei Wiederholungsbedarf kitzelt die Mama aber viel lieber Sofafüße.

das klingt für mich eher nach Beholung, als nach "Strafe"
ich würde als Kind das als spiel sehen und auch wenn die direkten Wiederholungen von einem anderen möbelstück stattfinden würden, würde ich doch beim nächsten mal erst recht nochmal auf den Tisch steigen, das ich nochmal fliegen kann. kann mir irgendwie nicht vorstellen, das das funktioniert. Aber ich kann es ja mal versuchen. ich bin ja bereit zu lernen. :)

Jap, schließe mich Sweety an.
Kind will im Shirt raus - bitte, wird schon merken wenn es kalt ist. Oder es ist vielleicht nur Dir kalt??

Nachmittags hatte ich damit ja auch kein problem, aber abends war es dann eben doch zu kalt. Und scheinbar war nicht nur mir kalt. Zumindest hatte ich seit Montag ein knapp-unter-40-grad-fieberndes Kind hier zu hause, das sich auch jetzt noch die Lunge fast aus dem leib hustet. :(

wenn du nimmer anschubbsen willst kündige es vorher an-noch 3mal schubsen dann brauch ich ne pause....
hab ich auch versucht. da sagte sie erst ja, aber als es soweit war, ging das Theater los. 

Das klingt schon so, als würdest du dich unbewusst noch nach den Erziehungsrichtlinien deiner Mutter richten, wenn auch natürlich ohne das Schlagen.
Aber das Schlagen ist ja nur die letzte Konsequenz des "Es wird gemacht, was ICH sage."
Und davon kann man sich auch lösen.
Hab ich auch getan und es hat mir unwahrscheinlich gutgetan. Und dem Zwerg auch. Und uns als Familie.

ja, vielleicht hast du recht....man agiert ja doch oft so, wie man es selbst als Kind erfahren hat, oder? Oh mann, das wollte ich eigentlich nie  :-\

 


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Sweety

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #17 am: 29. März 2012, 00:35:04 »
Ja, aber Badita - der Erfolg gibt mir bisher doch recht!!
Constantin geht nicht (mehr) auf den Couchtisch und legt nicht (mehr) die Füße auf den Tisch, er steht nicht (mehr) in seinem Stuhl auf und versucht beim Essen rumzuturnen, seit wir das eingeführt haben. Was soll ich sagen? Er hat einfach gelernt, dass ich wenn er es anders macht, noch viel bereitwilliger auf ihn eingehe, weil ich ihn dann, wenn er woanders rumturnt, wo es "erwünscht" ist, natürlich über den grünen Klee lobe.
Lob wirkt viel stärker nach als alle Schimpfe.
Natürlich nicht gleich und nicht immer so nachhaltig, wie man sich das wünscht. Aber - such is life. Kinder haben keinen Schalter.

Das Warum und Wieso und pfleglich behandeln und pipapo, das kommt doch alles noch.
Das erklärst du und gut.
Aus einem Machtkampf lernt sie nämlich komplett gar nichts außer dass du machen kannst, was du willst und sie nicht.
Davon ab toben wir auch schonmal zu dritt auf dem Sofa rum und machen Kissenschlachten. Das hält so ein Teil schon aus ;)

Und ich habe überhaupt nicht vor, mein Kind zu strafen.
Konsequenz ist eine Lebenshaltung und keine starre Abfolge von Wenn-Dann-Ansagen. DAS wäre nämlich keine Konsequenz in meinen Augen, sondern Dressur.

Wenn du nicht willst, dass sie auf dem Sofa rumhüpft und einen Machtkampf draus machst, wird daraus eine Spirale, aus der keiner von euch beiden ohne Gesichtsverlust rauskann. Auch kleine Kinder haben ein Gespür für sowas und möchten sich nicht gerne unterbuttern lassen.
Biete ihr Alternativen. Zeig ihr, wie sie da herauskann, ohne dass sie sich "unterwerfen" muss. Nichts anderes ist nämlich meine positive Herangehensweise. Und es funktioniert.
Ich würde an ihrer Stelle genauso reagieren. Auch und gerade als Erwachsene noch. Um wieviel mehr dann als Kind, das noch nicht so reflektiert ist? :-\

Bei der Temperatursache - Sattis Vorschlag ist doch prima. Da hat das Kind nicht das Gefühl, dass es ohne Ausweg einfach nur gehorchen muss, sondern auch noch eine Wahl. Mehr wollen die Zwerge oft doch gar nicht - einfach das Gefühl haben, dass sie auch was zu sagen haben.
Ist das nicht allzu verständlich?

Ich hab mich komplett und absolut bewusst von den Erziehungsvorstellungen meiner Familie gelöst - die warten alle nur darauf, dass mein Sohn ins Heim für schwer Erziehbare kommt. Das kann so gut tun, wenn man die eigenen Mechanismen mal hinterfragt.

Wie Dane sagte: Man macht vieles einfach automatisch, weil man es so beigebracht gekriegt hat und weil es halt so ist. Darum eben. Und dann schadet es nie, mal innezuhalten und zu fragen: Häää? Warum denn nun genau?
Auf die Weise konnte ich so vieles kaltlächelnd über Bord schmeißen, was mir vorher absolut selbstverständlich vorkam.
Wie die Sache mit dem Sofa eben ;)

Viel Erfolg :)

Sweety

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #18 am: 29. März 2012, 00:39:51 »
Hier mal aus einem anderen Thread etwas von mir Geschriebenes rauskopiert:

Aber bei der Auswahl, was wirklich sein muss, halte ich mich an die Worte meiner Nachbarin (Vierfachmutter und eine ganz tolle Frau mit toller Familie): "In dieser Zeit, der Trotzzeit, such dir mit Bedacht ein paar Dinge, die dir wirklich wichtig sind und die unverzichtbar sind (Thema Sicherheit und Ernährung) und bei allem anderen: Improvisiere! Sei kompromissbereit! Nimm dich selber nicht zu ernst! Nimm's einfach locker und ihr fahrt alle am besten, auch die Kinder."

Nur zur Info: Die Frau hat vier lebhafte und temperamentvolle, aber wunderbar erzogene, rücksichtsvolle, empathische und definitiv NICHT möbelschreddernde Kinder. Ich gehe also durchaus davon aus, dass die Methode nicht so verkehrt sein kann.

Zu der Aufzählung von Nein-neins in meinem ersten Beitrag würde sie vermutlich den Kopf schütteln und sagen, dass das viel zuviel ist und ich zu starr in meinen Ansichten bin. Sie riet zu maximal drei absoluten Regeln, bei allem anderen kann man verhandeln und nachgeben, auch wenn es einem im ersten Moment noch so undenkbar erscheint.

Und ja - die Familie sind ganz normale Leute, keine antiautoritären Alt-68er oder ähnliches ;) ;D

Badita

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #19 am: 29. März 2012, 08:29:23 »
Sweety, bei dir klingt das alles so einfach......
kannst du nichtmal ein paar Tage vorbei kommen und bei uns "Super nanny" spielen?
 


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« Antwort #20 am: 29. März 2012, 08:41:06 »
Wenn sie dann auf dem Couchtisch steht biete ihr doch Alternativen. Stell sie aufs Bett und lass sie hüpfen oder sowas. Oder hol sie kommentarlos runter und geh wieder. Im Moment hört sich dass so an als ob sie nur da drauf geht weil Du dann was machst, weil Du so schön berechenbar explodierst. Ein kleines Kind kann noch nicht so weit denken dass der Couchtisch und das Sofa noch 20 Jahre halten sollen. Und wenn ist es ihnen egal, sie wissen nicht wie teuer sowas ist, kein Verhältnis zu Geld und Zeit. 

Und krank wird man nicht weil man ohne Jacke schaukelt, da hat sie sich irgendwo einen Virus eingefangen. Ich glaube wenn man es ohne Druck macht friert kein Kind freiwillig. Jacke mitnehmen, selber eine anziehen und abwarten. Irgendwann hören sie dann auch auf Empfehlungen.

Allgemein denke ich auch: entspann Dich etwas. Du machst nichts falsch, sie ist nicht verzogen. Sie ist ein lebhaftes Kind was viel ausprobiert und Du glaube ich schon ( entschuldige wenns falsch ist, ich gerate aber auch in sowas rein) von vornherein genervt. Selbsterfüllende Prophezeiung. Wenn ich entspannt bin läuft es hier auch viel entspannter.
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Sweety

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« Antwort #21 am: 29. März 2012, 08:52:02 »
Quatsch! Einfach ist gar nichts im Zusammenhang mit kleinen Trotzköppen. Ich habe hier daheim einen echten - Zitat Kinderarzt: Charakterkopf S:D S:D
Erstes Entwicklungsgespräch im Kiga - da war er anderthalb. Seine Gruppenleiterin, die wirklich wirklich wirklich fachlich kompetent ist: "Es ist de facto nicht möglich, Constantin dazu zu bringen, etwas zu tun, was er nicht von sich aus will, es sei denn, man würde Gewalt anwenden. Aber es ist möglich, ihn dazu zu bringen, etwas anderes zu wollen, als er zu Anfang wollte."

Mir blieb gar nichts anderes übrig als andere Strategien zu entwickeln. Mit der Holzhammer-Methode wären wir einfach allemann gegen die Wand gefahren, dass es nur so knallt und am Ende hätten alle drunter gelitten.

Es ging ja auch nicht von jetzt auf gleich.

Bleiben wir mal bei dem Couchtisch-Beispiel. Natürlich hat er anfangs den Couchtisch selbst als unabdingbaren Bestandteil des Spieles gesehen. Aber nach ein paar Malen, bei denen ich ihm das jedesmal aufs Neue gesagt habe, dass ich es lieber habe, wenn er vom Stuhl springt (er ist ein Quirl - ich MUSS Zugeständnisse machen, sonst wird er innerhalb der Whg. einfach verrückt), musste ich ihn eben nicht jedesmal mehr springen lassen, sondern konnte ihm so runterhelfen. Nach zwei Wochen waren wir an dem Punkt, wo er draufklettern wollte und ein Heben meiner Augenbrauen reichte aus, damit er von alleine sagte: "Nein Tisch! Stuhl klettern." und es dann auch tat.
Zwischenzeitlich hab ich in in der Küche auch mal aus dem WoZi provokant krähen hören: "Schau mal Mama, Tatitin (=Constantin) Tiiihiiiiiisch!!" Da hab ich einfach zurückgerufen: "Nö lass mal, das will ich gar nicht sehen." S:D Keine Minute später stand er neben mir.

Es dauert alles auf jeden Fall - aber ich denke einfach, es dauert nicht so lange, als wenn ich auf Biegen und Brechen meinen Willen durchsetzen will.
Er hat ja auch einen Willen und wenn er nicht rumtrotzt, wird ihm ja kommuniziert und vorgelebt, dass er in unserer Familie auch wichtig ist und auch den Kurs mitbestimmt. Warum also nicht auch in so einem Moment?

Wenn man seinem Kind eine Wahl lässt, dann sind z.B. ganz viele damit überfordert, ad hoc verbal eine Entscheidung zu treffen.
Ich gebe C. dann einfach immer die zwei Optionen (so es denn Dinge sind und nichts Abstraktes, also zum Beispiel Jacke und Pulli) direkt in die Hand und sage ruhig, dass ich mir jetzt selber die Schuhe anziehe und er dann zu mir kommen kann, wenn er sich entschieden hat.
Dann wird kurz das Geheul noch größer, aber recht schnell flacht es wieder ab und in 95% der Fälle entscheidet er sich für eines.
Bei den restlichen 5% improvisiere ich ;)
Heute beispielsweise, wo es nach den vergangenen schönen Frühlingstagen wieder fies grau und windig und kalt ist, wollte er unbedingt seine dünne Strickjacke anziehen und eine Sonnenmütze aufziehen. War nix zu wollen. Er hat mir nicht geglaubt, dass es kalt ist. Was weiß ich auch schon? s-:)
Okay, also leichter geschürzt los. Draußen war ihm das dann schon gar nicht mehr so recht, da hat er sich dann freiwillig die normale Mütze aufsetzen und die wetterangemessene Jacke zumindest ÜBER die Strickjacke ziehen lassen.
Nuja - was ist dabei? Manche Dinge müssen sie einfach selber erleben :)

Das alles dauert - aber es lohnt sich und wie gesagt, ich bin überzeugt, dass es andersrum noch länger dauern würde.

Nur Mut - du kannst eigentlich nur gewinnen :)

Meph

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #22 am: 29. März 2012, 09:07:58 »
Du sagst, du willst, dass sie pfleglich mit den möbeln umgeht und nicht darauf hüpfen soll- also hat sie auf dem sofa/tisch das Verbot- aber im Schlafzimmer darf sie hüpfen-
das passt nicht! Entweder es gilt für alle Möbel (mit der Argumentation) oder eben für keine!
In Hanau haben wir eine Hüpfecke aus Kissen und Matratzen hergerichtet.
Hier brauchten wir das irgendwie bisher garnicht  ???
Klar wird hier auch mal ausgetestet, aber dann bieten wir eine andere möglichkeit zum toben an und meist wird sie begeistert angenommen...
Mit der Jacke mach ich es wie sweety, dann gehts eben im tshirt raus und nach 2 minuten wird die Jacke freiwillig angezogen...
Meine Kinder waren jetzt sogar schon barfuss draussen... auf der Holzterasse war der Fussboden eben schon warm  und ich bin sicher, dass es sie nicht umbringt. Auf Steinen haben sie ruckzuck ihre schuhe an den füssen  S:D freiwillig und ohne gezeter!

NEINS gibts bei uns im Strassenverkehr, an Wasser, bei Sachen mit denen man sich verbrennen kann und bei Strom.
Ansonsten gibt es viel Verhandlungsbasis....

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #23 am: 29. März 2012, 09:48:59 »
Haha! Ihr habt mich alle missverstanden, aber macht nichts - ich hatte dasselbe dastehen wie ihr :P

Es gibt Regeln, die halt immer gelten (dafür das Hand-Straße-Beispiel) ohne Diskussionen. Diese Regeln gibt es, die werden eingehalten und da diskutiere ich nicht drüber.
Und es gibt halt Dinge, da überlege ich mir halt ob ich einen Krieg eröffnen möchte.

Bei uns darf auf dem Esstisch gesessen werden. Der Tisch ist groß, die Kinder erreichen sich gar nicht, wenn sie an zwei verschiedenen Seiten sitzen. Also sitzen sie manchmal beim Puzzeln oder Malen auf dem Tisch. Ist für uns in Ordnung.
Da gilt halt nur die Regel: Wenn wir essen hat nichts auf dem Tisch zu sein, sprich: Beim Essen wird nicht auf dem Tisch gesessen.

Wenn die Kinder ohne Jacke rausgehen wollen, bitte - sie friere, nicht ich. Und gerade wenn man nur in den Garten gehen möchte oder auf den Spielplatz neben an, dann ist man ja auch fix wieder Zuhause, wenn es zu frisch ist.

Gewisse Erfahrungen müssen die Kinder einfach selbst machen und sie werden nicht verstehen wieso sie eine Jacke anziehen müssen, wenn sie nicht wissen was es bedeutet zu frieren und das es weniger Spaß macht und man kürzer draußen ist.

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Antw:Regeln aufstellen - wieviele? Was ist wichtig? was nicht?
« Antwort #24 am: 29. März 2012, 11:00:54 »
Kind will etwas von mir, ich nicht, Kind bockt
Bei uns klappt es oft, wenn sie mich anschreien und bockend anmeckern und was von mir wollen - dass ich ihnen ruhig sage, das ich sie so nicht verstehe und ich möchte das sie anständig mit mir sprechen, denn das tu ich ja auch - bocken sie weiter - werden sie (nach Androhung "So mag ich nicht mit dir reden, komm wieder wenn du dich beruhigt hast") ignoriert oder zu Haus auch schonmal ins Zimmer geschickt bis sie sich beruhigt haben. Haben sie sich beruhigt hör ich ihnen zu und wir versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden die für alle akzeptabel ist. (Klappt aber auch nicht immer, da man manchmal einfach selbst schon zu genervt ist o.ä. und u.U. braucht man gerade Anfangs enorme Ausdauer - Fine kann durchaus 2 Std. am Stück toben (früher), wenn sie ihren Willen nicht bekommt, lässt sich aber auch auf nix ein)

Füße auf dem Tisch
Dann muß sie halt aufstehen und den Tisch verlassen - Essen beendet, oder sie muß den Tisch verlassen, hat max. eine 2. Chance, lässt sie die Füße dann unten darf sie weiter essen, wenn nicht ist Schluss.

Essensreste die das Kind nimmer will
Bei uns gibt es quasi die Regel wer satt ist und nimmer will hat auch über die Reste nicht zu entscheiden - in den Müll kommt nur etwas, was NIEMAND mehr möchte, da es Kinder gibt die noch nichtmal jeden Tag eine Scheibe Brot bekommen und es unsinnig ist Essen sinnlos wegzuschmeißen nur weil es einer kleinen Dame/einem kleinen Herren gerade so beliebt

Ohne Jacke/Schuhe raus
Okay, darfst du gerne Testen, ist dir doch zu kalt ziehen wir sie aber an (werden schonmal mitgenommen
Josh hat z.B. jetzt im Winter gebockt er wolle keine Schuhe anziehen, als ich im im Kiga abgeholt habe - bei unter minus 10°C - ich habe ihm erklärt, das es sehr sehr kalt ist, und er gerne einmal testen darf wie kalt der Boden ist (ein Schritt vor die Tür), dann darf er entscheiden, ob wir doch die Schuhe anziehen - hätte er gesagt er will keine Schuhe hätte er bis zum Auto auf Socken laufen müssen (keine 100m) was ich ihm als Konsequenz angedroht habe, und auch gejammer hätte ich nicht hören wollen - Ergebnis, er hat es nie wieder testen wollen (dabei hatte er sich doch noch zum Schuhe anziehen bereiterklärt - der Test reichte schon)
Fine (unser ober Böckchen) - wollte sich einen Tag auch nicht anziehen lassen, wollte sich nicht helfen lassen, hab dann gesagt, wenn Josh fertig ist geh ich - Josh und ich haben uns verabschiedet - Fine schrie plötzlich nach Hilfe - ihr nochmal kurz gesagt, das ich ihr die angeboten hatte und sie die nicht wollte nu müsse sie so mit - sie unter den Arm geklemmt, ins Auto und bis nach Haus so tranportiert (also keine Jacke, Schuhe nachträglich angezogen) - nu brauch ich ihr z.B. morgens nurnoch androhen, wenn du xy nicht machst muß Mama das machen und hat dann keine Zeit mehr dich umzuziehen, dann mußt du im Schlafi in den Kiga - schwupps, es klappt :)

Generell gibt es aber Regeln da können die Kids sich auf den Kopf stellen, die werden IMMER eingehalten und da ist mir jedes Gebrülle oder ähnliches egal
- über die Straße an der Hand
- im Auto im Kindersitz und angeschnallt
- Steckdosen, Herd (und eben alles was ähnlich gefährlich ist) ist absolut tabu

Im Notfall gibt es unseren "Notfallbrüll" dann wissen sie jetzt ist es ernst - bei anderen Sachen gibt es auch einen gewissen Tonfall/Blick meinerseits, dann wissen sie wenn wir jetzt nicht hören folgt eine Konsequenz
Bei Josh hab ich schon gemerkt es bessert sich irgendwann :D - Finchen befindet sich noch in der "Testphase" :P

 

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