Autor Thema: Mein Sorgenkind  (Gelesen 6077 mal)

babypuk

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Mein Sorgenkind
« am: 03. Mai 2014, 13:34:51 »
Meine "Große" - Lena - ist jetzt über 3,5 Jahre., Ende August wird sie 4. Wir haben diverse Probleme mit ihr, aber kurz erst einmal die Familiensituation: Neben Lena besteht unsere Familie aus mir, meinem Mann (Nachts nicht da, vormittags heim kommt und bis nachmittags schläft) und dann noch unserem Sohn Keanu - 2,5 Jahre alt . Hinzu kommen diverse Tiere (Standard: 1 Hund, 2 Katzen; allerdings betreue ich Hunde im häuslichen Umfeld, so dass hier meistens mehr als 1 Hund rumwuseln)

Ich bin selbstständig und arbeite von daheim, eben wie gesagt Tierbetreuung und Dienstleistungen rund ums Tier, habe auch Außentermine, die lege ich in die Kita-Zeit oder nachmittags, wenn mein Mann wach ist und auf die Kids aufpassen kann. Lena und Keanu gehen beide in die Kita - Keanu immer noch in die sogenannte Tagespflege (sprich Krabbelgruppe bis 2 Jahre); Lena in der altersgemischten Gruppe (2-4 Jahre), Lena ist seit ihrem 2. Geburtstag in der Kita, Keanu seit seinem ersten.

Unsere Probleme im Einzelnen:
1) Lena ist nicht windelfrei, aktuell haben wir wieder mal einen Versuch am Laufen, aber bisher erfolglos. Wir wissen, dass sie ein schlechtes Körpergfühl hat, seit einem Jahr bekommt sie deswegen Ergotherapie. Viel hat sich in dieser Zeit getan, aber sie scheint es immer noch nicht zu merken, wenn da was kommt. Beispiel vorhin: Ich habe sie auf den Topf geschickt und gesagt sie soll sitzen bleiben, bis was kommt. Nach knapp einer Stunde mit Bücher anschauen und rumerzählen tat sich immer noch nichts. Sie sagte sie muss nicht, ihr Bauch sei leer. Also gab ich ihr Sachen zum Anziehen und sagte, sie kann dann erst mal wieder vor kommen und wir versuchen es später wieder (Heute morgen hatte es einmal geklappt, allerdings saß sie da auch schon ne halbe Stunde auf Töpfchen und hatte sich vorher einmal in die Hose gemacht) Nach 10 Minuten war Lena immer noch nicht wieder da, also ging ich hin, um nachzusehen, ob alles ok sei. Stand sie da - mit nasser Hose. Sie merkt wohl schon, dass die Hose nass ist, teilweise sagt sie auch mal, dass sie jetzt gerade in die Windeln macht. Aber sich vorher melden? Da sind wir meilenweit entfernt. Auch die Kita-Erzieher sind recht ratlos. Wenn man sie zwischendurch fragt, ob sie mal auf Toilette muss sagt sie Nein. Und wenn man Pech hat, steht sie 2 Minuten später mit eingesauter Hose vor einem. Ich weiß nciht, ob ich zuviel verlange, ich weiß nicht, ob es wirklich noch das reine 'nicht-spüren' ist oder obs nicht auch zum Teil Bequemlichkeit ist. Ich weiß nicht, wie ich ihr da helfen kann, dass sie endlich ein Gespür dafür bekommt. Ich weiß, es gibt Situationen, wo sie es doof findet, Windelkind zu sein, weil sie z.B. beim Einkaufen nicht ins Kinderspielland kann oder wenn eine Freundin zu Besuch kommt und die ist schon fast komplett windelfrei und ein Jahr jünger als sie. Aber irgendwie will es nicht klappen. Und ich bin frustriert deswegen. Aber sowas von. Nach der Geschichte vorhin, hab ich erst mal geheult. Ich mach mir die ganze Zeit Vorwürfe, obs an mir liegt, ob ich irgendwas falsch gemacht habe in der Schwangerschaft, dass sie so ein schlechtes Körpergefühl hat und nicht so ist wie die anderen. Ich weiß nicht was ich falsch mache, wie ich es ihr beibringen soll. Sie stundenlang aufs Töpfchen setzen? Sie mit eingesauten Sachen rumlaufen lassen, damit es ihr unangenehm wird? Es ist zum Heulen...

2) Lena ist ein schlechter Esser. Über das mäkelige kann ich hinwegsehen, ich weiß, ihr Körper wird sich schon holen was er braucht. Aber ihr Essverhalten geht mir auf den Sender: Sie will sich selbst auffüllen und wo es möglich ist, darf sie das auch. Dann wird mit dem Essen rumgematscht, umgerührt, zerdrückt und immer wieder alles vermischt. Auch das wäre kein Problem. Wenn sie darüber das Essen nicht vergessen würde. Keanu ist recht einfach, dem stellt man den Teller hin und er isst in Ruhe. Lena muss man um jeden Happs betteln und sie ständig erinnern, dass wir beim essen sind und sie sich nicht ablenken lassen soll. Auch in der Kita ist es so, dass sie beim Frühstück die letzte ist, die am Tisch sitzt, während die anderen alle schon spielen. Dort ist es so, sie träumt, schaut in der Gegend rum, beobachtet die anderen Kinder oder was weiß ich. Alles kein Problem in meinen Augen, wichtig und soll sie auch. Aber ihr fällt es so schwer, da einen Rahmen zu finden. Meist endet das Essen dann hier daheim mit Gemotze und sie hat keine Lust mehr zu essen. Manchmal will sie auch gefüttert werden. Teilweise komme ich dieser Aufforderung nach, damit sie wenigstens ein bisschen was ist, teilweise sage ich ihr aber auch ganz klar, dass ich gerade nicht füttern will/kann

3) Lena verweigert sich fast allen Ansagen. Sie hört nicht. Bei mir klappt es manchmal ganz gut, wir arbeiten daran. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass sie eine Zeitlang unten im Keller in einen Raum gesetzt wurde, weil sie einfach nicht hören wollte. Ich weiß, das war nicht richtig und mich plagt da auch das schlechte Gewissen, aber es ist so. Die letzten Tage habe ich den Keller durch eine Ecke im Wohnzimmer hinter der Tür ersetzt. Im Moment funktioniert auch das ganz gut, aber ich fürchte mich vor dem Tag, an dem das wieder nicht funktioniert. Ich weiß einfach nicht, wie ich sie einschränken/maßregeln soll. Es geht nicht darum, dass sie meinen Worten bedingungslos Folge leisten soll, sie hat das Recht Nein zu sagen, aber immer kann ich das Nein halt nicht gelten lassen.

4) Das ist eigentlich so kein lösbares Problem, das muss sich laut Ergotherapeutin auswachsen und hängt mit der mangelnden Körperwahrnehmung zusammen, aber wenn ich schon dabei bin: Lena ist aggressiv, teilweise ohne Grund. Die Kinder rennen gemeinsam im Wohnzimmer zwischen Heizung und Schrank hin und her. Das geht eine Weile richtig gut, irgendwann aber fängt sie an direkt auf ihren Bruder zuzusteuern oder packt ihn von hinten am Genick und kneift/kratzt oder schubst ihn. Wenn ihr etwas nicht passt oder sie wütend wird, dienen ihr Bruder und auch unsere Tiere gerne mal als ihr Ventil. Früher hat sie auch uns gebissen, aber das hat sie recht schnell sein lassen, als ich ihr aus Reflex wirklich mal eine Ohrfeige gegeben habe, weil sie mich biss. Die Gewalt gegen ihren Bruder ist hartnäckiger, er musste schon früh viel erleiden. Sicher war er nicht immer unschuldig, aber in so Spielsituationen ist sie es, die (in meinen Augen) von jetzt auf gleich grundlos auf ihn losgeht. Ich weiß nicht, ob sie damit ihre Macht als große Schwester zum Ausdruck bringen will, keine Ahnung, aber ich kann die beiden keine 2 Minuten aus den Augen lassen, ohne dass sie Keanu wegen irgend was angreift. Mittlerweile setz ich beide wenn möglich vor den Fernseher, wenn ich mal in den Keller muss um Wäsche zu holen, das ist aber auch keine Garantie.

Lena ist kein schlechtes Kind. Ich liebe sie, aber ich bin echt am verzweifeln mit ihr. Ich sehe Keanu, der mit seinen 2,5 Jahren toll allein spielt und sich auch wirklich lange (30 Minuten) selbst beschäftigt. Im Gegenzug Lena, die sich kaum 2 Minuten mal allein beschäftigen kann/will. Lena kann viele Sachen schon sehr gut, sie puzzlelt teilweise schn 40 Teile-Puzzle, mit Hilfe sogar bis zu 100-Teile. Aber zu Hause fordert sie immens viel Bestätigung. In der Kita wohl nicht, da ist sie die liebe zurückhaltende, die sich eigentlich komplett selbst versorgt und beschäftigt. Als ich vor einem Jahr beim Elterngespräch mit den Kitabetreuern über unsere Probleme sprach (damals besonders die Aggressivität gegen ihren Bruder) konnten sie es nicht glauben. Und mittlerweile denke ich, sie sind der Meinung, dass alles nur meine Schuld ist. Und ich denke das mittlerweile auch, weiß aber auch nicht, was ich ändern soll/kann. Es ist zum Heulen.

Vielleicht gibt es ja hier jemanden, der mir ein bisschen Mut zusprechen mag oder vielleicht noch einen Rat hat, wie ich mit den Situationen besser umgehen kann.

Liebe Grüße
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jewa

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #1 am: 03. Mai 2014, 14:18:04 »
Ich kann versuchen, dir ein bissel Mut zuzusprechen.

Meine drei waren alle frühestens am 3,5 Jahren tagsüber sauber, da kamen allerdings die ersten "Anzeichen" auch von ihnen (die haben halt in der Kita die anderen windelfreien Kinder gesehen) und der Kleinste, der war wirklich "faul", der hat mit über 4 Jahren noch an seiner Pampi gehangen. Der Kindergarten hatte dann angefangen "Signale" zu senden und so konnten wir in überzeugen. Er war dann zwar später dran, dafür aber gleich Tag und Nacht. Es gleicht sich also alles wieder aus.
Was ich damit sagen will, sie ist noch völlig in der Zeit (gerade wenn die Wahrnehmung eh ein bissel problematisch ist), daher würde ich keinen Druck machen, insbesondere das lange Töpfchensitzen ist totaler Quatsch. Hat meine Schwiegermutter probiert mit dem Ergebnis: Kind sieht Oma und heulte und legte den Rückwärtsgang ein.

Zum Rest, das hängt ja auch viel zusammen. Du schreibst, ihr bekommt für sie Ergo, dann seid ihr auch beim Kia. Was sagt der denn? Und was sagt die Ergotherapeutin?
Ggf. könntet ihr eure Tochter mal in einem SPZ (sozialpädriatisches Zentrum) vorstellen, befragt doch mal insoweit Kia/Ergotherapeut, ob die da "Bedarf" sehen (bei uns hat das damals z.B. der Kindergarten "angestoßen").
Wieso glaubst du eigentlich, dass die "schlechte Körperwahrnehmung deine Schuld" sei??

"Versuch" deine Tochter nicht zu deinem "Sorgenkind" zu machen, denn dann wird sie dir auch Sorgen bereiten (es ist nämlich leichter diesen Erwartungen zu entsprechen, als dich vom Gegenteil zu überzeugen). Sie ist einfach Lena und nicht mit ihrem Bruder vergleichbar. Eben einfach 100% Lena und eine eigenständliche Persönlichkeit mit ihrem eigenen Charakter. Was aber nicht heißt, dass du sie nicht erziehen sollst. Gerade beim Thema "Essen". Solange sie es isst, dürfte sie es auch vermanschen. Wenn es aber dann nicht gegessen wird, wird auch nicht vermanscht/mit dem Essen gespielt.
Hier ist es so, dass wir bestimmen was und wann es auf den Tisch kommt (wobei wir natürlich schon darauf achten, dass es den kindlichen Bedürfnissen auch entspricht). Die Kinder entscheiden dann, wie viel sie essen. Es gibt aber kein: "Ich esse noch eine Banane 10 Minuten vor dem Abendessen." Die Banane dürfen sie dann gerne nach dem Abendessen essen oder eben als Zwischenmahlzeit (aber eben nicht 10 Minuten vor dem Essen). Das gibt zwar immer mal wieder Diskussion, aber im Großen und Ganzen klappt es ganz gut und ein bissel "(Grund-)Ordnung" muss ja sein.


Das Leben wäre viel einfacher, wenn ich dich nicht getroffen hätte.
Es wäre nur nicht mein Leben.


Hubs

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #2 am: 03. Mai 2014, 15:08:04 »
Ich glaub auch, dass Du Dich in erster Linie befreien solltest, von Deinen Sorgen, und besonders von Deiner Einstellung ggü Deiner Tochter, eben was schon jewa gesagt hat. Solange sie für Dich das Sorgenkind ist, wird sie es auch bleiben.

Zu Deinen Beispielen im einzelnen. Ich bin eh nicht für Sauberkeitserziehung. Klar, manche Kinder brauchen nen kleinen Anstoß, letztlich bestimmen aber sie, wann's so weit ist. Ob sie nun zufällig in den Topf macht, wenn sie eine Stunde darauf sitzt, erschließt sich mir nicht ganz. Es geht ja darum, dass sie merkt, wann sie muss und nicht, dass sie zufällig auf dem Topf sitzt, wenn sie muss.  Ich glaube die Zeit könnt ihr sinnvoller nutzen. Ich persönlich würde dem Thema Trocken werden einfach keinerlei Bedeutung beimessen. Wenn sie so weit ist, dann wird sie es Euch wissen lassen. Genauso beim Essen. Mir wären klare Regeln wichtig, z.B. wann gibt es was zu essen, vielleicht auch wie lange dauert eine Mahlzeit. Wenn die Regeln klar sind, dann werden auch die ständigen Ermahnungen und Hinweise bitte weiter zu essen überflüssig. Langfristig wird's durch das ständige Ermahnen ja offensichtlich auch nicht besser, nur ist es für Euch beide stressig. Umso weniger Druck, umso besser können sich die Kinder selbst zurecht finden.

Was verstehst Du denn unter "Ansage"? Ich glaub nicht, dass es wichtig ist, Methoden zu finden wie man ein Kind maßregelt und begrenzt. Viel wichtiger finde ich es meine eigenen Grenze zu erkennen und diese entsprechend zu vertreten. Und wenn ich möchte, dass mein Kind etwas macht, dann ist es bei uns immer noch der beste Weg, den Sinn des Ganzen zu erläutern, egal ob es um alltägliches, um Konfliktsituationen geht, der Sinn meiner Erziehung ist nie, dass mir meine Kinder "gehorchen", sondern, dass ich Ihnen helfe sich in unserer Welt zurecht zu finden, mit allem was dazu gehört, mit den Alltagssituationen, mit dem sozialen Miteinander und in Konflikten. So brauch ich mich auch nicht zu fürchten, dass irgendwelche Maßregelungen irgendwann keinen Zweck mehr haben. Letztlich ist das immer eine recht kurzfristige Sache und spätestens in der Pubertät nicht mehr druchführbar ;) Das heißt nicht, dass meine Kinder nicht die Konsequenzen ihres Tuns tragen müssen, das müssen sie wohl, aber dann sind es logische Konsequenzen, keine Strafen.
Hubs mit den beiden Buben *04/2009 *01/2012



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mausebause

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« Antwort #3 am: 03. Mai 2014, 16:46:01 »
Sorry aber dein Kind ist kein Sorgenkind sondern das klingt für mich nach normalem altersgerechtem Verhalten.. :-\ :-[

Sweety

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #4 am: 03. Mai 2014, 17:13:41 »
Dein Kind ist völig normal.

Peppeline

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #5 am: 03. Mai 2014, 17:56:05 »
Ich finde Hubs hat es sehr gut geschrieben  s-daumenhoch

Ich denke du vergleichst die Große viel zu sehr mit dem Kleinen, das merkt sie. Das es im Kindergarten ganz anders läuft, als bei euch zuhause, ist für mich ein Indiz dafür, dass es tatsächlich an euch liegt. Es geht hier nicht um Schuld, sondern um Einsicht und die Bereitschaft was an seiner Einstellung und sein Verhalten zu ändern.  s-druecken

Zitat
3) Lena verweigert sich fast allen Ansagen. Sie hört nicht. Bei mir klappt es manchmal ganz gut, wir arbeiten daran. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass sie eine Zeitlang unten im Keller in einen Raum gesetzt wurde, weil sie einfach nicht hören wollte. Ich weiß, das war nicht richtig und mich plagt da auch das schlechte Gewissen, aber es ist so. Die letzten Tage habe ich den Keller durch eine Ecke im Wohnzimmer hinter der Tür ersetzt. Im Moment funktioniert auch das ganz gut, aber ich fürchte mich vor dem Tag, an dem das wieder nicht funktioniert. Ich weiß einfach nicht, wie ich sie einschränken/maßregeln soll. Es geht nicht darum, dass sie meinen Worten bedingungslos Folge leisten soll, sie hat das Recht Nein zu sagen, aber immer kann ich das Nein halt nicht gelten lassen.

Was machst du denn, wenn du sie in die Ecke setzt?





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Fliegenpilz

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #6 am: 03. Mai 2014, 17:56:47 »
Meine Kinder verhalten sich im Kindergarten auch anders als Zuhause - und das halte ich für vollkommen normal.



Nachtvogel

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #7 am: 03. Mai 2014, 18:33:06 »
Meine Kinder verhalten sich im Kindergarten auch anders als Zuhause - und das halte ich für vollkommen normal.

jupp...definitiv ;)

Wie oft hatte ich schon Eltern bei mir stehen, die besorgt fragten ob das mit ihrem Sprößling im Kiga denn klappt und ob er nicht zu schwierig sei usw usw usw...
Konnte ich nicht behaupten, die waren meist ganz normale Kinder...Und die Eltern waren immer völlig erstaunt weil sie zu Hause wohl so ganz anders seien.

In der Kindergruppe ist das doch nochmal was anderes als mit Mama und Papa.
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piglet

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #8 am: 03. Mai 2014, 18:55:57 »
Ich schließe mich jewa und Hubs an und mag Dir auch ein bisschen Mut machen!

Eines meiner Kinder hat auch ein schlechtes Körpergefühl und wurde erst kurz vor dem fünften Geburtstag tagsüber trocken. Nachts komischerweise schon viel früher.
Ich glaube da war auch ein wenig nicht wollen dabei, sauber werden war einfach ein Bereich das zweitrangig und uninteressant war. Eines Tages äußerte das Kind das es nun klappen wird und von da an klappte es fast unfallfrei.
Du kannst sie massieren und viele Spiele mit Berührungen machen, damit sie sich und ihre Grenzen selber mehr spürt. Außerdem bringt es Spaß und unterstützt Eure Bindung, schnell wirst Du sehen das sie kein Sorgenkind ist sondern einfach nur ein Kind was andere Qualitäten hat :D

Zum Essen, vielleicht mag sie beim Essen bereiten mithelfen. Da kann sie ja dann rühren etc :-\

Zu den Ansagen, mein schwaches Körpergefühlkind konnte vor allem in Wachstumsschüben schlecht reagieren. Ansagen gingen nur über Körperkontakt - also anfassen, Aufmerksamkeit bekommen und dann sagen. Klar wurde nicht alles nach meinem Wunsch gemacht, aber vorher kamen die eben nicht an ;)

Zum agressiven Verhalten: Vielleicht hilft ihr ein Kuscheltier was sie bei Wut angreifen kann :-\

Verzweifel nicht an Deiner Erziehung oder Deinem Umgang mit ihr. Du machst das genau richtig: Weißt nicht weiter und holst Dir Hilfe und Anregungen von außen.
Die Kinder kommen nun mal nicht mit einer Bedienungsanleitung und es schadet ihnen sicher nicht wenn man einiges ausprobiert um einen Weg zu finden. Und wenn ihr diesen Weg gefunden habt wirst Du sie auch nicht mehr mit dem jüngeren Bruder vergleichen :)
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Hubs

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #9 am: 03. Mai 2014, 20:26:10 »
Piglet, das hast Du schön geschrieben!!
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Susann

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #10 am: 03. Mai 2014, 20:52:18 »
Ich stimme den anderen zu und möchte Dir auch ein wenig Mut zusprechen. Das ist noch alles im Rahmenund teilweise auch völlig normal für das Alter.

Mit dem Essen haben wir hier auch einige Probleme und oft lenken die beiden sich auch gegenseitig ab. Wenn ich merke es wird nur noch Quatsch gemacht oder das Essen verliert völlig die Bedeutung und alles andere ist wichtiger, dann begrenze ich das.
Oft sitzen wir dann auch schon mehr als 30 Minuten am Tisch. Dann zeige ich ihm die Uhr (sieht man vom Esszimmer aus sehr gut), sage ihm wann ich abräume und dann kann er sich entscheiden ob er noch essen möchte oder eben nicht.
Gibt ab und an mal geheule, aber im Großen klappt das dann gut.

Und ja auch mein Großer verlangt vermehrt Aufmerksamkeit, seit der Kleine mehr kann und lernt. Im Moment kommt hier auch alle 2 Minuten "Mama schau mal", "guck mal was ich kann, tue" oder oder oder. Wenn es mir möglich ist, dann schaue ich und bestätige ihn oder nehme ihn in den Arm. Wenn es aber gerade nicht geht (kochen, Auto fahren etc.) dann sage ich das und er muss eben warten.
Er wird auch mal grob wenn etwas nicht nach seiner Nase geht. Da muss ich auch ständig schauen...

Das die Kinder im KiGa ganz anders sind erlebe ich städig und das ist wirklich völlig normal. Ich habe mir auch mal helfen lassen und diese Person sagte auch. Das sie im KiGa anders sind ist normal und auch das sie dort meist nicht auf aufdrehen wie zu Hause. Das zeigt aber, dass sie es eigentlich können. Aber da wo sie die meiste Sicherheit haben und völliges Vertrauen, dass sie trotzdem geliebt werden, da wird dann getestet etc.  :-*

Versuch Dich frei zu machen von dem Gedanken, dass sie so anders ist.  s-druecken
LG
Susann




Nipa

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #11 am: 03. Mai 2014, 20:53:58 »
sie sind der Meinung, dass alles nur meine Schuld ist. Und ich denke das mittlerweile auch, weiß aber auch nicht, was ich ändern soll/kann.

Schuld ist ein bisschen hart gesagt, aber ja, ich denke, dass vieles in Deinem Verhalten begründet liegt.

Deine Tochter spürt doch, dass der Kleine für Dich einfacher ist.
Ihn hast Du lange gefüttert, er durfte (darf?) noch in die Windel machen, etc.
Wo liegt denn für Sie der Anreiz etwas zu ändern?

Ich denke der Schlüssel liegt in meinen Augen darin, dass Du Stress und Druck rausnimmst.

Zieh ihr eine Höschenwindel an und gut. Wenn sie gehen kann/mag, dann geht sie, wenn nicht, dann nicht. Davon Kinder ewig auf dem Töpfchen sitzen zu lassen halte ich 0,0.

Essen: Ich kenne die Situation wenn man die gemeinsamen Mahlzeiten nicht mehr haben mag. Mein Sohn und ich waren da sehr lange wegen seinem Essverhalten in einer schlechten Situation. Letztlich musste ich einsehen dass ich erwachsen bin und die Situation ändern muss. Ich habe eine Zeit lang einfach über sein Essverhalten hinweggesehn (im wahrsten Sinne des Wortes, ich hab nicht hingeschaut) und danach waren wir beide wieder in der Lage einen konstruktiven Ansatz zu finden.

Die Keller-Geschichte, sorry, da stellen sich mir echt die Nackenhaare auf.
Ich bin sicher keine perfekte Mutter, ich werde gern laut, ich plärre meine Kinder auch mal an, aber sie alleine in einen Kellerraum zu setzen empfinde ich als wirklich wirklich grausam.

Zeig Deiner Maus, dass Du sie auch lieb hast wenn nicht alles perfekt klappt.
Geh einen Schritt nach dem anderen, dann kommt der Rest schon.



Peppeline

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #12 am: 03. Mai 2014, 22:29:43 »
Meine Tochter ist im Kiga auch ganz anders als zuhause, im Kiga macht sie wirklich nie Ärger, sie ist, O-Ton, wirklich total liebt da. Zuhause ist sie ganz anders drauf, das ist normal.
Aber so wie babypuk es schildert, ist es aus meiner Sicht schon extrem und babypuk geht es ja auch nicht gut dabei, also sehe ich schon Handlungsbedarf.
Mit meinem Großen ist es umgedreht, zuhause macht er im Vergleich zu Lina weniger Stress, während es im Kiga ständig Ärger gab. Das war für mich sehr belastend. Seitdem er Psychomotorik macht (babypuk, gibt es sowas bei euch? Das ist total gut) und nun auch noch Judo, ist es deutlich besser geworden.
Wegen dem Toiletten und Essproblem schließe ich mich Nipa an.

Wegen der Agressivität und ,,nicht hören können" (kann sie denn wirklich hören, oder könnte eventuell eine Schwerhörigkeit vorliegen? Manchmal ist es nicht einfach zu merken, Felix hat eine leichte-mittlere Schwerhörigkeit und es war nicht gleich zu merken), macht sie Sport? Die Agressivität, wie du sie schilderst, wäre echt ein Fall für die Psychomotorik, aber ich weiß nicht, wie verbreitet das ist.

Wenn du nicht weiter kommst, dann nimm ruhig eine Erziehungsberatung in Anspruch.
Ich hatte während meiner Kur eine und das war wirklich gut.  :)

Wie ist es mit deinem Mann, geht es ihm wie dir?





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regenbogen78

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #13 am: 03. Mai 2014, 22:50:01 »
@babypuk
ich kann deine gefühle gut nachvollziehen...auch mir geht es manchmal so.... :-X
und ich denke kein elternteil kann sich davon freisprechen....

erik ist jetzt 3jahre alt....
er trotzt wie verrückt S:D....braucht manchmal nachts noch ne flasche...schläft oft noch nachts nicht durch...ist zwar tagsüber trocken möchte aber momentan wieder in windel gehen...essen auch so ein thema für sich ;D...
momentan ist es einfach sehr anstrengend mit ihm.... ;D

ich denke du musst für dich/euch einen weg finden....egal was andere denken...
du musst dich damit gut fühlen und lena gegenüber authentisch sein....

wenn erik so richtig oll ist s-:) S:D ;D...denke ich immer an den spruch
liebe mich am meisten wenn ich es am wenigsten verdiene!......

 :-*....und bitte löse dich von deinem urteil das dein kind ein sorgenkind ist..... ;)

du hast nun zwei kinder...da stell ich es mir um ein vielfaches anstrengender vor :P
kannst du dir mit lena nicht einmal die woche ne auszeit nehmen ...nur du und sie?
schwimmen, spielplatz.....?

ich würde auch sehr gern wissen wie dein mann das alles sieht?

lg regenbogen78


« Letzte Änderung: 03. Mai 2014, 22:53:50 von regenbogen78 »
"Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie die Unerreichbare, für die Furchtsamen ist sie die Unbekannte, für die Tapferen ist sie die Chance."


babypuk

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #14 am: 04. Mai 2014, 08:13:27 »
Erst mal vielen, vielen Dank für die tollen Antworten. Ich will versuchen, auf alles einzugehen:

KiA und Ergo:
Eigentlich kam die Idee zur Ergotherapie von der Kita, als wir beim ersten Entwicklungsgespräch vor einem Jahr über die Probleme berichteten. Als wir den KiA fragten damals hieß e, ja vielleicht wäre das ne Möglichkeit, aber er kann es nicht aufschreiben, ohne dass er einen Ergotherapie-Bericht hat. Also läuft die Ergotherapie über meinen Hausarzt, der die Rezepte verordnet (Der KiA bekommt trotzdem einen Bericht) Im Allgemeinen lässt der KiA aber verlauten, dass das Beißen ein Erziehungsproblem sei und auch alle sonsten Probleme. Die Ergotherapeutin sieht das anders, denn wäre die Aggressivität ein Erziehungsproblem würde sie auch in der Kita auftreten - tut sie aber nicht. Oft geht es mittlerweile auch ganz gut, nur in Phasen der Anstrengung (nach dem Kinderturnen, wenn sie müde ist, wenn sie überdreht ist oder in einer an sich aufregenden Zeit wie Ostern oder Weihnachten) greift sie ihn noch an, wobei auch die Art der Angriffe nicht mehr so heftig sind (Vor einem Jahr hatten wir vor allem Beißen richtig heftig, jetzt eben eher Schubsen, Kratzen, Kneifen). Der KiA sieht mittlerweile ein, dass ihr die Ergo gut tut, ist aber froh, wenn die Verordnung weiter über den Hausarzt läuft zwecks Budget.

Sozialpädiatrisches Zentrum - was ist das und wie läuft das ab?

Essen: Wir haben auch bestimmte Regeln was das Essen angeht, jedoch dürfen die Kinder recht selbstbestimmt sagen, was sie zum Essen haben möchten und was nicht. Also bei uns stehen zum Abendessen Schüsseln/Teller mit den verschiedenen Einzelzutaten (Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Reis usw.) auf dem Tisch und jeder darf sich aus diesen Einzelzutaten selbst bestimmen, was er davon essen will (z.B. will Lena vom Gemüse keine Erbsen haben, sondern nur Möhren, oder sie möchte kein Fleisch haben usw. - alles ok). Auch gibts bei uns ca eine Stunde vor dem Essen nichts anderes mehr zu essen mit der Ausnahme von Mittwoch, weil sie da nach dem Kinderturnen (was leider mit 17-18.00 Uhr sehr spät ist) meist noch ne Kleinigkeit, wie ein paar Stücke Obst oder so. Auch wird das Essen zeitlich begrenzt, da stehen wir noch recht am Anfang, morgens klappt es ganz gut (da verbind ich es mit den Nachrichten im Radio), abends mal so mal so, weil wir da auch leider keine feste Essenszeit haben (wir essen meistens mit Schwiegereltern und dem Bruder meines Mannes gemeinsam und alle kommen zu unterschiedlichen Zeiten heim oder haben teilweise noch Termine nach dem Essen). Wenn sie essen würde hätte ich kein Problem mit dem Vermanschen, aber sie vergisst über das Vermanschen nicht selten das Essen.

@Hubs mit Ansage meine ich sie verweigert sich allem, was man ihr sagt, sie aber nicht möchte. Sie tut dann, als könne sie einen nicht hören. Man kann ihr manches 10x sagen und es kommt entweder keine Reaktion oder genau das Gegenteil. Jetzt wo ich das schreibe, fällt mir auf, dass es doch normal sein müsste ;-)

@Nicole und Sweety Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Fachleute wie der Kinderarzt sagen mir sie ist unterentwickelt, die Ergotherapeutin sagt, sie ist körperlich zurück, um mich herum höre ich von allen Seiten nur, dass sie doch endlich jetzt windelfrei sein muss, und dass wir das nur mal "konsequent durchziehen" müssen, damit es klappt...


@Ecke/Keller: Wie gesagt, Keller finde ich auch grausam, aber ich wusste mir nicht mehr anders zu helfen, ich weiß nicht wie ich ihr sonst eine Grenze setzen soll, die bedeutet 'Bis hierhin und nicht weiter'. Glücklich bin/war ich über diese Lösung nie. Beim Keller blieb ich vor der Tür stehen, bei der Ecke mache ich meistens weiter mit dem, was ich gerade tue, da ich ihr 'Fehlverhalten' nicht auch noch mit gesteigerter Aufmerksamkeit belohnen will.

@Mann Tja, ehrlich gesagt ist es bei ihm noch schlimmer. Er ist halt viel weniger mit den Kindern zusammen und wir haben bedingt durch seine Arbeitszeiten und die langen Wachzeiten der Kinder meist auch keine richtige Zeit, uns drüber zu unterhalten. Er droht im Moment weiter mit dem Keller, ist mMn noch viel leichter auf 180 als ich und weiß auch oft nichts mit den Kindern anzufangen. Ich weiß, für ihn ist es auch keine tolle Methode, aber er weiß sich auch nicht anders zu helfen. Es ist einfach eine Situation die für alle beteiligten stressig ist, besonders für ihn. Er hat keine Zeit für sich, er bekommt zu wenig Schlaf, hat kaum mal Zeit mit mir allein, stress auf Arbeit, stress zu Hause, stress mit den Kindern....

@schlechte Körperwahrnehmung: Es ist bei Lena glaube ich so, dass es bei ihr mehr auf die inneren Organe geht. Sie merkte z.B. auch nie, wann sie satt war und wann eben nicht, hörte dann nach 2 Bissen auf zu essen, weil sie satt war etc. Jetzt kommt das so nach und nach. Keanu hat übrigens dasselbe Problem nur mit der Außenhaut, d.h. er ist recht unempfindlich auf der Oberhaut, recht schmerzunempfindlich, da wird schon mal der Finger in die Kerzenflamme gehalten und nicht mit der Wimper gezuckt oO

@Kleiner Bruder-große Schwester: Sicher ist Keanu einfacher, aber in meinen Augen bekommt er dadurch weniger Aufmerksamkeit. Ich hab ihn nicht länger gefüttert, wohl aber länger gestillt (Lena musste ich nach 5 Wohen abstillen, Keanu konnte ich ein halbes Jahr stillen). Er isst eigentlich schon immer recht selbstständig, man tut ihm auf den Teller was er haben will, stellt ihn den Teller vor die Nase und dann braucht man sich nicht weiter kümmern in der Regel außer er braucht wirklich mal Hilfe bei bestimmten Speisen, ist aber eher die Ausnahme.

@Psychomotorik wie funktioniert das? Ja ich hatte auch überlegt, ob man noch was anderes als 'nur' Kinderturnen mit ihr machen kann, aber ich weiß nicht so recht was, eben weil sie noch körperlich hinterher ist und sich andererseits vieles noch nicht traut, sie braucht am Anfang für neue Sachen immer ganz viel Mama-Sicherheit (was ja auch völlig in Ordnung ist)

Übrigens sagt die Ergotherapeutin und auch sehr viele andere Leute, dass Lena und ihr Bruder eigentlich auf ein und demselben Stand sind, also Lena ist entwicklungstechnisch etwa 6-9 Monate zurück und er ist entwicklungstechnisch gut 3-4 Monate weiter als sein Alter, aber das war bei ihm schon immer so s-:) Also eigentlich habe ich Zwillinge.

@Schuldgefühle: Ich bin generell jemand der relativ schnell die Schuld bei sich sucht, diese Problematik hat sich schon sehr gebessert, wenn es um die Außenwelt, also die Arbeit mit meinen Kunden oder so geht, aber im privaten Rahmen habe ich da scheinbar immer noch Probleme. Was ich genau falsch gemacht haben könnte weiß ich nicht, Lenas Schwangerschaft war nicht die einfachste für mich (Übelkeit bis in den 5. Monat, teilweise mit KH-Aufenthalt, weil ich nichts mehr bei mir behielt, Geburt war auch etwas schwieriger), nach der Geburt halt wie o.g. Stillschwierigkeiten, cih glaube wir hatten schon von daher einen schlechten gemeinsamen Start.

@Allgemeine Situation: Puh..ja es ist halt schwierig. Im Prinzip ist es realistisch gesehen so als sei ich alleinerziehend mit 2 Kleinkindern. Mein Mann unterstützt mich zwar wo er kann, aber ich bin halt nachts allein (Keanu schläft noch nicht durch und braucht nachts noch Wasserflasche), morgens bin ich fast generell allein mit beiden, Mittags nach der Kita bin ich allein bis nach dem Mittagsschlaf, dann hab ich Kundentermine oder wir müssen einkaiufen, Sachen erledigen oder oder, und wenn mein Mann abends ins Bett geht, kämpfe ich noch 1/2-3 Stunden, bis die Kinder schlafen...

Ähm...ich weiß nciht, ob ich jetzt alles beantwortet habe, wenn nicht einfach noch mal schimpfen ;-) Möchte mich aber noch mal bei allen für die tollen Antworten bedanken, Lena bekommt jetzt erst mal Höschenwindeln an.





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jewa

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #15 am: 04. Mai 2014, 09:27:04 »
@Nicole und Sweety Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Fachleute wie der Kinderarzt sagen mir sie ist unterentwickelt, die Ergotherapeutin sagt, sie ist körperlich zurück, um mich herum höre ich von allen Seiten nur, dass sie doch endlich jetzt windelfrei sein muss, und dass wir das nur mal "konsequent durchziehen" müssen, damit es klappt...

Bei so vielen Meinungen, dass sie unterentwickelt/zurück ist, finde ich es aber unverantwortlich von den Fachleuten, das zwar zu "bemängeln", aber keinen Lösungsansatz zu bieten.  :-(
Bitte sprich deinen Kinderarzt und/oder deinen Hausarzt ganz dringend mal auf ein SPZ an. Wie gesagt, dass ist ein sozialpädriatrisches Zentrum an der Uniklinik und da sitzen die Fachleute (Ärzte und Therapeuten) und da kann "übergreifend" geschaut werden. Wir sind dort seit Jahren mindestens einmal jährlich und zwar beim Kia als auch Krankengymnasten (zuletzt auch Psychologen wegen Autismus und Kardiologen, weil sie was am Herzen gesehen haben wollen). Damit kriegst du auch eine Behandlung, Empfehlung an die Hand, die euch wirklich weiterbringt.
Denn ganz ehrlich, würde sich mein Kia beim Ergorezept so zieren und mein Kind so einstufen aber nix tun, dann wäre er bei mir wegen Inkompetenz durch.  :-[
Bei uns steht jedes mal im SPZ-Bericht drin: Bitte Therapien so weiterlaufen lassen. Darauf berufen sich hier die behandelnden Ärzte und wir haben keinerlei Schwierigkeiten bei der Verordnungsausstellung.  :)

Wenn du noch Fragen hast, gerne.  :-*



Das Leben wäre viel einfacher, wenn ich dich nicht getroffen hätte.
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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #16 am: 04. Mai 2014, 11:32:26 »
Zitat
@Mann Tja, ehrlich gesagt ist es bei ihm noch schlimmer. Er ist halt viel weniger mit den Kindern zusammen und wir haben bedingt durch seine Arbeitszeiten und die langen Wachzeiten der Kinder meist auch keine richtige Zeit, uns drüber zu unterhalten. Er droht im Moment weiter mit dem Keller, ist mMn noch viel leichter auf 180 als ich und weiß auch oft nichts mit den Kindern anzufangen. Ich weiß, für ihn ist es auch keine tolle Methode, aber er weiß sich auch nicht anders zu helfen. Es ist einfach eine Situation die für alle beteiligten stressig ist, besonders für ihn. Er hat keine Zeit für sich, er bekommt zu wenig Schlaf, hat kaum mal Zeit mit mir allein, stress auf Arbeit, stress zu Hause, stress mit den Kindern....

@Allgemeine Situation: Puh..ja es ist halt schwierig. Im Prinzip ist es realistisch gesehen so als sei ich alleinerziehend mit 2 Kleinkindern. Mein Mann unterstützt mich zwar wo er kann, aber ich bin halt nachts allein (Keanu schläft noch nicht durch und braucht nachts noch Wasserflasche), morgens bin ich fast generell allein mit beiden, Mittags nach der Kita bin ich allein bis nach dem Mittagsschlaf, dann hab ich Kundentermine oder wir müssen einkaiufen, Sachen erledigen oder oder, und wenn mein Mann abends ins Bett geht, kämpfe ich noch 1/2-3 Stunden, bis die Kinder schlafen...

Mein Mann hat auch fast nur Nachtschichten und es ist eine verdammte Belastung für alle.  Das kann ich wirklich nachvollziehen s-druecken

Aber dein Kinderarzt ist ne echte Pfeife, kannst du nicht wechseln?  :-\
Bezüglich Psychomotorik gucke am besten mal bei wiki, da ist es sehr gut erklärt. Und dann gucke, ob bei euch in der Nähe sowas ist. Ich habe davon von einer Freundin erfahren, ihr Sohn, Felix's bester Freund, macht das, deswegen bin ich darauf gekommen, sonst hätte ich das nämlich auch nicht gewusst. Das ist echt gut.

Zitat
@Hubs mit Ansage meine ich sie verweigert sich allem, was man ihr sagt, sie aber nicht möchte. Sie tut dann, als könne sie einen nicht hören. Man kann ihr manches 10x sagen und es kommt entweder keine Reaktion oder genau das Gegenteil. Jetzt wo ich das schreibe, fällt mir auf, dass es doch normal sein müsste ;-)

Auch hier nochmal, habt ihr abklären lassen, ob eine Schwerhörigkeit vorliegt?
Felix hat seine Hörgeräte bekommen, als er 5 war, wir haben es nochmal abklären lassen, weil er anfing öfters nachzufragen. Sprachlich ist er top entwickelt, da gibt es keine Auffällgkeiten! Bei ihm war es aber auch so, dass er manchmal reagiert hat und manchmal nicht. Er hat es halt manchmal nicht gehört.

Das mit dem Keller lass mal sein, ehrlich  :-\ Die Pädagogin von der Kur hat mir gesagt, dass man sich zusammen mit dem Kind eine Auszeit nehmen sollte, aber dabei nichts tun soll. Einfach damit das Kind runterfährt, dabei soll es aber nicht allein gelassen werden. Ich weiß, dass ist einfacher gesagt, als getan, aber versuche es mal.  :)






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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #17 am: 04. Mai 2014, 17:06:40 »
Zitat
Es ist einfach eine Situation die für alle beteiligten stressig ist, besonders für ihn. Er hat keine Zeit für sich, er bekommt zu wenig Schlaf, hat kaum mal Zeit mit mir allein, stress auf Arbeit, stress zu Hause, stress mit den Kindern....

Wieso nimmst du deinen Mann an dieser Stelle so in den Schutz?

Hast du Zeit für dich? Bekommst du genug Schlaf? Hast du mehr Zeit mit ihm alleine als er mit dir? ??? Hast du es stressfrei Zuhause und mit den Kindern? Sind deine Kundentermine stressfrei bzw. überhaupt die Planung und Umsetzung dieser?

Sorry, aber das Verhalten mit dem Keller ist ein absolutes Unding - von euch beiden! Und da braucht der eine den anderen auch nicht in den Schutz nehmen.

Und nein, du bist nicht alleinerziehend.
Dein Mann nimmt sich den Kindern an, wenn du Termine hast. Dein Mann sorgt mit dafür, dass ihr euer Leben unterhalten könnt.
Entschuldige, aber das kann man nicht mit dem Leben einer "Alleinerziehenden" vergleichen, die wirklich alle Verantwortung immer und komplett alleine trägt.



hallihallo

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #18 am: 04. Mai 2014, 21:30:21 »
@Nicole und Sweety Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Fachleute wie der Kinderarzt sagen mir sie ist unterentwickelt, die Ergotherapeutin sagt, sie ist körperlich zurück, um mich herum höre ich von allen Seiten nur, dass sie doch endlich jetzt windelfrei sein muss, und dass wir das nur mal "konsequent durchziehen" müssen, damit es klappt...

Bei so vielen Meinungen, dass sie unterentwickelt/zurück ist, finde ich es aber unverantwortlich von den Fachleuten, das zwar zu "bemängeln", aber keinen Lösungsansatz zu bieten.  :-(
Bitte sprich deinen Kinderarzt und/oder deinen Hausarzt ganz dringend mal auf ein SPZ an. Wie gesagt, dass ist ein sozialpädriatrisches Zentrum an der Uniklinik und da sitzen die Fachleute (Ärzte und Therapeuten) und da kann "übergreifend" geschaut werden. Wir sind dort seit Jahren mindestens einmal jährlich und zwar beim Kia als auch Krankengymnasten (zuletzt auch Psychologen wegen Autismus und Kardiologen, weil sie was am Herzen gesehen haben wollen). Damit kriegst du auch eine Behandlung, Empfehlung an die Hand, die euch wirklich weiterbringt.
Denn ganz ehrlich, würde sich mein Kia beim Ergorezept so zieren und mein Kind so einstufen aber nix tun, dann wäre er bei mir wegen Inkompetenz durch.  :-[
Bei uns steht jedes mal im SPZ-Bericht drin: Bitte Therapien so weiterlaufen lassen. Darauf berufen sich hier die behandelnden Ärzte und wir haben keinerlei Schwierigkeiten bei der Verordnungsausstellung.  :)

Wenn du noch Fragen hast, gerne.  :-*


Da gehe ich mit konform. Und wenn ihr nervlich schon so weit unten seid, das ihr eine "Kellerlösung" als letzten Ausweg gesehen habt, dann braucht ihr Hilfe (und vor allem euer Kind).

Bzgl. der Windeln; unser Nachbarkind wird im Juli 4 und trägt auch noch Windeln tags und Nachts. Ist halt so.....die Mutti (Pädagogin) siehts gelassen.


Ich könnte mir bei dem "Bild" vorstellen, das eine Hippotherapie oder überhaupt der Umgang mit Ponys euch weiterhelfen wird. Pferde sind hervorragende Spiegel, schulen das Körpergefühl und sind für kleine Mädchen einfach toll.

schnakchen

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #19 am: 04. Mai 2014, 21:35:16 »
Hallo Babypuk,
ein paar Sachen, die mir spontan eingefallen sind:

Hör auf, Lena in Gedanken als "Sorgenkind" zu betrachten. Such dir irgendeine andere Eigenschaft von ihr und bau dir daraus einen Kosenamen - mein Wirbelwind, mein Energiebündel, mein Kuschelkind, was auch immer. Du wirst sehen, vieles was dich aktuell nervt, stört dich dann gar nicht mehr so sehr.

Beim Trockenwerden würde ich auch den Stress rausnehmen. Wir haben es selbst versucht zu beschleunigen, und es geht einfach nicht. Der Spruch stimmt leider: "Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." Entweder das Kind kann es, oder nicht. Punkt. Also lass dein Umfeld reden und gönn euch hier ne Pause.

Thema Essen: war im ersten und zweiten Jahr bei uns schlimm, bis ich beschlossen hab mich mal zurückzulehnen und nicht mehr zu betteln, dass sie isst. Und seitdem klappt es. Wie isst Lena denn in der Kita? Unsere Kleine hat in der Kita gelernt, dass sie sich allein Essen nehmen darf, aber nur so viel, wie sie schafft. Und das machen wir zuhause genauso. Mit dem Essen gespielt wird nicht, das heißt dann sie ist satt.

Wegen dem Frech-Sein: bei uns gibt es eine Auszeit im Kinderzimmer, wenn unsere 3,5jährige wütend herumschreit. Sie darf dann gern in ihrem Zimmer schreien (Tür nur angelehnt), aber nicht direkt neben uns. Sobald sie es schafft wieder ruhig zu sein, kann sie gern wieder zu uns kommen, wir umarmen und vertragen uns (je nach Vorfall murmelt sie Entschuldigung) und gut ist.
Zusätzlich fahren wir mit einem Sonne-Regenwolke-Blatt gut. Ist die Kleine absichtlich richtig frech, muss sie den Zeiger gemeinsam mit uns auf die Regenwolke stellen. Solange sie auf "Regen" ist, gibt es nix Süßes, keine Trickfilme, keinen Pudding usw.  Ist sie eine Weile wieder brav, darf sie zurück auf "Sonne" stellen. Versuch es vlt mal, wir waren verblüfft wie gut das bei uns funktioniert. Das hat übrigens auch meinem Mann geholfen mit den Trotzattacken umzugehen...

Übrigens, ein Buch das ich persönlich sehr hilfreich fand: "Kinder fordern uns heraus" von Rudolf Dreikurs. Mit vielen Beispielen und wie man am besten jeweils drauf reagiert. Passt für uns super.

lg und ich wünsch dir starke Nerven!
schnakchen



Fliegenpilz

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #20 am: 04. Mai 2014, 21:45:20 »
Ich finde es im Übrigen sehr toll und mutig, dass du hier öffentlich über deine Sorgen bzgl. deiner Tochter schreibst und dich selbst reflektierst, ihr & euch als Familie helfen möchtest.

Du hast hier viele Wege & Optionen aufgezeigt bekommen, viele Anregungen & Ideen. Ich hoffe, dass du für euch den richtigen Weg findest  :-*



Beetlejuice

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #21 am: 22. Mai 2014, 13:57:32 »
Hallo,

ich verstehe deine Verzweiflung und die daraus resultierenden mMn harten Strafen, aber du bist die Erwachsene, das heißt nur du bist in der Lage etwas zu ändern.

Ich empfinde deine Beschreibung deiner Erziehung sehr wechselhaft und für ein Kind ist es sehr schwer bzw. unmöglich mit so einer Wechselhaftigkeit umzugehen. Wird dir erst mal klar darüber WIE du deine Kinder erziehen möchtest, denn nur dann kannst du konstant in deinem Verhalten sein.

Das Kind ne Stunde lang auf dem Klo sitzen lassen, was soll das bringen? Du übst nur unheimlich viel Druck aus, das Kind ist bestraft und führen tut es zu nichts.
Warum muss sie unbedingt aufhören eine Windel zu tragen? Wenn SIE das wirklich will, wird sie das von ganz alleine schaffen. Also rate ich dir, mach das Thema nicht mehr zum Thema, lass sie Windeln tragen und sie wird den Weg von alleine beschreiten. Du sagst ja, dass sie es schon teilweise doof findet und diesen Antrieb hat sie also von sich aus sowieso schon, da musst du nicht noch Druck ausüben. Ich kenne keinen Erwachsenen der noch Windeln trägt.  ;)

In den Keller sperren / in die Ecke schicken und ähnliche Methoden sind grausam und ebenfalls nicht zielführend. Ich halte generell nichts von künstlichen Konsequenzen und Strafen, aber DAS ist schon sehr hart. Das Kind wird isoliert, du entziehst ihr deine Aufmerksamkeit und Liebe und ihre Freiheit (auch wenn du das nicht willst, aber wie würdest DU dich fühlen, wenn ein von dir geliebter Mensch dich wegsperrt, wenn du dich nicht verhälst wie du sollst?).

Essen: Mein erster Eindruck ist, vllt mag sie nicht mit mehreren Leuten zusammen essen? Das kenne ich von mir, ich fange immer erst an zu essen, wenn alle anderen fast fertig sind. Warum weißich auch nicht und es ist mir auch erst vor wenigen Wochen aufgefallen. Versuche die Situation zu entspannen und lass sie mal "alleine " Essen, also durchaus von dir begleitet, aber nicht gezwungenermaßen, weil alle anderen auch essen.



Bitte verstehe nicht falsch, was ich schreibe. Das klingt sicher hart und so ist es teilweise ja auch gemeint, denn deine Erziehungsmaßnahmen sind wirklich hart. Ich meine bei dir aber auch zu erkennen, dass du damit überhaupt nicht glücklich bist und nur so reagierst, weil du nicht mehr weiter weißt. Vllt. hast du schon mal von "unerzogen" gehört? Falls du offen dafür bist würde ich dich einladen dich z.B. mal in der Facebook-Gruppe (wenn du dort überhaupt bist) zu dem Thema zu informieren, einfach um mal eine andere Seite der handlungsmögllichkeiten zu sehen. Vllt kannst du dir da ja auch das ein oder andere hilfreiche mitnehmen, auch wenn es nicht komplett was für euch ist. In Erziehungsforen bekommt man ja leider meist den Ratschlag noch härter durchzugreifen.
Nur die Erwachsenen haben die Möglichekit etwas zu verändern, die Kinder sind einem hilflos ausgeliefert, deshalb ist es Aufgabe der Eltern das eigene Verhalten zu reflektieren und zu erkennen, wenn etwas absolut schief läuft und den Mut aufzubringen neu anzufangen.


Ich wünsch euch viel Glück.

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Antw:Mein Sorgenkind
« Antwort #22 am: 22. Juni 2014, 15:17:35 »
Ich fände es super, wenn du es schaffen würdest ihre Kompetenzen mal aufzuschreiben. Mal zu überlegen, was sie gut kann und was dir an ihr so gefällt.

Ich finde ihr Verhalten keineswegs auffällig. Vielleicht vergleichst du sie  zu viel.

Meine große ist auch sehr auffällig ihn der Kommunikation mit erwachsenen. Sie guckt keinen Erwachsenen an. Erzählt von sich aus wenig. Sie ist schnell weinerlich.
Meine Kleine ist sehr aggressiv wenn sie was soll, was sie nicht will. Sie macht auch nichts was ich von ihr fordere.
ABER das sind doch Dinge die auf viele Kinder zutrifft.

Versuch doch einfach mal euren Tag so umzugestalten, dass ihr beide gemeinsam mehr spaß daran habt.
Lass Sie doch einfach mal essen wie sie mag. Lass den Bruder aufstehen und bleib bei ihr sitzen. wenn sie nichts essen will. Lass sie. Mach klare Essenzeiten aus und ne vielleicht ne Zeit von 15 Min oder so. Wenn die um ist, ist das Essen fertig. Ohne Erinnern. Ohne du musst jetzt aber.
Vergleiche NIEMALS mit dem Bruder.

Zu der Gewalt. Ich kenne das von meinen Schülern. ISt ihr eine negativ Aufmerksamkeit sicher, wenn sie gegen ihren Bruder geht? Dann müßt ihr einschreiten. Nimm sie in den Arm, wenn sie sauer wird. Sei bei ihr.

Neeke hat das auch ab und zu. Das ist aber nichts schlimmes. Wenn sie sauer wird und tobt, bleibe ich in ihrem Zimmer. Sie beschimpft mich dann manchmal. nehme ich sie auf den Arm tritt sie sogar, aber ich kenne sie so gut. Sie muss das dann rauslassen. Kurz danach weint sie, Sie ist hilflos, weiss nicht, was sie tun soll. Sie will was erzählen, aber kann es nicht. Wir halten das aber mittlerweile beide aus.
Und nach etwas 3 min erzählt sie plötzlich. Dann geht es ihr gut.

Ich hoffe ihr findet einen Weg. Hat sie ein eigenes Zimmer? Das mit dem Keller ist volle Katastrophe. Wenn das jemand im Kiga erfährt, also bekannte sind wegen so was gerade beim Jugendamt. Sorry, aber das geht gar nicht.

Klingt hart, aber eigentlich will ich gerne Ideen geben, wie ihr es für euch besser macht.

jeder tag so momente.
Aber es ist an uns erwachsenen zu gucken, was geht an erziehung, was ist wirklich wichtig (bei uns ist das Helm tragen, ohne Helm, bleibt das Rad im Schuppen. Hören sie auf der Strasse nicht, wird das Rad beim nächsten Ausflug nicht benutzt). Aber das müssen REALISTISCHE Dinge bleiben.
Und du solltest dabei klar sein.
Wenn dir das Essen so wichtig ist, dann überleg dir ne Klare LINIE und die behalte bei. IMMER. Kinder müssen sich auf uns verlassen können. OHNE erwachsene sind Kinder hilflos.

Überlege dir, was du willst und dann überlege die es durchzusetzen wäre. Aber FAIR.
erkläre es deiner Tochter.
Und bitte lass unterschiede zwischen deinen Kindern zu. Nur weil der eiine Gemüse mag, muss es der andere nicht zwangsläufig essen müssen.
Zeig ihr auch mal an situationen, dass sie was besser kann, als der kleine Bruder.

Nimm SIE so an wie sie ist und hilf ihr und dir einen Tagesablauf zu strukturieren, den ihr beiden leisten könnt.
Ich meine dabei nicht, dass du alles so machen mußt, wie es super wäre und du dich dabei verrenkst, aber geh kompromisse ein.

Ich z.B. lass meine Kinder im Auto essen. Ich lege kein Wert darauf, dass sie jeden TAg ihr Zimmer aufräumen. Sie müssen nicht zwangsläufig den Tisch abräumen. Aber andere haben da ganz andere Ansichten. Eltern müssen es nicht gleich machen. Mama und Papa dürfen es unterschiedlich machen, aber DU musst deiner LINIE treu bleiben.

Viel Glück




 

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