Autor Thema: Ideen gesucht - 4jährige provoziert abends, weil sie nicht ins Bett will  (Gelesen 6856 mal)

schnakchen

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Hallo Mädels,

vermutlich liegt es an der Müdigkeit, aber uns fällt grad nix mehr ein. Bisher lief Schlafengehen bei uns recht problemlos ab: Abendessen – Zähneputzen, Waschen, Toilette – Buch vorlesen – Licht aus.
Neuerdings klappt das gar nicht mehr, schon beim Essen macht unsere Große Rabatz und ist absichtlich frech (legt die Füße auf den Tisch, gießt Milch neben den Becher), und macht dann am laufenden Band irgendwelche verbotenen Dinge, auf die wir mit Schimpfen reagieren müssen. Also normalerweise fahren wir super mit direkten Konsequenzen – mit Essen spielen, ok Essen wird beendet. Aber sie übertritt dann wirklich im Minutentakt jede erdenkliche Grenze, und gewinnt so natürlich Zeit, in der sie nicht ins Bett muss, einfach weil wir damit beschäftigt sind zu reagieren, Dinge wegzunehmen, aufzuwischen und und und.
Das ganze zieht sich dann gefühlte Ewigkeiten hin, übers Zähneputzen usw. meist haut sie uns dann irgendwann (nur ganz sacht, Hauen ist bei uns wirklich SEHR streng verboten, sie zeigt dann quasi, dass sie sich selbst sowas traut), und unsere Konsequenz auf Hauen lautet „kein Buch abends“. Das weiß sie auch, mault dann aber ewig, dass sie ein Buch will. Früher hat es in solchen Situationen gereicht, wenn ich bitterböse gesagt habe: „IN DEIN ZIMMER!“ und da blieb sie dann und irgendwann haben wir uns vertragen und gut wars. Nun sagt sie rotzfrech: „NEIN!“ und marschiert einfach wieder raus, oder haut mich nochmal, geht ins Bad und reißt die Schubladen auf und wirft irgendwas raus usw. Ich muss gestehen, das einzige was mir in den letzten Tagen eingefallen ist, war ihr zur Strafe Spielzeug wegzunehmen – für jedesmal, dass sie wieder rausrennt (und dabei irgendwas absichtlich umwirft, Krach macht) kommt ein Spielzeug von ihr in meinen Schrank. Ich weiß, keine erzieherische Glanzleistung, aber darauf reagiert sie wenigstens.


Wir haben auch schon versucht:
- ignorieren (bringt nix, dann kommt sie ins Wohnzimmer und tobt da herum)
- sie strikt wieder ins bett bringen (sie ist schneller wieder rausgeklettert als wir bei der Tür sind)
- Belohnung in Aussicht stellen (Idee meines Mannes, dann fing sie an zu verhandeln, dass sie dreimal die Belohnung = neues Pixie will, erst dann schläft sie)
- ihr sagen sie soll halt in ihrem Zimmer bleiben und spielen (hat früher gut geklappt, wenn sie echt mal nicht müde war, aktuell zieht sie dann das programm mit dem Rausrennen und Dinge kaputtmachen ab)
- für den nächsten Tag alles mögliche verbieten (keinerlei Wirkung, hilft mehr der genervten Mama im Moment, um mal irgendwas zu sagen)
- sie eher schlafen legen, sie später schlafen legen, mal gar nix aufregendes am tag machen, nur abends nichts aufregendes machen (kein Unterschied)

Was würdet ihr tun? Bitte sagt mir, dass das nur eine Phase ist!

Müde Grüße
schnakchen
« Letzte Änderung: 10. Juli 2014, 10:04:47 von schnakchen »



Sweety

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Naja zuallererst würde ich mal s i e  fragen, was sie möchte. Wer zur festen Schlafenszeit noch über so dermaßen viel Energie verfügt, muss vielleicht gar nicht ins Bett, nur weil der Wecker das sagt.
Ich sehe, ihr führt einen richtigen Kampf miteinander. Wenn nun dein Mann sich auf einmal so störrisch benehmen würde, würdest du da auch so reagieren?

Ich seh das so: eure Tochter zeigt euch gerade sehr deutlich ihre eigenen Grenzen. Diese Seite wird bei dem allgemeinen Mantra des Grenzensetzens gern übersehen: dass es da zwei Seiten gibt.
Und ihr reagiert mit Sanktionen, Unmut, Erpressung.
ICH würde da auch noch einen drauflegen, wenn ich sie wäre ;)

Wenn sie allerdings mein Kind wäre, würde ich die Provokation an sich als Phase abtun und ansonsten mal überlegen, wie ein schöner und entspannter Abend aussehen könnte und zwar MIT ihr gemeinsam :)


mausebause

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Bei Bella hatten wir das auch und haben die Schlafenszeit nach hinten verlegt..so wie Sweety sagt..ihr war es dann irgendwann einfach zu früh..
Klappt jetzt auch nicht immer aber meistens...

zuz

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Kenne ich, kenne ich, kenne ich.
Exakt so.

Und ja, ich lass mich auch manchmal zu einer Strafspirale hinreißen, um dann immer wieder sehr schnell festzustellen: Bringt so überhaupt gar nichts.

Grundsatzfrage, die Du für Dich sicher schon geklärt hast: Bekommt sie genug Schlaf?  Ist sie früh müde? Und: Ist sie abends müde und deshalb aufgedreht (okay, waren jetzt drei Fragen ;))

Wie ist es am WE, wenn Ihr es einfach mal laufen lasst, sie zu nichts zwingt? Ist sie dann auch so? (Bei uns ist es dann meist besser).

Wie Sweety denke ich auch, irgendwas passt ihr grad gar nicht, und das versucht sie Euch verzweifelt zu zeigen.
Bei uns hilft in solchen Phasen meist, wenn ich auf die Provokationen gar nicht groß eingehe, nur sage: "Schade", mich innerlich distanziere, meine gute Laune behalte und das ganze so abtue, als würde er/sie das eher aus Versehen machen. Und dann vielleicht was vorschlage, was ihm/ihr sicher Spaß macht. Manchmal hilft das, ihn rauszuholen, wenn nicht, hilft manchmal kuscheln.
Was ich nie mache: Buch streichen. Das braucht er einfach zum Runterkommen, und ich finde es auch nicht sinnvoll, damit zu drohen. Für ihn besteht ja kein Zusammenhang. Klar, den könnte man konstruieren, aber letztlich nicht so, dass er es versteht.

Ich würde auch mal versuchen, den Abend anders zu gestalten. Versucht mal rauszufinden, was genau passiert, kurz bevor sie provoziert. Bei uns waren es die Elterngespräche am Tisch, die er mal gar nicht haben konnte. Wir haben uns dann wieder mehr den Kindern zugewendet, das hat geholfen. Vielleicht braucht sie ja auch mehr Aufmerksamkeit? Will noch was mit Euch machen?
Was hier auch hilft: Mal ein Grundsatzgespräch, was anders laufen soll, was einen selbst stört, was man sich wünscht - mit Raum für das Kind, das sich natürlich auch Dinge wünschen darf.

Also: Phase ja, aber man kann schon was tun, damit die schnell besser wird  :-*

seemaedchen

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  • unser Weihnachtswunder ist da: Anna-Lisa
zuz, du warst schneller.
 ;)

ich hab festgestellt, wenn die ganze Konsequenzen Sache nicht wirkt, dann mal einen Gang zurück. Ihr steigert euch da hoch und hoch.
Ich hab dann versucht zu reden.
Ist ja leider nicht immer so einfach, wenn man schon 5 Sachen angedroht hat und 4 durchgezogen. Aber wo soll das hinführen.

Vielleicht solltet ihr was am Abendritual ändern. Man ist da ja auch manchmal etwas bequem wenn es immer so gut gelaufen ist. Vielleicht braucht sie gerade mehr Zuwendung und mehr Zeit mit euch.
Vielleicht im Abendritual einen Gespräch und Resümee über den Tag einführen. Also du erzählst was bei deinem Tag so war und fasst den Tag mit ihr noch mal zusammen. Sie erzählt was im KiGa war und was heute sehr schön war.
Das bringt bei uns wahnsinnig viel und Anna-Lisa ist es auch sehr wichtig.

Dann vielleicht andere Bücher anfangen. Vielleicht mit mehr Anspruch. Wir lesen jetzt Bücher die mehr Anspruch haben und über mehrere Abende gelesen werden.
Anna-Lisa haben die kurzen Geschichten einfach gelangweilt und sie wollte immer mehr.

Bei uns ist zwar dadurch das Abendritual länger und auch für mich ansträngender geworden, aber für Anna-Lisa viel entspannter.

Und es gibt natürlich auch Phasen wo es gar nicht klappt. Meist kann sie dann wieder was Neues. Aber das fällt einem ja immer erst hinterher wie Schuppen von den Augen.
2. IVF positiv am 21.12.09
09.09.2010 Anna-Lisa. Wir lieben dich.

Feb 13: spontan Schwanger
leider FG bei 9+4
Aug 13: IVF abgebrochen IUI negativ
Okt 13: IVF ein 4-Zeller => negativ
März 14: IVF ein 4-Zeller => negativ
August 14: IVF

schnakchen

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Hallo Mädels,

danke für eure vielen tollen Ideen und Anregungen! Ich werde mal in Ruhe darüber nachdenken, da ist vieles dabei, was uns sicher weiterhilft.

Nur eine konkrete Frage - wie würdet ihr dann auf das Hauen reagieren? Ich fühle mich selbst schlecht dabei, als Strafe das Buch zu verbieten, aber ich will einfach nicht, dass sie sich angewöhnt uns zu Hauen. Irgendwie ausdiskutieren bringt in dem Moment aber auch nichts, sie ist dann auf Krawall gebürstet und sie weiß auch ganz genau, dass uns das wehtut und dass sie es nicht darf.

Andererseits, wenn ich unsere Abende wie von euch vorgeschlagen nochmal komplett überdenke, erübrigt sich die Frage vielleicht.

DANK EUCH!!!

Lg schnakchen



Sweety

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Ich sehe generell keinen Sinn in Strafe.

Aber sieh es mal so: Was vergibst du dir denn, wenn du es übergehst, es als Versehen abtust oder als Einladung zum Kuscheln und Kitzeln?
Das Kind ist 4!! So wie meiner auch. Daher bin ich mal ganz sicher, dass sie sehr genau weiß, was Sache ist. Beibringen musst du ihr das in dem Alter ganz sicher nicht mehr.
Sie macht das nicht, obwohl sie es nicht darf, sondern w e i l  es untersagt ist und jedes missmutige drauf Anspringen wird sie bestärken.

Lass dich nicht provozieren. Das bedeutet nicht immer, es zu ignorieren. Davon halte ich auch gar nichts. Ich würde auch nicht wollen, dass so mit mir umgesprungen wird, wenn ich mich nicht anders ausdrücken kann.
Unterlauf es, kehr es um, reagiere unerwartet und schau einfach, was passiert :)

Rumpelstilzchen

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Ich sehe es so wie die anderen hier: Diese Strafspirale bringt nichts (sagt sich manchmal leicht, wenn man andere von außen betrachtet; selbst bin ich oft beim Zubettbringen auch in so einer Meckerspirale aus Genervtsein und Ungeduld...und gerade jetzt, wo es auch Abends so lange hell ist, gehen unsere auch nicht so leicht ins Bett). Vielleicht beim Hauen wirklich mal ganz unerwartet reagieren, sie direkt "zur Strafe" durchkitzeln oder so...und es mal ansprechen außerhalb der akuten Situation. Wie ich generell sagen würde: Nehmt Euch Zeit, Euch mit ihr mal auszusprechen und vielleicht liegt der Schlüssel tatsächlich überhaupt darin, sich bewusst und anders als bisher für sie Zeit zu nehmen.
Rumpelstilzchen 5/2010
Wilde Hilde 1/2008
Künstler 12/2004

schnakchen

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So, ich hab während der Mittagspause bisschen nachgedacht. Unsere Maus ist eigentlich eine, die feste Strukturen braucht. Wochenenden und Urlaube sind bei uns eher schwierig, da der Tagesablauf nicht den festen Regeln folgt wie in der Kita. Da haben wir daheim eher mehr Krach, als weniger, ich glaub ihr würde es gut tun, wenn wir auch da Punkt x frühstücken würden usw..

@müde sein
Sie macht schon lang keinen Mittagsschlaf mehr und hat daher so gegen 14 Uhr immer etwas einen Durchhänger, ist ansonsten aber tagsüber fit. Bisher war es dann so, dass wir sie gegen Sieben hingelegt haben, gegen Acht hörte sie auf im Bett zu singen und zu erzählen :) und früh war sie gegen Sechs munter. Nun schläft sie meist erst gegen Zehn und früh muss ich sie halb Acht wecken, wobei sie noch fest schläft, aber wir würden sonst zu spät in die Kita kommen. Sprich, das um Acht schlafen hat eigentlich gepasst für sie, sie braucht am Tag etwa zehn Stunden Schlaf.
Auch von unserer Seite aus möchte ich um Acht gern beibehalten. Also sie kann gern MAL um Zehn ins Bett gehen, aber dann habe ich keinerlei freien Abend mehr für mich. Das möchte ich nicht als die Regel haben.

@Strafspirale
Genau diese Bezeichnung trifft es. Und irgendwie sind wir dann beide hilflos und kommen nicht mehr raus.

@mich in sie hineinversetzen bzw was wäre, wenn mein Mann so eine Szene machen würde
Sehr spannende Frage und neue Sichtweise, danke dafür. Ich grübel mal.

@neues Abendritual
Ich grübel noch. Aber vlt frag ich sie heute wirklich mal, was sie sich wünschen würde. Wobei sie halt noch nicht ganz Vier ist, ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie schon so differenziert antworten kann, dazu müsste sie ja wissen, warum sie abends so austickt, was ja doch einen gewissen Grad an Selbstreflexion erfordert. Aber mal sehen, vlt überrascht sie mich ja. Und ich schau mal, was wir sonst noch ändern können.



Sweety

  • Gast
Du wirst überrascht sein, wie klar sich Kinder in dem Alter ausdrücken können, wenn sie spüren, dass ihre Antworten geschätzt und interessiert aufgenommen werden.

Mein Großer muss auch oft morgens geweckt werden. Trotzdem kann er oft abends nicht zeitig einschlafen, ob er will oder nicht. Oder ob WIR das wollen oder nicht.

Mit dem "Feierabend" - ich hab hier zwei grandiose Wenigschläfer und weiß genau, was du meinst. Trotzdem hab ich es nie verstanden und ich mach den Käse nun schon 4 Jahre mit und mit dem zweiten Kind.
Klar... ich würde gerne mal wieder einen Erwachsenenfilm gucken ;D

Aber sonst sind die Kinder absolut vollwertige Teile des Familienalltags. Ja auch des Abends, wenn es nunmal so ist.
Ich würde mich bedanken, wenn mein Mann darauf wartet, dass ich schlafe, damit er endlich mal "durchschnaufen" kann. Und umgekehrt.

schnakchen

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wie jetzt "mit dem zweiten Kind"? ich gehe fest davon aus, dass wenigstens unser zweites Exemplar den Reiz des nächtlichen Schlafens schätzen wird. Das sage ich dem Baby im Bauch jedenfalls regelmäßig  S:D

Ich verstehe was du mit den zu-Bett-geh-Zeiten meinst, hoffe aber, dass wir uns langfristig trotzdem wieder bei Acht einpegeln, da es bisher ja auch meist gepasst hat. Mal abwarten wie es sich entwickelt. Aber dann könnte ich mir noch eher vorstellen, dass sie sich ab Acht allein in ihrem Zimmer beschäftigt und Hörspiel hört oder so, bis sie müde genug ist zum Einschlafen.

offtopic:
wenn deine beiden immer erst gegen Zehn schlafen gehen, wann erledigst du dann den Haushalt oder schreibst mails oder liest ein Buch? Bitte nicht falsch verstehen, ist nicht böse gemeint, aber das ist mein einziges Zeitfenster für sowas - wie habt ihr das für euch gelöst? Irgendwann musst du ja auch mal schlafen?

lg!



mausebause

  • Gast
Wenn sie aber bis um acht eh noch wach war wenn ihr sie um sieben gelegt habt..dann versucht sie doch einfach erst kurz vor acht zu legen..das reicht vielleicht schon..

Bis zehn mag ich meine Kinder auch nicht hier rumturnen haben..zumal eins davon ein Schulkind ist..

Sweety

  • Gast
Um zehn wäre im Moment ein Traum ;)

Haushalt mach ich vormittags, wenn der Große im Kiga ist. Bald geht der Kleine auch und dann mach ich es eben nachmittags, wenn beide spielen oder abends, wenn sie ihre Sendung gucken dürfen.

Mailen, lesen... mach ich zwischendurch. Auf dem Spielplatz oder wenn sie im Garten rumturnen. Geht prima. Die sind 2 & 4 und brauchen ja nun nicht mich als Dauerentertainerin.

Man wächst da rein.

Nicole, es ist jetzt nicht so, als ob WIR das wollen ;)

mausebause

  • Gast
Sweety meine würden hier auch gern bis zehn rumrennen wenn ich sie ließe... ;)
Aber vielleicht hab ich einfach das Glück dass das "nicht lassen" hier funktioniert..meistens.. :P

Sweety

  • Gast
Wenn ich das mache, dann turnen die halt oben rum. Sie sind noch w a c h. Wir haben's auf die harte Tour gelernt. Nicht aufgedreht, aber tief drinnen doch schon müd, sondern richtig wach.
Du widersprichst dir doch gerade selbst. Einerseits rätst du, ein waches Kind halt wachzulassen, andererseits freust du dich, dass "Nicht lassen" bei dir klappt.
Was aber, wenn es nicht geklappt hätte?
Wenn das zu Bett schicken eben nur zur Folge gehabt hätte, dass sie woanders rumjachtern?
Dann wärst du an dem gleichen Punkt wie ich :)

mausebause

  • Gast
Was spricht dagegen sie erstmal noch ein wenig oben rumturnen zu lassen?!
Klar kann man es spaeter versuchen wenn das kind um 7 noch nicht müde ist. Wie ich schrieb..statt sieben halt gegen acht..
Aber irgendwann is halt auch mal gut..zumindest bei uns..und dann gehts hoch und ins Bett.. wenn dann noch ein wenig geredet, gesungen wird ok..aber zehn oder noch spaeter..öhh..nee.. Irgendwann ist hier halt Schluss..und das wissen die Mädels..da wird auch mal diskutiert aber im Großen und Ganzen geht es dann..
Aber bei dem Thema kommen wir beide eh nicht zusammen..haben wir ja schon oefter festgestellt.. ;)
« Letzte Änderung: 10. Juli 2014, 18:21:28 von Nicole Ƹ̴Ӂ̴Ʒ »

Kathrin

  • Dino
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Für mich wäre das auch nix.  :-\
Irgendwann ist bei mir der Zeitpunkt erreicht, an dem sie ruhig im Bett zu liegen haben.
Sie können dann gerne noch eine CD hören, was lesen oder so, aber ruhig. Getobe gibt's dann nicht. ;)
     
Jana - *03.03.08 - 48cm - 3810g            Joel - *23.02.04 - 53cm - 4580g

schnakchen

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so, ein Update - von guten Vorsätzen erfüllt schwebte ich in die Kita, alles war fein (ok ich erfuhr, dass sie einen Streit mit ihrer Freundin hatte und wohl auch sehr gebockt hat), wir fuhren kurz einkaufen, sie durfte sich Cornflakes raussuchen und alles war super - bis auf dem Parkplatz, wo sie den Wagen zum Auto schieben wollte, und mir dann gegens Schienbein trat, als ich den Wagen angefasst habe, weil es zu nah an die Autos ging. Ok, das haben wir dann auf der Heimfahrt geklärt und sie hat sich entschuldigt.
Dann gemeinsam Essen kochen, sie hat lieb geholfen - und wollte plötzlich Schokolade - zack, wieder ein Tritt gegen Mamas Schienbein, als es die nicht gab.
Dann ein bisschen Spinnerei beim Essen, aber halbwegs im Rahmen, und beim Zähneputzen hat sie mich dann wegen irgendwas nochmal getreten. Also irgendwas läuft da grad arg verquer. In Gedanken an eure Worte hab ich mich aber nach Entschuldigen und Pusten doch zu einem Buch breitschlagen lassen, mit dem Ergebnis, dass sie nun recht zufrieden singend im Bett liegt.

Fazit: keine Ahnung, auf jeden Fall haben wir grad irgendwie ein Aggressionsproblem, aber eure Idee das Buch trotzdem vorzulesen, hat schon mal geholfen.

Reden hat übrigens nicht funktioniert, aber vlt hab ich die falschen Fragen gestellt. Wie wärt ihr das Thema denn angegangen?

lg



mausebause

  • Gast
Dann habt ihr aber glaube ich andere Baustellen, das hat ja nichts mit dem ins Bett bringen zu tun..

Isabella kann das auch gut..das ist unsere "Giftzicke".. :P
Wir sagen ihr das immer wieder..dass man nicht haut/tritt/beisst..
Dass das weh tut..etc..ganz ruhig..
Viel mehr kann man da wohl erstmal nicht tun denk ich.. :-\

Binus

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Diese besagten Phasen, in denen eigentlich alles schiefläuft, obwohl man sich sehr ums Kind bemüht - die gibt es doch ständig und immer wieder. Wenn man Glück hat, sind es Tage, bei Pech Wochen.

Dass nicht an einem Tag bzw. Abend das Ins-Bett-Bringen wieder easy läuft war doch auch abzusehen?  ;)

Aktuell haben wir es hier auch so, dass Hendrik wieder deutlich später einschläft. Im letzten halben Jahr war es gefühlt so, dass wir oft um 20:15 Uhr den besagten Tatort schauen konnten (wenn wir es denn gewollt hätten). Also er schlief dann auch. Seit Wochen (was sicher auch mit der Sommerzeit, Helligkeit usw, aber eben auch einfach mit dem Älterwerden des Kindes zusammenhängt) starten wir mit dem Bettritual erst um 20 Uhr. Was nichts daran ändert, dass er um 6 auf der Matte steht. Ich würde mich freuen, wenn das im Herbst / Winter wieder später wird - aber mal sehen...bald wird es ja hier dank Baby wieder drunter und drüber gehen.  :P

Wenn unser Sohn sich abends wieder mal wie ein wilder Watz benimmt (und leider, das liegt auch oft an uns Eltern! Ich merke z.B., wenn wir gestresst sind, lange oder aufgeregt beim Abendbrot diskutieren über was auch immer, Stimmung eben nicht entspannt ist.), dann bemühe ich mich auch sehr, ihn nicht zu streng mit "Wenn du nicht gleich....Zähne geputzt/im Bett liegst... noch hochzuschaukeln, sondern eher mit "Schade, dann schaffen wir deine leider sehr lange Lieblingsgeschichte heute nicht mehr!" entgegenzutreten. Das Klappt natürlich oft genug nicht, abr wenn man sich als Erwachsener dann doch mal zusammenreißt - kann es überraschende Erfolge bieten.


Pan

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Hallo!


Ich glaube euer Kernproblem liegt darin, dass eure Tochter euch zur Zeit als Ablassventil ihrer Wut und phasenweiser Unzufriedenheit nutzt. Abends eskaliert die Sache schlicht. Keine Wunder nach so vielen Stunden Zusammenreißen.
Betrachten wir das Ganze mal rein aus deiner Perspektive, du kommst von der Arbeit(auch nicht immer stressfrei!), musst dann noch schnell mit Kind einkaufen, lässt sie nachher auf dem Parkplatz sogar den Wagen schieben und willst nur verhindern, dass sie die Autos rammt. Ist ja schließlich auch deine Aufgabe als Aufsichtsperson. Und dann wirst du von ihr getreten. Du bleibst ruhig, klärst das, flippst nicht aus. Zuhause darf sie beim Kochen helfen und sie weiß auch ganz genau, dass es vor dem Essen keine Schokolade mehr gibt und trotzdem fragt sie und tritt dich wieder. Beim Essen meckert sie und ölt rum, du kannst dich nicht in Ruhe mit deinem Mann unterhalten und beim Zähneputzen wird dann wieder getreten. Du bist kaputt, vielleicht müde, hast noch Haushalt zu erledigen, wolltest gerne was im Fernsehen schauen und dein Fass ist eben voll. Darum reagierst du heftiger als die Male zu vor. Und je mehr Tage hintereinander so ablaufen, desto kürzer wird deine Zündschnur. Völlig verständlich.
Aus ihrer Sicht, ist ihr Verhalten aber auch logisch:
Sie schleppt wegen dem Streit mit der Freundin sowieso schon blöde Gefühle mit sich rum und dann kommst du auf dem Parkplatz und behandelst sie wie ein Baby. Sie hatte doch schon längst gemerkt, dass sie zu nah an die Autos kommt und hätte das schon geschafft, aber du musstest ihr ja helfen. Und dann gibst du ihr auch keine Schokolade, obwohl sie die so mag und es ist sowieso total unfair, dass ihr Erwachsenen euch selbst alles nehmen könnt und sie immer fragen muss. Das Essen ist eh doof (Schokolade wäre viel besser gewesen!) und ins Bett gehen auch. Und als du ihr dann noch das Vorlesen streichen wolltest... So aus Kindersicht warst du schon ganz schön fies. ;)
Natürlich kannst du deine Erziehungsgrundsätze nicht über Bord werfen, weil deine Tochter dagegen ist. Das ist schon klar. :)
Aber es hilft, sich beide Positionen bewusst zu machen ohne einer Seite Provokation oder Manipulation vorzuwerfen. Mir hilft das privat als auch beruflich immer.

Was ich machen würde?
Ich würde auf jeden Fall nicht das Abendritual streichen. Es fällt ihr sicher noch schwerer einzuschlafen, wenn sie aufgewühlt ist. Nutzt das Vorlesen lieber um runter zu kommen, den Tag(für euch beide!!) positiv enden zu lassen und ggf. noch Mal über den letzten Streit zu sprechen.
Zum Einschlafen kannst du sie nicht zwingen. Soll sie halt in ihrem Bett singen und spielen. Wenn sie raus kommt, würde ich sie recht unaufgeregt wieder zurück schicken bzw. bringen. Meckern bringt nur wieder schlechte Stimmung. Vielleicht ist sie auch neugierig, was ihr so macht? Fühlt sich ausgeschlossen? Was würde sie denn machen wollen, wenn sie aufsteht? Einer unserer Jungs will auch immer wissen, was mir so ohne ihn machen und findet es gemein, wenn wir mit seinen großen Geschwistern noch im Wohnzimmer sitzen.
Hast  du schon mal versucht, wenn sie haut, völlig "unlogisch" zu reagieren? Bei uns hat gegen schreiende Kinder zum Beispiel geholfen zu flüstern. Klingt paradox, aber das hat sie einfach irritiert. Entweder dem Bruder/der Schwester was ins Ohr flüstern(dann wollten sie das auch sofort hören) oder wenn nicht greifbar dem Kind selber. Natürlich großartig inszeniert mit "Pssst" und ganz dicht ans Ohr gehen und richtig rein pusten ;D
Unsere Jüngste haut auch immer mal wieder gerne. Einmal hat ich sie völlig aus dem Konzept gebracht, weil ich auf ihr hauen mit einem richtig feuchten Kuss mitten auf ihre Nase reagiert habe. Sie war sichtlich verwirrt. ;D Sie hat dann gefragt, warum ich das mache und ich hab nur gesagt "Wenn du was verrücktest machst und mich haust, mach ich auch was verrücktes und schlabbern dich ab wie ein Hund!" Das fand sie so witzig, dass die Situation sich beruhigt hat. Ich sehe es gar nicht ein bei jeder Kleinigkeit in dieses Aktion-Reaktion-Schema zu verfallen: Kind tut was verbotenes, ich schimpfe und sage "das tut man nicht!" und die Stimmung kippt. Ich glaube die meisten 4-jährigen wissen, dass ihre Eltern von ihnen nicht gehauen werden wollen. Ich denke ihr lebt einen gewaltfreien Umgang vor und bietet Kommunikation als Mittel zur Konfliktlösung an. Der Kindergarten vermutlich auch. Es gibt genug Möglichkeiten, um das zu üben. Ihr könnt später darüber sprechen(je älter die Kinder werden, desto leichter wird das) und wenn man mal keine Nerven für eine Szene hat, ist das auch ok. Wenn ich jeden Konflikt mit meinen Kindern ausfechten würde, könnten sie mich schon längst in der Klapse besuchen kommen!!
Apropos "Man tut das nicht!" viel besser ist immer "ICH will nicht, dass du mich trittst/haust!"
Fällt sie im Kindergarten auch durch häufigeres Treten auf? Wenn sie ihre Unzufriedenheit nur an euch auslässt und es sonst bei Worten belässt, ist das sowieso ok. Dann weiß sie nämlich sehr gut, dass "Gewalt" kein angemessenes Mittel ist um seine Wünschen durchzusetzen oder auch nur seine Grenzen aufzuzeigen. Es ist aber ein sehr leichtes Mittel und nachdem sie sich den ganzen Tag Zusammen gerissen hat bei "Fremden", wählt sie dort, wo sie sich sicher und geborgen fühlt den einfachen Weg. Z.B. durfte sie im Kindergarten beim Streit die Freundin nicht hauen und das war nicht leicht für sie, weil sie ja sauer war. Und bei dir fehlt ihr dann die Selbstbeherrschung und sie wählt den einfachen Weg.
Ich an deiner Stelle würde versuchen, positive Momente mehr zu betonen, das Abendritual ganz besonders als schönen Tagesabschluss hervor zu heben und die Strafspirale(schönes Wort übrigens) nicht noch höher zu treiben. Stattdessen lieber ruhige, deeskalierende Maßnahmen und gönn dir Auszeiten, damit du diese Ruhe auch hast. Kinderfreier Abend? Der Papa übernimmt das ins Bett bringen? Irgendwas entlastendes auf jeden Fall.

Mit Sicherheit hat ein Großteil der heutigen Erwachsenen als Kind solche Phasen gehabt und die Meisten von uns kommen heute in Konfliktsituationen ohne Treten und Hauen aus. Deine Tochter wird das auch lernen. Gutes Vorbild sein, ruhig bleiben und ihr Zeit geben. Sie packt das!

Rumpelstilzchen

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Ein schöner Beitrag!  :)
Rumpelstilzchen 5/2010
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hallihallo

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Danke Pan! Sehr schön geschrieben  :)


Unsere ist ja im gleichen Alter.....und hat anscheinend im Moment die gleichen Schwierigkeiten mit sich und ihrer Welt. An manchen Tagen ist es ganz gut, an einigen Tagen ganz fürchterlich.
Treten tut sie nicht, aber uns (bzw. mich) hauen (weil ich bin ja sooooo gemein......und ich darf dann auch nicht zu ihrem Geburtstag kommen  :P).

Heute abend wollte sie auch nicht ins Bett und war nur gegenan.....ich hatte dann die Nase voll und bin rausgegangen und hab mich einfach ins Bett gelegt und die Augen zugemacht (so bin ich jedenfalls ruhig geblieben  ;)). Mit dem Effekt, das sie sich Schlafzeug angezogen hat und sich zu mir gelegt hat....nachdem sie mich gefunden hat  ;D

Pan

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 ;D ;D So kanns gehen, hallihallo!
Ich trete manchmal auch den Rückzug an. Besser als schreien oder Türen knallen. Und bis zu ihrem Geburtstag ist es ja noch etwas hin. Vielleicht wirst du ja doch noch eingeladen ;D

Das erinnert mich mal an eine Situation mit meiner Tochter. Damals so 4/5. Wir sind wegen irgendwas aneinander geraten, sie war nur am brüllen und ich bin dann auch raus aus dem Zimmer, weil ich eben nicht ausflippen wollte. Ich bin schon fast im Schlafzimmer, da kommt sie aus ihrem Zimmer und ruft mir hinterher "Wo willst du hin? Bleib gefälligst hier, wenn ich mit dir streiten will!"  ;D

Sonina

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...da kommt sie aus ihrem Zimmer und ruft mir hinterher "Wo willst du hin? Bleib gefälligst hier, wenn ich mit dir streiten will!"  ;D

 ;D ;D ;D *Tränchen vor Lachen wegwisch*

Wir waren auch grade in der "Ich kann nicht einschlafen....   Ich hab noch Durst....   Ich hab noch HUnger....  Ich hab Kopfschmerzen...   Ich hab Bauchschmerzen.... Ich hab xy..... Ich hab xz...." Phase.


Haben auch vieles ausprobiert und kamen echt gut an unsere Grenzen wenn er um halb 11 Uhr abends das drölfte mal aus dem Zimmer gestapft kam.

Wir Eltern haben uns dann irgendwann mal versucht in seine Lage zu versetzen. Wenn wir nicht müde genug sind, oder uns viele Dinge beschäftigen, die tagsüber passiert sind, tun wir uns auch schwer mit dem Einschlafen.  Wir haben eingesehen dass es uns auch gegen den Strich gehen würde, wenn wir dann im Bett liegen müssten und quasi gezwungen wären die Decke anzustarren.

Ein Kompromiss mit dem Kleinen, sowie ein Motivations/Belohnungssstem hat uns dabei geholfen:
Iven geht unter der Woche allerspätestens um 20 vor 8 ins Bett, mit Geschichte vorlesen (von Papa) und Gute Nacht Lied (von Mama) ist es dann spätestestens 20 Uhr.
Er darf sich dann noch Spielzeug und/oder Bücher aussuchen, mit denen er sich IM BETT leise beschäftigen darf, bis er schlafen kann. Denn ab 20 Uhr ist bei uns einfach Erwachsenenzeit (Mama und Papa Zeit für Iven) unter der Woche.
Er darf allerdings nach 20 Uhr  1 mal aus dem Zimmer zu uns kommen, wenn er noch etwas braucht. (Aufs Klo darf er jederzeit, solange er wirklich muss. Das nutzt er erstaunlicherweise auch nicht aus). Meistens ist er dann spätestens 21.00 allerspätestens 21.15 eingeschlafen.

Wenn das so klappt, darf er sich am Morgen danach einen Smiley in einen vorgefertigten Raster (mit ihm gemeinsam gestaltet) kleben. Hat er 5 Stück zusammen, darf er mit Papa eine halbe Stunde Mario Kart auf der Wii spielen.  S:D

Funktioniert bei uns seit ein paar Wochen tadellos. In der Regel braucht er 7 Tage um die 5 Smileys zusammen hat. Ist jeden Morgen stolz wie Oskar wenn er es geschafft hat und akzeptiert es auch, wenn er mal keinen bekommt, weil er 2 mal oder öfters aus dem Zimmer kam. Und da sind wir auch echt konsequent.

Am Wochenende ist er mit uns (oder wir mit ihm?)  ;D oder mit Spielen im Zimmer meist bis 22/22.30 beschäftigt, bis er mit abgeschlossenem Abendritual im Bett liegt, schläft dann aber in der Regel 10 Minuten später bereits.


Man muss sich schon wundern, warum wir an unseren Erwartungen festhalten.
Das Erwartete ist das, was uns in der Balance hält... aufrecht... ruhig.
Was wir erwarten, ist nur der Anfang.
Das, was wir nicht erwarten ist das, was unser Leben verändert.

 

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