Autor Thema: Höflichkeitserziehung  (Gelesen 4136 mal)

Bomelo

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Höflichkeitserziehung
« am: 21. November 2012, 09:41:21 »
Huhu.

Folgendes Problem: mein Kleiner kann (wie jedes Kind  :P  ) ein Engel oder ein Bengel sein. An guten Tagen ist er die Höflichkeit in Person, sagt guten Tag und Tschüss, bitte und danke. An schlechten Tagen betritt er einen Raum ohne einen Gruß. Wenn dann jemand sagt "hallo ....." schreit er zurück: "Nein, nicht hallo!!! ich will nicht hallo sagen!!" Zur Bekräftigung fliegt dann auch noch ein Legostein oder sonst was hinterher.

Sorry, auch wenn ich manchmal in diesen Momenten über meinen 3Jährigen schmunzeln muss ... das geht nicht! In 10 Jahren fände ich dieses Verhalten auch nicht mehr tragbar.

Ganz schlimm ist es mit der Uroma. Hatte ja mal berichtet, dass die immer ein Küsschen will und auch sonst sehr eigenwillige Methoden an den Tag legt, um ihren Willen bei dem Kind durchzudrücken. Mein Kleiner zieht nun die Konsequenz und ist richtig fies gegen die Uroma. "Geh weg", "ich will nicht hallo sagen", "lass mich" .....

Ja, auch Dreijährige dürfen mal nen schlechten Tag haben. Aber ich finde, so ein Verhalten geht nicht. Ich habe ihm inzwischen deutlich klar gemacht, dass ich von ihm erwarte, dass er hallo beim Kommen und tschüss beim Gehen sagt. Er muss nicht küssen, aber hallo und tschüss erwarte ich von ihm. Und eben einen anderen Tonfall in diesen Situationen.

Aber das scheint noch nicht so ganz bei ihm anzukommen. Erwarte ich zuviel? Oder kann ich dieses Mindestmaß an Höflichkeit durchaus erwarten, mache aber irgendwas falsch?

Wie ist das bei euch?
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KoenigRaffzahn

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #1 am: 21. November 2012, 09:52:51 »
jep, du erwartest zuviel, und ich glaube nicht das er in zehn jahren noch solche sprüche raushaut oder mit legosteinen wirft.
ich meine er ist DREI,er geht vielleicht gerade mal in den kindergarten?  da sollte man nicht das verhalten eines erwachsenen! erwarten.
also, einfach ruhe bewahren, das legt sich.
mfg die welt liegt uns zu füßen denn wir stehen drauf wir gehen drauf für ein leben voller schall und rauch bevor wir falln falln wir lieber auf


Janny

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #2 am: 21. November 2012, 11:24:55 »
Ich denke auch , das du etwas zuviel erwartest .

Len war ziemlich genauso und das auch noch mit fünf :P

Heute ist er zwölf und weiss trotz seiner kleinkindlichen Eskapaden von damals , das er sich benehmen muss und tut das auch immer . Das gibt sich - geh mit gutem Beispiel voran aber zwing ihn nicht .
Ich bin mir sicher wie noch nie , ich hab den Weg verstanden !

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lisa81

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« Antwort #3 am: 21. November 2012, 12:33:55 »
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« Letzte Änderung: 22. Januar 2016, 14:44:30 von lisa81 »

myja78

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #4 am: 21. November 2012, 12:44:12 »
Ganz ehrlich - auch ich denke das du viel erwartest - vielleicht auch zuviel für einen 3jährigen.

Beim Schmeissen von Dingen und "frech" sein würde ich allerdings schon eingreifen und dies unterbinden.
Ebenso würde ich aber auch unterbinden wenn jemand mein Kind unbedingt küssen will, mein Kind das aber nicht möchte - denn auch ein Kind hat das Recht NEIN zu sagen und das hat genauso respektiert zu werden wie bei einem Erwachsenen (also in diesem Zusammenhang - küssen, drücken u.ä.).
Ich erkläre meinen Kindern immer wieder das sie bitte hallo oder Guten Tag sagen sollen und beim gehen Tschüss oder wenigstens winken - klappt es mal nicht, mache ich aber auch kein riesen Fass auf sondern tu auch schonmal so, als hätte ich es nicht bemerkt.
Bei Fine hilft es aber auch oft, dass ich sage, komm, wir machen das zusammen. Dann nehm ich sie entweder auf den Arm oder an die Hand und wir begrüßen/verabschieden uns gemeinsam, ob sie etwas dabei sagt ist mir relativ egal, aber sie ist in diese Höflichkeits"taten" eingebunden und das reicht mir erstmal.

Bei meinem Kleinen Schwager (bald 16) ist es heutzutage fast noch Glückssache, wenn man mal ein Hallo oder Tschüss zu hören bekommt :P

mausebause

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #5 am: 21. November 2012, 13:10:27 »
Ich seh es wie myja (und die anderen) - einerseits erwartest du zu viel - ich finde, gerade ein Kind in dem Alter ist ja auch in einer Phase in der es lernt, dass es auch mal nein sagen kann/darf/soll - und dazu gehört auch ein selbstbestimmtest "nein, ich will nciht Hallo sagen müssen" - und erst recht ein 2ich will nicht geküsst werden" - das ist übrigens ein Punkt, den ich SOFORT unterbinden würde, wenn er das nicht mag - auch wenn die Uroma dann beleidigt sein mag!! ICh kenne das von mir früher, da war es die Tante und ich hab es GEHASST - ich weiß das bis heute noch...

Mit Sachen werfen geht natürlich nicht- das würde ich auch versuchen zu unterbinden!
Aber bloß weil er jetzt nicht immer Hallo, Danke oder Bitte sagen mag, heißt das nicht, dass er das später nicht tut - sofern ihr ihm da gute Vorbilder seid, wird er das bestimmt alleine daher abschauen!

Janny

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #6 am: 21. November 2012, 13:51:29 »
Lennard hatte eine Phase wo er alle zur Begrüssung angefaucht hat - das war schrecklich !!
Ich bin mir sicher wie noch nie , ich hab den Weg verstanden !

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zuz

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #7 am: 21. November 2012, 14:20:57 »
Also ich baue fest darauf, dass Kinder da von den Eltern lernen. Klar, immer wieder sagen.
Aber erwarten würde ich das mit 3  noch nicht. Wir kommen ja von der anderen Seite - meine würde gern, traut sich aber oft nicht. Da kann man noch viel weniger machen. Ich mache es so, dass ich ihr einmal das Hallo/Tschüss nahe lege, dann lass ich es aber gut sein und beachte es nicht weiter.
Denn er sitzt eh am längeren Hebel - wenn er nicht will, kannst Du Dich auf den Kopf stellen, Du kannst es ja kaum aus ihm rausprügeln ;). Je weniger Machtkampf, desto eher wird er es irgendwann sagen. Und mach Dir mal keinen Kopf, was in 10 Jahren ist (schätzungsweise verlernt er es da grad wieder, ich denke eher, dass er es in 5 Jahren perfekt kann und dann in 15 wieder ;))
Ach ja, und ich finde, Erwachsene müssen damit leben, dass Kinder sie manchmal nicht leiden können und das auch zeigen. Wie die anderen schon schrieben, nicht mit Legosteinen. Aber wenn mich ein Kind finster anschaut, dann bin ich wohl grad nicht so angesagt, aus welchem Grund auch immer. DAfür sind es Kinder. Die machen eben noch nicht auf Kratzfuß, und das hat ja auch was Sympathisches.

sonne22

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #8 am: 21. November 2012, 16:46:24 »
Also ich lebe ihm vor... Ich grüße unsere Nachbarn/Bekannte & Co, sage Gesundheit (wobei das nach Knigge ja verboten ist :P), ich sage Bitte und Danke.

Meist tut er es gleich. Doch gerade bei Menschen die er kaum kennt oder wenig sieht, ist es schwer. Das sehe ich weniger eng und erzwingen möchte ich es nicht.

liadan

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #9 am: 21. November 2012, 17:01:02 »
Kinder sind ehrlich und mit unhöflichkeit hat das erstmal nichts zu tun. Wenn ein Kind kein Küsschen geben möchte und keine Umarmung soll es das sagen dürfen. Wenn mein Sohn das nicht  möchte dann sagt er das und das finde ich gut weil Kinder eben auch lernen sollen NEIN zu sagen.

Bitte, danke und guten Tag usw. sollten sie lernen und können wenn es notwendig ist.

Aber alles wo es um Körperkontakt geht sollten sie NEIN sagen dürfen und können, ansonsten vermittelt man ihnen das es ok ist wenn auch wildfremde sie anfassen, küssen etc. pp. wenn sie das nicht innerhalb der Familie lernen wie will man ihnen beibringen das Fremde sie nicht anfassen dürfen?

Mit drei find ich das auch noch zu viel verlangt mit 5/6 sollten sie es können.
 

Heutzutage ist es so verdammt schwer dumm zu sein,  weil die Konkurrenz so gigantisch ist!

schnakchen

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #10 am: 21. November 2012, 20:08:23 »
Hallo,
ich bin grad ein bisschen verdutzt, sind Kinder mit drei Jahren echt noch zu klein für regelmäßiges "Hallo" und "Tschüss"? Also meine Kleine ist erst zwei und grüßt derzeit laut und begeistert jeden Fremden (quasi das Gegenteil und schon fast wieder zuviel - vom Fahrradsitz aus winkt sie Passanten zu, als wäre sie Queen Mum), daher vertrau ich da jetzt voll auf eure Erfahrung... hätte das aber eigentlich schon erwartet.

Also ich bin völlig eurer Meinung, dass nicht umarmt / geküsst werden muss (hasst meine generell), dass es nicht sein muss wenn das Kind sich nicht traut und dass es auch nicht immer klappen muss - aber Begrüßen und Verabschieden üben wir grundsätzlich schon. Genauso wie "Bitte" und "Danke". Hm... oder wird die jetzige Nachahm-Phase dann von einer anderen Phase abgelöst?

verblüffte Grüße
schnakchen



Janny

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #11 am: 21. November 2012, 20:12:11 »
Wenn man neu Hallo und Tschüss kann , ist es interessant und MUSS genutzt werden :P War bei uns auch so . Aber es gibt dann ne Phase wo se da kein Bock drauf haben , das ist auch ziemlich sicher :P
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Pedi

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #12 am: 21. November 2012, 20:22:49 »
Das muss ein Kind in dem Alter noch nicht. Und es gibt auch viele die eher schüchtern auf fremde Menschen reagieren, was in meinen Augen auch ok ist.

Mit Sachen werfen geht natürlich nicht, dass würde ich unterbinden. Aber alles andere würde ich entspannter sehen.

Lebt es ihm richtig vor, wenn er soweit ist wird er es übernehmen :)
 




*Unser Sternenmädchen wurde am 24.02.14 in der 19. SSW still geboren.Wir werden dich nicht vergessen!

lisa81

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« Antwort #13 am: 21. November 2012, 20:24:18 »
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« Letzte Änderung: 22. Januar 2016, 14:44:55 von lisa81 »

Pünktchen

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Antw:Höflichkeitserziehung
« Antwort #14 am: 21. November 2012, 20:48:01 »
Also meine Kleine ist erst zwei und grüßt derzeit laut und begeistert jeden Fremden (quasi das Gegenteil und schon fast wieder zuviel - vom Fahrradsitz aus winkt sie Passanten zu, als wäre sie Queen Mum), daher vertrau ich da jetzt voll auf eure Erfahrung... hätte das aber eigentlich schon erwartet.


Diese Phase hatte Enya auch. War in riesigen Kaufhäusern streckenweise verdammt peinlich! Mit dem Begrüßen haben wir auch weiterhin kein Problem. Aber Verabschieden tut sie sich nicht immer. Meist weil sie nicht fort will und hofft so, dass kein Abschied stattfindet.

Allerdings bin ich beim "Bitte&Danke" verdammt streng. Wenn sie sich nicht bedankt, dann gibts auch nichts.

 

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