Autor Thema: Erziehungsfrage..... offene Mütter.....  (Gelesen 4192 mal)

Schnauferl1974

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Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« am: 09. November 2012, 08:04:13 »
Hallo,
hatten gestern beim KennenlernAbend unserer MutterKindGruppe das Thema, ob man was sagen soll, wenn ein Kind ständig andere Kinder haut, an den Haaren zieht, schubst usw.
Wir hatten in der Vergangenheit ein Kind die der Gruppe, dass sich zeimlich daneben benommen hat. Die Mutter hat schon geschimpft, hat geschrieen, und ist mit dem Kind raus gegangen, aber sie hat nicht immer was gemacht und hat vieles nicht gesehen.

Mein FRage:
Hättet ihr was gesagt? Zu dem Kinde? Zu der Mutter?

Wie reagiert ihr, wenn Eure Kinder von anderen geschimpft werden?
Seit ihr offen für Erzeihungstipps und Kritiken anderer oder macht ihr Eurer Ding?

mausebause

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #1 am: 09. November 2012, 08:12:43 »
Also ich möchte nicht, dass mein Kind von anderen gemaßregelt wird, wenn ich dabei bin!
Wenn ich mal etwas übersehe oder nicht mitbekomme, darf man mich da gerne freundlich drauf hinweisen, dann regel ich das - wenn es geregelt werden muss!
Bei Kleinigkeiten wie kleinen Streitereien oder ähnlichem halte ich mich aber generell raus, weil ich finde, dass Kinder so etwas auch mal selber regeln lernen müssen!
Wenn andere mein Kind ausschimpfen reagiere ich definitiv nicht freundlich - aber ich habe kein Problem damit, wenn man zu mir etwas sagt - wobei ich allergisch auf "Erziehungstipps" reagieren würde!


myja78

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #2 am: 09. November 2012, 11:02:46 »
Ich sag mal - es kommt drauf an...

Also sind die Kinder kräftemäßig und entwicklungsmäßig ungefähr gleich auf schreite ich seltener ein, als wenn ein Kind extrem benachteiligt ist (sprachlich, körperlich oder wie auch immer). Kleinere Rangeleien sollen die Kinder möglichst unter sich lösen, kommt ein Kind und bittet um Hilfe oder es artet aus (Verzweiflungsgeheul, körperliche (grobe)Gewalt) wird spätestens eingeschritten - bekommt die Mutter des anderen Kindes das nicht mit, würde ich sie ansprechen - sieht sie alles reagiert aber nicht, schreite ich im Notfall selbst ein (wenn mein Kind mit involviert ist oder ein anderes Kind stark gefährdet ist).
Selbst habe ich kein Problem damit, wenn mein Kind (freundlich/angemessen) gemaßregelt wird.

Als Beispiel - wir waren in einem Schuhladen, der hat einen Spielbereich mit großen Kunststoffklötzen - Josh war ca. 2einhalb - ein kleiner Giftgnom (ca. ein Jahr) fiel mehrfach negativ auf (schmiss mit Klötzen, teils gezielt nach anderen Kindern/Erwachsenen, hielt sich an Jacken anderer Kinder fest und ließ nicht los und weiteres) - als er sich erst bei meinem Sohn festhielt die Mutter ihn dann etwas zaghaft versuchte zu lösen griff ich noch nicht ein, auch nicht, als er in der Spielecke mit Klötzen warf (die nicht in unsere Richtung flogen) - aber als er meinen Sohn dann in die Ecke drängte - auf mehrfaches deutliches "Nein, lass mich" meines Sohnes nicht reagierte und auch auf einen (zaghaften) Versuch meines Sohnes ihn wegzuschnieben nicht - Josh der Situation aber auch nicht entkommen konnte - Schritt ich ein als die Mutter nicht reagiert, in dem ich ihr sehr deutlich sagte, sie möge sich doch bitte mal um ihren Sohn kümmern (Josh weinte mitlerweile bitterlich vor Verzeweiflung) - Kommentar der Mutter: "tja, mal ärgern die Großen die Kleinen und mal andersrum" :o Als ich ihr dann sagte, dass mein Sohn ihren nichtmal angeschaut hat und definitiv nichts getan hat - Sagte sie was das andere Große ihren Sohn vorher geärgert hätten und ihr Sohn ja auch müde sei - Ähm ja, eine logische Erklärung warum man nicht einschreitet s-:) (sie hatte ihn dann mitlerweile auf den Schoss genommen, ließ sich schlagen, treten und beißen und meinte immer nur zu ihm "ach, du bist aber müde" ???)
Ganz ehrlich - welche Mutter würde da ihr Kind (Joshs Position) nicht helfen?

Anderer Punkt - Josh ( zu der Zeit ca. 3 oder knapp 4 Jahre alt) hat einem Mädchen (ca. 2) den Einkaufswagen "weggenommen" nachdem diese den abgestellt hatte (Mädchen weinte, obwohl sie damit nicht mehr spielte). Das Mädchen geht später hin, nimmt ihm die Eisenbahn weg - die Mutter nimmt dem Mädchen die Eisenbahn ab (Mädchen reichte ihr die) und stellt sie auf ihren Tisch. Kommentar ihrerseits: "ja, jetzt weinst du, vorhin hast du xy zum weinen gebracht" ???
Auf meinen Rat hin tauschte Josh dann den mitlerweile achtlos stehengelassenen Einkaufswagen (den das Mädchen gar nicht mehr wollte) gegen die Lok - aber die Logik der Mutter erschloss sich mir nicht - auf Diskussion wollte ich mich an dem Tag nicht einlassen - so haben wir einen diplomatischen Ausweg gewählt und ich mir nur meinen Teil gedacht - aber ohne Hilfe wäre Josh auch da nicht aus der Situation gekommen.

Sweety

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #3 am: 09. November 2012, 11:58:13 »
Prinzipiell dürfen das andere auch.

Ich finde dieses "Nur ich darf mein Kind maßregeln" albern.
Wenn ein anderes Kind mein Kind haut, dann sprech ich das Kind auch mal direkt an. Das heißt nicht, dass ich dem armen Kind 'ne Fönfrisur verpasse oder richtig rummecker oder so.
Aber um mein Kind sofort zu schützen, muss es gestattet sein, dass ich aktiv eingreife und ein anderes Kind freundlich, aber bestimmt zurechtweise, auch wenn die Mutter in Sicht- und Hörweite ist.

Ich meine, jetzt mal im Ernst: Wenn ein anderes Kind mein Kind haut und meiner sich in dem Moment nicht in der Lage sieht, sich dessen adäquat zu erwehren, dann sag ich dem Kind "Lass das bitte sein, du tust dem Constantin weh und wir möchten das nicht."
Da geh ich doch nicht erst zur Mutter und bitte darum, dass sie ihr Kind zurückpfeift.
Ehrlich, man kann es auch übertreiben ;D

Umgekehrt gilt das natürlich auch. Das begrüße ich manchmal sogar. Aus zwei Gründen:

Zum einen ist Missbilligung mitunter vieeeeeeeeeeeeel wirkungsvoller, wenn sie nicht von Mama, sondern von jemand Fremdem kommt.
Und zum anderen sehe ich das auch als eine Art Konsequenz an: Auch auf die Weise kann man lernen, dass das eigene Verhalten nicht bei jedem gut ankommt. Und damit muss dann das entsprechende Kind einfach auch leben.

Anfassen nur im Extremfall. Also wenn die Kids sich ineinander "verkeilt" haben. Da achte ich sicher nicht sorgfältig drauf, nur ja bloß mein Kind anzurühren.

Und selbstverständlich geht richtiges Beschimpfen, verbale Aggression etc. pp. gar nicht.
« Letzte Änderung: 09. November 2012, 12:08:37 von Sweety »

Sweety

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #4 am: 09. November 2012, 12:01:06 »
Ach ja - ich bin in einem 1:1-Gespräch IMMER offen für Erfahrungen und Tipps. Ich habe nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen und nicht im Besitz der alleinseligmachenden Erleuchtung.

Bei Spielplatzrempeleien ein "Also den würde ich ja..." an den Latz geheftet zu bekommen, sehe ich allerdings nicht als Erziehungstipp an ;)

mausebause

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #5 am: 09. November 2012, 12:20:15 »
Also Sweety wenn es um schlagen geht, okay - aber wenn ein Kind dem anderen was wegnimmt oder so - ja mei - müssen sie halt mal selbst regeln!

Bzgl.Erziehungstipps nochmal - ich musste mir da mehr als genug anhören als Helena da war - sie war ein Schreikind - seitdem reagiere ich schon allergisch auf das Wort - also ich brauch keine - liebe Ratschläge hingegen nehm ich gern! :)
« Letzte Änderung: 09. November 2012, 12:29:47 von Nenita »

Sweety

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #6 am: 09. November 2012, 12:36:43 »
Von Schreikindmutter zu Schreikindmutter: Ja sicher ist das irgendwann nervig. Und auf bescheuerte Tipps reagiere ich dann auch gerne adäquat.

Aber es gibt ja auch Tipps und Ratschläge, die sind gar nicht doof, nur hat man sie schon ausprobiert, weil man sie schon 20x gehört hat. Das kann die unglückselige Nummer 21 ja aber nicht wissen. Daher bin ich da nachsichtig ;)

Na und sicher sollen Kinder vieles untereinander regeln.
Soweit sie eben können.

Ich finde es aber albern, da jetzt auf Biegen und Brechen elterliche Neutralität zu wahren, wenn man bemerkt, dass sie (Bsp. Streit um ein Spielzeug) einfach auf keinen grünen Zweig kommen. Dafür sind es eben Kinder. Ihnen fehlen einfach noch viele Erfahrungen und in so einem Fall, wenn die Zwerge sich fruchtlos im Kreis drehen, wäre ich sehr sehr dankbar, wenn da mal jemand kurz eine Richtung weist. Egal, ob dann eine fremde Mutter das eigene sakrosankte Kind mit einnordet.

mausebause

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #7 am: 09. November 2012, 12:43:20 »
Da bist du dann nachsichtiger als ich - ich mag nicht zum 21. Mal denselben bekloppten Tipp hören, auch wenn die Person nix für kann.. ;D

Bei dem Rest-ja klar, stimmt schon!

*nova*

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #8 am: 09. November 2012, 19:00:22 »
Also ich muss zugeben, ich bin eine Mutter, die sich davor hütet mit anderen Kindern zu schimpfen, ich nehme lieber Alena aus der Situation, vor allem wenn ich weder Mutter noch Kind kenne.

Wir hatten neulich bei Ikea folgende Situation. Alena und ein kleiner Bub standen an dieser Holzwerkbank. Der Junge war etwas jünger als Alena. Und wie es eben oft so ist, wenn Kinder zusammen an einem Spielzeug stehen, da fängt das Schulter geschubse an, wer jetzt mehr Platz bekommt. Ich habe es beobachtet und da ich mein Kind kenne Alena auch darauf aufmerksam gemacht, dass nicht geschubst wird. Gerangelt haben allerdings beide. Keins hat geschlagen oder so geschubst dass ein Kind stürzt. Nachdem ich Alena angesprochen hatte stürzt die Mutter des anderen Kindes auf Alena zu, nimmt sie zur Seite und schimpft mit ihr, dass xy jetzt wegen ihr fast gestürzt wäre. Das Kind stand sicher auf beiden Beinen. Da muss ich ehrlich sagen, dieser Frau wäre ich am liebsten ins Gesicht gesprungen. Ich wäre nicht mal auf die Idee gekommen etwas zu einem fremden Kind zu sagen. Ich hätte da Alena einfach aus der Situation genommen.

Bei uns im Spielkreis ist ein Junge der ständig schubst, schlägt, Kinder umarmt bis sie blau anlaufen etc. - die Mutter ist auch nur am schimpfen - und da die Mutter ja schon schimpft nehme ich mich da auch zurück. Ich sage aber offen zu Alena, dass sie sich dann halt fern halten soll, wenn xy mal wieder einen Rappel bekommt.

Selbst Erziehungstipps verteile ich nicht, ausser wenn über ein bestimmtes Thema gesprochen wird und ich mit etwas ganz gute Erfahrungen gemacht habe - ansonsten steh ich nicht wirklich auf Erziehungstipps wenn ich nicht bewusst nach frage
« Letzte Änderung: 09. November 2012, 19:03:34 von ★nova★ »

lisa81

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« Antwort #9 am: 09. November 2012, 20:32:33 »
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« Letzte Änderung: 22. Januar 2016, 17:37:53 von lisa81 »

Nachtvogel

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #10 am: 10. November 2012, 17:15:58 »
ja, Andere dürfen meine Kinder *massregeln*, SOLLEN sie sogar  ;)

wenn Fremde was sagen zieht das meist viiiiiel besser :P ;D

also mir ist lieber sie sprechen mein Kind direkt an wenn sie was sehen als dass sie erst zu mir gelatscht kommen und die Situation dann ja meist eh vorbei ist s-:)
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schwalbe

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #11 am: 10. November 2012, 19:06:09 »
Hi,
ich finde, da ist wie fast immer ein guter Mittelweg gefragt.
Ich schätze es zum Beispiel sehr, dass eine befreundete Mutter mein Kind genauso wie ihres zurecht weist. Ich mache das bei ihrem Kind auch (beide sind gleich alt). Beispiel: wenn sie Eliah etwas gibt, verlangt sie von ihm auch, dass er "Danke" sagt. Wenn wir bei ihr sind und er schmeißt Sachen durch die Gegend, sagt sie ihm schon mal, dass das nicht geht.
So wurde es auch generell in der Krabbelgruppe gehandhabt und ich finde auch, dass es wichtig ist, das Kinder lernen, auch anderen Erwachsenen nicht auf dem Kopf rum zu tanzen.

Total doof finde ich, wenn ich von Sohnemann verlange, dass er "Danke" sagt und andere dann sagen ich solle ihn doch lassen, es sei schon OK.  :P

Bei ganz fremden Personen fände ich es schon etwas befremdlicher, wenn sie meinen Sohn zurecht weisen. Aber ich bemühe mich auch, zu verhindern, dass er da irgendwo aneckt. Aber gerade in Situationen wo zwei Kinder aufeinander treffen (Beispiel Werkbank bei IKEA), finde ich´s nun auch nicht weiter schlimm. Jede Mutter traut ihrem Kind halt auch was anderes zu.
z.B. traue ich Eliah durchaus zu, sich gegen gleichstarke Kinder zu behaupten, andere Mütter machen sich da eben früher Sorgen oder sehen ihr Kind in der Schwächeren Position, während ich die Situation eben (in ihren Augen) falsch eingeschätz habe.

Ich sage anderen Kindern durchaus auch mal, dass die Eliah in Ruhe lassen sollen, wenn sie ihn immer wieder bedrängen. Meistens sind das aber dann auch Kinder, die älter sind als er und Eltern die das "süß und lieb" finden, wenn ihr Kind andere umarmen oder küssen will. Eliah hasst das und bekommt regelrecht einen panischen Blick.

Zitat
Anfassen nur im Extremfall. Also wenn die Kids sich ineinander "verkeilt" haben. Da achte ich sicher nicht sorgfältig drauf, nur ja bloß mein Kind anzurühren.
s-daumenhoch sehe ich auch so.

LG, Schwalbe



zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen, Wurzeln und Flügel (Goethe)

lisa81

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« Antwort #12 am: 11. November 2012, 12:20:34 »
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« Letzte Änderung: 22. Januar 2016, 17:36:48 von lisa81 »

Martina

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  • So ist das wohl erst einmal :p
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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #13 am: 11. November 2012, 17:24:22 »
Mein Kind war nie süß und lieb. Ich hatte immer das Kind, dass gehauen hat und ich hätte mir ganz ehrlich gewünscht, dass andere mal öfter etwas zu ihr sagen. Es ist nämlich super anstrengend, wenn alle nur sagen, da kommt Franziska pass auf die haut dich doch bloß wieder. Ich habe so oft mit Tränen in den Augen nicht mehr gewusst wie ich mit meinem Kind umgehen soll. Eine Mutter aus der Krabbelgruppe hat zu ihrem Sohn gesagt, dass er nicht mit ihr spielen darf!

Ich habe Franziska immer aus der Situation genommen, trotzdem war ich mit ihr so ziemlich am Ende! Als sie 2 Jahre alt war, hat sie ihre Brille bekommen und war von heute auf morgen das "liebste" Kind.

Für mich klingt das immer so anklangend. Die olle Mutter ist zu blöd mit ihrem Kind umzugehen, aber ich selbst fühle mich auch nicht zuständig. Manchmal ist man auch einfach nur am Ende mit seinen Kräften und absolut hilflos!

 Ich sage etwas zu anderen Kindern, muss ich ja von berufswegen schon.  S:D
Ohne

schwalbe

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« Antwort #14 am: 11. November 2012, 19:37:44 »
@Lisa, *lach*, ja, so unterschiedlich sind die Ansichten. Ist ja aber auch gut so, schließlich sind wir Mütter keine Roboter.
@Martina, eine Freund von mir hat einen Sohn der gerne und oft über die Stränge schlägt, der hatte mich, als sie mal für 14 Tage hier waren auch gebeten, ihm einfach klipp und klar zu sagen, wo hier bei mir die Grenzen sind. Hat dann auch viel besser funktioiert, als wenn´s nur der Papa gesagt hat. Allerdings war der Junge auch schon in der Schule.

LG, Schwalbe
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Solar. E

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #15 am: 11. November 2012, 19:51:01 »
Ich seh es wie Sweety, da muss ich eigentlich nichts mehr hinzufügen. :)


Total doof finde ich, wenn ich von Sohnemann verlange, dass er "Danke" sagt und andere dann sagen ich solle ihn doch lassen, es sei schon OK.  :P

Da muss ich mich immer am Riemen reißen. Ich selbst möchte von meinem Kind auch, dass es "Danke" sagt, wenn es von jemandem was bekommt. Im Gegenzug neige ich aber dazu, "Ach lass doch" zu sagen, wenn ich einem anderen Kind was gebe und es sich nicht bedanken will. Da beiß ich mir dann auf die Zunge.  :P

Was mir noch eingefallen ist und wo ich mich wirklich gegen "fremderziehen" wehre:
Wir hatten es schon, dass bei UNS zu Hause und in meinem Beisein jemand MEINEN Kindern verboten hat auf der Couch zu turnen  ???

Das ist... ähm ... ohne Worte  ???, also das würd ich mir auch ganz klar verbitten!

zuz

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #16 am: 12. November 2012, 13:02:17 »
Wenn ein Kind meines haut/bedrängt, würde ich, zumal wenn ich die Mutter nicht oder kaum kenne, lieber mein Kind aus der Situation nehmen. Zumal ich das auch eine sinnvolle Strategie finde, um völlig unsinnigen Steitmethoden aus dem Weg zu gehen.

Ansonsten sehe ich es nicht so, dass Kinder alles allein regeln sollen. Ich denke, ab einem gewissen Alter sollten sie das. Aber erst so ab 4, wenn sie es auch können. Vorher finde ich es sinnvoller, ihnen strategische Tipps zu geben. Denn woher soll ein Zweijähriger wissen, was er tun soll, wenn er ein Spielzeug möchte, das ein anderes Kind hat? Er wird es nur lernen, wenn er Möglichkeiten gezeigt bekommt: Drum bitten, was zum Tauschen anbieten, warten. Ansonsten wird einfach immer der Stärkere gewinnen und das finde ich nicht ok.

Was anderes ist es, wenn die Kinder offenbar nach kurzem Gerangel die Sache geklärt haben, noch bevor jemand eingeschritten ist. Und offenbar beide zufrieden sind. Ein Negativbeispiel vom letzten Sommer, mein Junior knapp 2: Er hatte auf dem Spielplatz mit einem Auto gespielt (das Auto ist Allgemeingut). Ein anderes Kind, etwa gleich alt, kommt dazu, will mitspielen. Meinen Sohnemann stört das nicht. Beide spielen kurz nebeneinander her, alles paletti. Dann kommt die Mutter des anderen Jungen, herrscht ihn an, dass meiner das jetzt hatte und er ihm das nicht wegnehmen darf (hatte er ja gar nicht!). Daraufhin fangen beide(!) an zu heulen und keiner spielt mehr  S:D

Noch mal was anderes ist es beim Turnen, wo die Kinder wild umeinanderlaufen und einfach nicht jede Mama ständig beim eigenen Kind sein kann, schließlich will man ja auch noch ratschen. Da finde ich schon, jeder ist für alle verantwortlich. Wenn also grad ein fremdes Kind vor meinen Augen droht vom Kasten zu fallen, fange ich es auf. Wenn es ein anderes gefährdet, dann sag ich freundlich was und renn nicht erst durch die halbe Halle, um die Mutter zu finden. Notfalls halte ich z.B. den Stecken des Kindes fest, damit es nicht hauen kann.

Zur Ausgangssituation: Ich würde evtl. mit dem Kind so reden, wie die Mutter es eigentlich auch tun sollte: Na, Du bist grad ganz schön aufgebracht, was? Ich möchte aber nicht, dass Du xy haust. Also freundlich bleiben, aber schon was sagen.

schnakchen

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #17 am: 13. November 2012, 21:52:12 »
Hallo,
ich unterscheide hier auch. Wenn zum Beispiel auf dem Spielplatz ein fremdes Kind mit Sand wirft / Stöcken fuchtelt und das könnte uns gefährlich werden, spreche ich das Kind direkt an, und bitte es das zu lassen. Halte aber keine Grundsatzpredigt, beende nur die Situation. Bei uns stehen aber die Mamas auch nie direkt daneben, sondern immer eine halbe Spielplatzlänge entfernt.

Bei Spielzeugstreitigkeiten lassen wir befreundete (gleichaltrige) Kinder zunächst versuchen sich selbst zu einigen und wissen da - je nach Temperament - wann wir eingreifen müssen. Bei fremden Kindern mache ich es wie ihr und nehme eher unsere Kleine aus der Situation.

Schwierig finde ich es in einer Spielgruppe, wo bekannt ist, das ein Kind nicht hört und die Mutter nicht klarkommt. Da sag ich nur in akuten Situationen etwas konkretes direkt zum Kind ("Vorsicht mit dem Bobbycar, hier sind kleine Babys") statt sinnlos die Mutter drauf aufmerksam zu machen, denn die sieht es ja.

Wenn ich so drüber nachdenke - ich hab noch nie eine Mutter auf etwas aufmerksam gemacht was ihr Kind grad anstellt, das fällt gefühlsmäßig für mich unter Petzen. Mal drüber nachdenken, ist vielleicht auch ne Altersfrage.

lg schnakchen

P.S. ich habe mal erlebt, wie eine Mutter zwei ihr fremde sechsjährige Mädchen "verhört" und gemaßregelt hat, weil diese ihren Sohn nicht haben mitspielen lassen. Mit endlosen bohrenden Fragen: "Was denkt ihr, wie x sich da gefühlt hat? Warum habt ihr das getan? Findet ihr das nett? Was wäre, wenn das jemand mit euch machen würde?" Solange bis beide Mädchen geweint haben. DAS fand ich völlig unangemessen und regelrecht gemein von ihr.



Fliegenpilz

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« Antwort #18 am: 13. November 2012, 22:02:12 »
Woran macht man eigentlich fest, dass eine Mutter "nicht klar kommt" mit ihrem Kind? :)
(Absolut ernsthafte Frage!)

Unsere Große hat gehauen. Und das hatte sie definitiv nicht von uns oder älteren Geschwisterkindern. Sie war sogar mit die Älteste in der Spiel- und Krabbelgruppe, so dass sie es auch nicht von dort hatte.
Sie haute, haute, haute - und ich redete, redete, redete.

Ich habe viele, sehr viele böse Blicke geerntet für dieses unerzogene Kind und meine scheinbare Unfähigkeit als Jungmutter.
Die Phase verschwand genauso plötzlich wie sie kam. Und die anderen Kinder begannen mit der Hauerei. Ich habe mich entspannt zurückgelehnt und mich darüber amüsiert, wie die "erfahrenen Alt- und Vielfachmütter" mit ihren "unerzogenen Kindern" reden, schimpfen und sie klapsen(!).

Und die Kinder schlugen nicht nur, nein sie haben sogar getreten, an den Haaren gezogen und gebissen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich über all das sehr erfreut war - und hoffe für die Mütter, dass sie daraus auch etwas gelernt haben :)

lisa81

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« Antwort #19 am: 13. November 2012, 22:14:35 »
@schnakchen: In dem Fall tut mir vor allem der Junge leid  s-:)
/Mutter aufmerksam machen: Hab ich zum Beispiel schon gemacht, nachdem meine Tochter mehrfach heulend zu mir kam, weil ein Junge ständig Sachen weggenommen hat (und die Mädels dabei in den Dreck geschubst). Anfangs bin ich dann noch für selbst klären, aber er war nunmal stärker und irgendwann reicht es. Bevor ich dann aber quer über den Spielplatz laufe und den großen Beschützer spiele, überlasse ich es lieber der Mutter, ihm ein paar Takte zu sagen.

@Christiane: Ich weiß jetzt nicht, worauf du dich beziehst, aber ist das nciht immer so? Mal ehrlich, ich kanns nicht mehr hören: "Guck dir den mal an, der haut/kratzt/beißt/heult ständig ......... . Aber kein Wunder, guck dir mal die Eltern/Mutter an, wie die redet/aussieht/ihn eben angeguckt hat"

lisa81

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« Antwort #20 am: 13. November 2012, 22:29:02 »
Nachtrag @CHristiane: Ich kanns mir nicht verkneifen. Aber genau wie du dich zurückgelehnt hast, warte ich noch auf dein Kind, das nicht still am Tisch sitzen bleibst, egal was du sagst  8)

Ist nicht böse gemeint, ich mag dich.

Aber es hat doch jeder seine Baustellen. Und dafür finde ich jedes weitere Kind heilsam, weil man schön serviert kriegt, dass man vielleicht einfach Glück hatte  ;D

Fliegenpilz

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #21 am: 13. November 2012, 22:32:07 »
Worauf ich mich beziehe?

u.a. darauf
Schwierig finde ich es in einer Spielgruppe, wo bekannt ist, das ein Kind nicht hört und die Mutter nicht klarkommt.


@lisa81
Ist in meinen Augen kein Vergleich - weil ich nicht andere Menschen bzw. die Kinder mit bösen Blicken oder Gerede strafe, wenn die Kinder nicht ruhig (im Sinne von "Wir essen gemeinsam ohne Rumturnen") am Tisch sitzen bleiben. Das ist mir schlicht & ergreifend egal, ich gebe da auch keine Erziehungstips. All das bekommt man aber zu hören (und spüren), wenn das eigene Kind haut/beißt/kneift. "Spiel nicht mit XY" oder "Der braucht mal eine auf den Po!".

schnakchen

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« Antwort #22 am: 13. November 2012, 22:58:24 »
Woran macht man eigentlich fest, dass eine Mutter "nicht klar kommt" mit ihrem Kind? :)
(Absolut ernsthafte Frage!)

War etwas unglücklich formuliert. Ich war etwa ein Jahr in einer Krabbelgruppe und eine Mutter hatte zwei Kinder - einen größeren und einen kleineren Sohn. Der kleine war ständig auf Ärger aus - und die Mutter völlig hilflos. Sie hat mit ihm geredet, mit ihm geschimpft, geschrien, ist mit beiden wieder gegangen, hat gedroht zu gehen - also sie hat alle Register gezogen, der Kleine war völlig unbeeindruckt und hat weiter alle gestört und geärgert.
Das meinte ich mit "nicht klarkommen", bei denen hat der erst Zwei- und dann Dreijährige alle Regeln vorgegeben, und das über lange Zeit. Dass Kinder mal eine seltsame Phase haben, sei unbenommen, Louisas kleine Freunde hauen und beissen auch ab und zu - aber meist halt nicht und man sieht, dass sie Regeln kennen.

@lisa
bei dem Beispiel von mir mit dem Jungen und den zwei Mädels ging es um so eine Situation, in der er nicht mitspielen durfte und sie ihn ausgegrenzt haben. Klar, gemein, aber doch halbwegs normal in dem Alter, da spielt doch nicht jeder mit jedem.
Die Mutter des Jungen hat ein riesen Thema draus gemacht, hätte sie den Mädels kurz gesagt, dass das nicht nett war, hätte es auch genügt.

Bei dem Beispiel mit deiner Tochter muss ich momentan mangels Erfahrung passen - denke aber doch, dass ich direkt den Jungen angesprochen hätte. Ich wohne aber auch in einem Stadtviertel mit ziemlich braven Kindern in der Umgebung, bin da vielleicht verwöhnt :)

lg schnakchen



Sweety

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« Antwort #23 am: 13. November 2012, 22:59:41 »
Da sag ich nur in akuten Situationen etwas konkretes direkt zum Kind ("Vorsicht mit dem Bobbycar, hier sind kleine Babys") statt sinnlos die Mutter drauf aufmerksam zu machen, denn die sieht es ja.


Jetzt mal ganz doof gefragt und völlig ohne Blick auf die nicht-klarkommen-Thematik:

Haltet ihr im Normalfall so eine Ansage wie die beschriebene wirklich für einen unangebrachten Eingriff in die Erziehung anderer?
Würdet ihr bei anderen, an die völlig unvoreingenommen rangegangen wird, in so einer Situation WIRKLICH und wahrhaftig erst zu einer anderen Mutter latschen anstatt einfach die oben angeführte m.E. völlig angebrachte und harmlose Ansage an ein Kind zu machen, nur weil es nicht das eigene ist?

Im Ernst jetzt? :o :o :o

lisa81

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Antw:Erziehungsfrage..... offene Mütter.....
« Antwort #24 am: 14. November 2012, 07:57:19 »
@sweety: Nö, ich würde es machen wie schnakchen.

@schnakchen: Missverstanden.. Ich meinte, dass mir der Junge generell leid tut, wenn die Mutter sowas öfter macht. Genau dieses "großer Beschützer" spielen finde ich nämlich furchtbar und das hat für mich nichts mehr damit zu tun andere kurz zu maßregeln. Irgendwann wird es ihm unglaublich peinlich sein  s-:)
/mein Beispiel: Wie gesagt, normal sag ich auch mal was zu nem Kind, wenn ich nebendran stehe. Aber bis ich bei dem Kind bin, ist die Situation ja lange vorbei und grundsätzlich zum Verhalten was zu sagen, obliegt meiner Meinung nach der Mutter.
/schlagen und beißen: Du hast die Situation erlebt und wirst sie besser beurteilen können, aber vom geschriebenen her muss es auch hier kein Erziehungsfehler sein. Ich meine "nicht klarkommen" trifft ja irgendwo schon, egal ob sie eigentlich alles richtig macht, das Kind hört ja nunmal nicht :P
Ich muss gestehen, dass ich das ganze Thema "Konsequenzen" bei meiner jüngsten nochmal neu überdenken musste und mittlerweile auch eher drauf warte, dass die Phasen halbwegs schadlos an uns vorbeigehen  ;D

@Christiane: Stimmt schon, der Vergleich hinkt. Aber mich interessiert es natürlich auch weniger, ob ein anderes Kind am Tisch turnt, als wenn mein Kind grad eins drüber kriegt.
Solche Sprüche wie du sie nennst sind natürlich tabu und da hätte ich mich auch umso mehr gefreut ;D  Aber der Grundsatz ist für mich der gleiche "kind macht was unpassendes, Erziehungsfehler"

 

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