Autor Thema: Austauschthread: Mein Kind und seine "Autonomiebestrebungen"  (Gelesen 15108 mal)

Hubs

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Bei uns daheim geht's grad manchmal etwas wilder zur Sache. Mein Großer steckt grad in ner Entwicklungsphase, manche mögen sie "Trotzphase" nennen. Da ich bekennender Juuls-Fan bin, habe ich für den Threadtitel mir seine Bezeichnung für diese Phase geliehen, die sicher für die Kinder genauso anstrengend ist, wie für die Eltern.

Beim lesen eines anderen Threads habe ich festgestellt, ich sollte hier selbst einfach mal über unsere Situation zu Hause schreiben, dann würde ich mir selbst sicherlich total tolle Ratschläge geben  s-:) Da ich aber Angst habe, hier nen Ruf als gespaltene Persönlichkeit zu bekommen, habe ich mich für einen Austauschthread entschieden ;)
Also ihr Lieben, schießt mal los.

In welchen Krisen stecken Eure Kinder gerade? Wie geht ihr damit um? Wie schafft ihr es Wutausbrüche gelassen hinzunehmen?

Ich persönlich hoffe, dass das schöne Wetter noch eine Weile bleibt. Ich habe gemerkt, die Sonne tut dem Moritz gut und mir auch. Wir sind beide wesentlich entspannter und erleben so auch den ein oder anderen Tag ohne Wutanfall  ;)

Muss jetzt los, der Hund will noch raus und der Kleine ist gerade satt. Bis später!
Hubs mit den beiden Buben *04/2009 *01/2012



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AnnHoly

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Antw:Austauschthread: Mein Kind und seine "Autonomiebestrebungen"
« Antwort #1 am: 05. März 2012, 11:18:45 »
Schöner Thread – und schön, dass Du nicht „Trotzphase“ geschrieben hast. Das Wort mag ich so gar nicht, denn es definiert sich ausschließlich aus Sicht der Eltern und heißt für mich nichts anderes als „Mein Kind trotzt MEINEM Willen“ oder auch „Mein Kind wagt es, einen eigenen Willen zu entwickeln“. Da ich aber ebenfalls einen eigenen Willen habe und mich nicht fremd bestimmen lassen möchte, gestehe ich selbstverständlich auch meinem Schnecki einen eigenen Willen zu. Für mich weitet sie also nur ihr Recht auf Selbstbestimmung aus.

Soviel zu Theorie. Im Alltag sieht es dann natürlich schon mal so aus, dass sie sich gerade nicht anziehen (lassen) mag oder lieber das als das möchte etc. Wir unterscheiden da klar zwischen Dingen, die sein MÜSSEN (Körperpflege, genügend Schlaf, vernünftige Ernährung etc.) und verhandelbaren Dingen. Die „MUSS-Dinge“ sind nur insoweit verhandelbar als das Schnecki bspw. bei Zahnputzunlust entscheiden kann, ob sie zuerst putzt und ich nachputze (oder mein Süßer) oder ob wir das gleich übernehmen. Wenn sie einen „schwierigen“ Tag und entsprechende Laune hat, werden die Zähne auch mal in ihrem Zimmer geputzt und dann nur noch im Bad ausgespült etc. (zum Glück eher selten), ABER: es wird geputzt.

Ein weiterer „Stresspunkt“ war bei uns in den letzten Wochen das Tragen von Unterhemden oder auch allgemein Pullovern. Scheinbar mag sie plötzlich keine Unterhemden mehr bzw. nutzt diese und andere Oberteile, um m.E. ihren Unmut von anderer Stelle loszuwerden, indem sie sagt „Nein, das mag ich nicht anziehen, das kitzelt.“. Plötzlich kitzeln also zuvor heiß geliebte Klamotten und sollen weg, wobei sie ein, zwei Tage später schon wieder total angesagt sein können. Unterhemden allerdings gehen gar nicht mehr. Um nun weiteren (gern ja auch morgendlichen) Stress zu vermeiden, habe ich ihr kuschelig-weiche Unterhemden in T-Shirt-Form geholt. Die werden (noch) anstandslos angezogen. DAS ist also definitiv ein Punkt, der absolut verhandelbar ist bzw. wo ich versuche, durch Kompromisse Stresssituationen zu vermeiden.

Allgemein ist unser Schnecki recht umgänglich, da wir unsere „Neins“ auf das wirklich Notwendige beschränken. Dinge, mit denen sie sich selbst oder andere in ernsthafte Gefahr bringen kann sowie Gewalt sind tabu, geschrieen wird ebenfalls nicht bzw. führt nicht zum Ziel. Weiterhin erwarten wir von ihr den respektvollen Umgang mit unseren Sachen, wie auch wir ihre Sachen nicht zerstören oder in der Gegend herumwerfen o.ä. Ansonsten handhaben wir es so, dass wir sie lieber mit Dingen vertraut machen, als sie schlicht zu verbieten. Die Musikanlage bspw. darf bedient werden (Ist ja oft ein Punkt, der bei vielen unter „Tabu“ fällt.). Wir erklären ihr also, wie dieses oder jenes Gerät funktioniert, so dass die Neugier befriedigt ist und glücklicherweise das sonst übergroße Interesse daran verfliegt.

Was Wutanfälle angeht: je nach Situation werden diese „ausgesessen“ oder aber interveniert. Hat sie gerade einen – aus unserer Sicht – unverständlichen und grundlosen Tobsuchtsanfall, lassen wir sie brüllen und warten, bis sie sich beruhigt hat. Im Falle von „Protestbrüllen“ (weil sie bspw. etwas nicht bekommen soll) oder auch nur einem „gemaulten“ „Ich will aber …“, führt dies nicht zum Ziel. Wir machen ihr dann klar, dass wir im ordentlichen Ton mit ihr reden und Gleiches auch von ihr erwarten. Das Gewünschte gibt es (je nachdem, was es ist) gar nicht oder bestenfalls später, wenn sie noch einmal vernünftig danach fragt. Es gibt natürlich auch Situationen, in denen wir unseren Willen zwangsweise durchsetzen müssen. So wollte sie neulich keine Jacke, Schuhe etc. anziehen, als wir von ihrer Oma aus zum Zug wollten und mussten. Sie hat aus uns unerfindlichen Gründen geschrieen, als ginge es ihr ans Leben und wollte sich partout nicht anziehen. Gutes Zureden o.ä. half nicht, also haben wir das gemacht, was ich gern „böser Cop, guter Cop“ nenne. Meist rennen Kinder ja zu dem Elternteil, der gerade nicht (aus ihrer Sicht) böse zu ihnen ist. Mein Süßer hat also versucht, sie anzuziehen bzw. auch so auf den Arm zu nehmen, gegen ihren Willen, bis sie schließlich zu mir gelaufen kam, ich sie auf den Arm nehmen und zum Auto bringen konnte, das uns zum Bahnhof bringen sollte. Im Auto war dann plötzlich alles wieder gut und spätestens im Zug war sie wieder ganz umgänglich. Aussitzen oder Durchsetzen also …

Soviel zunächst von meiner Seite …


:) AnnHoly






dane_80

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Antw:Austauschthread: Mein Kind und seine "Autonomiebestrebungen"
« Antwort #2 am: 05. März 2012, 11:37:44 »
Mein Sohn ist in seinen Autonomiebetrebungen schon " vernünftiger" geworden, er macht zunehmend wirklich das was er kann und probiert aus ohne gleich zusammenzubrechen wenn ich mal was mache. Das war auch mal anders, Wutanfälle gabs hier jahrelang mehrmals täglich.

Was - ich beschreibe hier die Idealsituation- geholfen hat war :

-Ich werde mir klar was ich wirklich will, wo es Null Verhandlung gibt (Straßenverkehr, Anschnallen usw.) und versuche beim Rest Kompromisse

- Ich lasse das Kind möglichst viel machen, gerade im Knöpfchenbereich und es gibt auch Spielzeug dass ich völlig quatsch finde, das Kind aber liebt ( Telefon, Minicomputer usw.)

- Viel vorher besprechen. Er darf an meinen PC wenn er da nicht sinnlos rumdrückt, er darf im Laden rumlaufen wie er will so lange er nicht alles ausräumt, es gibt genau EIN Teil dort, er darf Laufrad fahren so lange er verläßlich hört usw. Wenn nicht wird die ersehnte Freiheit gestrichen bis zum nächsten mal, durch den Wutanfall muss ich dann durch.

-Ich lege mir ein dickes Fell zu. Mein Sohn ist nun eben einer der wenn er frustriert ist das sehr laut kundtut. Manchmal müssen wir da beide durch, und gegen alle Unkenrufe ist er zu einem Kind herangewachsen dass sich gut benehmen kann.

- Humor. Viel Humor. Gerade jetzt, wo er schon älter ist, eeeeiiiiigentlich weiß wie es geht und manchmal eben zu müde ist z.B. Auf ein " Ich WILL Eis" reagiere ich meist mit " Ich WILL ein Pony". Auf ein " Duuuuuuurst" mit " Liebe Mama, ich habe Durst, wärest Du so freundlich mir mein Trinken zu reichen? Danke!"

Anziehen wollte sich mein Sohn nie unbedingt  alleine und was spezielles, das Problem hab ich bis heute nicht, nur gelegentlich dass er einfach nicht fertig wird weil er noch schnell hier und da und die Katze streicheln und was trinken und oh der Trecker muss mit und übrigens Mama weißt Du was vor zwei Wochen.... und dann.... und oh, kuck mal, da ist ein Fussel *aahhhh* Da mache ich dann die Tür auf und schlage vor er geht so raus, dann wird er schneller.
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starlet

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Antw:Austauschthread: Mein Kind und seine "Autonomiebestrebungen"
« Antwort #3 am: 05. März 2012, 11:56:43 »
mein süßer hat auch immer mal seine launen und versucht seinen kopf durchzusetzten.
gerne beim morgendlichen anziehen und zähneputzen. was zeitlich gesehen echt schwer ist.

da ich ihn ja nun auch nicht  zwingen will, muss ich mich echt zurücknehmen das ich nicht ganz wild werde, weil wir eben zeitdruck haben :p

mittlerweile lasse ich ihn zb abends, wenn er sich partout nicht seinen pyjama anziehen will, aber schon nen nackten popo hat einfach sitzen und lege mich schonmal ins bett. er darf dann eben nicht ins bett und buch lesen, weil er noch nicht fertig bin. ich schon, ich hab meinen pyjama schon an.

auch morgens wenn er nicht die zähne putzen will, gehe ich eben ohne ihn frühstücken. noch bevor ich müsli in der schüssel habe, kommt er und will die zähne putzen.

oft will ich sich andere pullis anziehen oder eine andere jacke und meistens mache ich es auch. ist dann aber auch wieder vorgekommen, das er dann noch den gerade ausgezogenen pulli wieder anziehen will aber das gibts dann nicht.

kommt auch auf die situation an. ist er müde, ist er öfters unzufrieden und dan sage ich ihm das ICH für ihn entscheide, weil er gerade zu müde ist oder so.

zuz

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Antw:Austauschthread: Mein Kind und seine "Autonomiebestrebungen"
« Antwort #4 am: 05. März 2012, 12:10:06 »
Ui, schöner Thread, und ich bin da ganz bei AnnHoly: "Trotzphase" find ich auch doof. Evtl. "Phase mit viel Frust" oder so, das trifft dann ja wohl auch auf beide Seiten zu  s-:).

Mein süßer Kleiner, fast noch Baby ;) hat diese Frustphase jetzt auch eingeläutet. Ich denke, ich werde mir jetzt mehr als vorher überlegen müssen, wozu ich nein sage. Bisher hat er das so hingenommen, wenn ich bei dm gesagt habe, wir gehen jeztt nicht in den GAng, sondern in jenen. Tja, mittlerweile akzeptiert er das nicht mehr. Ich versuche eigentlich, vorher zu erahnen, was ihn nerven könnte, um dann nicht nur wegen Schreiens umfallen zu müssen oder eben wegen einer Kleinigkeit Schreien zu provozieren.
Sehr hilfreich ist es, für alles viel Zeit einzuplanen. Zeitdruck verschlimmert alles und ohne diesen lässt sich vieles vermeiden. Z.B. wollte er gestern keine Windel anziehen - also hab ich ihn erstmal nackig rumlaufen lassen, immer mal wieder gefragt und nach ein paar Minuten ging es dann problemlos.
Ansonsten lässt sich sicher nicht alles komplett vermeiden, manche Dinge müssen einfach sein oder kann man nicht durchgehen lassen.

Ich muss jedoch sagen, mit Wut kann ich noch ganz gut umgehen. DAs kann ich irgendwie nachvollziehen und reagieren. Viel schlimmer finde ich die Strategie meiner Großen, dann einfach knatschig zu werden, nichts mehr zu machen (sich z.B. mit 4,5 noch die Treppe rauftragen lassen usw). Da bin ich immer in der Zwickmühle, einerseits tut sie mir Leid, andererseits regt sie mich auf, und dann auch: soll ich sie nun tragen, obwohl sie das ja kann und bin dann aber genervt, weil der Kleine KANN noch nicht Treppe steigen und meine EInkaufstüten auch nicht, oder soll ich sie quietschen lassen, was aber auch zu nix führt. Also das finde ich persönlich viel anstrengender und hoffe auch mal auf Tipps :)

Hubs

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Antw:Austauschthread: Mein Kind und seine "Autonomiebestrebungen"
« Antwort #5 am: 05. März 2012, 15:01:32 »
Ich entschärfe auch gern Stresssituationen durch Kompromisse. Nur was mir völlig neu ist: Der Moritz hat Momente, da geht es ihm einfach um die Konfrontation. Wenn er den gelben anstatt den blauen Becher mag, und ich geb ihm dann den blauen, dann will er doch lieber ein Glas. Würde ich ihm dann ein Glas geben, würde er es mir wahrscheinlich gern um die Ohren hauen und mich anschreien, er will doch den gelben Becher usw. Wenn so eine Verhaltensweise neu auftaucht, dann muss ich erstmal nen Weg finden damit umzugehen. Und tatsächlich tue ich etwas, wovon ich überzeugt war, das werde ich nie tun  :-[ Ich ignoriere seine Provokation. Ich ignoriere nicht ihn, denn das würde ich definitiv nicht tun, aber ich antworte ihm nur auf "normale" Fragen oder ich entgegne ihm einfach nur ein knappes, ganz stilles "nein" damit er weiß, dass ich ihn gehört habe. Auf alles andere lasse ich mich nicht ein.

Und genauso entgegne ich Wutanfällen. Ich sitze sie einfach aus. Ich bemühe mich extrem leise zu sein und den Moritz einfach mal wüten zu lassen. Der Dampf muss halt auch mal raus  s-:) Irgendwann, wenn ich merke  er kommt so langsam wieder zu sich, versuche ich's mit der Ablenkungstaktig. Bislang die beste Methode, die ich für uns gefunden habe, kann aber trotzdem noch ne halbe Stunde dauern, bis der kleine Mann sich beruhigt hat.  :-\

Was ich für mich heute neu entdeckt habe, was definitiv eingeführt wird: Mittagsruhe auf der Couch! Der Moritz war zum Mittagessen ziemlich platt und er war auf Konfronktationskurs.  :P Er hatte sich für nach dem Mittagessen mit seiner Freundin verabredet (Oh Mann, er ist noch nicht mal 3 und macht schon selber Dates aus  ???!!). Ich hab ihm erklärt, dass ich nicht möchte, dass er so müde zu unseren Nachbarn geht und wir machen noch ne halbe Stunde Mittagsruhe auf der Couch. Er kann sich mit mir ein Buch anschauen, kuscheln, ne Geschichte erzählen lassen oder einfach für sich selbst sein. Wir haben ne gesunde Mischung aus alledem gehabt und es hat unheimlich gut getan. Ich werde diese halbe Stunde jetzt wirklich einführen. Diese Ruhepause brauchen wir wohl beide. Anschließend war er wieder lamm fromm und mein lieber, lustiger Moritz, so wie ich ihn kenne :)

@AnnHoly: Ich hatte auch als Kind eine Phase, da hab ich Unterhemden gehasst! Das war aber erst später - ich glaub mit 6 oder 7 - , keiner konnte verstehen warum, egal welche ich fand sie unbequem.  s-:) Ich kann Dein Schnecki also verstehen  ;)

@ Dane: Ja, der Moritz ist auch sehr laut, wenn er seinen Unmut kundtut. Er hat heute auch im Schuhladen mit Stiefeln geworfen.  s-:) Ich hab uns dann auch dort ne kurze Auszeit verordnet. Der Kleine wollte eh stillen, da haben wir uns in ein Eck gesetzt und nochmal vernünftig gesprochen, er hat seine Trinkflasche beinah ausgetrunken (na, wenn ich so nen Durst hab, werd ich wohl auch grantig  :-[) und anschließend ging alles wieder prima.

Den Humor finde ich auch gut, der kommt bis zu nem gewissen grad an Frustration beim Moritz auch gut an. Und was auch zieht ist das was die Sweety in nem anderen Thread erzählt hat und zwar unverschämten oder lautem Geschrei einfach mit einem schlichten "Wie bitte" entgegnen.

@ zuz: Der Faktor Zeit ist bei uns auch entscheidend. Nur hab ich den Laden noch nicht gefunden, wo ich mir zusätzliche Zeit kaufen kann  ;D Manchmal muss es halt einfach schnell gehen, aber im Grunde muss ich mich auch manchmal einfach fragen, ob's so schlimm ist, wenn wir ne viertel Stunde zu spät kommen,...

Das mit der Knatscherei ist auch schwierig. Ich glaube da muss man einfach situationsbedingt handeln. Stehst Du z.B. mit Deinem Kleinen auf dem Arm und den Einkaufstüten vor einer Treppe und die Große streikt, dann würde es mir sehr drauf ankommen, warum sie das tut. Ist sie wirklich müde und überreizt? Kannst Du sie dann evtl. mit irngedwas locken? Oder Kompromisse finden, wie z.B. nimm meine Hand, dann geht es leichter. Was mir als Kind immer geholfen hat, wenn ich nicht mehr konnte und knatschig wurde: Meine Mama hat mich zur Stärkung mal ganz fest in den Arm genommen oder mir ein Stärkungsbussi gegeben. Da kann ich mich heute noch dran erinnern, das hat mir tatsächlich geholfen. Danach ging's wieder leichter  ;)
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« Antwort #6 am: 05. März 2012, 15:06:57 »
Ich entschärfe auch gern Stresssituationen durch Kompromisse. Nur was mir völlig neu ist: Der Moritz hat Momente, da geht es ihm einfach um die Konfrontation. Wenn er den gelben anstatt den blauen Becher mag, und ich geb ihm dann den blauen, dann will er doch lieber ein Glas. Würde ich ihm dann ein Glas geben, würde er es mir wahrscheinlich gern um die Ohren hauen und mich anschreien, er will doch den gelben Becher usw. Wenn so eine Verhaltensweise neu auftaucht, dann muss ich erstmal nen Weg finden damit umzugehen. Und tatsächlich tue ich etwas, wovon ich überzeugt war, das werde ich nie tun  :-[ Ich ignoriere seine Provokation. Ich ignoriere nicht ihn, denn das würde ich definitiv nicht tun, aber ich antworte ihm nur auf "normale" Fragen oder ich entgegne ihm einfach nur ein knappes, ganz stilles "nein" damit er weiß, dass ich ihn gehört habe. Auf alles andere lasse ich mich nicht ein.


Und genau das ist für mich Trotzphase  :P! Da hilft auch alles Schönreden durch andere Formulierungen nichts. Es ist nicht Autonomie, sondern Manipulation und da mach ich nicht mit.
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« Antwort #7 am: 05. März 2012, 15:15:56 »
Ich entschärfe auch gern Stresssituationen durch Kompromisse. Nur was mir völlig neu ist: Der Moritz hat Momente, da geht es ihm einfach um die Konfrontation. Wenn er den gelben anstatt den blauen Becher mag, und ich geb ihm dann den blauen, dann will er doch lieber ein Glas. Würde ich ihm dann ein Glas geben, würde er es mir wahrscheinlich gern um die Ohren hauen und mich anschreien, er will doch den gelben Becher usw. Wenn so eine Verhaltensweise neu auftaucht, dann muss ich erstmal nen Weg finden damit umzugehen. Und tatsächlich tue ich etwas, wovon ich überzeugt war, das werde ich nie tun  :-[ Ich ignoriere seine Provokation. Ich ignoriere nicht ihn, denn das würde ich definitiv nicht tun, aber ich antworte ihm nur auf "normale" Fragen oder ich entgegne ihm einfach nur ein knappes, ganz stilles "nein" damit er weiß, dass ich ihn gehört habe. Auf alles andere lasse ich mich nicht ein.


Und genau das ist für mich Trotzphase  :P! Da hilft auch alles Schönreden durch andere Formulierungen nichts. Es ist nicht Autonomie, sondern Manipulation und da mach ich nicht mit.
Was hat das denn mit Manipulation zu tun? In so nem Moment ist der Moritz schlicht mit seiner Welt überfordert. Ich unterstelle ihm nicht, dass er mich manipulieren will, dass er böse Hintergedanken bei seinem Verhalten hat! Er kann in dem Moment nicht anders, er ist einfach verzweifelt und überfordert und weiß gar nix mehr...
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« Antwort #8 am: 05. März 2012, 15:24:32 »
Ich habe keineswegs den Eindruck, dass meine Kinder in irgendeiner Welt festsitzen und überfordert sind. Mein Eindruck ist, dass sie schlicht ausprobieren, wie weit sie bestimmen können, was ich tue. Das ist ja auch bis zu einem gewissen Grad in Ordnung, weil das ja auch zum größer werden und der Entwicklung dazu gehört, weil man sich ja auch irgendwann gegen andere Kinder durchsetzen muss und wir alle es wohl auch gut finden, wenn sie ihre Meinung vertreten, aber endloses Hin und Her ist meiner Meinung nach einfach die Suche nach der Grenze. Und die brauchen sie auch. Du hast ja auch geschrieben, dass du das nicht mitmachst. Meine Kinder sind da nicht verzweifelt. Sie sind höchstens verzweifelt, wenn ich rumeiere, anstatt ihnen Orientierung zu bieten.
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« Antwort #9 am: 05. März 2012, 22:01:55 »
Ich entschärfe auch gern Stresssituationen durch Kompromisse. Nur was mir völlig neu ist: Der Moritz hat Momente, da geht es ihm einfach um die Konfrontation. Wenn er den gelben anstatt den blauen Becher mag, und ich geb ihm dann den blauen, dann will er doch lieber ein Glas. Würde ich ihm dann ein Glas geben, würde er es mir wahrscheinlich gern um die Ohren hauen und mich anschreien, er will doch den gelben Becher usw. Wenn so eine Verhaltensweise neu auftaucht, dann muss ich erstmal nen Weg finden damit umzugehen. Und tatsächlich tue ich etwas, wovon ich überzeugt war, das werde ich nie tun  :-[ Ich ignoriere seine Provokation. Ich ignoriere nicht ihn, denn das würde ich definitiv nicht tun, aber ich antworte ihm nur auf "normale" Fragen oder ich entgegne ihm einfach nur ein knappes, ganz stilles "nein" damit er weiß, dass ich ihn gehört habe. Auf alles andere lasse ich mich nicht ein.


Und genau das ist für mich Trotzphase  :P! Da hilft auch alles Schönreden durch andere Formulierungen nichts. Es ist nicht Autonomie, sondern Manipulation und da mach ich nicht mit.
Was hat das denn mit Manipulation zu tun? In so nem Moment ist der Moritz schlicht mit seiner Welt überfordert. Ich unterstelle ihm nicht, dass er mich manipulieren will, dass er böse Hintergedanken bei seinem Verhalten hat! Er kann in dem Moment nicht anders, er ist einfach verzweifelt und überfordert und weiß gar nix mehr...

Ich habe keineswegs den Eindruck, dass meine Kinder in irgendeiner Welt festsitzen und überfordert sind. Mein Eindruck ist, dass sie schlicht ausprobieren, wie weit sie bestimmen können, was ich tue. Das ist ja auch bis zu einem gewissen Grad in Ordnung, weil das ja auch zum größer werden und der Entwicklung dazu gehört, weil man sich ja auch irgendwann gegen andere Kinder durchsetzen muss und wir alle es wohl auch gut finden, wenn sie ihre Meinung vertreten, aber endloses Hin und Her ist meiner Meinung nach einfach die Suche nach der Grenze. Und die brauchen sie auch. Du hast ja auch geschrieben, dass du das nicht mitmachst. Meine Kinder sind da nicht verzweifelt. Sie sind höchstens verzweifelt, wenn ich rumeiere, anstatt ihnen Orientierung zu bieten.

Aus meiner Sicht ist es weder Trotz (Wie schon geschrieben, zu negativ behaftet bzw. reine Elternmeinung - ein Wortrelikt aus alter Zeit) noch Manipulation. Auch Hilflosigkeit sehe ich in Bezug auf das Becherbeispiel nicht. Austesten trifft es da m.E. eher. Wie weit kann ich gehen? Wielange macht Mama mit? etc. Es werden Grenzerfahrungen gesammelt. Solche "Spielchen" kennen wir hier natürlich auch. Wird die Becherfarbe ein Mal gewechselt, geht es in Ordnung. Alles darüber hinaus gehende stellt meine Grenze dar. Schnecki darf dann zwischen den beiden vorhandenen Farben wählen. Möchte sie keine von beiden, gibt es keinen Becher (Keine Sorge, sie sie entscheidet sich dann für eine Farbe und muss natürlich nicht verdursten).

Für mich sehe ich nicht, dass ich DIESE Spielchen mitmachen muss. Im Leben gibt es wichtigere Entscheidungen als die Farbe eines Trinkbechers und für die (und vielleicht auch dazugehöriges Austesten) nehme ich mir dann auch gern Zeit.

Zeit ist ohnehin ein wichtiger Faktor (Zuz hatte bereits etwas dazu geschrieben). Oftmals kommen Probleme überhaupt erst durch zeitlichen Druck zustande. Daher versuche ich  - wenn es irgend möglich ist - zeitlichen Stress zu vermeiden. Rechtzeitiges Losgehen (lieber eine Viertelstunde früher), wenn Termine anstehen und gar nicht an die Zeit denken, wenn an sich keine Termine anstehen. Mit ganz seltenen Ausnahmen (Zug erwischen) haben wir also immer genügend Zeit, was das Stresspotential unheimlich minimiert. :)

@Zuz/Treppe: Unsere Treppe war in den vergangenen Wochen ein echter Schwachpunkt in Sachen Harmonie. Wir wohnen im fünften Stock und ich hab ja nun dieses "dezente" Bäuchlein zu tragen. Schnecki wollte aber auch gern getragen werden (neben den Taschen, die ich bereits umgehängt hatte). Das eine Mal haben wir eine Dreiviertelstunde(!) gebraucht und der Aufstieg wurde von lautem Geschrei Schneckis begleitet. Zum Glück hatten wir solche "Ausraster" bisher nur drei Mal (Es war immer eine Kombination aus Müdigkeit und einem Häufchenproblem.), ABER: ich habe sie nie auf den Arm genommen und getragen. An sich hätte ich gern, aus reiner Bequemlichkeit und um endlich mal oben anzukommen, war aber doch froh, dass ich sie gar nicht hochtragen und somit nicht schwach werden konnte. Inzwischen ist sie in einer "Ich bin schon groß"-Phase und würde gar nicht zulassen, dass man sie trägt. Welch Glück! ;)





zuz

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« Antwort #10 am: 05. März 2012, 22:18:22 »
@testen um zu testen: Das kenne ich in zwei Varianten. Das eine ist einfach wirklich austesten. Da würde ich auch sagen, einmal nachgeben, also den grünen Becher hinstellen, mehr Alternativen gibt es nicht, Punkt. Wir hatten aber auch schon die andere Variante, dass sie daraufhin dann etwas anderes gesucht hat, womit sie provozieren konnte, und das immer weiter getrieben hat. Becherbeispiel: Sie hätte dann z.B. den Becher ausgekippt. Wir cool, ihr nen Lappen in die Hand gedrückt. Den hätte sie uns dann aufs Essen gelegt. Und spätestens da wäre mir dann nichts logisch-konsequent-pädagogisch-wertvolles mehr eingefallen und ich wäre laut geworden. Ignorieren kann ich so was dann auch nicht mehr. Ergebnis: Sie hat dann geweint, wir haben sie wieder getröstet und fertig. Naja... wir hatten immer ein schlechtes Gewissen dann, weil sie eben dann doch offenbar irgendwie frustriert war. Aber ich weiß bis heute nicht, wie man da sinnvoll wieder rauskommt. Zum Glück war das nicht oft.

@Zeit/AnnHoly: Das hast Du super gesagt mit dem "Gar nicht dran denken, wenn keine Termine anstehen". Das ist echt ein Punkt, an dem ich noch arbeiten muss. Ich mach mir IMMER Zeitdruck, ich kann trödeln einfach nicht ab. Umso stolzer war ich heut auf mich: Wir waren einkaufen. Ich hab meine Große bis zum Fahrradparkplatz gelotst, dann hab ich sie stehen lassen (5m vom Rad weg), den Kleinen in den Hänger eingebaut, sämtliche Einkäufe eingeräumt. Erst als ich den Wagen weggebracht habe, ist sie eingestiegen. Innerlich bin ich echt fast geplatzt, so was macht mich echt wahnsinnig, ich kann nicht sagen, warum. Aber ich bin nach außen ganz entspannt geblieben (ok, mit der Hilfe von 2 schnell heimlich verdrückten Schokoriegeln  s-pfeifen) und war seeeehr stolz auf mich.

@Treppe: Also Hand geht eben nicht. Eine: 2 volle Taschen. Andere: der Kleine. Aber das mit dem Kraftbussi finde ich eine schöne Idee. Das werde ich mal ausprobieren.
@AnnHoly/Treppe: So was hatten wir oft und ich hab wirklich lange probiert, sie nicht zu tragen. Aber es nützt nichts. So Situationen kommen immer wieder. Mittlerweile machen wir es sogar manchmal so, dass ich erst den Kleinen hochbringe, dann die restlichen Einkäufe hochhole (Kleiner im Gitterbett), und dann die Große den Rest hochtrage. Nicht oft, aber es kommt schon noch vor. Meist ist sie wirklich dann müde und geschafft und/oder hat Hunger/Durst. Also es ist eigentlich nie Provokation, ich denke, das kann ich schon unterscheiden.

Edit: @Hubs/Verhalten ignorieren: Warum ist Dir das denn peinlich? Das ist doch genial! Gerade so kleinere Provokationen überseh ich gern. "Zufällig" hab ich grad nichts gehört/gesehen und muss nicht drauf reagieren. Manchmal hatte ich das Gefühl, sie war direkt erleichtert, dass nichts von mir kam, weil sie selbst schon gemerkt hatte, dass das jetzt nicht so toll war. Oder ich mach ganz gezielt und demonstrativ etwas ganz anderes, fange z.B. an, mit Duplos zu spielen. Manchmal steigt sie drauf ein. Ich denke, damit hilft man ihnen doch. Ich muss ja nicht aus jeder Mücke nen Elefanten machen. Schließlich schimpfe ich (und zwar allgemein, nicht nur mit Kindern) auch gerne mal einfach um schlechte Laune abzubauen und erwarte gar keine REaktion drauf. Sollte gerade die Provokation an sich im Vordergrund stehen, kann man ja immer noch reagieren.
« Letzte Änderung: 05. März 2012, 22:22:15 von zuz »

AnnHoly

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« Antwort #11 am: 05. März 2012, 22:49:45 »
@AnnHoly/Treppe: So was hatten wir oft und ich hab wirklich lange probiert, sie nicht zu tragen. Aber es nützt nichts. So Situationen kommen immer wieder. Mittlerweile machen wir es sogar manchmal so, dass ich erst den Kleinen hochbringe, dann die restlichen Einkäufe hochhole (Kleiner im Gitterbett), und dann die Große den Rest hochtrage. Nicht oft, aber es kommt schon noch vor. Meist ist sie wirklich dann müde und geschafft und/oder hat Hunger/Durst. Also es ist eigentlich nie Provokation, ich denke, das kann ich schon unterscheiden.

Nur vorsorglich: ich wollte DIR jetzt keine Schwäche o.ä. unterstellen, sondern meinte das ausschließlich in Bezug auf mich. Ich weiß einfach, dass mein Schnecki allein hochlaufen KANN. Natürlich tat es mir für sie leid, dass sie müde etc. war und in gewisser Weise hätte ich mein kleines Mädel GERN getragen, aber welche hochschwangere Frau mag schon gern über ihr eigenes Gewicht und Taschen hinaus ein 15 kg-Mädel tragen, das eigentlich allein laufen kann. Ich hätte es schlicht nicht gekonnt. Daher war ich froh über meine Konseqenz und noch mehr, als sie schließlich ganz selbstverständlich und ohne zu Murren allein hochlief. :)

@Austesten: Das von Dir erdachte(?) Extrembeispiel hatten wir zum Glück noch nie. Bei uns wäre aber in einem solchen Fall die Mahlzeit für das Kind beendet. In ähnlichen Fällen (nicht ganz so extrem) haben wir ihren Teller etc. weggeräumt und ihr gesagt, dass für sie das Essen beendet ist und sie etwas anderes machen kann, während wir essen. Das Geschimpfe ihrerseits war dann natürlich groß, hat sich aber auch wieder gelegt. Irgendwann kam sie wieder und sagte, dass sie nun lieb sei und konnte sich dann doch noch am Essen beteiligen.

:)





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« Antwort #12 am: 05. März 2012, 22:58:23 »
@AnnHoly: Habe es nicht negativ aufgefasst :)
Das Extrembeispiel war jetzt erdacht, aber so was in der Art hatten wir hier durchaus. Wenn wir dann gesagt hätten, Essen beendet, hätte sie weiter gemacht, indem sie uns beim Essen gestört hätte. Sie hätte sich nicht einfach rausschicken lassen. Das waren die Momente, ganz selten, wo wir sie mal zur Strafe in ihr Zimmer verfrachtet und die Tür zu gemacht haben. Sie hat dann versucht, aufzumachen und wir haben ihr gesagt, WIR entscheiden, wann sie raus darf und das wird erst sein, wenn sie aufhört, gegen die Tür zu hauen. Das hat dann geholfen. Ich finde es nach wie vor nicht toll, wüsste aber auch immer noch nicht, wie sonst reagieren... wie gesagt, das war zum Glück nicht oft, und es hat dann auch geholfen, dass wir uns immer und immer wieder mit ihr hingesetzt haben und versucht haben zu ergründen, was eigentlich los ist. Im Grunde war es wohl Eifersucht, Überforderung... LEtztlich hat sie ganz viel Eltern gebraucht, ganz viel Verständnis usw. Aber sowas hilft natürlich nur mittelfristig, nicht in dem Moment, wo das Kind grad nen Aussetzer hat

Hubs

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« Antwort #13 am: 06. März 2012, 07:28:11 »
@ zuz: Eine Freundin von mir sagt immer, an solchen Momenten (wenn eben etwas nicht rund läuft) können wir nur wachsen. Und siehst Du, Deine Große schafft es, dass Du sogar trödeln geduldig ertragen kannst  ;)

Ich kann Ignoranz nicht ertragen. Das ist für mich wirklich schlimm. Wenn ich zu jemanden was sage und es kommt nichts zurück, da entsteht bei mir ein Gefühlschaos. Deshalb hab ich wahrscheinlich so ein Problem damit Dinge zu ingorieren.

Nach unserem letzten Wutausbruch gestern abend werde ich heute auch die Zeit mal wieder völlig vergessen und mich ausschließlich dem Wohlergehen meines Großen widmen. Ich glaub wir beide brauchen einen Mama-Moritz-Verwöhntag :)
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« Antwort #14 am: 06. März 2012, 12:38:27 »
@Hubs: Nein, nein, geduldig war ich dabei gar nicht! Innerlich bin ich wirklich geplatzt! Aber ich hab eben nichts gesagt, für mich war das wirklich eine Leistung  s-:)
Aber Du hast Recht, man wächst wirklich an seinen Kindern und lernt ganz vieles durch sie.

Mama-Moritz-Verwöhntag klingt gut! Sowas muss echt manchmal sein, da können dann beide mal auftanken. Wir haben letzte Woche auch einen Mama-Tochter-Shopping-"Tag" (2h) gemacht, war richtig klasse  :)

@Ignorieren: Nun ja, das wird dann wohl Deine Baustelle ;). Wie wäre es denn z.B., wenn Du Dich dann absichtlich verhörst? Also wenn er z.B. was Freches oder Unangebrachtes sagt, wie "Ich will jetzt sofort ein Eis haben!", dass Du dann nachfragst: Du willst im Garten ein Beet umgraben? So in die Richtung, mit dem Ziel, ihn zum Lachen zu bringen. Manchmal funktioniert sowas ja.

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« Antwort #15 am: 06. März 2012, 20:56:43 »
Ich mag ignorieren auch nicht  :-\

Mein Mann kann das ganz gut. Er leiert ein "nein" und dann versucht er die Situation auszusitzen, indem er weitere Anfragen ignoriert. Und ich finde die "Lösung" für beide nicht gut.
Was ich allerdings mache, ich wirklich anzukündigen, dass ich gleich nicht mehr reagieren werde. Wenn die Große nach einem Babybel jammert, ich habe aber keins, dann sage ich ihr das zweimal und wenn sie weiterjammert, sage ich, dass ich nunmal keins habe und das jetzt nicht noch mehrfach wiederholen möchte und daher auf weitere Fragen nach Babybel nicht mehr antworte. dann weiß sie es zumindest.


Die Becherdiskussionen hatten wir auch  s-:) Seit ner Weile ist ruhe, kommt es doch vor, gibts zwei Möglichkeiten. Ist noch nichts drin, darf SIE sich gerne einen anderen holen. Ist der Becher schon gefüllt - das macht sie in der REgel selbst - ist es eben Pech, da fang ich nicht an umzuschütten. DAnn hätte sie es sich früher überlegen müssen.

Aber im Grunde sind das meist wirklich Situationen, wo sie Streit und die Konfrontation sucht. Wenn das mit der Becherauswahl nicht klappt, würde sie ihn vermutlich auch ausschütten oder was anderes suchen.
Lösung hab ich keine, je nach Situation (und Laune) gehe ich damit anders um.
Das dumme ist, dass ich mich genau dran erinnern kann, dass ich früher auch sowas hatte. Aber ich schaffe es einfach nicht, mich zu erinnern, WAS ich wirklich wollte  S:D
Ich denke aber Frust ablassen und dann muss es eben raus.


Das, was ich wirklich als "Grenzen testen" bezeichnen würde, artet bei uns recht selten zu Wutanfällen aus. Die Große hatte eine Phase, wo sie mal ausprobieren musste, wie ich reagiere, wenn sie ihre Schwester prügelt  s-:) Da fand cih es oft schwierig zu entscheiden, wann ich einschreiten soll (aus streicheln wurde tätscheln und dann hauen). Das "Stop" wurde dann auch nicht freudestrahlend hingenommen, aber bei sowas flippt sie eigentlich nicht aus. Sie schreit mal kurz, ist sauer, aber das dauert meist keine 2min.
Ähnlich bei solchen Sachen wie am Lichtschalter spielen, Becher immer weiter an die Tischkante rücken etc. Das ist definitiv austesten. Aber dann gehts eben um klare Grenzen und da kapiert die Große zum GLück recht schnell, dass die Grenzen immer noch die gleichen sind.


Richtige Trotzanfälle (oder eher Wutanfälle) entstehen eher durch Überforderung/Hilflosigkeit. Klassiker: "Ich will aber die Hose noch anziehen!" "Aber du hast Pipi rein gemacht, sie ist nass, zieh dir bitte eine andere an" "Nein, ich will die noch anziehen" "Wenn es dir so wichtig ist, dann lauf eben mit einer nassen Hose rum, setz dich aber bitte nicht hin" "Die soll aber nicht nass sein!!!"
Die strickte Einführung einer Mittagsruhe hat solche Szenen zum Glück reduziert.
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« Antwort #16 am: 06. März 2012, 21:50:26 »
Ignorieren klingt natürlich erst einmal hart. Um mal meine persönliche Form davon zu erläutern:

Wenn Schnecki uns bspw. beim Essen ihr „Durchgekautes“ im Mund zeigt, sage ich ihr kurz, dass sich das nicht gehört und nicht lecker ist und beachte es nicht weiter. Ich ignoriere es also.

Wenn Schnecki gerade einen kleinen Aussetzer hat und auf dem Boden liegt, weint und für „Ansprachen“ nicht zugänglich ist, lasse ich sie in Ruhe, bis sie sich wieder beruhigt hat. Ignorieren ist da vielleicht das falsche Wort, aber ich warte eben auf den Moment, in dem sie wieder zugänglich ist (bin aber in Sichtweite).

Möchte sie unbedingt etwas haben, das wir aber nicht zu Hause haben, erkläre ich ihr das und fertig. Zum Glück artet so etwas bei uns nie aus. Schnecki stellt dann nur fest, dass Papa das kaufen muss und das Thema ist erledigt.

„Ignoriert“ werden bei uns also eher Dinge, denen ich keine allzu große Beachtung schenken möchte, weil Schnecki in dem Augenblick nach negativer Beachtung sucht. Je mehr wir reagieren würden, umso eher würde sie es machen. Daher verlege ich mich eher auf positive Beachtungen und mache somit die kleinen „Unarten“ unspannend.


:)





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« Antwort #17 am: 07. März 2012, 11:03:04 »
@ lisa: Ja, die Einführung der Mittagsruhe bringt bei uns auch viel Ruhe rein. Mann, was könnte ich mich in den A*** beißen, dass ich darauf nicht früher gekommen bin. Aber wahrscheinlich war es meine eigene Unruhe, die mich davon abgehalten hat  s-:)
Das mit dem Schwester prügeln ist nicht schön  :-\ schwierig solche Situationen.

Ich kann mich auch noch an Situationen als Kind erinnern, in denen mich negative Gefühle übermannt haben. Die kamen einfach so, aus heiterem Himmel und ich war wütend und habe die Wut auch durch Gequengel, Gemotze und heftiges im Boden stampfen rausgelassen.

Situationen in denen es logische Konsequenzen gibt, die kann ich auch ganz gut händeln. Wenn er z.B. im WoZi mit seiner Wasserspritzpistole rumschießen will und er die Pistole doch mit Wasser auffüllt, nachdem ich ihm erklärt habe, warum er das nicht darf, dann nehm ich ihm die Pistole weg und er bekommt sie erst wieder, wenn er mir versichert, er füllt sie nicht mehr mit Wasser auf. Dann tobt er mal kurz, aber dann wendet er sich anderem zu und alles ist wieder friedlich.

Schwierig wird's wenn ich keine logische Konsequenz sehe. Z.B. kriegt er regelmäßig Wutanfälle, wenn ich ihn von unseren Nachbarn abhole. Die jüngste Tochter ist seine große Liebe und die zwei sind unzertrennlich. Naja, was soll ich da tun?
Soll ich die Wutanfälle durchstehen? Das möchte ich eigentlich weder mir noch dem Moritz noch dem Felix antun. Ihn nicht mehr hinlassen? Das kann ich den beiden Kindern eigentlich kaum antun. Aber irgendwie ist halt doof. Ich versuch's mal mit früher holen, und wenn das nicht geht, dann dürfen sie vielleicht eine Zeit nur noch bei uns spielen,... Was bei schönem Wetter wirklich richtig schwierig wird.



Und was mich dann an den Rande meiner nervlichen Belastung treibt, ist, wenn der Moritz nen Wutanfall hat (dabei schreit, haut, tritt, Sachen durch die Gegend wirft) und dann der Felix weint. Ich verstehe, dass der Moritz in so einer Situation es nicht auch noch packt, dass ich mich dann dem Felix zuwende. Aber was soll ich machen? Ich kann ja nicht den Felix schreien lassen, bloß weil der große Bruder gerade nen Wutanfall hat. Aber jedesmal, wenn ich mich dem Felix zuwende, steigert sich der Große noch mehr rein.





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« Antwort #18 am: 07. März 2012, 12:41:42 »
@Lisa: du hast es auf den Punkt gebracht, den Unterschied zwischen "Austesten, ob die Grenzen noch gelten" und "Ich suche Konfrontation weil ich grad irgendwie Frust ablassen muss". Genau das meinte ich, so ist das hier auch.

@Ignorieren: Schnecki: So meine ich Ignorieren auch. Lisa: Ja, das mit den 2x sagen und dann ankündigen, dass nicht mehr diskutiert wird, das machen wir auch. Ich ignoriere sie dann auch nicht, sondern schau sie entsprechend an, mein Blick sagt: Du weißt genau, was wir ausgemacht hatten! Meist reicht das dann schon. Oder ich wechsel einfach das Thema, klappt auch manchmal.

@Hubs/Wutanfall: Jaaaa, das kenne ich auch. Genau diese Situation, einmal war es ganz schlimm: Wir waren bei einer Freundin, wollten dann heim. Es war schon spät, der Kleine hatte Hunger und die Freundin isst auch immer etwas eher, die wollten uns also auch los sein. Meine Maus wollte aber nicht. Zudem war es kalt, sie sollte sich also anziehen. Die üblichen Dinge: Ihr dürft noch 10 Min spielen, dann fahren wir etc., also weitmögliches Entgegenkommen hatten wir schon. Sie wollte einfach nicht. Also hab ich alle Sachen in eine Tüte gepackt, den Kleinen unter einen Arm geklemmt, sie unter den anderen und bin runter. Sie weitergeschrien, getreten etc. Unten stand ich dann da: Der Kleine geschrien (Hunger), die Tüten, die Große, und eine Straße. Ich konnte sie also nicht loslassen. Ich weiß heute nicht mehr, wie ich es geschafft habe, beide in den Hänger zu bekommen und festzuschnallen. Es war richtig schrecklich. Sie hat es zweimal geschafft, sich wieder (angeschnallt!!) unter dem Gurt durchzuwinden. Hinterher haben wir dann vernünftig mit ihr geredet, dass das nicht schön war und ihr sicher auch nicht gefallen hat. Und ich hab dann erklärt, was ich mir von ihr wünsche und warum. Und auch gesagt, wenn es nicht klappt, können wir in Zukunft nicht mehr so lange bei xy bleiben, sondern müssen entsprechend eine Stunde eher gehen. Und siehe da - es hat geholfen. Hätte es das nicht, wäre ich das nächste Mal wirklich eher gegangen, dann hätte der Wutanfall nicht so gestört. Aber sie war dann eben doch wieder zugänglich und es hat, zumindest eine Weile, gut geklappt. Dann wurde es wieder etwas anstrengender, aber nie mehr so schlimm.
@Kleinen trösten: Ja, das ist schwierig. Was bei uns geholfen hat: Ich hab dann zu ihr ganz erschrocken gesagt: Oje, schau mal, Dein Brüderchen muss jetzt weinen. Ich glaube, es ist ihm grad zu laut. Was machen wir denn jetzt? Das hat wirklich oft gereicht, die Situation irgendwie zu durchbrechen. Erst wenn das nicht hilft, würde ich sagen: Ich muss jetzt leider auch den Felix trösten. Aber Du kannst gern auch mit kuscheln. Einfach, dass er sich nicht ausgegrenzt fühlt wegen seinem Bruder. Manchmal hat auch geholfen zu sagen: Wein mal etwas leiser. Oder geh in ein anderes Zimmer, wenn du laut weinen musst.  :P

Bonsai

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Antw:Austauschthread: Mein Kind und seine "Autonomiebestrebungen"
« Antwort #19 am: 07. März 2012, 12:45:33 »
Hallo,

was für ein toller Thread!

Wir befinden uns auch mitten in dieser Autonomiephase und was ich hier lese find ich echt grandios.
Ich hab vermutlich nicht viel beizutragen weil ich oft schlichtweg RATLOS bin wenns hier mal wieder richtig abgeht  :(
Aber das mit dem Nein wohldosieren find ich schon mal sehr spannend!

Zum Thema Zeit: Was mach ich denn aber wenn ich diese Zeit wirklich nicht habe?

Kleines Beispiel von uns ist das Essen: Bei uns muss keiner in 10 Minuten fertig sein, ein normales Essen dauert bei uns aber häufig eine Stunde.
Sie trödelt halt extrem beim Essen und es ist soooo schwierig da was zu ändern.
Wenn sie anfängt zu dameln, frag ich halt ob sie noch Hunger hat und wenn nicht dann ist gut, wenn sie sagt ja, dann sag ich ihr das sie jetzt noch essen kann bis der Zeiger da und da steht (wir haben eine Tieruhr) und dann aber Ende ist.

Aber es ist so anstrengend das bei jeden Essen zu machen :-\
Hat da jemand einen ultimativen Tipp?



AnnHoly

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Antw:Austauschthread: Mein Kind und seine "Autonomiebestrebungen"
« Antwort #20 am: 07. März 2012, 13:12:08 »
Hallo Bonsai,

mein Schnecki ist eine recht „schnelle“ Esserin und meist früher fertig als wir, dennoch hätte ich eine Idee. Sie weicht zwar etwas von den allgemeinen Tischmanieren ab, ist aber nur als vorübergehende Maßnahme gedacht.

Ihr könntet Euch wie üblich zu Tisch setzen, gemütlich essen und wenn sie wieder trödelt, Ihr aber schon fertig seid, steht Ihr auf, räumt Eure Sachen ab und geht zum weiteren Alltagsgeschehen über. Da niemand gern allein isst, wird sie möglicherweise ihre Mahlzeit vorzeitig beenden. Bei der nächsten Mahlzeit dann das Gleiche. Sollte sie zwischendurch Hunger haben (weil sie eben getrödelt und dann nicht genug gegessen hat), würde ich ihr einen Apfel o.ä. anbieten, aber keine volle Mahlzeit. Ich könnte mir vorstellen, dass sie auf diese Weise lernt, dass sie besser innerhalb Eurer gemeinsamen Mahlzeiten mehr isst, um nicht allein essen zu müssen.

Was wir auch manchmal machen: beim gemeinsamen Essen am Wochenende wird besprochen, wie wir den weiteren Tag gestalten, indem wir sagen: „Nach dem Essen könnten wir doch (bspw.) zum Indoorspielplatz gehen.“ Die Aussicht auf etwas Schönes NACH dem Essen könnte die Trödelei vielleicht auch beseitigen.


:) AnnHoly





zuz

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« Antwort #21 am: 07. März 2012, 13:30:32 »
@AnnHoly/Bonsai: Also wir haben ja eine Trödlerin  s-:). Im Grunde machen wir es genau so wie Du es beschreibst. Es nützt zwar nicht wirklich was, sie wird nicht schneller - aber es schont unsere NErven. Manchmal bricht sie auch ab, obwohl sie eigentlich noch nicht satt sein kann. Aber ich kann und will eben auch keine Stunde am Tisch sitzen.

@keine Zeit haben: Ja, das ist wirklich schwierig! Ich kenne das sehr gut!! Ich hab da mehrere Strategien. Wenn es jetzt nur eine Ausnahme ist, weil z.B. ein Zug fährt, dann nehm ich ihr einfach auch mal Dinge ab, die sie sonst selbst machen muss. Schwieriger ist es bei den alltäglichen Sachen, z.B. früh in den Kiga. Wir haben ganz feste Zeiten: Bis xy muss das Frühstück beendet sein, dann und dann müssen wir los. D.h. ich räume das Frühstück dann auch einfach weg. Das klappt schon mal ganz gut. Ich bin ihr auch nicht böse dann und sehe es auch wirklich entspannt - vielleicht hat sie ja auch noch keinen Hunger und Frühstück gibt es dann auch im Kiga noch mal.
Zweite Strategie: Spielen! Wir schauen jetzt mal, wer eher fertig ist. Oder Papa und Große machen sich "heimlich" fertig und überraschen dann Mama. Oder wir zählen, wie lange sie braucht usw. Das hilft auch oft, jedenfalls, wenn die Stimmung eigentlich gut ist. (Sonst nicht, dann lassen wir das)
Dritte Strategie: Nichts sagen. Ich hab mal für mich auf die Uhr geschaut, wie lange sie braucht, um sich anzuziehen, wenn ich dauernd sage mach schneller, beeil dich usw. - oder wenn ich NICHTS sage bzw. immer nur das nächste Kleidungsstück ansage. Unterschied: Max. 5 Minuten. Ich hab selbst gestaunt, dass es so wenig war, mir kam es nämlich viel länger vor. Seitdem bemühe ich mich nach Kräften, nichts zu sagen, denn dann bleibt die Stimmung gut, was im Endeffekt dann wieder Zeit spart (und Nerven!!)
Vierte Strategie: Positive Anreize. Wenn sie früh bis xy fertig ist, darf sie mit dem Rad fahren (was sie unbedingt will). Sind wir überpünktlich beim Turnen, kann sie vorher noch kurz auf den Spielplatz usw.
Letzte Strategie: Wenn alles nichts hilft: sie auflaufen lassen. Klingt doof, hilft aber im Notfall. Wenn wir zu spät im Turnen sind und sich nicht mit aufwärmen kann, dann kann sie eben leider nicht mit turnen und wir müssen wieder gehen. Haben wir einmal gemacht, seitdem beeilt sie sich da etwas mehr.
Schwierig wird es nur dann, wenn man selbst echten Zeitdruck hat, Termin auf Arbeit oder so. Zum Glück haben wir das im Moment nicht.
Aber evtl. kann man da drehen, indem man eben doch noch etwas eher aufsteht oder so.
Andere Termine versuche ich gelassener zu sehen, wobei mir das echt schwer fällt. Ich finde es z.B. total doof, zum Arzt zu spät zu kommen, oder selbst zu privaten Verabredungen. Ich versuche aber, mir da selbst etwas den Druck rauszunehmen. Mal schauen, wann ich das schaffe  s-:)

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« Antwort #22 am: 07. März 2012, 15:06:41 »
Und was mich dann an den Rande meiner nervlichen Belastung treibt, ist, wenn der Moritz nen Wutanfall hat (dabei schreit, haut, tritt, Sachen durch die Gegend wirft) und dann der Felix weint. Ich verstehe, dass der Moritz in so einer Situation es nicht auch noch packt, dass ich mich dann dem Felix zuwende. Aber was soll ich machen? Ich kann ja nicht den Felix schreien lassen, bloß weil der große Bruder gerade nen Wutanfall hat. Aber jedesmal, wenn ich mich dem Felix zuwende, steigert sich der Große noch mehr rein.

Hallo Hubs,

ich finde alles was Du schreibst ganz normal  :) und ja es ist sehr anstrengend und grad bei einem weiteren Kind schaut man sich plötzlich um. Ein Kind ist nunmal kein Kind.  ;)

Dich schätze ich mit Deinem Moritz auch noch so ein (aus verschiedenen Threads der Vergangenheit) dass Du Dir einen kleinen Prinzen herangezüchtet hast, bei dem auf jedes Bedürfnis eingegangen wurde.  ;)

Kann eine Unterstellung sein  :-* wenn nicht hast Du es noch schwerer als andere!

Ich wünsche Dir starke Nerven  :) ich bin um jeden Tag froh, wo wir dem Trotzalter entfliehen können.  :)
Viele Grüße Pela


lisa81

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« Antwort #23 am: 07. März 2012, 18:58:13 »
hubs, was bei uns Wunder gewirkt hat bei solchem Theater beim Heimgehen, ist, dass das besuchte Kind uns heimbringen durfte. Also mit Eltern. Ist natürlich etwas umständlich, aber die Kinder haben nochmal Spaß und langsam wird das Wetter ja auch besser und das Anziehen einfacher.  :P

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Nadine F.

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« Antwort #24 am: 07. März 2012, 21:47:35 »
Schöner Thread und gerad so passend  :P

Mädels, ich glaub ich dreh durch!  :o

Geht das noch lang so weiter, kann ich spätestens Ende des Jahres in die Klapse! Und das ist mein Ernst! :'(

Mausbär macht mich platt, nur noch schlechte Laune, schmeißt alles durch die Gegend, wenn er was nicht bekommt haut er zu usw.

Heute Abend z.B. ich bin um 18 Uhr von der Arbeit gekommen, wollte ihn begrüßen er schaut mich an läuft weg, ich natürlich hinterher und ihm "hallo" gesagt! Keine Reaktion aber okay ich hab meinen Teil erledigt!

Ich stell mich an den Herd und koche, als ich den Salat gemacht hab hab ich ihn dazugerufen, damit er (wie immer) den dressing rühren kann. Alles schön!
Als ich dann die Schüssel wieder hochgenommen habe um die Salatblätter klein zu machen und da rein zu tun ein rießen Geschrei, ich dacht mir okay hier hast Du eine Plastikschüssel mit einem Schneebesen und ein bisschen Wasser jetzt kochen wir beide! Alles gut gegangen  ;D

Dann setzen wir uns an den Tisch, wie immer Conner neben seinem Papa und ich gegenüber (damit ich schauen kann wieviel er sich in den Mund steckt  S:D)
Er ist das Fleisch von seinem Teller, schmeißt den Salat an die Wand *in Gedanken: tieeeeef durchatmen* Ich sag ihm das das so nicht geht und nehm direkt den Teller weg! Ein rießen Gebrüll Jam Jam haben! Ich zu ihm rüber ihm gesagt das er es nur wieder bekommt wenn er sich zu benehmen weiß
Ich seinen Teller wieder hingestellt da jetzt nur noch Reis drauf war, was ihm nicht passte schmiss er den Teller quer über den Tisch auf den Boden!
Mit der Aussage, das das so nicht geht habe ich ihn aus seinem Hochstuhl rausgenommen und in sein Zimmer gebracht, Tür angelegt wieder in die Küche gegangen und weiter gegessen.
Conner kommt wieder in die Küche kommt strickt auf mich zu und haut mir auf den Arm, also wieder ab in sein Zimmer... das Spielchen ging dann 8 mal

Danach schmiss er dann in seinem Zimmer mit seinen Bauklötze, ich war am aufräumen er kommt in die Küche und geht an den Schlickerschrank (er kriegt ihn noch nicht selber auf) Mit den Worten NEIN heute gibt es nichts Süßes du benimmst dich nicht habe ich dann eine Welle ausgelöst! Er schmiss sich hin, tritt gegen die Schränke und schrie wie am Spieß! Also wieder in sein Zimmer, da er so bockte und sich anch hinten schmiss legte ich ihn auf seinen Teppich und sagte ihm (wie immer) wenn er dann fertig währe könnte er wieder kommen...

Er spielte dann eine Zeit lang lieb, dann bin ich rein und wollte mit ihm ne Runde spielen aber Nein ganz nach dem Motto Mama ist blöd schubst er mich weg....

Heute Abend habe ich nochnichtmal ein gute Nacht Kuss bekommen sondern nur ein Winke winke an der Tür  :'(

Das ist jetzt nur 1 von 1000 Beispielen

Danke, das ich mich hier mal ausbrechen konnte





 

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