Autor Thema: Zensur in Kinderbüchern  (Gelesen 9874 mal)

Barbia+LuJo

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Zensur in Kinderbüchern
« am: 15. Januar 2013, 10:49:22 »
Grad eben lass ich auf einer Seite, dass nun Kinderbücher nachträglich zensiert werden sollen


http://www.n*do.de/artikel/debatte-schluss-mit-negerkonig/?utm_source=extern_facebook&utm_medium=facebookeintrag&utm_campaign=familienleben

Was haltet ihr von solch einer Aktion?

mausebause

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #1 am: 15. Januar 2013, 10:56:19 »
Der Link geht bei mir leider nicht  :-[


zabka

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #2 am: 15. Januar 2013, 10:57:42 »
Ich finde es gut, wenn in Kinderbüchern keine diskriminierenden Ausdrücke benutzt werden. Wir hatten zu Hause nämlich auch schon die Diskussion, wir haben eine ältere Pippi-Ausgabe und ich musste dann meinen 2 und 4 jährigen Mädels erklären, was ein Neger ist, dass das Wort nicht angemessen ist, weshalb es nicht angemessen ist und natürlich kam sofort die Frage "und warum darf Pippi das sagen?" Das ist garnicht so einfach!


~Netti~

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #3 am: 15. Januar 2013, 10:58:17 »
ich finde es auch richtig.  :)

mausebause

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #4 am: 15. Januar 2013, 10:58:24 »
Ja bei solchen Ausdrücken finde ich es durchaus auch sinnvoll...(ohne den Artikel gelesen zu haben)

scarlet_rose

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #5 am: 15. Januar 2013, 11:04:19 »
Gut, dass gerade das Beispiel Pipi Langstrupfkommt (Artikel habe ich nicht gelesen).
ich habe Pipi komplett vorgelesen und dabei immer den Begriff "Neger" weg gelassen. auch bei Jom Kopf. am Anfang bin ich da etwas drüber gestolpert und hab immer etwas gestockt, aber mit etwas Übung ging es problemlos

schwalbe

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #6 am: 15. Januar 2013, 11:46:15 »
sorry, jetzt werde ich OT, aber ich führe die Diskussion öfters mit meinem Mann. Er versteht das Problem mit dem Wort Neger nicht... Neger kommt von Negro, Spanisch für Schwarz. Was ist dann daran besser als Schwarzer? Oder sagt ihr dann Afroamerikaner? Was wenn er aber nicht aus Amerika kommt? Ich habe ja selbst ein komisches Gefühl bei dem Wort Neger, aber begründen kann ich es vor dem Hintergrund nicht.  ??? Er war ein Jahr in der Domenikanischen Republik, da war das Wort "negro" oder "negra" ganz normal...

Nachträgliche Zensur von Kinderbüchern finde ich sinnvoll. Früher hat man vieles anders gesehen. Andererseits, ob es den Autoren so recht gewesen wäre? Widerspricht das nicht der Pressefreiheit? Bitte versteht mich nicht falsch, ich maches es ja auch so, dass ich Teile, die ich fragwürdig finde weg lasse oder umdichte. Aber anf der anderen Seite finde ich Presse- und Meinungsfreiheit ein sehr kostbares Gut  :-\ Hmmm.
« Letzte Änderung: 15. Januar 2013, 11:57:33 von schwalbe »
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mausebause

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #7 am: 15. Januar 2013, 11:48:35 »
Ich glaube die Diskussion gab es hier schonmal, da sind ja viele auch gespaltener Meinung - ich sage meistens "farbig" - wobei das ja auch nicht "political correct" sein soll

lotte81

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #8 am: 15. Januar 2013, 11:51:45 »
@schwalbe: ich glaube, dass "Neger" nicht einfach nur von schwarz in einer anderen Sprache kommt,sondern von der negriden Rasse, einem Begriff aus der Rassenlehre?Laut wiki ist der Begriff nicht mal völkerkundlich sinnvoll, da er eine Gruppe Menschen zusammenpackt, die ethnisch keinen zusammenhang haben.....Oder so ähnlich  ;) Zumal es einfach ein Negativ behafteter Begriff ist.....
Ich fänds gut, bin ich doch auch grad bei Pippi Langstrumpf immer wieder über das Wort gestolpert  s-:) und musste dann weglassen/umtauschen/abändern.....
Astrid Lindgren war meine ich aber dagegen, dass man ihre Bücher abändert? Ob das dann so einfach geht? Ich glaube die DIskussion gab es hier schon mal.....


Mondlaus

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #9 am: 15. Januar 2013, 11:51:50 »
@schwalbe es geht bei dem Wort weniger um den Wortstamm und die Herkunft, sondern darum, wie es historisch benutzt wurde - dann immer in einem diskriminierenden und erniedrigenden Zusammenhang.
Pressefreiheit hat nichts mit Büchern zu tun. Und auch in der Presse sind beleidigende, und diskriminierende Ausdrücke nicht geduldet.

Ob es den Autoren recht gewesen wäre, das sollte gar nicht ins Gewicht fallen - sie haben in einer anderen Zeit gelebt, der Kontext war anders. Wenn heutzutage Gleichberechtigung zu den Grundwerten zählt, die man Kindern beibringt, dann müssen auch solche Ausdrücke aus den Büchern raus. Während wir Bücher wie z.b. den Struwwelpeter (der Mohr etc) im historischen Kontext des 19. Jahrhunderts sehen können, können kleine Kinder so eben nicht reflektieren.
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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #10 am: 15. Januar 2013, 12:07:59 »
@schwalbe: Für mich reicht, dass es viele Menschen als Schimpfwort benutzen und viele, die es an den Kopf geworfen bekommen als "unschön" (um es mal relativ neutral auszudrücken) empfinden.

Selbst wenn kein böser Gedanke dahinter steht, aber der andere das halt nicht möchte, dann lass ich es.

In der Schule singen sie jetzt auch nicht mehr "drei Chinesen mit dem Kontrabass", sondern "drei Schimpansen mit der Ananas". Ich finde das kreativ und genauso lustig und wenn man damit vermeidet, jemandem auf den Schlips zu treten, dann ist das doch nur gut  :)
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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #11 am: 15. Januar 2013, 12:09:51 »
Ich warte auf Katie ;)

Ich selber stimme teils mit Schwalbes ethymologischen Ausführungen überein, niger = schwarz. Fertig.

Dennoch hat natürlich Mondlaus recht, dass der historische Zusammenhang klar ein diskriminierender ist.

Ehrlich gesagt ist eher die Kunstperson Pippi Anarcho-Langstrumpf weitaus bedenklicher pädagogisch für mich - aber das ist ein anderes Thema.

Insgesamt wird da nach meinem Empfinden irgendwie ein Moral-Entrüstungs-Fass aufgemacht, das etwas ausser Relation steht.

Literatur spiegelt per se - durchaus auch kontroversen - Zeitgeist wider, das hier hat was von Orwellscher Newspeak-Geschichtskorrektur.
« Letzte Änderung: 15. Januar 2013, 12:19:16 von A.n.j.a »

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #12 am: 15. Januar 2013, 12:13:24 »
Ich finde Pipi toll  :D und ich glaube, dass die hoch pädagogisch ist  ;). Genauso wie Michel und die Kinder von Bullerbü und all die anderen  :D.

Insgesamt glaube ich aber, dass es den Menschen gut tut, etwas mehr über Sprache, deren Sinn und Bedeutung nachzudenken. Dann würde längst nicht so viel Mist geredet werden  s-:)
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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #13 am: 15. Januar 2013, 12:15:27 »
Ich denke gerade beim Beispiel Pipi Langstrumpf, würde ja weder der Inhalt, noch der Sinn geändert. Man kann das Wort einfach weglassen. Leider geht oft damit einher, dass auch der Satz geändert wird, d.h. statt Negerkönig nicht einfach König, sondern dann "König auf einer einsamen Insel" oder ähnliches. Wenn man aber einfach aus "Negerkönig" König macht und aus den "Negerkindern" Kinder, dann ändert man da weder an der Geschichte, noch wirklich an der Sprache etwas.

Ob ein Wort diskriminierend ist oder nicht, hängt von seinem gebrauch ab, nicht seiner Herkunft. Wenn es lediglich um die Herkunft ginge wären wohl die wenigsten Diskriminierungen wirklich diskriminierend.

Ich finde das krampfhafte Gendern und internationalisieren mancher neuer Bücher nicht sinnvoll (allen voran z.B. Conni-Bücher. Da merkt man richtig, wie die Autorin(?) versucht hat möglichst viele Nationalitäten einzubauen, es wirkt widernatürlich....
Soweit muss man, in meinen Augen, nicht gehen.
Aber direkte, diskriminierende Begriffe verwenden,das muss nicht sein.

Mondlaus

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #14 am: 15. Januar 2013, 12:21:02 »
Pipi kam ja in den 50ern raus, da war die kleine Anarcho-Langstrumpf ein schöner Konstrast zu dem, was Mädchen und Frauen (oder auch Jungs) sein sollten.

M.E. müssen solche Wörter in der Literatur nicht generell zensiert und verboten werden - Erwachsene sind durchaus in der Lage zu verstehen, warum das Wort vom Autor benutzt wurde und in welchem Zusammenhang.

Aber bei Kindern - Kinder nehmen Geschichten "at Face Value".
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schwalbe

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #15 am: 15. Januar 2013, 12:25:32 »
Zitat
Insgesamt glaube ich aber, dass es den Menschen gut tut, etwas mehr über Sprache, deren Sinn und Bedeutung nachzudenken. Dann würde längst nicht so viel Mist geredet werden  s-:)

sehe ich auch so! Aber mpsste man nicht gerade dann die alten Bücher so stehen lassen, wie sie eben sind? Um dann die Möglichkeit zu haben, darüber zu reden und nachzudenken? Ich meine, Pipi liest man ja nun in einem Alter, in dem das durchaus schon geht, oder?

Werden die Kinder denn offener, wenn sie Wörter wie "Neger" oder Zigeuner erst gar nicht kennen? Und wo hört man dann auf? Gehört "Hexe" dann auch schon dazu? Weil es im Mittelalter eine Verfolgung gab?
Ich schwanke immer noch. Wenn ein Buch tatsächlich einen diskriminierenden Hintergrund hat, dann gehört es gar nicht in ein Kinderzimmer. Da gehören dann doch aber auch die Bücher dazu, in denen die klassische Frauen und Männerolle erhalten ist. Wenn es einfach dem damaligen Sprachgebrauch entspricht, dann kann man es doch auch so lassen. Hmmm, ich schwanke...
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Cloedje

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #16 am: 15. Januar 2013, 12:28:56 »
Ich bin da eigentlich ganz bei Schwalbe. Das Wort hat ja einen etymologischen Hintergrund. Sicher ist es negativ behaftet. Aber ich seh es mal so, jeder sollte dazu beitragen, dass Sprache sich weiterentwickeln kann. Lasst uns doch einfach diesem Wort eine positivere Definition geben. Solange man es totschweigt und umgeht wird man nicht dazu beitragen, dass es sich positiv weiterentwickelt.

@Bettina: Hä? Drei Chinesen mit dem Kontrabass wurde umgedichtet. Wo ist denn das Lied nicht politisch korrekt ? Jetzt muss ich tatsächlich noch lachen. Chinesen, die ein tolles Instrument bei sich haben ist doch nicht politisch unkorrekt. Also ich trällere es weiterhin  s-:)

@Gibt es sonst noch Beispiel, die abgeändert werden sollten ? Bei mir funktionnierte der Link nämlich auch nicht.

Liebe Grüsse
Cloedje



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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #17 am: 15. Januar 2013, 12:31:01 »
Nein, Pipi liest man nicht in einem Alter, in dem Kinder den vollen Umfang dessen verstehen, was Sprache und Worte bedeuten. Kein Kind wird rassist, weil es den Begriff Neger kennt. Ebensfalls bleibt kein Kind/Jugendlicher/Erwachsener toleranter, nur weil er die Begriffe nicht kennt.
Alleine die Benutzung des Wortes suggeriert ja schon eine (unnötige) differenzierung zwischen dunkelhäutigen und hellhäutigen.
Es macht ja keinen Unterschied, ob Pipis Vater "Neger"könig ist, oder ein normaler.
Nur wenn es noicht erwähnt wird, wird keine Differenzierung dargestellt, die Kinder nicht lernen brauchen.

Und ja, Hexe gehört insofern dazu,dass man niemanden einfach als Hexe bezeichnet. Eine hexe ist eine Fantasiefigur(!!!), die nur deswegen als Hexe bezeichnet wird, weil sie zaubern kann. Ein normaler mensch ist keine Hexe!

Bettina

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #18 am: 15. Januar 2013, 12:31:03 »
Also mich persönlich stört es auch nicht, wenn Pipi das sagt. Ein Wort ist ja an sich nicht per se schlecht, nur weil es auch als Schimpfwort gebraucht werden kann. Also Zensur in dem Sinn müsste für mich nicht stattfinden. Aber einen aktuellen Autor, der gerade ein Kinderbuch herausbringt, den würde ich doch als ...... zumindest unsensibel, was das Thema angeht, bezeichnen. Es würde mich stutzig machen und erstaunen.

Ich hab jetzt persönlich auch noch nie die Chinesen mit dem Kontrabass als diskriminierend empfunden, aber trotzdem finde ich es gut, wenn sich Leute Gedanken machen und Dinge verändern. Ebenso, dass es Schaumküsse oder Schokoküsse heißt ..... deshalb sind sie ja genauso lecker  8)
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schwalbe

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #19 am: 15. Januar 2013, 12:32:50 »
Zitat
Und ja, Hexe gehört insofern dazu,dass man niemanden einfach als Hexe bezeichnet. Eine hexe ist eine Fantasiefigur(!!!), die nur deswegen als Hexe bezeichnet wird, weil sie zaubern kann. Ein normaler mensch ist keine Hexe!
das stimmt natürlich auch wieder...
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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #20 am: 15. Januar 2013, 12:36:19 »

Ich hab jetzt persönlich auch noch nie die Chinesen mit dem Kontrabass als diskriminierend empfunden, aber trotzdem finde ich es gut, wenn sich Leute Gedanken machen und Dinge verändern. Ebenso, dass es Schaumküsse oder Schokoküsse heißt ..... deshalb sind sie ja genauso lecker  8)

Ja, finde es auch super, dass man es nicht einfach so hinnimmt und sagt, war doch schom immer so, kann also nicht falsch sein!

Ich glaube, hier wurde das Wort Etymologie falsch verwendt. Etymologie bezieht sich ja darauf, wie sich die Beduetung eines Wortes im Laufe der Geschichte verändert. Also genau wegen den Etymologie von "Ne*ger" soll es nun nicht verwendet werden. Woher das Wort stammt, ist dabei zweitranging. Ich kann mich nicht erinnern, dass speziell dieses Wort zu irgendeiner Zeit als neutrale Beschreibung von farbigen Menschen benutzt wurde.


Es geht eher darum, dass sie die Wörter zwar kennen dürfen, aber mit dem festen Wissen, dass es unakzeptabel ist, diese zu benutzen. Und für Kinder ist es schwer zu verstehen, warum im Kinderbuch von "Neg*er" die Rede sein darf, aber sie ihren nigerianischen Kindergartenfreund nicht also solchen Bezeichnen dürfen.

Literatur zensieren ist immer schlecht - in diesem Fall fände ich es eine gute Lösung, wenn nicht flächendeckend die Bücher geändert werden - Original-ausgaben sollte es weiterhin in Bibliotheken und zu alte Ausgaben auch Kaufen geben. Ausgaben, die in Kinderhände geraten, sollten dann schon überarbeitet sein.
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Mondlaus

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #21 am: 15. Januar 2013, 12:37:31 »
Und zum Thema, kennt schon jemand das diesjährige Unwort des Jahres? "An sich" auch kein schlimmes Wort, aber der Kontext macht es zu einem zynischen Unding. :P
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« Antwort #22 am: 15. Januar 2013, 12:50:51 »
@Cloedje: Das gab es doch schon oft, dass Lieder/Melodien einfach neue Texte bekommen haben. Das ist doch nicht neu. WARUM das jetzt in der Schule mit nem neuen Text gesungen wird und ob da irgendwas mit politisch nicht korrekt oder diskriminierend hinter der Entscheidungs steht glaube ich weiß ich nicht und das glaube ich auch nicht.
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dragoness

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #23 am: 15. Januar 2013, 12:59:58 »
Ich glaube die Diskussion gab es hier schonmal, da sind ja viele auch gespaltener Meinung - ich sage meistens "farbig" - wobei das ja auch nicht "political correct" sein soll

Was ist in eigentlich political correct? Das ändert sich ja auch oft. Ich sage dann oft (wenn es eben sonst kein anderes Merkmal gibt, wie eine rosa Jacke oder so) z. B. das Kind mit der dunkleren Haut oder den schrägen Augen. Das wird vielleicht auch schon mal als politisch nicht korrekt angesehen  :-[

Ansonsten finde ich, dass man Kinderbücher nicht unbedingt ändern sollte. Man kann seinen Kindern (ab einem gewissen Alter) doch auch erklären, dass bestimmte Worte früher nicht negativ behaftet waren, aber eben heute nicht mehr genutzt werden.  Was wären die ganzen Märchen ohne die altertümlichen Ausdrücke und Redewendungen? Also ich möchte die nicht wirklich missen ...
Ist aber nur meine Meinung :-)

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Antw:Zensur in Kinderbüchern
« Antwort #24 am: 15. Januar 2013, 13:05:49 »
@dragoness: Der Vater meines Ältesten ist aus Nigeria. Mein Sohn hat einen deutschen Pass. Er sagt "ich bin Afrikaner" ..... soviel zum Thema political correct  s-:)

Er selbst empfindet Neger, z.B. einfach so in Pipi Langstrumpf nicht als diskriminierend. Würden jetzt 5 Jugendliche wild schimpfend hinter ihm her laufen und ihn Neger "schimpfen", würde er es sicherlich als beleidigend und abwertend empfinden. Das ist halt der Unterschied. Und das ist ja auch das, was man Kindern vermitteln kann, weshalb ich so eine "Zensur" nicht wirklich nötig fände. Es ist ja auch mehr (also in meinen Augen) eine Aktualisierung als Zensur. Für mich hat Zensur immer etwas mit "freier Meinung äußern dürfen" zu tun und nach meinem Verständnis hat meine Meinung frei äußern dürfen nur am Rande damit zu tun, wie ich diese formuliere.
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