Autor Thema: Thema Tod - wie präsent?  (Gelesen 1250 mal)

Fliegenpilz

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Thema Tod - wie präsent?
« am: 08. August 2016, 17:55:38 »
Durch unseren Alltag und auch meine beruflichen Verstrickungen stellt sich mir immer wieder die Frage wie sehr das Thema "Tod" in eurem Alltag präsent ist und wie der generelle Umgang damit ist.

Dazu gehören solche Fragen wie: Habt ihr Angst vor dem Tod? Haben eure Kinder Angst vor dem Tod? Sprecht ihr offen darüber oder habt ihr das Thema gar nicht gerne mit am Essenstisch? Haben eure Kinder eigene Vorstellungen von dem was kommt oder haben sie eure Hoffnung bzw. euren Glauben übernommen?

Hier bei uns ist der Tod irgendwie schon ein immer wiederkehrendes Thema - und wir reden auch sehr offen darüber.
Ich selbst habe absolut keine Angst vor dem Tod, vor meinem eigenen. Wenn meine Zeit gekommen ist, dann ist sie gekommen. Was danach kommt weiß ich nicht und sage das auch offen so zu unseren Kindern. Angst das unseren Kindern etwas passiert, ja - das habe ich. Aber welche Mutter hat das nicht? Nur lasse ich davon unseren Alltag nicht bestimmen.
Unsere Kinder haben beide schon (mehrfach) tote Menschen gesehen, aus familiären Kreisen oder auch von weiter entfernt.

Unsere Große spricht darüber, wenn das Thema aufkommt, sie selbst sucht das Gespräch auf dieser Ebene nicht. Unsere Kleine hingegen hat sehr genaue Vorstellungen von dem was passiert und wie sie es sich wünscht. So erzählt sie immer wieder, dass sie sich ein Familiengrab wünscht und uns so beerdigen wird, dass sie dann wenn sie stirbt zu uns in die Mitte kann - damit wir auf sie aufpassen. Außerdem fragt sie mich immer mal wieder ob ich dann am Himmelstor auf sie warten werde, sie möchte mich nicht suchen und sorgt sich alleine zu sein.
Jetzt muss ich dazu sagen, dass mein Mann gar nicht gläubig ist und er sich für sich selbst auch keine (herkömmliche) Bestattung wünscht - doch je mehr unsere Tochter davon redet, desto wichtiger ist es ihm das sie sorglos mit diesem Thema umgehen kann.

Haben eure Kinder auch Vorstellungen von dem was kommen wird oder wie sie sich gewisse Dinge wünschen?

Unsere Große hat ganz klar gesagt, dass sie nicht mit in das Familiengrab möchte, sie möchte lieber mit ihrem Mann beerdigt werden. Unsere Kleine ist da pragmatisch: Liegt sie halt alleine in der Mitte!

Drops

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #1 am: 08. August 2016, 18:33:07 »
Wir sprechen offen über das thema. Die kleine hat noch keine vorstellung vom tod die große weiß was es bedeutet und guckt sich tote tiere immer genau an. Sie wurde mit dem thema aber auch noch nicht oft konfrontiert. Wir waren seit sie auf der welt ist nur einmal bei einer beerdigung, da war sie 4.
wir lesen öfter mal "die besten beerdingungen der welt" sonst kommt das thema eher selten auf (oder wenn man über gefahren spricht).

Die große hat nicht meinen glauben.  Sie glaubt an gott, ich nicht.  Wir lesen trotzdem in der kinderbibel und sprechen darüber.  Sie weiß aber dass ich atheist bin.

Ich glaube ich habe keine angst vor dem tod, eher vor schmerzen.
Ich glaube nicht dass die große eine vorstellung davon hat, also zumindest nicht im detail.

Edit: bei anderen hab ich schon mehr angst wenns ums sterben geht.  Mein kater ist 14 und ich denke fast täglich daran wann wohl sein letzter tsg kommen wird, was ich mache, wie ich reagiere, wie ich es den kindern sage, wie und wo ich ihn beisetze usw.  Ich finde es belastend.
« Letzte Änderung: 08. August 2016, 18:48:40 von Drops »


Tini

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #2 am: 08. August 2016, 19:18:08 »
Bei uns ist der Tod so gut wie nie Thema gewesen bisher. Meine Große kam damit noch nie in Berührung - zum Glück. Sie hat mal gefragt, was sie tun soll, wenn ihr Vater auf einmal stirbt, während sie bei ihm ist, aber ich glaube, da ging es ihr mehr darum, dass sich dann jemand um sie kümmert. Auch über Beerdigungen oder das "Danach" haben wir noch nie gesprochen.

Für mich ist das Thema Tod ganz oft präsent, einfach weil ich eine übergroße Angst davor habe. Das belastet mich schon, dabei gibt es gar keinem nachvollziehbaren Grund. Ich habe häufig Angst,  dass meinen Kindern oder meinem Freund was passiert. Es reicht schon, dass mein Freund etwas später als erwartet nach Hause kommt. Ich werde dann schnell unruhig, lasse mir das aber natürlich nicht anmerken.

Auch vor meinem eigenen Tod habe ich Angst. Das ist oft schon belastend und ich habe keine Ahnung, warum das so ist. Ich habe noch keine wirklich großen Verluste durch Tod erlebt. Meine Großeltern sind schon tot, aber die waren alle alt, es war absehbar und der Lauf der Dinge. Ich bin mir so oft meines Alters bewusst und denke dann, dass ich ja schon die Hälfte rum habe und dass es ja auch sein kann, dass ich eher jung sterbe. Ich möchte aber noch lang leben und sorge mich außerdem um die Zukunft meiner Kinder, besonders meiner Tochter.

Nee kein wirklich gutes Thema für mich
  
 
Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen

Pico

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #3 am: 08. August 2016, 20:00:05 »
Als Murmelchen in den Kindergarten gekommen ist wahr gerade 3 Wochen vorher eine Mama von einem Mädchen aus ihrer Gruppe gestorben unerwartet und deswegen wahr es dann auch gerade Thema...
Seit dem kommt es bei ihr immer wieder zur Sprache und jetzt wo wir Hummelchen haben ist es so gut wie immer Thema, auch Träumt sie davon das wir sterben, sie Stirbt oder irgendwer sonst aus ihrem Umfeld... Sie spielt es auch mit Playmobil das jemand Stirbt...

 Vor einem Jahr ist der Hund von mein Schwiegereltern gestorben und paar Wochen Später die UrOma und dann weis sie das mein Bruder gestorben ist 2007...

Ich finde es gut das sie so viel fragt und das sie auch selber ihre Meinung bildet und versucht raus zufinden was der Tod bedeutet...

Was sie gut findet und ihre sicht auf den Tod verändert hat, ist das ich sagte, das jeder der gestorben ist und ich sehr Lieb hatte immer in meinem Herzen ist und ich ihn so nicht vergessen werde und immer mit ihm in gedanken reden kann...

Nimm ein Kind an die Hand und lass dich von ihm führen. Betrachte die Steine, die es aufhebt und höre zu, was es dir erzählt. Zur Belohnung zeigt es dir eine Welt, die du längst vergessen hast.




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Honigbluete

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #4 am: 08. August 2016, 20:14:30 »
Lukas war schon bei einigen Beerdigungen dabei und ist immer mit sehr offener kindlicher Unbefangenheit daran gegangen. Wir haben seine Fragen beantwortet, Bücher zum Thema gelesen und sind auch sonst recht offen mit diesem Thema. Es kommt immer mal wieder auf, aber nicht ganz so ausführlich. Tote haben wir alle noch nicht gesehen...
Angst habe ich eher vor dem Sterben als vor dem Tod.



Martina

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #5 am: 08. August 2016, 20:16:24 »
Bei uns war und ist der Tod immer präsent. Die Große hat dolle Angst, dass einer von uns stirbt, aber auch davor, dass N. und ich uns mal trennen. Mich überkommt es öfter beim einschlafen, also die Angst. Wir reden normal über den Tod.
Ohne

MammaMuh

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #6 am: 08. August 2016, 20:16:33 »
Dadurch das mein Papa Bestatter und meine Mama Krankenschwester (mit vielen Onko-Patienten) war, war und ist das schon immer wieder Thema, aber eigentlich auch nur der Tod anderer. Gespräche bei meinen Eltern drehen sich viel darum, wer gestorben ist, wessen Beerdigung demnächst ist etc.

Sonst mag ich das Thema nicht so gern, weiß auch nicht genau warum. Mir macht das Angst. Vielleicht nicht das Sterben an sich, aber der daraus resultierende Verlust.
 
nasfried 01/07 und hornfried 03/10

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Nipa

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #7 am: 08. August 2016, 23:10:24 »
Wir hatten gerade einen Todesfall in der Familie und die Kinder haben es hautnah miterlebt. Vom Verabschieden, über die Nachricht, hin zur Beerdigung.

Der Kleine ist sehr pragmatisch. Für ihn war es ganz ganz schlimm. Bis zu dem Zeitpunkt dass jemand sagte, dass die Uroma dann wieder beim Uropa und ihrem Bruder ist.
Ab da war für ihn klar, dass sie nicht alleine ist und es ihr da gut geht. Passt.

Der Große war sehr tapfer, hat aber schon darunter gelitten. Er weiss, dass es ihr dort gut geht, aber sagt, dass sie ihm dafür fehlt und ihm das weh tut.

Generell gehen wir relativ offen mit dem Thema um. Sie wissen dass wir alle sterben, dass man aber meist erst stirbt wenn man alt ist.
Angst haben sie glaube ich keine, weil sie es akut nicht für sie bedrohlich halten.

Ich persönlich habe keine Angst vorm tot sein, aber durchaus Angst vorm Sterben ansich.
Wüsste ich dass ich abends einschlafe und dann gehe, dann wäre es sicher erträglicher.
Da aber in meiner Familie viele elendig an Krebs verreckt sind, das teilweise über sehr lange Zeit, ja, da habe ich ernsthaft Angst vor.



Pedi

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #8 am: 09. August 2016, 06:21:47 »
Seit zwei Tagen ist dies ein ganz großes Thema bei unseren 4 jährigen. Durch eine etwas unbedachte Aussage vom Großen kam das ganze auf. Auf jeden Fall kam ein weinendes Kind zu mir mit der Aussage "Mama, ich will noch nicht sterben, ich bin doch noch ganz klein." Ehrlich, schön war das nicht  :-[ Seither muss ich viele, viele Fragen dazu beantworten. Ich hoffe er findet einen Weg damit umzugehen.

Der Große wurde erstmals damit konfrontiert als das Baby verstorben ist. Das war für ihn nicht einfach, doch er hat seine ganz eigene Vorstellung davon entwickelt wie es danach weiter geht.

Ja, ich habe schon Angst davor zu sterben, vor allem jung und schmerzhaft.
 




*Unser Sternenmädchen wurde am 24.02.14 in der 19. SSW still geboren.Wir werden dich nicht vergessen!

Cornelia x Marie Sophie

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #9 am: 09. August 2016, 08:06:04 »
Als meine Mutter wochenlang im Koma lag, dem Tod näher als dem Leben, da war das Thema sehr präsent... Marie hat natürlich mitbekommen, dass zu Hause die Tränen flossen und die Gespräche mit meinem Papa alles andere als entspannt waren... Wir haben ihre Fragen so gut wie möglich beantwortet; Schule und Hort informiert, so dass diese "mit auffangen" konnten (im Hort arbeitet eine Psychologin, die auch im Bereich Autismus sehr fit ist und die entsprechend mit Marie arbeiten konnte)...


"Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, leuchten zu lassen" (Nelson Mandela)

KardaMom

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #10 am: 09. August 2016, 08:27:30 »
Bei uns ist es auch Thema. Letztes Jahr sind meine beiden Schwiegereltern gestorben, vor einigen Jahren ein guter Freund, viel zu jung. Die Kinder waren also schon auf bis zu 3 Beerdigungen, haben Abschied von geliebten Menschen nehmen müssen und dabei auch ihre eigenen mehr oder weniger konkreten Vorstellungen davon entwickelt, was mit ihnen selbst danach passieren soll. Die Verstorbenen sind hier auch immer noch sehr präsent. Besonders beim Großen merke ich, dass er sich nicht mehr richtig taut, eine Bindung zu älteren Menschen einzugehen – aus Angst vor dem nächsten Verlust. Ähnlich geht es mir auch; ich habe schon einige Menschen verloren, mag mich daher ungern zu sehr an jemanden binden bzw. emotional von jemandem abhängig sein. Entsprechend große Verlustängste plagen mich bei den wenigen Menschen, die mir wirklich wichtig sind (incl. aufsteigender Unruhe, wenn mein Mann nicht pünktlich nach Hause kommt).
Ich selbst habe weder vor dem Tod noch vor dem Sterben große Angst; ich durfte miterleben, dass es auch ohne extremes Leid und Schmerzen möglich ist, dass man auch auf sehr schöne, friedliche Weise sterben kann – und bin überzeugt davon, dass der Sterbeprozess stark von der eigenen Einstellung abhängt (ob man bereit ist loszulassen oder sich noch ans Leben klammert). Sorge macht mir mehr, zu früh gehen und meine Lieben zurücklassen zu müssen. Und die Zeit davor – den Lebensabend im Heim verbringen zu müssen, sich für oder gegen eine lebensverlängernde OP nach der anderen entscheiden zu müssen, langwierige schmerzhafte Krebstherapien etc., solche Dinge.
Vor Ewigkeiten hab ich mal Ariès gelesen, "Geschichte des Todes", fand ich damals sehr interessant.

Fliegenpilz

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #11 am: 09. August 2016, 08:37:25 »
Die Große hat dolle Angst, dass einer von uns stirbt, aber auch davor, dass N. und ich uns mal trennen.

Das hat unsere Große auch - die große Sorge, dass wir uns trennen.
Ja, sie ist ein Scheidungskind und kennt demnach den Verlust und alles was dann kommt ... andererseits haben wir ihr wirklich noch nie Anlass für diese Sorge in dieser Familienkonstellation gegeben. Dennoch sagt sie manchmal mit Tränchen in den Augen, dass sie Angst hat das wir uns trennen und nicht mehr lieben.

Das tut schon weh. Also auch mir als Mutter. Ich möchte doch gar nicht, dass unsere süßen kleinen Schnubbis solche Sorgen in ihrem Herzen tragen.

Martina

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Antw:Thema Tod - wie präsent?
« Antwort #12 am: 09. August 2016, 12:04:16 »
Das geht mir auch so. Hier gibt es auch keinen Anlass (Gottseidank). Aber es trennen sich gerade viele im weiteren Bekanntenkreis.  :-[ Dann die Verlustängste, die sie eh hat, da kommt schon was zusammen.
Ohne

 

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