Autor Thema: stille Treppe, was ist daran nicht gut?  (Gelesen 11691 mal)

Sönnchen

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stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« am: 06. Oktober 2011, 21:19:27 »
Hallo,

habe eben in einem anderen Thread gelesen, dass die "Stille Treppe" nicht gut sein soll. Will dort aber nicht OT sein, deswegen hier meine Frage.

Meine Schwester wendet es bei meiner Nichte an und ich war immer begeistert davon, wie schnell und einfach meine Nichte dadurch runterzuholen war. Meine Schwester lebt in London und ich habe deswegen ja nur kurze Momentaufnahmen mitbekommen.

Also sagt mir mal eure Meinung zur "stillen Treppe".

Starkid

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #1 am: 06. Oktober 2011, 21:24:27 »
Wir haben keine Treppe  ;D

Aber hier kommt es durchaus auch mal vor, dass ich Joel mal in sein Zimmer setze oder auf nem Stuhl parke (Fenja mittlerweile auch schon ein oder zwei Mal), weil er so garnicht mehr runterkommt und nur rumschreit und Theater macht (wenn er beispielsweise vorm Abendbrot kommt und nach Süß fragt und ich Nein sage). Also wenn er so richtig abdreht, darf er mal ne Pause auf nem Stuhl oder in seinem Zimmer machen.
Dann kommt er runter, tut sich selbst und anderen nicht weh und dann gehts wieder.

Zumindest in diesem Zusammenhang finde ich das nicht weiter schlimm. Lieber mal eine Auszeit, als irgendwas anderes


Sönnchen

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #2 am: 06. Oktober 2011, 21:29:40 »
Starkid: Ja in genau solchen Situationen habe ich das bei meiner Schwester auch gesehen. Sie hat meiner Nichte auch immer genau erklärt warum jetzt die Auszeit stattfindet und meine Nichte hat es dann auch akzeptiert.

Ich war immer erstaunt dass das so gut ging.

Bettina

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #3 am: 06. Oktober 2011, 21:34:51 »
Spontan hab ich gedacht "Weil man dann immer über das Kind stolpert!"  S:D

Für mich ist das nur ein anderes Wort für Auszeit und das haben unsere auch. Auf unserer Mini-Treppe ... dem Tritt im Bad. Aus Ermangelung von Treppe und Raum  :P. Zum Glück brauchen wir es nicht allzu oft  ;D.

EDIT: Der Fairness halber muss ich sagen, dass es bei meinem ganz Großen gar nicht funktioniert hat  :P.
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Dannichen

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #4 am: 06. Oktober 2011, 21:42:14 »
Spontan hab ich gedacht "Weil man dann immer über das Kind stolpert!"  S:D
;D ;D

Was daran (für uns) nicht gut ist: Die einzigen Treppen hier sind im Treppenhaus, und da mein schreiendes bockendes Kind hinsetzen... nee!  :P  ;D

Joshua muss, wenn er sich nicht beruhigen kann in sein Zimmer. Spätestens nach 5 Minuten ist er dann wieder so weit ruhig das wir die Sache klären können und wir uns wieder vertragen.  :)
Also an sich eine gute Sache, da manches ohne eine kurze Auszeit nur mit noch mehr Geschrei enden würde.
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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #5 am: 06. Oktober 2011, 21:48:52 »
Meine Schwester hat es bei ihrem Sohn gemacht und es hat funktioniert, also habe ich es mit meinem Sohn auch versucht. Und es funktioniert.
Es kommt selten vor, dass er auf die Treppe musst,  aber dann hilft es bei uns wirklich. Die Auszeit hilt uns runterzukommen und anschließend sprechen wir nochmal darüber, was nicht so gut gelaufen ist. Dann sagen wir uns, dass wir uns lieb haben und die Sache ist gegessen.

Das würde mich jetzt auch mal interessieren, was daran nicht so gut sein soll  ???





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Sonne1978

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #6 am: 06. Oktober 2011, 22:02:48 »
Vielleicht geht's darum, dass das Kind damit in gewisser Weise "ausgesetzt" wird?! Keine Ahnung... ob nun stille Treppe, Zimmer oder Stuhl. Auszeit in Brüllphasen kann aus meiner Sicht nicht schaden. Ich wende diese Methode zwar nicht an, kann aber auch nichts Schlimmes daran erkennen.

Juno74

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #7 am: 06. Oktober 2011, 23:23:38 »
Es ist eine reine Bestrafungsmethode und hat nichts mit logischer Konsequenz zu tun. Genauso wie andere Bestrafungen wird die Auszeit also von manchen Eltern/Pädagogen abgelehnt.

Außerdem hat das mMn in den meisten Situationen nichts mit "aus der Konfliktsituation lösen" zu tun. Man löst die Situation, indem man das Kind in einen anderen Raum schafft und dort alleine lässt, ja prima. Das Kind wird nicht getröstet, kann nicht mit einem Erwachsenen über das Geschehene sprechen etc. "Aus dem Zimmer geschickt werden" und sich auf irgendeinen Stuhl setzen müssen finde ich persönlich außerdem demütigend, ich würde nicht wollen, dass so mit mir umgegangen wird.

Auf Rumschreien, weil es nichts Süßes gibt, kann ich auch anders reagieren als mein Kind aus dem Raum zu verweisen, aber gut, da hat wohl jeder so seine Wege ;)

satti

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #8 am: 07. Oktober 2011, 00:39:28 »
@juno

die "treppe" kann durchaus mitten im raum sein und nur weil man erst mal auf "abstand" geht heisst das nicht das man die situation im nachhinein und in ruhe bespricht!
und warum soll ich mein kind trösten wenn es eben z.b die süßigkeit nicht bekommt und deshalb einen kleinen ausraster hat?
WAS wäre den deine,bessere lösung? das meine ich nicht sarkastisch! ich bin mal gespannt....

weil ICH finde daran nix schlimmes auch wenn ich denke das wenn es fruchtet sicher nicht der fall sein wird wenn man es 5 mal am tag anwendet...und das ein oder andere mal finde ich es nicht schlimm oder schädlich....


was soll den eine logische konsequenz sein wenn mein kind süßkram vorm essen will und dann rum brüllt oder um sich haut etc?
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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #9 am: 07. Oktober 2011, 02:36:19 »
Wir wenden es an - schoen daran ist, dass es wirklich ruhig und strukturiert ablaufen kann. :) Unsere Kinder werden dafuer nicht ausgegrenzt, die Time-Outs (so heisst das Ganze bei uns) finden im gleichen Zimmer statt, in dem wir uns aufhalten und werden in der Regel sehr kurz gehalten. Sie beginnen mit einer ruhigen Erklaerung, warum wir ein Time-Out brauchen, erklaeren, was jetzt das richtige Tun ist (fuer das Kind) und kurz danach gibt es, wenn angebracht, nochmal ein kurzes Gespraech, eine Umarmung (evtl. eine Entschuldigung) und die Sache, was auch immer sie war, ist gegessen. :)
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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #10 am: 07. Oktober 2011, 02:45:00 »
Noch zur Ergaenzung: Logische Konsequenzen, die mit dem vorangegangenen Problem zusammenhaengen, sind natuerlich gut und lehrreich. Neulich zum Beispiel, war meinem kleinen Prinzen sein Papier nicht gross genug und er fand keine andere Alternative, als die Zimmertuer von oben bis unten rot anzumalen. S:D Logische Konsequenz: Ich erklaere ihm, moeglichst ruhig, was falsch gelaufen ist, worauf man eigentlich ja nur malen darf, wie man haette an Papier kommen koennen (-> Sprich mich an, mein Kind, ich bin doch hier!  S:D ) und an dem Tag wird dann nicht mehr gemalt. Die Stifte kommen bis zum Folgetag weg.
Wenn aber nun mein Kind seine 5 wilden Minuten hat und wir vielleicht mehrmals ermahnen und daraus ein Time-Out entsteht, faellt mir manchmal einfach nicht innerhalb von Sekundenschnelle eine solche Konsequenz ein. Fast moechte ich sagen, es gibt nicht immer eine so offensichtliche... ??? Jedenfalls kann ich ja nicht minutenlang vor meinem Kind stehen und mir eine einfallen lassen. ;D Und ich bin kein Freund davon, "Strafen" bzw. Konsequenzen spaeter zu verhaengen ("Wenn wir erstmal daheim sind, werden wir darueber entscheiden."). Also greife ich in solchen Momenten lieber zum Time-Out.
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Juno74

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #11 am: 07. Oktober 2011, 07:58:38 »
Öh satti, wieso sollte ich mein Kind denn NICHT trösten? Nur, weil seine Reaktion für mich nicht nachvollziehbar ist?
Wenn mein Kind traurig/wütend ist, versuche ich es immer zu trösten und schicke es nicht aus dem Zimmer, weil ich den Auslöser nichtig finde.

Wenn die Situation so bei uns passieren würde, würde ich auf Augenhöhe gehen und sowas in der Art von "Du bist sehr wütend, weil du dir Süßes gewüscht hattest. Ich habe gesagt nein, und jetzt bist du enttäuscht. Dabei isst du so gern Süßes, stimmts?" woraufhin in 95% der Fälle ein geschulchztes Ja kommt und ich es dann quasi vom Auslöser der Wut zum "Verbündeten" geschafft habe.

In den restlichen 5%, in denen das nicht helfen würde, weil er schon zu sehr in seiner Wut gefangen ist, warte ich eben, bis ich den Eindruck habe, dass er sich trösten lässt.

Ich finde es nicht gut, das Kind wegen einer negativen Reaktion wie der Süßigkeitensache zu bestrafen. Verstehe auch nicht so ganz, was das für ein Ziel haben soll, dass dein Kind seinen Ärger nicht mehr zeigt?

moni

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #12 am: 07. Oktober 2011, 08:06:49 »
ich denke hier geht es um die momente wo die kinder nicht zuhören können und die , ich sage immer, undurchdringliche blase um sich haben.

um das negative geweine, geschreie, schimpfende aus der situation zu nehmen ist eine auszeit doch nicht schlecht.
ich rede hier von ein-drei minuten.

bei einer ganz normalen alltäglich konflikt situation brauche ich keinen stillen platz. da hilft konversation und konsequenz.

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #13 am: 07. Oktober 2011, 08:11:18 »
@Juno
das klingt ganz toll was du da schreibst und wie du es machst. ich würde es gern genauso machen und habe es ehrlich x-mal versucht. Nur: mein Kind läßt in solchen Wut situationen weder mit sich reden noch läßt sie sich festhalten. Sobald ich dann mit ihr reden will, rennt sie weg und heult oder fängt an lauter zu werden um mich zu übertönen. :(
Mir bleibt also gar nichts anderes, als sie erstmal runterkommen zu lassen um mit ihr reden zu können. Und da ist so eine "Auszeit" auf dem Sofa, dem bett, etc unter umständen nicht schlecht. Sie beruhigt sich dann schnell soweit, das ich mit ihr reden und es nochmal erklären kann.

getröstet wird sie dann allerdings auch...egal um was es davor ging.
ich nutze also wohl eine Mischung aus deiner Weise und der "stillen treppe" :)
 


Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten.
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Dannichen

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #14 am: 07. Oktober 2011, 08:27:59 »
Es ist eine reine Bestrafungsmethode und hat nichts mit logischer Konsequenz zu tun. Genauso wie andere Bestrafungen wird die Auszeit also von manchen Eltern/Pädagogen abgelehnt.

Außerdem hat das mMn in den meisten Situationen nichts mit "aus der Konfliktsituation lösen" zu tun. Man löst die Situation, indem man das Kind in einen anderen Raum schafft und dort alleine lässt, ja prima. Das Kind wird nicht getröstet, kann nicht mit einem Erwachsenen über das Geschehene sprechen etc. "Aus dem Zimmer geschickt werden" und sich auf irgendeinen Stuhl setzen müssen finde ich persönlich außerdem demütigend, ich würde nicht wollen, dass so mit mir umgegangen wird.

Auf Rumschreien, weil es nichts Süßes gibt, kann ich auch anders reagieren als mein Kind aus dem Raum zu verweisen, aber gut, da hat wohl jeder so seine Wege ;)

An sich ist es ja richtig was Du schreibst, aber wenn mein Sohn rumwütet und schreit, gibt es schlicht keine Möglichkeit mit ihm zu reden.

Hat er sich dann etwas beruhigt und ich spreche dann mit ihm, ist er auch zugänglich für das was ich sage. Und, egal was war, ich nehme ihn immer in den Arm, und tröste ihn. Und dann ist auch bei ihm der richtige Zeitpunkt logische Konsequenzen zu setzen, die er auch akzeptiert. Er sagt dann immer: Mama, Joshua so nich machen, Joshua lieb.

Thema erledigt, für beide Seiten erfolgreich.  :)
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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #15 am: 07. Oktober 2011, 09:39:28 »
Ich würde es für mich nicht machen (bzw für die Kinder  ;)) denke aber auch, es gibt sicher
schlimmere Methoden zur Bestrafung (denn es ist nichts anderes als eine BEstrafung für unangemessenes Verhalten...) .... und es kommt sicher auch immer auf die "Umsetzung " an. Muss das Kind alleine sein? Den Raum verlassen? Wie war die Situation vorher? Wie ist das Kind sonst drauf? Wie oft kommt es vor? (ich denke mir,d ass auch so eine Methode sich auslutscht) Aber wie gesagt, ich würde es hier nie anwenden. Ich mag es einfach nicht...ich würde mich auch nicht auf einen stillen PLatz verbannen lassen, wenn ich grad super sauer bin....Stellt euch mal vor, ihr streitet mir jemanden und der verlangt dann von euch, dass ihr euch bitte den raum verlassen sollt und da ausflippt ODER euch ruhig auf einen Stuhl setzt...wie soll das gehen wenn man grad sauer ist  ???

ich finde es grundsätzlich nicht gut ein Kind mit seinen EMotionen in diesen Momenten alleine zu lassen und mir widerstrebt es auch ein Kind, dass offensichtlich grad irgendwie überfordert ist (womit auch immer) in eine "ruhige" Ecke zu zwingen. Klar, bevor ich "was abbekomme" gehe ich drei Schritte zurück....
Auch als Strafe für irgendwas erscheint es mir nicht sinnvoll....Bevor eine Situation wirklich eskaliert OK...aber ich überlege grad wirklich, ob ich mir hier eine solche Situation vorstellen kann  :-\

Für meinen Grossen wäre es wohl auch die schlimmste aller möglichen Strafen wenn ich ihn in sein ZImmer schicke oder auf die Treppe, da er unter phasenweise wahnsinniger Trennungsangst leidet....

Ich finde immer, dass bei solchen Auszeiten nur noch die Eselsohren fehlen, wenn sie im gleichen Raum stattfinden....
 In einen anderen Raum würde ich ein Kind eh nie schicken  ??? Zumal: Muss man die Kinder dann nicht gewaltvoll wegziehen und ins Zimmer bringen  :-\ in einer solchen SItuation würden meine Kinder sicher nicht in ihr Zimmer gehen oder auf einem Stuhl/der Treppe sitzen bleiben...sie hören dann ja meist nicht mal was ich sage....

Naja, wie auch immer...wir sind bisher gut ohne Auszeiten und stille Treppen ausgekommen und werden es auch weiter so praktizieren (denke ich  ;D wer weiss was noch kommt)

Was wir 2-3 X gemacht haben, war mit dem GRossen gemeinsam einen raum verlassen und sich mit ihm irgendwo hinsetzen oder in einem anderen Raum toben lassen (weil die SChwester grad schlief oder sich irgendwer gestört gefühlt hat)...und auch wenn meine Kinder mal "flippen" im grossen und ganzen sind sie am Ende immer greifbar und verständig....und beim Grossen hab ich Glück: Tobt der, weiss ich es liegt nur am Hunger  ;D Das Kind bockt (BISHER) nur, wenn es hungrig ist richtig schlimm....da erlebt man dann Tobsuchtsanfälle vom feinsten....Ist er satt, kann man über alles verhandeln  ;D

Klar, hier gibt es auch mal Zoff...aber der wird eben anders gelöst.... Und bisher hatte ich noch nie den EIndruck:Jetzt würde dir eine stille Treppe helfen.... Für mich gibt es sinnvollere Methoden und ALternativen...und zur Not, lass ich die Kinder halt mal toben und bocken...irgendwann ist die Wut ja auch ausgetobt.....


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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #16 am: 07. Oktober 2011, 10:25:21 »
Genau was nun angesprochen wurde, haben eine Kindergartenerzieherin und ich heute Morgen zum Thema gehabt: Manchmal wenden wir diese stille Minute an, um das Kind soweit zu beruhigen, dass es uns zuhoeren kann.
ABER: Ich moechte EUCH DANKE sagen, fuer die Denkanstoesse, die ich fuer mich und meinen Mann aus diesem Thread hier ziehen kann. Im Hinblick auf: "Das Kind muss seine Emotionen zeigen duerfen" und "Wir moechten das Kind mit seinen Emotionen nicht alleine lassen / abgrenzen", werden wir unsere Time-Outs ueberdenken, denn das sind gewiss sehr wichtige Dinge. Ich meine das ganz ernst: Danke! :)
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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #17 am: 07. Oktober 2011, 11:00:17 »
Es ist eine reine Bestrafungsmethode und hat nichts mit logischer Konsequenz zu tun. Genauso wie andere Bestrafungen wird die Auszeit also von manchen Eltern/Pädagogen abgelehnt.

Außerdem hat das mMn in den meisten Situationen nichts mit "aus der Konfliktsituation lösen" zu tun. Man löst die Situation, indem man das Kind in einen anderen Raum schafft und dort alleine lässt, ja prima. Das Kind wird nicht getröstet, kann nicht mit einem Erwachsenen über das Geschehene sprechen etc. "Aus dem Zimmer geschickt werden" und sich auf irgendeinen Stuhl setzen müssen finde ich persönlich außerdem demütigend, ich würde nicht wollen, dass so mit mir umgegangen wird.

Auf Rumschreien, weil es nichts Süßes gibt, kann ich auch anders reagieren als mein Kind aus dem Raum zu verweisen, aber gut, da hat wohl jeder so seine Wege ;)

*Unterschreib*

@ satti: Warum ein Kind trösten, das weint, weil es keine Süßigkeiten bekommt? Weil es weint, weil es traurig, frustriert oder wütend ist. Die Gefühle sind ein Grund das Kind zu trösten. In den Klöters Elternbriefen ist es schön geschrieben. Regel: "Tröste Dein Kind, wenn es weint!" Ganz einfach  :) Das trösten heißt ja nicht, dass das Kind dann doch Süßigkeiten bekommt, oder dass ich deswegen meine Grenzen nicht durchsetze. Es bedeutet einfach, dass ich seine Gefühle wahrnehme und es tröste.

... Im Hinblick auf: "Das Kind muss seine Emotionen zeigen duerfen" und "Wir moechten das Kind mit seinen Emotionen nicht alleine lassen / abgrenzen", werden wir unsere Time-Outs ueberdenken, denn das sind gewiss sehr wichtige Dinge. Ich meine das ganz ernst: Danke! :)
Genau das finde ich grundlegend in der Erziehung und auch Beziehung (z.B. zum Partner). Gefühle müssen gezeigt werden dürfen! Ich glaube wir hätten wesentlich weniger Probleme, gesellschaftlich, sozial und gesundheitlich, wenn wir unsere Gefühle immer annehmen würden, nur leider haben die meisten von uns in ihrer Kindheit gelernt, dass wir nur "gute" Gefühle zeigen dürfen. Trauer, Wut, etc. verstecken wir lieber,...
Wenn ich meinem Kind vermitteln möchte, dass seine Gefühle i.O. sind und gezeigt werden dürfen, gehört es auch dazu, dass ich es in Gefühlsausbrüchen nicht allein lasse, dass ich ihm beistehe und Wege zeigen mit den Gefühlen umzugehen (und nicht sie zu verstecken).
Hubs mit den beiden Buben *04/2009 *01/2012



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How could anyone ever tell you, you were less than whole?
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« Antwort #18 am: 07. Oktober 2011, 11:01:56 »
ne also dann bin ich ne rabiate mutter...weil wenn meine 5 jährige hier rum pahnt weil sie was will was es (nach erklärung!) nunmal jetzt nicht gibt dann ist mir nach allem aber NICHT danach mein kind zu trösten ???
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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #19 am: 07. Oktober 2011, 11:07:05 »
es geht ja nicht um traurige kinder. es geht um wütende, in dem moment nicht erreichbare kinder.

sie dürfen doch wütend sein, nur nicht auf kosten anderer. sie müssen auch lernen mit wut umzugehen.

wenn wir sauer sind sollen wir doch auch erstmal tief durchatmen und zur not aus dem raum gehen um einen moment zur besinnung zu kommen.

niemand schreibt hier, daß er sein traurig weinendes kind weggschickt.

ich glaube da verwechselt ihr was

Peppeline

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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #20 am: 07. Oktober 2011, 11:07:28 »
Ich sehe die ,,stille Treppe" nicht als Bestrafung an, sondern als Auszeit um runter zu fahren. Danach reden wir über die Situation und nehmen uns in den Arm, dann ist gut.
Ich habe das auch mal versucht mit meinem Sohn auf Augenhöhe zu gehen so a la ,,du bist jetzt sehr traurig, das kann ich verstehen..." mein Sohn hat das zum Anlass genommen mich zu hauen  S:D
 Mir geht es nicht darum, mein Kind in seinem Emotionen alleine zu lassen, sondern er braucht wirklich einen Moment Ruhe. Beim anschließendem Gespräch nehme ich seine Gefühle ernst!
Wenn ich mit meinem Mann streite, brauche ich ganz oft auch mal einen Moment wo ich aus dem Zimmer gehe, um wieder runter zufahren bevor ich wieder sachlich mit ihm reden kann.
Ich sage nicht, dass diese Methode für jeden geeignet ist, aber man muss ja nu auch nicht in alles gleich ne Bestrafung sehen. Ich finde es nur wichtig, dass man nach der kurzen (!) Auszeit darüber spricht.
Allerdings finde ich das schlimm, wenn sowas jeden Tag x-mal vorkommt, dann würde ich auch sagen, etwas stimmt nicht und man sollte es anders versuchen.





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« Antwort #21 am: 07. Oktober 2011, 11:08:38 »
es geht ja nicht um traurige kinder. es geht um wütende, in dem moment nicht erreichbare kinder.

sie dürfen doch wütend sein, nur nicht auf kosten anderer. sie müssen auch lernen mit wut umzugehen.

wenn wir sauer sind sollen wir doch auch erstmal tief durchatmen und zur not aus dem raum gehen um einen moment zur besinnung zu kommen.

niemand schreibt hier, daß er sein traurig weinendes kind weggschickt.

ich glaube da verwechselt ihr was

Ah, danke, genau das trifft es!  s-klatschen





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« Antwort #22 am: 07. Oktober 2011, 11:11:58 »
ne also dann bin ich ne rabiate mutter...weil wenn meine 5 jährige hier rum pahnt weil sie was will was es (nach erklärung!) nunmal jetzt nicht gibt dann ist mir nach allem aber NICHT danach mein kind zu trösten ???

Das geht mir genauso, auch wenn ich die andere Seite auch verstehe. Aber in der Umsetzung klappt das einfach nicht bei jedem Kind.

Ganz einfaches Beispiel: Meine Tochter hat ihr geliebtes Schnuffeltuch irgendwo in Hamburg verloren und vorgestern abend jammerte sie dann, sie will nur dieses Schnuffeltuch, nichts anderes. Am Anfang hab ich sie getröstet, ihr zum 100x erklärt, warum das nicht geht und ihr etliche Alternativen angeboten. Keine Chance. Im Gegenteil heulte sie immer mehr und mehr. Sie tat mir ja schon leid, also hab ich sie weiter getröstet. Mit dem Ergebnis, dass sie immer weiter heulte. Das ging bestimmt eine halbe Stunde so und irgendwann wars mir dann einfach zu viel, da ich müde war und mir die Heulerei auch langsam auf die Nerven ging. Also hab ich sie einfach ignoriert und ihr gesagt, sie hätte dann eben Pech gehabt, wenn sie das nicht verstehen will.

Und auch wenn sie zickt und bockt läuft das oft ähnlich. Ich finde es bemerkenswert, mit welch einer Engelsgeduld manche dann noch in der Lage sind, sich in die Kinder reinzufühlen und mit ihnen auf Augenhöhe zu diskutieren, was denn nun das Problem ist. Ich kann es oft nicht. Meist läuft es so: sie zickt, ich erkläre ihr, warum sie etwas nicht haben darf, nicht tun darf oder warum etwas nicht geht, sie zickt weiter, ich erkläre es nochmal, biete ihr evtl. Alternativen an, die sie meist alle ausschlägt, sie zickt weiter, ich werde ungehalten und dann werde ich entweder laut oder muss aus dem Zimmer gehen, um zu verhindern, dass ich laut werde. Anders gehts oft gar nicht, wenn sie wieder extrem ihre Grenzen austestet.
  
 
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Antw:stille Treppe, was ist daran nicht gut?
« Antwort #23 am: 07. Oktober 2011, 11:12:27 »
Aber, Moni, kannst du das immer genau trennen? Ich kann das bei mir selbst nicht. Wenn ich wütend bin, dann bin ich (fast) immer auch gleichzeitig traurig, enttäuscht, frustriert, verletzt, fühle mich ungerecht behandelt usw.

Und bei Kindern ist es vermutlich doch genau so - die Wut wird meist doch noch durch viele andere Gefühle verstärkt.


Haselmaus

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« Antwort #24 am: 07. Oktober 2011, 11:16:28 »
ne also dann bin ich ne rabiate mutter...weil wenn meine 5 jährige hier rum pahnt weil sie was will was es (nach erklärung!) nunmal jetzt nicht gibt dann ist mir nach allem aber NICHT danach mein kind zu trösten ???

Das geht mir genauso, auch wenn ich die andere Seite auch verstehe. Aber in der Umsetzung klappt das einfach nicht bei jedem Kind.

Ganz einfaches Beispiel: Meine Tochter hat ihr geliebtes Schnuffeltuch irgendwo in Hamburg verloren und vorgestern abend jammerte sie dann, sie will nur dieses Schnuffeltuch, nichts anderes. Am Anfang hab ich sie getröstet, ihr zum 100x erklärt, warum das nicht geht und ihr etliche Alternativen angeboten. Keine Chance. Im Gegenteil heulte sie immer mehr und mehr. Sie tat mir ja schon leid, also hab ich sie weiter getröstet. Mit dem Ergebnis, dass sie immer weiter heulte. Das ging bestimmt eine halbe Stunde so und irgendwann wars mir dann einfach zu viel, da ich müde war und mir die Heulerei auch langsam auf die Nerven ging. Also hab ich sie einfach ignoriert und ihr gesagt, sie hätte dann eben Pech gehabt, wenn sie das nicht verstehen will.

Und auch wenn sie zickt und bockt läuft das oft ähnlich. Ich finde es bemerkenswert, mit welch einer Engelsgeduld manche dann noch in der Lage sind, sich in die Kinder reinzufühlen und mit ihnen auf Augenhöhe zu diskutieren, was denn nun das Problem ist. Ich kann es oft nicht. Meist läuft es so: sie zickt, ich erkläre ihr, warum sie etwas nicht haben darf, nicht tun darf oder warum etwas nicht geht, sie zickt weiter, ich erkläre es nochmal, biete ihr evtl. Alternativen an, die sie meist alle ausschlägt, sie zickt weiter, ich werde ungehalten und dann werde ich entweder laut oder muss aus dem Zimmer gehen, um zu verhindern, dass ich laut werde. Anders gehts oft gar nicht, wenn sie wieder extrem ihre Grenzen austestet.

Hier finde ich mich auch wieder  :-[ Mein Kopf und mein Bauch sagen mir beide, dass diese Methode eigentlich funktionieren müsste. Aber es funktioniert leider nur ganz selten im Moment.

Auszeit funktioniert hier gar nicht, weil A. sowieso sofort wieder schreiend und tobend aus dem Zimmer kommt. Und im Grunde mag ich die ganze Methode auch nicht (aus ähnlichen Gründen, wie Juno und Lotte es geschrieben haben).

Aber ich gestehe: die "andere" Art und Weise führt oft auch nicht zur Entschärfung der Situation.

Ich bin noch am Herumexperimentieren, aber meistens fühle ich mich einfach nur hilflos - und werde dann oft genauso wütend wie die Kinder und laut und ungehalten  :-[

 

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