Autor Thema: Keine Einleitungen mehr....?!  (Gelesen 2341 mal)

ju.ra.

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Keine Einleitungen mehr....?!
« am: 23. November 2015, 11:17:32 »
Eine liebe Freundin ist gerade Hochschwanger, ET ist der 10.12. und sie war jetzt schon ein paar mal im KH in dem sie auch entbindet. Beim letzten Gespräch wurde über ihre 1. Geburt geredet, da musste eingeleitet werden (wie lange nach ET weiß ich jetzt gar nicht) und da hat man ihr gesagt das dieses KH nicht mehr einleitet. Sie gehen wieder dazu über der Natur ihren lauf zu lassen und warten bis es von alleine los geht. Natürlich mit engmaschiger Kontrolle und nur solange es für Mutter und Kind gut ist natürlich.

Habt ihr das auch schon gehört? Wie ist das bei euch? Wird eingeleitet, wenn ja - wie lange wird gewartet?

Es handelt sich dabei übrigens um eines DER KH überhaupt in Deutschland. Es kommen von überall Frauen hier her und wollen dort entbinden.
Ich hab damals 2011 bei 5+4 angerufen und wollte mich anmelden und hab da schon keinen Platz mehr bekommen weil alles voll war. (Da allerdings meine Familie dort arbeitet und ich das erwähnte wurde ich doch noch reingeschoben) Ich wollte dort hin weil es nur 3 km von uns zuhause weg ist....


Honigbluete

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #1 am: 23. November 2015, 11:36:22 »
Ich weiß nichts aktuelles, aber es wäre sehr schön, wenn sich das durchsetzen würde. Ich habe zweimal übertragen und Dank der Unterstützung meiner Hebamme keine Einleitung und wunderschöne Geburten. Bei Lukas vor 9 Jahren war das gar kein Thema, bei Jakob vor 3 Jahren sollte standartmäßig spätestens ab ET + 7 eingeleitet werden. Ich hab bis ET +15 zuhause gewartet, dann ging es von alleine los.




satti

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #2 am: 23. November 2015, 11:38:13 »
Ich find es gut- hab nie einen sinn darin gesehen einzuleiten wenn es allen beteidigten gut geht :)
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Fliegenpilz

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #3 am: 23. November 2015, 11:39:19 »
Sie gehen wieder dazu über der Natur ihren lauf zu lassen und warten bis es von alleine los geht. Natürlich mit engmaschiger Kontrolle und nur solange es für Mutter und Kind gut ist natürlich.

Das heißt nichts anderes als das sie einleiten sobald es nicht mehr abschätzbar ist wie es weiter geht - und das ist meist dann ab ET+10 der Fall. Denn sie werden bestimmt keinen Kaiserschnitt durchführen nur weil keine Wehen einsetzen oder warten ob das Kind seinen 1.Geburtstag direkt im Mutterleib feiern möchte.

Beltuna

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #4 am: 23. November 2015, 11:40:24 »
Finde ich super wenn das so umgesetzt wird. Das sollten sich viel mehr Kliniken zum Vorbild nehmen. Meine Große wurde bei ET+4 auch eingeleitet und es war furchtbar und endete nach 4! Tagen im Kaiserschnitt.
Damals war ich zu jung und unerfahren um mich zu wehren aber ich bin sicher dass es auch natürlich geklappt hätte

Mirjam

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #5 am: 23. November 2015, 11:47:49 »
Hmmm... ich weiß nicht...
Ich wurde zwei mal eingeleitet... meine große ist bei +14 gekommen, laut Arzt und Hebamme war sie nicht übertragen (noch voll mit Käseschmiere etc.)
Aber das Problem ist doch wohl, dass das Risiko einer Platzentaablösung oder einer Verkalkung zu groß wird,  je weiter übertragen wird. So wurde mir das zumindest immer erklärt. Eine Verkalkung kann man ja noch überwachen, aber eine Ablösung?




ju.ra.

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #6 am: 23. November 2015, 12:08:32 »
Mirjam - aber das kann ja gut überwacht werden oder? Kenn mich damit nicht aus aber das würde doch sicher bemerkt werden und dann kann man immer noch handeln.

Oft überträgt man ja auch gar nicht. Die FA rechnen ja immer mit den 28 Tage Zyklen und das stimmt ja in den seltensten Fällen.

Von daher find ich es auch gut das sie jetzt doch länger warten wieder.

Die 1. Tochter meiner Freundin wurde dann letztendlich auch zu früh geboren duch die Einleitung. Sie war einfach noch nicht so weit und die Einleitung eine Qual.


schwalbe

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #7 am: 23. November 2015, 12:14:58 »
eine vorzeitige Plazentaablösung ist immer ein Notfall, lebensgefährlich für Mutter und Kind. Und nein, das sieht man nicht Tage vorher schon kommen.
Ob das Risiko mit der Übertragung steigt weiß allerdings ich nicht (und habe jetzt auch keine Zeit zum recherchieren).

zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen, Wurzeln und Flügel (Goethe)

Fliegenpilz

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #8 am: 23. November 2015, 12:17:25 »
Also ein guter FA orientiert sich an den angegebenen Zykluslängen der Frau und nicht an einer starren 28 Tage Regel.

Natürlich kann es engmaschig überwacht werden, aber das entspricht dann auch nicht wieder dem natürlichen Lauf der Dinge, wenn ich ab ET+x stationär aufgenommen werde um die engmaschige Kontrolle durchführen lassen zu können.

Laut Zyklus war der 04.11. mein ET, nach US wurde es dann auf den 10.11. korrigiert - nach Einleitung bei ET+10 kam unsere Tochter bei ET+12. Sie war fertig. Sie war auch nicht das Problem, das bemerkte ich erst bei der zweiten Entbindung. Mein Körper ist scheinbar nicht in der Lage selbstständig Wehen zu produzieren sondern braucht diese Hilfe von außerhalb.

schwalbe

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #9 am: 23. November 2015, 12:33:14 »
Also ein guter FA orientiert sich an den angegebenen Zykluslängen der Frau und nicht an einer starren 28 Tage Regel.



das stimmt. Ich wusste gar nicht, wann meine letzte Regel war, habe ohnehin nur alle 3-4 Monate einen Zyklus und so wurde das "Alter" eben an der größe des Embrio festgemacht

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Nachtvogel

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« Antwort #10 am: 23. November 2015, 12:56:20 »
eine vorzeitige Plazentaablösung ist immer ein Notfall, lebensgefährlich für Mutter und Kind. Und nein, das sieht man nicht Tage vorher schon kommen.

Eben. Ich kenne 2 Frauen die das hatten. Ein Kind verstarb im Bauch, das Andere wurde 5 vor 12 gerettet weil die Frau ZUFÄLLIG zu dem Zeitpunkt einen FA Termin hatte und man es gesehen hat. Der FA hat seine Praxis im KKH direkt an der Entbindungsstation und nur deshalb lebt das Kind heute.

Ich hatte 1 spontane Geburt und 2 Einleitungen und würde jederzeit wieder die Einleitung vorziehen ;)
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Meph

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« Antwort #11 am: 23. November 2015, 13:02:32 »
ragna waere ohne einleitungsversuch wahrscheinlich gestorben.

Frau B.

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #12 am: 23. November 2015, 13:05:25 »
Habe es bei SO schon geschrieben... ich weiß nicht wie ich das finden soll.

Wir haben in der Nachbarschaft einen Fall, sie war eine Woche drüber und dann wurde das Kind nicht mehr versorgt  :'( ich kenne die genauen Umstände nicht, aber ich musste kurz vor ET ständig dran denken. Meine Plazenta war nachher auch schon verkalkt (ist ja normal...) und ich hatte wenig Fruchtwasser. Ich war froh, dass es regelmässig kontrolliert wurde.

lisa81

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« Antwort #13 am: 23. November 2015, 13:16:17 »
Ich sehe es auch sehr zwiegespalten, aus verschiedenen Gründen.

Aktuell ist hier nichts davon zu sehen. Das einzige ist, dass der Trend, immer weniger Tage übertragen zu lassen, anscheinend nachlässt.
Bei der Großen waren es überall in der Umgebung noch 10-14Tage, bei der Mittleren 7-10Tage mit einer Ausnahme bei 14. Beim Baby waren es überall nur noch 7Tage, aber das scheint sich in den paar Monaten geändert zu haben und geht wieder auf 10-14Tage.

Und ja, ich finde, dann reicht es auch.
Hier hatten wir alles. Ein Kind war wirklich übertragen, im kritischen Bereich, hätte nicht länger drinbleiben sollen. Eins war noch voll Käseschmiere, war tendentiell zu früh trotz Einleitung bei +10. Und eins war übertragen, aber noch nicht kritisch. Fruchtwasser war aber bei allen drei grün.

Mein Körper ist scheinbar nicht in der Lage selbstständig Wehen zu produzieren sondern braucht diese Hilfe von außerhalb.
Das scheint bei mir auch der Fall zu sein und meine FÄ meinte, es ist nicht die Regel, kommt aber durchaus vor. Einmal in Gang gekommen ist es kein Problem, aber von allein kommt einfach nichts (richtiges). ICh habe in meinem Leben noch keine einzige Senkwehe gehabt.
Bei der Großen ging es von allein los, ich habe mich 1,5 Tage mit schmerzhaften, wirkungslosen Wehen gequält, bis am Ende doch der Tropf helfen musste. Bei den anderen tat sich nichts, Einleitung war super.

Daher bin ich aus der Erfahrung absolut fürs Einleiten.

Dazu kommt, dass mir das Übertragen nichts ausgemacht hat, aber die Kontrollen alle 2 Tage und bei der Großen jeden TAg, das nervt. Da ist nix mehr mit natürlich und in Ruhe abwarten.
*2008,  *2010, *2015

~Netti~

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #14 am: 23. November 2015, 13:40:34 »
Ich finde es gut und richtig nicht ohne Grund einzuleiten.  :)

Hier wird sehr gerne bei spätestens +10 eingeleitet. Ich persönlich habe bis +11, +13 und +14 übertragen und wurde dann eingeleitet.

lotte81

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #15 am: 23. November 2015, 13:49:26 »
Das mag in dem KKH so sein, aber einen generellen Trend kann ich nicht erkennen. Im GEgenteil, hier haben sich die Richtlinien in den letzten Jahren seit meiner letzten Schwangerschaft noch mal "verschärft" und selbst das KKH was "damals" erst nach frühestens 14 Tagen eingeleitet hat (es sei denn natürlich, es gab einen gRund früher einzuleiten) - und somit auch mal mehr als 14 Tage Zeit ließ, wartet jetzt nur noch 10 Tage HÖCHSTENS.... Mit der Begründung, dass sich da irgendwelche Bestimmungen geändert haben und man festgestellt hat, dass die Tage mehr im Bauch in der Regel nichts bringen, aber durchaus schaden können.....
In anderen Krankenhäusern war die 10 Tage Regel schon vor 10 Jahren so gegeben...wobei die meisten, die ich kenne, bei denen eingeleitet wurde eh am ET "dran" sind..... höchstens plus/ minus 2 Tage


ju.ra.

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #16 am: 23. November 2015, 14:54:11 »
Ich glaub generell bedarf es da keinen festen Regeln weil das einfach von Frau zu Frau so unterschiedlich ist.
Vielleicht sollten auch einfach die Frauen da mehr Mitbestimmungsrecht haben. Man spürt ja ob es noch ein paar Tage weiter gehen kann, wenn alles ok ist und es einem richtig gut geht oder ob man eben auch früher einleitet als es die Richtlinien im KH sagen einfach weil die Frau kein gutes Gefühl mehr hat oder die letzten Tage mit Baby im Bauch einfach viel anstrengender wären als wenn das Würmchen etwas angeschubst wird.

Ich bin gespannt wie lange sich der Trend im KH hält und wie es dann letztendlich bei ihr doch sein wird und irgendwann mal wieder bei mir.


SarkanaM

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #17 am: 23. November 2015, 15:07:06 »
Und vielleicht gibt es einfach neuere Studien, die darauf hinweisen, dass eine Einleitung ab Tag X angezeigter ist, als zu übertragen. Und die KH reagieren jetzt auf dieses neue Wissen.

Auf die schnelle habe ich dies hier (Gülmezoglu AM, Crowther CA, Middleton P, Heatly E. Induction of labour for improving birth outcomes for women at or beyond term. Cochrane Database Sys Rev 2012; 4: CD004945.) gefunden von 2012.

Der Studie kommt zu dem Schluss, dass:


Ohne Einleitung: In der Gruppe der knapp 3000 Frauen, bei denen die Geburt nicht zu einem festgelegten Zeitpunkt eingeleitet wurde, starben etwa 9 Kinder.
Mit Einleitung: In der Vergleichsgruppe mit den 3000 Frauen, bei denen die Geburt nach Ende der 41. Woche eingeleitet wurde, starb ein  Kind.

Ohne Einleitung: Etwa 11 von 1000 Babys, deren Geburt nicht zu einem festen Zeitpunkt eingeleitet worden war, hatten eine Mekoniumaspiration.
Mit Einleitung: Im Vergleich dazu hatten etwa 7 von 1000 der per Geburtseinleitung zur Welt gekommenen Babys eine Mekoniumaspiration.

Bei einer Übertragung wird häufig ein Kaiserschnitt erforderlich. Dieser Eingriff kann auch mit Risiken wie Blutungen, Infektionen und Wundheilungsstörungen verbunden sein. Die Studien zur Geburtseinleitung zeigen, dass das Risiko für einen Kaiserschnitt etwas sinkt, wenn die Geburt nach der 41. Woche eingeleitet wird:

Ohne Einleitung: Etwa 180 von 1000 Frauen wurden per Kaiserschnitt entbunden.
Mit Einleitung: Etwa 160 von 1000 Frauen wurden per Kaiserschnitt entbunden.


Das würde ja für Einleitungen ab einem bestimmten Zeitpunkt sprechen. Es gibt aber eventuell Studien (besser, mehr Probanden, whatever) die zu einem anderslautenden Ergebnis führten. Und vielleicht ist es ja auch nur bei eurem KH so und nicht flächendeckend.

EDIT: Habe hier noch etwas gefunden, was eher für weniger Einleitungen spricht: http://www.geburtsallianz.at/downloads/cimseinleitung.pdf, die Quellen sind alle älter als 2012.
« Letzte Änderung: 23. November 2015, 15:11:25 von SarkanaM »




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schwalbe

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« Antwort #18 am: 23. November 2015, 15:23:51 »
sich da auf ein gutes oder schlechtes Gefühl der Schwangeren zu verlassen finde ich grob fahrlässig.
Die Studien die Sarkana aufzählt erklären eigentlich ganz gut, warum man da Richtlinien hat. Für den Laien hört sich das immer sehr nüchtern an, dass man im Grunde "ausrechnet", auf welchem Weg Mutter und Kind das geringste Risiko für schwerwiegende Folgen (bis zum Tod) eingehen. Aber man muss auch sehen, dass es eben Dinge gibt, die man nicht mit Ultraschall, CTG und Blutuntersuchungen im voraus festellen kann. Und da muss der Arzt eben anhand solcher Statistiken entscheiden.
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Hrefna

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« Antwort #19 am: 23. November 2015, 15:40:15 »
Und da muss der Arzt eben anhand solcher Statistiken entscheiden.

Ein Arzt entscheidet am Ende nicht aufgrund einer von drei Trilliarden Studienergebnissen.  ???

In der evidenzbasierten Medizin orientiert man sich in aller Regel an Leitlinien. Es sind keine Richtlinien, sprich gesetzlich nicht bindend. Dennoch hat man i.R. eines gutachterlichen Verfahrens in der Regel bessere Karten, wenn man nachweisen kann, dass man leitliniengerecht entschieden hat. Studienergebnisse und resultierende Evidenzklassen fließen bei der Leitlinienerstellung mit ein - mit entsprechender zeitlicher Verzögerung.


Hier die aktuelle Leitlinie der awmf bei Terminüberschreitung:
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/015-065.html


SarkanaM

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« Antwort #20 am: 23. November 2015, 16:26:23 »
Danke Hrefna, nach sowas habe ich gesucht.




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schwalbe

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« Antwort #21 am: 23. November 2015, 18:14:29 »
Und da muss der Arzt eben anhand solcher Statistiken entscheiden.

Ein Arzt entscheidet am Ende nicht aufgrund einer von drei Trilliarden Studienergebnissen.  ???

In der evidenzbasierten Medizin orientiert man sich in aller Regel an Leitlinien. Es sind keine Richtlinien, sprich gesetzlich nicht bindend. Dennoch hat man i.R. eines gutachterlichen Verfahrens in der Regel bessere Karten, wenn man nachweisen kann, dass man leitliniengerecht entschieden hat. Studienergebnisse und resultierende Evidenzklassen fließen bei der Leitlinienerstellung mit ein - mit entsprechender zeitlicher Verzögerung.


OK, das hast du jetzt schöner ausgedrückt, danke. Es kommt aber auf´s gleiche raus. Es werden Studien durchgeführt und Statistiken erstellt. Anhand derer und anderer Vorgaben werden Leitlinien erstellt.
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Luna

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« Antwort #22 am: 23. November 2015, 19:18:41 »
Ich habe mein erstes Kind bei +9 und das zweite bei +10 bekommen.
Beim ersten wurde gleich nach ET eingeleitet, weil meine Frauenärztin das - aus welchem Grund auch immer - angeordnet hat. Das ganze Einleiten hat überhaupt nichts gebracht, ausser dass ich nach drei oder vier Tagen wieder nach Hause entlassen wurde und dann nach zwei Tagen wieder hin bin, nachdem die Wehen von selbst eingesetzt haben.
Beim zweiten wurde mir bei +7  empfohlen einleiten zu lassen. Die Ärzte im Krankenhaus sind dann bis +10 mitgegangen, wollten das aber länger nicht verantworten. Hier hat die Einleitung aber gleich gewirkt und mein Kind kam, mit deutlichen Spuren der zu lange dauernden Schwangerschaft gesund zur Welt.
Aus meiner Erfahrung heraus, würde ich das Risiko nicht eingehen, nach +10 noch auf eine Spontangeburt zu warten. Selbst wenn das KH empfiehlt zu warten, würde ich nicht darauf eingehen. Ich denke auch, dass ein viel zu lange mehr schaden als nutzen kann.


Ylvi

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Antw:Keine Einleitungen mehr....?!
« Antwort #23 am: 23. November 2015, 20:43:10 »
Ich habe meinen Sohn spontan bei ET+7 bekommen (vorher aber auch schon einen Wehencocktail an ET+4 probiert, der aber nichts gebracht hatte)
Ich bin froh, dass ich noch nicht eingeleitet worden bin. Ich hatte eine sehr entspannte Geburt und konnte selbst entscheiden, wann ich ins Krankenhaus wollte.

Allerdings war ich vorher schon sehr ungeduldig, am liebsten hätte ich den kleinen schon vor ET begrüßt, war aber nicht so. Er hatte auch keine Übertragungszeichen, zwar nur noch wenig Käseschmiere, aber sie war noch da. Ich habe an einem Mittwoch entbunden, ob man noch vor dem Wochenende eingeleitet hätte, wage ich zu bezweifeln, nach dem Wochenende wäre dann schon ET+12 gewesen.

Aber dass das Risiko (vor allem nach 42+0) steigt, glaube ich schon. Heute sind die ET-Berechnungen durch die frühen Ultraschalle ja auch recht genau. Aber genauso ist das Risiko eben auch vergrößert, wenn es vor 37+0 losgeht, da versucht man dann ja auch die Geburt noch rauszuzögern...

Ich denke, dass man das wahrscheinlich pauschal gar nicht sagen kann. Eine 35 jährige Frau ist da sicher ganz anders als eine 25 jährige Frau, eine Raucherin anders als eine Nichtraucherin, eine Übergewichtige anders als eine Normalgewichtige und noch wieder anders als eine Untergewichtige!
Man sollte einfach immer gut darauf achten, wie es Mutter und Kind geht.

Und was die Plazentaablösung angeht: Irre ich mich oder kann die nicht zu jedem Zeitpunkt auftreten?

lisa81

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« Antwort #24 am: 24. November 2015, 05:38:32 »
Am ET finde ich aber tatsächlich relativ früh. Wenn da die Entwicklung langsamer ist, kann das ja durchaus sehr früh fürs Kind sein.

Studien an schwangeren Frauen sind natürlich sehr schwierig, da spielt so viel von außen mit rein, dass ich eine Stichprobe von 1000 viel zu wenig finde. Wobei die Todesfälle tatsächlich interessant sind. 9 von 3000 in dem Stadium der Schwangerschaft sind definitiv zu viele  :-[ Und ja, da bin ich persönlich dann der Meinung, dass die (möglicherweise) erhöhten Kosten und der ein oder andere Kaiserschnitt das kleinere Übel sind. Wobei ich interessant fände, WARUM mehr Kaiserschnitte notwendig werden. Möglicherweise erfolgt eine Einleitung ja schneller und häufiger bei den Frauen, die sowieso nicht mehr wollen/können. Dann ist es falsch, Einleitung und KS in Verbindung zu setzen.
Schwieriges Thema und ich merke, dass ich total befangen bin, weil ich eben dreimal die Erfahrung pro Einleitung machen konnte.. (Und dabei sämtlich Argumente contra Einleitung bei mir auf die "natürliche" Geburt zutreffen)
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