Autor Thema: Integrationskind im Kiga und der Umgang mit den anderen Eltern - Input gesucht!  (Gelesen 15817 mal)

myja78

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Ich weiß, dass es das Thema Integration hier schon öfters gab, find aber über die Suche nix passendes.

Ich wäre an Erfahrungsberichten interessiert, wie es bei Euch lief, aus Sicht der Eltern eines Integrationskindes, aber auch aus Sicht der Eltern, deren Kinder "normal" sind und wo ein Integrationskind in der Gruppe/Klasse war/ist.

Bei uns im Kiga (in unserer Gruppe) ist nun seit kurzer Zeit ein I-Kind - anfangs habe ich mich geärgert, dass die anderen Eltern nicht mal informiert wurden (zumal die Kinder die I-Helferin als Mutter des Kindes sahen) - mitlerweile hab ich mich mal mit der Mutter des Kindes unterhalten und kann nun verstehen, das es auch Gründe gibt, das nicht "an die große Glocke zu hängen".

Nun würde ich halt gern mal wissen, wie das in anderen Einrichtungen gehandhabt wird, wie ihr als Mütter eines I-Kindes dazu steht, was ihr als Mütter eines nicht I-Kindes bei Aufnahme eines I-Kindes in euren Kiga erwarten würdet. Und auch die Seite einer I-Helferin würde mich interessieren, wie geht ihr mit den anderen Muttis um?
Gern auch per PN, wer hier nicht offen schreiben mag.

pelα ღ

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Wir haben das auch im KiGa! Wir wurden im Elternbeirat darüber informiert und gut! Ich "wusste" es nun vorher, aber mir ist das total egal. Es freut mich für das Mädchen das.es geklappt hat. Ich wüsste nicht waren es zum "Thema" werden sollte. ???
Viele Grüße Pela



Meph

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Ehrlich- ich wäre nicht auf die Idee gekommen mich drüber zu ärgern, wenn ich nicht informiert werde.
Ich werde ja auch nicht informiert, wenn ein Kind mit roten Haaren in die Kita kommt

Für mich ist da null unterschied.
Ich bin gerade echt etwas überrascht, dass man sich darüber gedanken machen kann- das meine ich auch garnicht böse, sondern genauso wie es da steht: ich bin überrascht, da mir das total fern liegt.

myja78

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Zum "Thema" wurde es bei uns, da z.B. die Kinder die I-Helferin als Mutter des Kindes ansahen ("Warum darf xys Mama dableiben und du nicht?") - und eine andere Mami bekam mit, das dieser Junge öfters "ausrastet" und die I-Helferin versuchte sich zu kümmern aber überfordert schien - bzw. mit ihm dann lange die Gruppe verließ.

Ich muß dazu auch noch sagen, das es hier im Ort nen Integrationkindergarten und einen Heilpädagogischen Kiga gibt und mir bisher nicht bekannt war, das es I-Kinder dann auch im normalen Kiga gibt.
Außerdem war ich verwundert, das das I-Kind in die U3 Gruppe kam, obwohl es über 4 ist und ich denke, das in der U3 Gruppe eh schon mehr Trubel und mehr "Probleme" sind, als in den anderen Gruppen. Mittlerweile weiß ich, dass die Gruppengröße eine Rolle gespielt hat (die U3 Gruppen sind kleiner).

Meph - ob rote, grüne oder gelbe Haare ist aber schon was anderes, als wenn ein Kind mit "persönlicher Begleitung" da ist ;)

~Netti~

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ich unterschreibe bei meph. ich wäre nie auf die idee gekommen, dass ich darüber informiert werden möchte/müsste.

wir hatten im früheren kiga, in den meine tochter ging immer i-kinder und in der grundschule dort auch. die waren halt da und gut. da wurde nicht extra informiert.

myja78

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Achso - damit mich keiner falsch versteht - ich finde Integration GUT und WICHTIG! Und ich finde es auch gar nicht schlimm - sondern im Gegenteil sehr gut sogar, das es mitlerweile Möglichkeiten gibt, Kindern mit Problemen auch in einen "normalen" Kiga zu schicken.

Ich bin vermutlich einfach aus meiner "heilen Welt" gerissen worden und habe Berührungsängste. Warum wieso weshalb, kann ich nicht sagen (dachte bisher immer ich wär aufgeschlossen und tolerant) und bin im Moment selbst noch etwas verwirrt, wie ich damit umgehe/umgehen soll :-[ - daher würden mich eben auch andere Erfahrungen interessieren.

Netti - für mich ist es eben neu, vielleicht kommt meine Unsicherheit auch einfach daher :-\

~Netti~

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dann versuch es doch einfach als total normal anzusehen.  :) ist es ja eigentlich auch.
bei meiner tochter in der klasse war ein mädchen mit spastiken im rollstuhl. als sie sie das erste mal zu uns eingeladen hat hab ich auch geschluckt (weil ich halt dachte wie ich das hinkrieg mit toilette und so) aber es war total easy  :)

MammaMuh

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Bei uns gab es bis jetzt keine Integrationskinder in irgendeiner Einrichtung.

Aber ganz ehrlich? Ich möchte schon wissen, welche Erwachsene so tagtäglich bei meinem Kind sind. Und wenn da eine Integrationshelfer/in in der Gruppe ist, würde ich die schon gern kennen wollen. Oder wenigstens kurz informiert werden. Da muss es nicht um die Gründe gehen, warum ein Kind das braucht, aber wenigstens die Info, dass da noch jemand in der Gruppe ist. Auch wenn diese Person nicht für mein Kind zuständig ist.
nasfried 01/07 und hornfried 03/10

frau hö näht

scarlet_rose

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In Liams ehemaligem Kindergarten war ein Kind mit Zöliäkie, welches eine I-Hilfe hatte.
Wir waren darüber informiert aber ehrlich gesagt fand ich das große Tratra darum eher lächerlich (welches von den Eltern aus ging, nicht von der Einrichtung).

Sie hatten eine Vollzeit I-Helferin, für die sie Monate lang gekämpft hatten  s-:)
Dabei hatte ich den Eindruck stellten sie ihr Kind permanent als Schwerstbehindert dar.
Als bräuchte es zusätzliche Rundumberteuung. und ja, ich fand die I-Helferin störend.
Aber für alle. Sowohl für das Kind, welches eine I-Helferin den ganzen Tag an der Backe hatte, als auch den Kindergartenalltag.

Wir wurden darüber also informiert - und das viel zu stark, denn für die Eltern schien es kein anderes Thema als die Zöliäkie ihres Sohnes zu geben und die permanente Notwendigkeit alle Menschen darüber aufzuklären.

In seiner zweiten Gruppe dann hatte er ein Mädel mit Trisomie 21, dieses Mädchen hatte nur ab und zu eine I-Helferin da und es wurde kein großer Wirbel darum gemacht. Es war einfach natürlicher und somit für Eltern und Kinder besser.

Eine gute I-Helferin sollte meiner Meinung nach nicht wie eine Mutter um das Kind rum auftreten, sondern das Kind soll sich ja integrieren, also muss die I-Helferin für alle Kinder da sein und eben nur im Problemfall auf das eine Kind fixiert sein.

Ich finde  also es kommt sehr stark auf die Gesamtsituation an, im Regelfall ist es besser es ist nicht groß bekannt und die Integrationshelferin integriert sich selbst auch ins Erzieherteam und tanzt nicht um das eine Kind rum,sodass die anderen Kinder glauben, es wäre die Mutter. Denn in dem Fall hat genau das, wofür sie da ist, die Integration, nicht funktioniert

KoenigRaffzahn

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wäre es nicht schlau vom kindergarten die eltern kurz zu informieren, mündlich, um gerüchten vorzubeugen? wenn ich mir manche eltern bei uns im kiga anschaue, würde es mich wuundern wenn es keine dummen sprüche gibt bezüglich der nicht-information.
mfg die welt liegt uns zu füßen denn wir stehen drauf wir gehen drauf für ein leben voller schall und rauch bevor wir falln falln wir lieber auf

myja78

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Netti - wäre es sowas - könnte ich meine "Ängste?" ja noch verstehen, aber das Kind hat "nur" eine Wahrnehmungsstörung. Und so langsam seh ich das Kind auch als "normal" zumal die Helferin einige Tage nicht dabei war und er so auch nicht mehr auffiel, wie andere "anstrengendere" Kinder.

MammaMuh - genau - einfach wissen das da noch wer ist und wer das ist. Bei uns wird halt sonst auch sehr viel informiert und da fand ich das halt irgendwie komisch - zumal die I-Helferin einige Tage auch ihr eigenes Kind noch dabei hatte - wir dachten erst, das wären Gastkinder aus einem anderen Kiga auf Grund der Ferien, aber warum bleibt die eine Mutter dann da - war halt alles irgendwie komisch.

Ich finde  also es kommt sehr stark auf die Gesamtsituation an, im Regelfall ist es besser es ist nicht groß bekannt und die Integrationshelferin integriert sich selbst auch ins Erzieherteam und tanzt nicht um das eine Kind rum,sodass die anderen Kinder glauben, es wäre die Mutter. Denn in dem Fall hat genau das, wofür sie da ist, die Integration, nicht funktioniert
Wie du im letzten Absatz schreibst, so scheint es jetzt auch geplant zu sein - die Mutter möchte ihrem Kind einen normalen Kiga-Alltag ermöglichen und es nicht breitgetreten haben. Sie hat im Kiga vorher wohl schon einiges durch, wg. unfähiger Erzieherinnen. Sie meinte bei uns laufe es schon so super, das das Kind eigentlich keine besondere Hilfe brauche, aber die ist ja schon bewilligt, also bleibt sie.
Eine gute I-Helferin sollte meiner Meinung nach nicht wie eine Mutter um das Kind rum auftreten, sondern das Kind soll sich ja integrieren, also muss die I-Helferin für alle Kinder da sein und eben nur im Problemfall auf das eine Kind fixiert sein.
Ich denke, sie mußte sich selbst erst an den Kiga und so gewöhnen, ich weiß auch nicht, ob sie jetzt neu bei dem Kind ist, oder vorher im anderen Kiga auch schon - er hatte da wohl auch ne Helferin, aber ob es die gleiche war, weiß ich nicht.

KoenigRaffzahn - Gerüchte - genau das seh ich auch als Problem, wenn es keine vernünftige Info gibt. Ich bin zu den Erziehern und der Mutter gegangen und hab den Kontakt gesucht - aber das machen ja nun noch lang nicht alle Eltern, wenn ihnen was komisch vorkommt und dann geht der Schuss evtl. nach hinten los :-\

Cornelia x Marie Sophie

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Warum so ein Bohei um das Thema I-Kind, bzw. I-Kraft? Wir haben hier in Deutschland Inklusion und es sollte wirklich kein Thema sein... Und der Hinweis - Kinder mit Problemen - Kinder wie Marie sind schwerbehindert. Genau wg. solchen Diskussionen kenne ich persönlich Fälle, da haben die Kinder (ob nun KIGA oder Schule) nun überhaupt keine Probleme mit I-Kräften, sondern nur die ELTERN - die eine Benachteiligung ihrer Kinder fürchten, bzw. glauben Kinder mit I-Kräften würden über alle Maßen bevorzugt...

Ich kann immer nur wieder den Kopf schütteln und bin eigentlich froh, dass Marie an ihrer Heilpädagogischen Tagesstätte ist und wir keine Diskussionen (die es eigentlich nur mit entsprechenden Müttern aus der Nachbarschaft gibt) führen müssen, wieso/weshalb/warum - und Marie hat darüber hinaus keine I-Kraft - und als Teil ihrer Behinderung eine Wahrnehmungsverarbeitungsstörung...


"Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, leuchten zu lassen" (Nelson Mandela)

"Katja"

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In der Gruppe von Finn ist ein Junge mit Diabetis, er hat aber keine I-Helferin. Bei uns wurde am ersten Elternabend, der nach Beginn des neuen Kigajahres ist, kurz etwas dazu gesagt. Finn kam vor dem Elternabend einmal zu mir und meinte das seine Erzieherin dem jungen in den Finger gepiekt hat und er dann geblutet hat. Ich hatte mir da schon gedacht das er Diabetis hat aber bei einigen Eltern hat es wohl für verwirrung gesorgt. Es wurde also kurz angesprochen und die Eltern haben auch Fragen beantwortet.

Seitdem ist es total normal das der Junge in der Gruppe ist und gewisse Dinge anders laufen, so wird z.B. das Essen abgewogen.



Flower Eight Revival

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« Letzte Änderung: 31. Juli 2012, 10:42:40 von blume8 »

scarlet_rose

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Und nochmal für mich: wo ist das Problem? I-Kind da. Fein. I-Helferin da. Auch super. Passt doch alles. I-Kinder gehören normalerweise auch zur Gattung Mensch, von daher verstehe ich oft verwunderte Reaktionen und Fragen "wie soll ich mich verhalten" gar nicht. Sorry, ich bin etwas gereizt bei dem Thema, ist nichts persönliches.


Bei uns (in der einen Gruppe) waren die Eltern das Problem. Für sie gab es kein anderes Thema, als die Zöliäkie ihres Sohnes. Das ihr Sohn anders behandelt werden muss und eben kein normales Kind ist. Das auch jeder ganz genau bescheid wissen muss und die I-Helferin eben nur für ihr Kind da ist um zu beaufsichtigen und zu betreuen und wir unseren Kindern das auch erklären sollen.
Die Zöliäkie hat einen enorm großen Stellenwert eingenommen im Kindergarten und das finde ich eben falsch.
Das hat mit Integration nichts zu tun.
Mich hat gerade das gestört, dass man so ein großes Fass darum aufgemacht hat,dass dort ein I-Kind ist, welches ja so sehr krank ist,dass es nicht normal sein darf.

Ganz anders die Trisomie 21, die war einfach da. Das Mädchen war eines von vielen im Kindergarten und es wurde kein Unterschied gemacht. Genau so sollte eine Integration laufen und genau darauf muss und sollte eine Integrationshelferin hin arbeiten.

SarkanaM

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Jetzt stellt es doch nicht so hin, als ob myja jetzt I-Kind-feindlich wäre oder oder sowas.

Die Frage war doch, wie das in euren KiGas gehandhabt wird und da ihre Einrchtung KEIN I-KiGa ist, ist das doch eine berechtigte Frage.

Gerade, wenn es schon zur Verwirrung bei den Kindern/Eltern kam, wer das neue Kind ist (Gastkind, Besuch, etc).

Davon gleich darauf zu schließen, dass sie es nicht gut findet, ist doch albern.

Und ja, ich würde auch wissen wollen, wenn da eine neue Erwachsene (!) in der Gruppe ist, denn mMn sollte die I-Helferin AUCH dafür da sein, allen Kindern die Integration eines neuen Kindes zu erleichtern.

Und da ist es schon als Elternteil gut, wenn das eigene Kind vielleicht Fragen hat (wieso benimmt sich das Kinder so und so), wenn man dann auch eine Antwort weiß.




“In the age of information, ignorance is a choice.”

Flower Eight Revival

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« Letzte Änderung: 31. Juli 2012, 10:42:54 von blume8 »

myja78

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Cornelia x Marie Sophie - erstmal vorab so 100%ig versteh ich deinen Beitrag nicht - zu dem was ich verstehe:
Es liegt mir fern ein "Bohei" um Integration/Inklusion zu machen - ich bin verunsichert, da ich bisher noch nichts mit diesem Thema zu tun hatte und suche daher input - das hat mit "Bohei machen" nix zu tun!
Ich befürchte keine Nachteile für meine Kinder - ich denke sogar, das es für die Kinder positiv ist - ABER ich würde meinen Kindern bei Fragen eben auch gern antworten können und das da Bedarf ist sieht man ja schon daran, das die I-Helferin (anfangs) als Mutter des Kindes gesehen wurde.

Und der Hinweis - Kinder mit Problemen - Kinder wie Marie sind schwerbehindert.
Das Kind bei uns im Kiga ist NICHT schwerbehindert - es hat eben Probleme, die aber unter Umständen sogar durch unfähige Erzieherinnen hervorgerufen bzw. verstärkt wurden. Von daher versteh ich deinen Hinweis hier nicht so ganz.


Katja - das ist aber auch eher selten, das ein Kind mit Diabetes so aufgenommen wird, denn die Erzieher dürfen ja normalerweise keine Medis geben und so - oder habt ihr da jemanden, der da speziell für geschult/ausgebildet wurde?

blume8 - Unser Kindergarten ist - wie schon geschrieben - KEIN I-Kiga! - Dennoch finde ich es GUT das ein I-Kind dennoch aufgenommen wird und man dem Kind die Chance auf eine "normale" Kigazeit geben möchte!
Das Problem - Wir wußten erst nicht, DASS es ein I-Kind mit Helferin ist - auch die Kinder haben z.T. gedacht es wäre eine Mutter!
Der Unterschied zu einem nicht I-Kind - es hat eine Helferin dabei und verhält sich manchmal anders - das wirft (auch bei den anderne Kindern) Fragen auf, auf die man als Eltern auch gern antworten können möchte!
Einfach offen sein und die Menschen in seiner Umgebung immer so behandeln, wie man es selbst erwartet behandelt zu werden. Ganz einfach.
Versuche ich - Danke und ist für mich selbstverständlich!

Sarkana - DANKE :-*

Bettina

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Thure war jetzt ein Jahr lang in der I-Gruppe unseres Kindergartens. Welche Kinder I-Kinder sind weiß ich nicht. Ob "echte" I-Kinder überhaupt da sind kann ich gar nicht sagen, aber ich glaube schon. Die I-Gruppe zeichnet sich durch die Gruppengröße und die Zahl der Erzieherinnen aus. Im Moment ist kein Kind da, das speziell eine Erzieherin/einen Helfer für sich hat, vielleicht liegt es daran, dass es nicht so aufgefallen ist oder nicht so klar ist, welches Kind I-Kind ist und welches nicht.

Der Kontakt ist zu allen Eltern gleich, sprich gleich viel gleich wenig, je nach Sympathie. Wie das halt so ist. Thure wird jetzt die Gruppe wechseln, was aber nicht an der I-Sache liegt. Das hat andere Gründe.

Ich persönlich finde es aber schon wichtig, dass Verhältnisse auch innerhalb einer Gruppe geklärt sind. Sprich es sollten die Kinder schon wissen, was los ist und wer für was zuständig ist und warum da noch jemand dabei ist und dass das z.B. wie in dem Fall, nicht die Mutter ist. Weil die Fragen der Kinder finde ich genauso wichtig und richtig und angebracht.

Bis letztes Jahr war noch ein anderes Kind in der I-Gruppe. Da war die Problematik ähnlich wie bei euch beschrieben. Er kam dann nur noch jeden zweiten Tag, also Mo Mi Fr und es war die Mutter mit dabei, weil es eben so schwierig war. Letztendlich hat er in einen Förderkindergarten gewechselt, weil es nicht machbar ist. Aber es wusste jeder Bescheid und auch da sind die Kontakte total normal. Unsere Jungs spielen viel mit dem Jungen, wenn wir ihn und seine Eltern beim Kindergottesdienst oder auf dem Sportplatz treffen. Er ist ein herzensguter Kerl, den wir alle sehr mögen. Er hat halt seine Probleme, aber das ist alles .... irgendwie normal hier, bzw. ist das Umfeld so, dass es überall gut getragen und ausgehalten werden kann.

Hätte ich mir mit meinem Großen oft so gewünscht. Hatten wir leider nicht. Aber nicht immer ist es ja auch machbar. In unserem Kindergarten gibt es noch eine Gruppe der Lebenshilfe, wo Kinder mit sehr starkem Förderbedarf drin sind. Auch da ist der Kontakt sehr gut, aber eben mit nicht allen Kinder so möglich im Alltag. Aber im KiGa und bei Festen und so klappt das prima.
4+1 x Glück: 02/1998; 09/1998; 07/2006; 09/2008; 08/2011

Ann Kathrin Klaasen:"Ich hatte schon Freunde, da gab´s noch gar kein Facebook." Wolf:Ostfriesen-Feuer

Flower Eight Revival

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« Letzte Änderung: 31. Juli 2012, 10:43:09 von blume8 »

Flower Eight Revival

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scarlet_rose

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blume das kann ich absolut verstehen und eine gewisse Aufklärung der anderen Eltern ist sicher wichtig und notwendig.
Aber man darf sein eigenes Kind eben nicht zu sehr ausgrenzen, indem man die Besonderheit so sehr zum Thema macht.
Und das Kind darauf reduziert (wie man eben bei besagten Eltern das Gefühl hatte). In der Schule (Gymnasium) hatte ich auch ein leicht behindertes Mädchen, welches sich ausschließlich über seine Beinfehlstellung identifiziert hat, aber auch hier haben die Eltern das Mädchen ständig darauf reduziert. Sie durfte alles mit ihrem Bruder machen (schlagen, beleidigen usw), weil sie ja behindert ist und das "arme Mädchen". Wenn man sie nicht mochte, dann nur, weil sie behindert ist usw...Das ist schlimm,denn sie war eigentlich so gut wie nicht behindert und konnte alles ganz normal machen.
Die selbe Behinderung wie das Mädchen hatte übrigens auch Liams Kindergartengruppenleiterin in der besagten Gruppe. Für sie kein Thema   :D

Es kommt sicher auch auf den Grad der Behinderung an bzw auf den Grund für eine I-Helferin.
Ein Kind mit Zöliäkie oder Diabetes braucht keine Vollzeit I-Helferin und es ist nicht notwendig hier dauernd zu erklären,wie anders das Kind ist.

Aufklärung ist wichtig, aber Reduktion des Kindes ganz auf seine Behinderung ist auch falsch.

MaMa76

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Hallo,

ich bin I-Helferin bei einem Mädchen mit Diabetes, allerdings in der Schule.Sie kommt in die 3.Klasse und ich bin seit knapp nem Jahr bei ihr.Die Kinder in ihrer Klasse wissen um ihre Erkrankung bescheid und fragen auch oft nach, oder auch ob sie dieses und jenes essen darf.

Die Eltern wissen es glaubig vom ersten Elternabend der 1.Klasse.

Im Kiga, wo eine Kollegin von mir einen kleinen Jungen mit Diabetes betreut, wurde ein Aushang an die Eltern gemacht und sie wurde auch vorgestellt. ich finde das schon wichtig.

LG Sandra



Flower Eight Revival

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« Letzte Änderung: 31. Juli 2012, 10:43:33 von blume8 »

"Katja"

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Bei uns wurden die Erzieherinnen geschult ganz speziell in dem Thema. Der Junge hat eine Pumpe mit der Insulin gegeben wird. Die Erzieherinnen messen den BZ, wiegen das Essen ab und verabreichen dann auch das Insulin. Sie stehen aber auch in sehr engem Kontakt mit den Eltern. Alles wird penibel aufgeschrieben und Nachmittags wenn er abgeholt wird wird darüber gesprochen.

Ich habe mich mal lange mit der Mutter unterhalten als wir uns Nachmittags auf dem Spielplatz gesehen haben. Sie ist sehr froh darüber das es so gut in unserem Kiga klappt. Die Kinder wissen alle der er "anders" ist, aber er nimmt keine Sonderrolle ein. Es ist für die Kinder total normal das er manchmal zwischendurch ein extra bekommt weil sein BZ z.B. zu niedrig ist.

So ganz ohne Information fände ich es aber auch nicht in Ordnung. Bei uns hatte es am Anfang auch für Verwirrung gesorgt weil die Kinder halt zu Hause erzählt haben das die Erzieherinnen dem Jungen in den Finger gepiekt haben und er dann geblutet hat. Das kann sich in Elternohren erstmal sehr komisch anhören. Es wurde auch kein Bohei drum gemacht. Die Gruppenleiterin hatte am Elternabend kurz gesagt das wir ein Kind mit Diabetis haben. Es konnten Fragen gestellt werden und damit war das Thema erstmal durch.
Wenn ich z.B. in die Gruppe gehe um mit den Kinder zu kochen spreche ich vorher auch mit der Mutter das Rezept durch. Einfach damit sie zu Hause in aller Ruhe rechnen kann wie viel BE eine Mahlzeit hat. Ansonsten macht der Junge alles mit wie andere Kinder.



 

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