Autor Thema: IGS und Gymnasialschüler  (Gelesen 2975 mal)

lotte81

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IGS und Gymnasialschüler
« am: 20. November 2015, 14:46:11 »
Hallo,
mich würden jetzt doch mal die Erfahrungen aller interessieren. Und zu dem Thema können ja ggf. Eltern aller Altersgruppen etwas erzählen, sei es durch ältere Kinder, Nichten, Neffen, Nachbarn oder von sich selber.
Hier steht nun ja die Schulwahl der weiterführenden Schule an (Wechsel ins 5. Schuljahr). Morgen geht es los mit dem ersten "Tag der offenen Tür". Es geht also in die heiße Phase.
Die erste und wichtigste Entscheidung, die wir treffen müssen ist, welche "Schulform"...zur Wahl stehen nur Gymnasium oder IGS - alle anderen Konzepte können wir ausschließen (zum Glück, sonst wäre die Wahl noch schwieriger).
IGS ist mir echt neu in den Kopf gekommen. Nach einem Elterninfoabend in der grundschule fand ich das Konzept erstaunlich gut. Mir hat das ganze bis dahin gar nichts gesagt und IGS war für mich gedanklich immer noch die Hauptschule, die früher in dem Gebäude war (und einen miesen Ruf hatte)

Nun zu meinem Sohn: er ist hochbegabt getestet, nicht grad ein schulischer Hochleister, aber in in der Regel (mit Ausnahmen) ganz gut. Rechtschreibung ist seine Achillesferse.... Er wird aber nach dem letzten GEspräch mit der Lehrerin eine sichere Gymnasialempfehlung bekommen. Ihre Aussage: Bei einem Kind, dass so gerne erforscht, ist die Schulwahl ja klar  ;)  Seine Englischlehrerin meinte die Tage, er sei das beste Kind , das er je unterrichtet hat und ging davon aus, dass er privat durch Verwandte oder uns viel Kontakt ins Englische hat (hat er nicht und wir machen auch Nullkommagarnichts in Englisch daheim)..... er  hat viele Freunde, viele Hobbys und auch sonst viel im Kopf rumschwirren...Schule hat da nicht zwingend immer oberste Priorität  S:D Andererseits arbeitet er sehr eigenverantwortlich. Macht Hausaufgaben ohne Aufforderung und Anleitung, lernt ohne Murren...ja.... und ist ein Chaot  s-:) sein Ranzen sieht immer aus wie Kraut und Rüben , genau wie sein Zimmer .....
er ist also ein Kind mit Stärken und Schwächen. DIe Frage ist nun, welche Schulart ideal ist.

Wer die IGS kennt, kennt ja auch die Vorteile. Man lernt in heterogenen Lerngruppen. Es arbeiten von der 5 bis in die 10. Klasse immer vier die gleichen Kinder als Lerngruppe und soziale Heimat zusammen. Diese Gruppe soll möglichst gemischt sein (Förderkind, Hauptschüler, REalschüler, i Kind, Gymnasiast....). Es gibt kein Sitzenbleiben, keine unterschiedlichen Kurse. Differenziert wird ab der 7 in Mathe und Deutsch IN der Klasse (dh es gibt nur unterschiedliche Aufgaben, keine unterschiedliche Kurse) in Englisch gibt es ab der 7 unterschiedliche Kurse.
Man bekommt in der 6 ein weiteres Hauptfach, das KANN Französisch sein, muss aber nicht (wie am Gymnasium ) eine Sprache sein. Es kann auch was sportliches oder technisches sein. Jeder nach seiner Neigung.
Der Weg endet entweder nach der 9, 10 oder 13 mit dem Abitur. aber es bleiben alle zusammen... Keiner kann sitzen bleiben oder irgendwie "verloren gehen".....
Ich denke, es ist ein sehr soziales Lernen. Ich glaube auch, dass es ein eher angenehmer Weg bis in die Oberstufe ist. Ohne Leistungsdruck oder ähnliches. So erleben es auch die Schüler, die ich dort kenne (und da sprechen wir teils von sehr schlechten SChülern)....auch die Lehrer und Eltern sind begeistert - das Schulklima muss toll sein.

Nun aber mein Problem: Ich bin mir nicht sicher, wie die Förderung starker SChüler klappen soll und ob mein Sohn sich da evtl. auch in ein bequemes Ruhekissen fallen lässt und nur noch auf Sparflamme lernt und arbeitet..... Die Förderung der schwachen Schüler wurde auch gut erklärt. Nämlich,d ass diese sich an den Guten orientieren....ABER wo bekommen die starken Schüler ihren Input her  ??? ??? ??? Nicht nur in den Hauptfächern, in denen ja noch differenziert wird (wenn auch nur intern, nicht in Kursen)...sondern auch in Bio, Physik oder Geschichte...auch da sind die Lerninhalte in der Förderschule - Hauptschule- REalschule und Gymnasium ja komplett unterschiedlich..... Stimmt auch der Anspruch für die Gymnasiasten? Denn was beim Infoabend erklärt wurde, ist eben nur der soziale Vorteil (den ich schon sehe) ...Rücksichtnahme, gegenseitiges Unterstützen.... Das ist auch wichtig, aber ich bin nicht so ganz überzeugt, dass das als Lerninhalt auf dem Weg zum Abitur reicht....

Wenn wir auf der IGS merken, es reicht nicht, wäre der Weg zum Gymnasium nach der 6 möglich. Andersrum geht es nicht. die IGS nimmt keine Quereinsteiger. Die Bewerbung an der IGS ist vor allen anderen Schulsystemen...die Chancen genommen zu werden sind wohl sehr gut, wenn man eine Gymnasialempfehlung hat. Allerdings sollte man sich nur bewerben, wenn man auch hin will, da sie den Platz nicht anders vergeben, wenn man sich noch  anders entscheidet und doch aufs Gymnasium geht. Das wäre schon doof, weil sie nicht sooo viele Plätze haben und sehr beliebt sind.....
D.h. die Entscheidung muss im Grunde nach den Weihnachtsferien fallen und ich sammele derzeit Meinungen...schon allein weil die IGS ein sehr fremdes System ist für mich.

Ach so, zum Gymnasium: Was das ist, liegt ja auf der Hand, die sind wie schon vor 20 Jahren  ;D Der Vorteil ist, dass wir mehrere Gymnasien haben, die wenigstens Hochbegabtenförderung betreiben...eins hat sogar einen reinen hb Zweig...den wir aber definitiv nicht wählen werden. Die Schulen haben alle ihre Schwerpunkte (Musik, Sprache, Nawi) ...... Angst, dass er sich da langweilt oder der Anspruch nicht hoch genug ist, bräuchten wir nicht haben.

Das Kind will unbedingt zur IGS (kennt sie aber nicht  s-:) ;)) weil die Cousine, diverse Handballkollegen hingehen und mehrere Klassenkameraden hin wollen..... Außerdem gefällt ihm die Aussicht bis zur 11 um Französisch und Latein herum zu kommen  s-:) Die Schule ist auch sehr modern eingerichtet - was ihn vermutlich morgen letztendlich überzeugen wird beim Tag der offnen Tür (Computer etc alles auf dem neusten Stand)..... Allerdings möchte ich natürlich gern ein Wörtchen mitreden bei der Entscheidung.... Die treffen wir nicht anhand von Freunden und Verwandten...Andererseits bin ich auch unsicher.....
« Letzte Änderung: 20. November 2015, 14:52:01 von lotte81 »


Alchemilla

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #1 am: 20. November 2015, 17:07:44 »
Oh, das interssiert mich auch. Bei uns steht die Entscheidung nächstes Jahr an, mit einem sehr jungen Kind, das gerne träumt und langsam arbeitet, aber laut Klassenlehrerin auf jeden Fall Kandidat fürs Gymnasium wird.


Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten. (Wilhelm Busch)


KardaMom

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #2 am: 20. November 2015, 17:39:05 »
Vor der gleichen Entscheidung stehen wir gerade auch ... mit den einzigen Unterschieden, dass M. höchstwahrscheinlich nicht hb ist und die IGS bei uns Gemeinschaftsschule heißt.
M. möchte dorthin, weil sein großer Bruder dort ist und weil es dort keine Hausaufgaben und Noten gibt.  s-:) Die Lehrerin sieht ihn jedoch eindeutig auf dem Gymnasium mit der Befürchtung, dass er an jeder anderen Schulform unter seinem Niveau bleiben würde ...

Da der Bruder an der Gemeinschaftsschule ist, hab ich ja nun zumindest schonmal einen gewissen ersten Eindruck. Ob der dir jetzt was nützen würde, weiß ich aber nicht. HIER wird allem Anschein nach NICHT allzu differenziert unterrichtet, schon gar nicht in den Sachfächern. In den Hauptfächern findet die Differenzierung über Arbeitsblätter in 3 unterschiedlichen Niveaus statt. Die – wenigen – Kinder mit Gymnasialempfehlung sind z.T. bereits jetzt völlig unterfordert, so dass die Eltern erwägen, sie aus der Schule wieder rauszunehmen. Der Input orientiert sich dann eben doch an der "Masse" – und die ist lang nicht so heterogen, wie man sich das wünschen würde. Die Zugpferde, die Möglichkeit, sich nach oben zu orientieren: das fehlt hier schon ein Stück weit.

Bei Euch, Lotte, scheint es ja aber ein Auswahl- bzw. Bewerbungsverfahren für die IGS zu geben (hier nicht der Fall). Heißt das, die Schule achtet von vornherein darauf, dass die Schülerschaft tatsächlich so heterogen ist, dass diese Lerngruppen so bilderbuchmäßig gemischt zustande kommen? Dann sieht das ja schon wieder etwas anders aus. Und was das Lernen, die Differenzierung, den Input für die leistungsstarken Kinder betrifft: da würde ich mir morgen beim Tag der offenen Tür einen Lehrer schnappen und mir das ausführlich erläutern lassen, wie das dort gehandhabt wird.

Dass dein Sohn ein Chaot ist, spricht nach meiner Erfahrung nicht gegen die Gesamtschule; solche Dinge wie Selbstorganisation etc. lernen die Kinder dort ja und werden nicht vorausgesetzt. Mehr Gedanken würde ich mir darüber machen, dass seine Interessensschwerpunkte eher auf außerschulischen Themen liegen. Ist Eure IGS eine Ganztagsschule? Falls ja, bleibt für Hobbys nicht mehr viel Zeit. Es sei denn, seine Interessen werden dort über AGs abgedeckt, das würde ich auch morgen erfragen. Manche Schulen bieten auch Sport-AGs, Instrumentenunterricht etc. an. Mein großer Sohn hatte das riesen Glück, in eine wirklich geniale AG reingerutscht zu sein, so dass er sich zumindest einmal pro Woche richtig auf die Schule freut ... das war aber echt einfach Glück, die AG ist einmalig.

Wenn dein Sohn nach der 6. Klasse noch auf's Gym wechseln kann, ist das Risiko ja immerhin kalkulierbar ...

Bei M werde ich aufgrund der Erfahrungen mit meinem Großen wohl versuchen, ihn in Richtung Gymnasium zu lenken – ob es mir gelingt, weiß ich noch nicht.  s-:)

Solar. E

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #3 am: 20. November 2015, 18:30:10 »
Lotte, wir hatten das Thema ja öfter schon, aber was ich dir konkret raten soll weiß ich auch nicht  :-\
Außer, schaut euch die IGS morgen einfach an und lasst es auf euch wirken. Da wirst du schon ziemlich genau sehen ob es für euch passt oder nicht. Ich bin gespannt auf deinen Bericht.
Bei uns hat sich die IGS vor zwei Jahren am Tag der offenen Tür direkt ins Aus geschossen. Zwar durfte mein Sohn im handwerklichen Bereich was bauen und fand das auch gut, aber als wir in den Unterricht bei den Hauptfächern reingeschnuppert haben, hat uns das überhaupt nicht überzeugt. Die haben dort ihre Gruppenarbeiten gemacht und de facto hat man dort nix mitbekommen außer dass man den Schülern beim Schreiben zuschauen konnte. Das hätte ich in Mathe und Deutsch meinetwegen noch mitgemacht, aber ausschließlich Stillarbeit in den Fremdsprachen geht echt nicht, da muss mMn viel gesprochen werden - und darf gerade an einem solchen Tag auch nicht fehlen.
Mir ist klar, dass wir da nur einen minimalen Ausschnitt im Schulgeschehen mitbekommen haben, aber wenn der allergrößte Teil nicht brauchbar ist, schick ich mein Kind da nicht hin.

@KardaMom und Bewerbungsverfahren:
Die haben pro Jahr eine feste Anzahl Plätze zu vergeben, mehr geht nicht. Da es mehr Bewerber als Plätze gibt, gibt es Losverfahren. Dies wird mit mehreren Lostöpfen gemacht, so dass sie den Anteil von Gymnasiasten, Real- und Hauptschülern vorgeben können.
So und wenn ich nun finden würde, dass die IGS die ideale Schulform für mein Kind wäre, es aber beim Losverfahren rausfliegt, dann wäre das ehrlich doof, denn dann wären wir wieder vor der Entscheidung Gymnasium oder eben Realschule Plus, was anderes gibt's hier nicht mehr.  :P

OK, dafür kann man beim Gym je nach Örtlichkeit wählen ob es eine G8- oder G9-Schule sein soll. Meine beiden Großen besuchen ein G9-Gym.
« Letzte Änderung: 20. November 2015, 18:34:47 von Solar. E »

BiDi

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #4 am: 20. November 2015, 19:57:03 »
Meine Söhne gehen auf ein Gymnasium, die Tochter meiner besten Freundin mit Gymi-Empfehlung auf eine IGS. Und ein Haufen Kinder, die ich kenne, gehen auf eine kooperative Gesamtschule.

Ich kann Deine Bedenken bezüglich der IGS und der Förderung der starken Kinder absolut nachvollziehen, aber: Es gibt durchaus Gymnasien, die es schaffen jede intellektuelle Neugier der Kinder im Vokabellernen zu ersticken. Und es gibt Gesamtschulen, deren Robotik-AGs an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Es geht also nicht nur um IGS oder Gymnasium, sondern  um DIESE IGS versus DIESES Gymnasium.

Aber im Durchschnitt stimmt es schon: Das Leistungsniveau auf Gymnasien ist höher. Meine Freundin sieht bei ihrer IGS-Tochter leistungsmässig noch viel Luft nach oben, während ich mir manchmal ein 'Boah!' bei Blick auf die Lerninhalten meiner Söhne kaum verkneifen kann.
Allerdings glaube ich nicht, das das Mehr an Wissen, das meine Söhne verdauen müssen unbedingt zu ihrer Intelligenz beitragen wird - wobei natürlich auch Wissen einen Wert an sich hat.

Das alle Kinder an einer IGS zusammen bleiben, das das 'Aussortieren' ausbleibt, ist nicht unbedingt immer ein Vorteil. Mein Neffe wurde an der IGS quasi durchgereicht. Von Gymnasialniveau konnte er ganz bequem, ohne grossen Konsequenzen, zur Hauptschule rutschen. Vielleicht hätte ihm die Aussicht auf Sitzenbleiben den nötigen Tritt in den Hintern verpasst.

Die zweite Fremdsprache erst in der 11. zu beginnen, soll übrigens eine miese Idee sein. Dann muss man nämlich sehr viele Wochenstunden in der zweiten Fremdsprache nachweisen, was die restliche Kurswahl arg einschränkt. Den Zahn würde ich Söhnchen definitiv ziehen.

Grüsse
BiDi



   


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Honigbluete

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« Antwort #5 am: 20. November 2015, 20:20:59 »
Ich hänge mich hier mal dran, bei uns ist es ähnlich, nur ohne reine Gymnasialempfehlung. Mit viel Glück könnten wir einen Platz an einer Gesamtschule bekommen. Sie ist noch im Aufbau, wurde zu diesem Schuljahr umgewandelt von einer Sekundarschule zur Gesamtschule. Die oberste Klasse ist dieses Jahr in Stufe 8.
Meine Bedenken zielen auch in die Richtung, ob Lukas die Motivation findet, sich nach oben zu orientieren statt immer den leichtesten Weg zu gehen. Ganz so, wie BiDi es beschreibt...



lotte81

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #6 am: 20. November 2015, 20:50:09 »
Die IGS ist wohl eine reine Auswahlschule (oder so ähnlich).... D.h. die wählen sich ihre Schüler...Angeblich dann auch heterogen.... wobei man als Gymnasiast definitv genommen wird (bisher) da sie in dem Bereich in großer Konkurrenz zu vielen Gymnasien stehen...im Realschul-/ Hautschulbereich gibt es hier ja nur die Gesamtschule, die weniger beliebt ist....

Französisch oder Latein ab der 11 finde ich weniger schlimm...hatte ich selber und die Stunden mehr (viel war es nicht und wir hatten trotzdem die volle Auswahl) waren in Ordnung und weniger schlimm, als die zweite Fremdsprache, die am am Gymnasium hatte. (ich bin vom Gym auf die Haupt- dann REalschule, dann wieder Gym  ;D ;D ;D) .... Mich haben in der 6 bzw 7 die zweite und dritte Fremdsprache damals umgehauen.

Aber wie gesagt, die Befürchtung, dass einfach Anspruch fehlt, weil man sich in der Mitte und nach unten orientiert hab ich auch ...

Die Gefahr, dass er Leistungsmäßig zum Hauptschüler wird sehe ich nicht (wobei man nie weiss, was in der Pubertät passiert), aber durchaus, dass er sich so ein wenig bequem einmottet in gewissen Bereichen......Nicht komplett abschaltet oder verweigert, aber sehe die GEfahr, dass er dort mit 2er natürlich komplett zufrieden ist (weil es also Note ja auch top ist), aber da dann dennoch jede Menge Luft nach oben wäre, rein von der Wissensaneignung her. Aber welcher 11jährige setzt sich denn dann daheim hin und vertieft seine Biologieaufgaben eigenständig und freiwillig?.... Und das wäre auch schade. Wie du sagst @kardamom, es kann sein, dass die "Zugpferde" fehlen und somit dann ein eher "Einheitsbrei" entsteht......

Mit einem Lerher sprechen versuche ich morgen auf jeden Fall.
Allerdings hat genau diese Frage eine Mutter schon beim Infoabend gestellt (wie die guten/ starken SChüler gefördert werden) und da ging es eben in der Antwort "nur" ums Soziale und Miteinander etc.... Eine Bekannte von mir ist da derzeit auch als Referendarin und auch die habe ich gefragt - und auch da wurde zwar gesagt, DASS natürlich jeden entsprechend fördern, aber WIE das gehen soll, hat sie auch nicht beschrieben...... Allein die Lehrwerke sind ja komplett unterschiedlich .....

wegen der Außerschulischen: Es wäre als GTS möglich, aber kein muss.... weder IGS noch Gymnasium. GTS kommt nicht in Frage. Ist wegen meiner Arbeitszeiten nicht notwendig, aber er hat auch schlichtweg zu viele Hobbys dafür  ;D Aber das wäre am Gymnasium gleich.... wobei es da glaube ich gar keins mit GTS gibt

Noten und Hausaufgaben gibt es in der IGS ganz normal.... Wobei cih mich auch frage, wie das klappt,w enn man eh nicht sitzen bleiben kann...wird dann ein Schüler von der 5 bis in die 9 mit z.b. 4er und 5er geschleppt? Und dann? Sitzeen bleiben ist ja nicht immer nur schlimm,sondern kann durchaus auch was bringen - nämlich Wiederholung...oder gibt es da einfach solche SChüler nicht, weil jeder entsprechend gefördert wird  ???

Blöd ist, dass ich keinen Gymnasialschüler der SChule kenne...alle Kinder, die ich dort kenne sind als schlechte Schüler oder höchstens mittelgute Realschüler hin..... Da hilft wohl nur morgen Lehrer, Eltern und Kinder ausquetschen


Honigbluete

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #7 am: 21. November 2015, 14:23:18 »
Ich bin zurück vom Tag der offenen Tür an der Gesamtschule und nicht schlauer als zuvor... Lukas hat es nicht gefallen, mein Eindruck ist, dass er von den offenen Lernformen total überfordert ist. Es war aber auch richtig voll und sehr verwirrend vom Ablauf und vom Gebäude her.
Immerhin habe ich nun erfahren, dass die Gesamtschule ein vorgezogenes Anmeldeverfahren hat und die Ablehnungen so rausgehen, dass man sich noch bei den anderen Schulen anmelden kann. Aber wir haben recht wenig Aussicht auf einen Platz, da die Schülerzahl auf 150 begrenzt ist und natürlich erstmal die Kinder aus dieser Stadt aufgenommen werden. Wenn es noch freie Plätze gibt, wird nach Kriterien aufgenommen, die noch nicht feststehen und von der Bezirksregierung festgelegt werden.  Eine Interessensbekundung habe ich schon abgegeben, anmelden kann ich ab dem 1.2.



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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #8 am: 21. November 2015, 15:17:03 »
Wieso wollt ihr euch bewerben, wenn es a) Lukas nicht gefällt und b) du den Eindruck hattest, dass ihn das offene Konzept überfordert? :) Also was spricht DAFÜR?

Honigbluete

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #9 am: 21. November 2015, 15:38:08 »
Mangelnde Alternativen!   S:D

Und ich denke, dass er wenn er dorthin geht, ja auch erstmal die Arbeitsmethoden lernt und vor allem auch in einem vertrauten Rahmen arbeitet und nicht mit so vielen fremden Menschen... Es waren neben Lehrerin und Schülern der Klasse bestimmt noch 10 Kinder mit Eltern dabei...

Die Schule, die Lukas gefällt, muss noch erst erfunden werden  s-:)



lotte81

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #10 am: 21. November 2015, 18:49:36 »
Wir waren ja auch zur IGS heute und meinen Sohn haben sie jetzt komplett geködert  ;D Es gab tolle workshops und er hat -Oh Wunder - Sport genommen (von mir hat er das nicht) und hatte da echt Spass...wir haben in der Zwischenzeit einen Vortrag gehört über Lernmethoden, Klassenzusammensetzung, Lerngruppenarbeit und eben auch das Differenzieren wurde wirklich gut erklärt. Die Lehrer, Direktorin etc waren sehr motiviert und überzeugt, ebenso der Elternvertreter und die Schülersprecher..... Es gab ganz viele Sachen, die mir gut gefallen haben.... Das Kind wird sehr individuell gesehen....
Das Differenzieren wurde hier auch in  Deutsch am Werk Bahnwerter Thiel erklärt.... Die Grundkursschüler müssen das Buch lesen und verstehen, unterstreichen, W-Fragen beantworten....die Gymnasialschüler eben die Transfer, die Epoche bearbeiten etc.... Wenn dann z.b. ein Kind mit Down Syndrom mit in der Gruppe ist oder mit einer geistigen Behinderung, welches mit dem THema schlicht gar nichts anfangen kann, möchte dieses aber evtl. was zum THema Züge oder Familie machen....so arbeiten alle am selben THema...Zwischendrin werden die Förderkinder, Grundkurs und Erweiterungskurskinder mal geteilt und stellen dann ihre Ergebnisse aber vor, so,d ass auch die Grundkurskinder eine Chance haben am Schwierigen teilzunehmen,.... Wenn ein Grundkurskind es versuchen möchte, darf es auch in der anderen Gruppe mitarbeiten.....
Ob es dann wirklich immer so funktioniert, weiss ich natürlich nicht....
Es war auf jeden Fall sehr aufschlussreich...und auch hier ist es so, dass das Bewerbungsverfahren vor den anderen SChulen liegt.... Die Chancen sind hier sehr gut genommen zu werden mit Gymnasialempfehlung ....Bei den Haupt- und Realschülern muss halt gesiebt werden, da es zu viele Bewerber gibt.....
Im Januar schauen wir uns noch 2 oder 3 Gymnasien an und müssen dann aber auch schon entscheiden, weil die erst kurz vor den ANmeldungen überhaupt Tag der offenen Tür haben.....


hallihallo

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #11 am: 21. November 2015, 19:56:43 »
Hmm.....also ich bin selber knapp 3 Jahre auf eine IGS gegangen. Das ist ja nun schon viele Jahre her, aber es war schulisch gesehen die schönste Zeit. Keine Hausaufgaben, Hauptfächer in Kurse geteilt (da wurde aber auch richtig geteilt), viele viele Freitzeitangebote in der Mittagspause. Druck war nie wirklich da, einen gewissen Ehrgeiz sollte man da schon selber haben um vorne mitzumischen. Noten gab es bis 8 (aber erst ab der 7ten Klasse).
Und die Schule war so "praktisch". Wir haben oft Exkurse in die Einkaufszone gemacht um dort Umfragen zu machen oder Preise zu vergleichen im Rahmen des Unterrichts.

Aber ich schliesse mich den anderen an......lasst es wirken und seht dann weiter. Jedes System ist nur so gut wie seine Umsetzung und seine Lehrer.

KardaMom

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #12 am: 21. November 2015, 20:42:27 »
@Lisa, das klingt aber spannend bei Euch und tatsächlich durchdachter als die Gemeinschaftsschule hier in BW!  :D Dann sind die Unterschiede doch größer als gedacht. (Hier: keine Noten, keine Hausaufgaben, keine Klassenarbeiten sondern individuell terminierte LZKs, verbindlicher Ganztag, zu Hause soll GAR NICHTS gelernt oder gearbeitet werden). Wie funktioniert denn die Benotung an der IGS bei den unterschiedlichen Leistungsniveaus? Werden die Kinder dann verschieden benotet, je nachdem ob Grundkurs oder Erweiterungskurs?

Hm, dass es bei der IGS ein Bewerbungsverfahren gibt, ist dann wohl Fluch und Segen zugleich. Fluch für die abgelehnten Schüler, die sonst auf keine Schule passen und Segen für die Schule selbst (und für die angenommenen Schüler), weil sie ja so wirklich die Mischung der Schülerschaft ein wenig steuern kann. Schwierig ...  :-\

@hallihallo, mein Großer empfindet die Gemeinschaftsschule glaub ich genauso wie du damals.  ;D Der ist gerade richtig gechillt, ist ebenso begeistert von den AGs, von der Mittagspause mit dem Schülercafé, und wird auch oft in die Stadt geschickt mit irgendwelchen Aufträgen, die entfernt mit Erdkunde oder Mathematik zu tun haben  ;D Nur leider mangelt's ihm komplett an Ehrgeiz und ich habe nicht den Eindruck, dass er dort schon IRGENDWAS gelernt hat. Bin mal gespannt, wohin das führt ...  ???

@Honig, wenn du die ideale Schule für Lukas gefunden hast oder eine Neugründung erwägst, gib mir Bescheid, da hätte hier da noch einen Kandidaten dafür  ;) ;D

Ansonsten finde ich, BiDi hat es absolut auf den Kopf getroffen.  :thumbsup:

Nipa

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #13 am: 21. November 2015, 20:54:02 »
Ich kenne das System IGS ja nicht, weil wir das hier nicht haben.
Also bekommst Du jetzt von mir eine Antwort aufgrund der von Dir hier genannten Grundfakten.

Und das ist pro IGS.
Warum? Weil es durchlässig ist. Wenn er nach 2 Jahren sieht, dass er an der Schule unterfordert ist oder das System in der Realität nicht funktioniert kann er wechseln.
Wenn es auf dem Gymnasium nicht so klappt gibt es diese Option nicht mehr.

Meine persönliche Meinung:

Ich finde auch für intelligente Kinder ist das Gymnasium nicht immer der richtige Weg.
Denn man muss neben Hirn vorallem Ehrgeiz und Leistungsbereitschaft haben.
Und das auch bei Dingen die einem völlig schwachsinnig erscheinen.

In meinen Augen kann ein durchschnittlich bis überdurchschnittlich intelligentes Kind auch später noch alle Wege gehen, die es möchte. Wenn man die Grundlagen des Lernens verstanden hat kann man sich zum richtigen Zeitpunkt Wissen einfach aneignen.
Da finde ich das, was man an dieser Gesamtschule über den reinen Schulstoff hinaus lernt doch eigentlich viel praxisbezogener.



lotte81

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #14 am: 25. November 2015, 13:06:06 »
Da es ja einige andere auch interessiert hat, was so die Gesamtmeinung zum Thema IGS ist, hier noch mal, was unser Kinderarzt gestern meinte: Er rät ab und zwar ganz massiv. Er sagt, dass er eine Gesamtschule nicht für Gymnasialschüler empfiehlt, da diese sich definitiv an den Schwächeren orientiert...so würde er zwar vermutlich recht locker gute Noten schaffen, allerdings besteht das Risiko der Unterforderung, daraus resultierend unausgelastet sein, was wieder zu vermehrt Konzentrationsschwierigkeiten führen kann. Er rät nur zur IGS, wenn es Kinder mit Hauptschul- oder Realschulempfehlung sind bzw welche dazwischen....
Klar, er ist kein Schulexperte, da er aber ja täglich Kinder der unterschiedlichen SChularten sieht und berät und seine Frau Testungen durchführt (auch in Schulen) und sie selber schulpflichtige Kinder haben, denke ich, dass er schon einen guten Einblick hat...und auch einige Erfahrung, welche Kinder auf welche SChule gehen und wo es gut läuft.... Er sagt auch, dass das GEsamtumfeld der Schule "schwierig" sei..... Die Schule liegt mit Brennpunkt, das weiss ich, aber ich dachte, da sie sich ihre Schüler auswählen dürfen, sei es doch gemischt...allerdings sei es wohl so, dass sie die "Hauptschüler" aus dem Umfeld nehmen müssen oder bzw. nehmen.....

Also werden wir jetzt definitiv doch alle "Tag der offenen Tür" der Gymnasien anschauen ... Der Arzt hat uns sogar eins besonders ans Herz gelegt - allerdings genau das, was ich NIE Auf dem SChirm hatte, da es privat/ kirchl ist und ich davon ausging, dass P. dort notenmäßig gar keine Chance hat.... Der Kinderarzt meinte allerdings, dass das kein Thema sei, entscheidend sei das Bewerbungsgespräch (so was machen hier alle Schulen)....

Wir haben jetzt erst Mal nächste Woche noch eine Testung wegen Lese-Rechtschreibschwäche (oder eher Rechtschreibschwäche...lesen war und ist nie ein Problem) und ggf. hilft uns das Ergebnis dann ja auch die Deutschnote an den Gymnasien besser zu erklären..... Mal schauen...vielleicht kommt auch nichts raus  ;)
Das mit der IGS hat mich jedenfalls jetzt sehr verunsichert .... Allerdings ist das Problem, dass auch unsere Lehrerin uns da nix konkret sagen kann, da sie hier ja keine Schulen kennt und auch die SChularten nicht kennt....


Ann

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #15 am: 26. November 2015, 11:27:32 »
Wir haben das ganze ja schon diesen Sommer durch. Haben uns auch alle Schulformen an den Tagen der offenen Tür angeschaut.
Vorweg möchte ich sagen, unsere Tochter geht jetzt aufs Gymnasium.

Mit der IGS (wir haben 2 besucht) fand ich die Schulform nicht gerade fördernd. Wenn ein Kind es nicht packt, na dann wechselt es eben in die Sekundarschule. Kein Problem. Also ich finde, sie machen es sich zu leicht. Was hier schon erwähnt worde, es wird sich immer an den schlechtesten Schüler orientiert. Somit kommt es ganz schnell dazu, dass sich Schüler unterfordert fühlen und das kennst du ja von deinem Sohn, was dabei rauskommt.
Marie war auf der Grundschule auch unterfordert. Sie bekam zwar eine Schulförderung in Deutsch, außerschulisch, aber im Unterricht langweilte sie sich.
Deshalb kam IGS für uns nicht in Frage.

Auch auf einem privaten kirchlichen Gym hat Marie den Aufnahmetest bestanden, jedoch keine Zusage bekommen, da 3 x soviele Anwärter auf die Plätze waren, als es Plätze überhaupt gab. Leider werden Geschwisterkinder bevorzugt und auch Selbständige, da so eine Schule privat finanziert wird und auch da hatten wir als Angestellte schlechte Karten.

Nun zum staatl. Gymnasium. Dort muß der Notendurchschnitt ja glaub um die 3 sein. Sprich, sind da schon in etwa gleichstarke Schüler in den Klassen. Also das Lerntempo ist schon rasant, finde ich jetzt im Vergleich. ... und siehe da, meine Tochter kommt mit dem jetzt viel besser klar. Paßt auf, langweilt sich nicht und die Noten sind besser als in der Grundschule.
Wie gesagt, für unsere ist das straffere Tempo und die höheren Anforderungen auf einem Gym. genau der richtige Lernweg.

Neue Freunde finden die Kiddis ganz schnell in jeder Schule  ;)

Die Entscheidung müßt jedoch ihr letztendlich für euren Sohn selber treffen. Wir können dir nut Tipps und Ratschläge hier geben.

ANN
« Letzte Änderung: 26. November 2015, 11:31:07 von Ann ♥ »

Sweetkofski

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #16 am: 26. November 2015, 15:06:47 »
Man lernt in heterogenen Lerngruppen. Es arbeiten von der 5 bis in die 10. Klasse immer vier die gleichen Kinder als Lerngruppe und soziale Heimat zusammen. Diese Gruppe soll möglichst gemischt sein (Förderkind, Hauptschüler, REalschüler, i Kind, Gymnasiast....).

Das ist der Punkt über den ich auch nach mehrmaligem Nachdenken immer wieder stolpere  :police:

Wow, da wird also nach mehreren Wochen oder Monaten (ich weiß nicht mehr, was du schriebst) gleich die Schulkarriere festgelegt.
Der Hauptschüler
der Realschüler
der Gymnasiast
.... ich weiß natürlich, dass das nicht auf dem Paier fixiert ist. Aber Rollenzuschreibungen führt zu Realitäten, das ist mittlerweile wissenschaftlich belegt.

Geht für mich GAR nicht.

lotte81

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #17 am: 26. November 2015, 16:06:46 »
Stimmt...so gesehen widerspricht das ja genau dem offenen Konzept IGS  ;D Aber ja, in der Realität nehmen sie  auch schon nur 1/3 schwache Schüler, 1/3 mittlere und 1/3 gute....das letzte drittel bekommen sie aber wohl nie so richtig zusammen.....da die Kinder schon in der Grundschule Noten und Empfehlungen haben, ist also durchaus schon der "Jetzt-Stand" klar und die Kinder wissen wo sie stehen....
Klar, sie sagen natürlich, dass das Positive - im Vergleich zur Realschule plus ist, dass nach ihrem Konzept der Hauptschüler auch schwanken dürfte...er könnte sich auch an den schwierigen Aufgaben versuchen und somit evtl. Potential erkennen, was sonst nie ans Licht gekommen wäre, so dass dann am Ende ein Schüler noch ein 10 Schuljahr oder sogar 13 Jahre macht, dem man am Anfang von den Noten her das nicht gegeben hätte....
Die Chance ist natürlich auf der realschule plus so erst Mal nicht gegeben, da es weniger Durchmischung gibt....
Die Rollenzuschreibung haben die Kinder ja auch in dem "dreigliedrigen" oder wie bei uns zweigliedrigen Schulsystem ..... und die Förderkinder noch dazu über ihren I Status.....
Durch die Tischgruppen und das Konzept der Heterogenität müssen sie ja an irgendeiner Stelle mischen und die Kinder irgendwie einteilen.... ansonsten bestünde ja das risiko, dass es am Ende einen Gymnasium-Tisch, einen Hauptschul- Tisch und einen Realschul-Tisch gibt....und die Kinder somit vom Lernen der anderen Kurse (später gibt es ja A u B Kurse) nichts mitbekommen  (weil halt nur in Tischgruppen gearbeitet wird und kaum frontal Unterricht stattfindet) .....

Sie haben aber schon die ganze Zeit betont, dass alles immer nur dem Jetzt- Zustand entspricht und somit natürlich auch die Einteilung in der Tischgruppe und dass sie durchaus erwarten und davon ausgehen, dass dies genau für die Schwachen Schüler eben den Vorteil bringt, dass die starken Schüler als Zugpferde agieren....


lotte81

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #18 am: 26. November 2015, 16:08:55 »
In der Realschule plus werden die Kinder hier im Übrigen sogar in Kurse eingteilt und dann nicht mehr gemeinsam unterrichtet...an der IGS ist die Differenzierung ja nur auf Arbeitsblätter/ Lerninhalte bezogen.... Im anderen System gehen die Guten ja per se schon mal aufs Gymnasium , die schwachen Schüler landen in der Realschule plus im B Kurs und die mittleren im A Kurs in einem anderen Raum


Solar. E

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #19 am: 26. November 2015, 16:34:23 »
Ich muss sagen, ich hatte - mit Kindern, die vom Leistungsvermögen her alle oben mitmischen -mit Differenzierung immer so meine Probleme  :P

Das wurde bei beiden Großen an der Grundschule gemacht. Und zwar derart, dass Arbeiten geschrieben wurden, die in eine leichte und eine schwere Seite aufgeteilt waren. Hat ein Schüler nun nur die leichte Seite gemacht und dort alles richtig, bekam er eine Drei. Das ist zwar gut für schwächere Schüler, aber wenn ein Schüler, der an sich zu den Stärkeren zählt, sich nicht an die schwerere Seite rantraut weil er sich selbst unterschätzt oder der Meinung ist, er macht es sich bequem weil ihm ne Drei reicht  s-:) dann drückt er sich die Note selber. Das hat mein Mittlerer mehrfach praktiziert und ich hab ihm dann mal vorsichtig ins Gewissen geredet  :P


Bei den heterogenen Tischgruppen ist mir zwar klar, dass wenn es ums reine Wissen geht, die Schwächeren von den Stärkeren profitieren, aber geht das auch umgekehrt? Und ich bin auch skeptisch, wenn die wirklich über längere Zeit zusammenarbeiten sollen, weil ich mir nur schwer vorstellen kann, dass man das hinbekommt, dass wirklich in allen Gruppen die Chemie stimmt. Und wenn das Kind dann in einer Gruppe landet in der es nicht stimmt, dann ist das ganz großer Mist  :-[

dragoness

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #20 am: 26. November 2015, 17:44:18 »
Die Differenzierung ist an sich nicht verkehrt, denn der Lehrer entscheidet nach einer gewissen Anlaufzeit zusammen mit den Eltern ob das Kind die Grundanforderungen oder die erweiterten Anforderungen erfüllen muss in Überprüfungen. Darauf wird schon ein Auge gehalten, zumal in den höheren Klassen ein Übertritt in die 10. Klasse meines Wissens nur geht wenn gewisse Fächer mit den erweiterten Grundanforderungen geleistet wurden. Von daher ist ein gemütliches durchmogeln nur bis zu einem gewissen Grad möglich  ;)

lotte81

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #21 am: 26. November 2015, 18:28:03 »
GEnau das ist ja auch mein Problem solare.... wovon profitieren stärke oder sehr starke SChüler? Ist es "nur" noch das Soziale? Denn ihr Leistungspotential können sie ja offensichtlich nicht erreichen, wenn ich nun alle bisher gesammelten Infos zusammenfasse.... Nicht falsch verstehen, Miteinander, Inklusion, Integration , gegenseitig helfen sind wichtige Bereiche und genau der Grund warum ich überhaupt die IGS in Betracht ziehe. Aber ich habe langsam doch das Gefühl, dass dabei die AusbIldung etwas auf der Strecke bleibt.Zumal es meine Kinder schon in der Grundschule nervt immer "Hilfslehrer" sein zu dürfen....

Die Art der Differenzierung wird bei meiner Tochter übrigens auch durchgeführt, solare.... Noch sagt die Lehrerin, dass sie die Schüler schon drauf aufmerksam machen würde, wenn sie im "falschen" Bereich sind.... Bei meiner Tochter ist es nun kein Thema, aber bei anderen wohl schon. Beim Großen macht die Lehrerin es nicht ganz so offensichtlich (bzw ich bezweifele manchmal,d ass sie überhaupt differenziert) ....ich hab es bisher nur einmal mitbekommen, da hieß es, dass 3 Kinder in einem Aufsatz wohl schon Stichwörter bekommen, um überhaupt was schreiben zu können.
Wobei ich noch eins sagen will: Differenzierung heißt hier immer nur nach "unten" differenzieren. Das andere fehlt leider komplett bei beiden Kindern. Es gibt somit eine "normale" Seite in Mathe und eine leichte...aber keine schwierige...in Deutsch gibt es 8 Diktatsätze für alle, die recht einfach sind und einen Sternchensatz...... Aber auch hier keine großartige Differenzierung ins schwierige.... Ist ja auch logisch... Jemand mit dem "normalen" Wissensstand kann eben eine 1 erreichen....und besser als 1 geht ja nicht...beim Differenzieren nach oben, müsste man das ja auch irgendwie honorieren....

und das ist vermutlich in der IGS das Problem - Binnendifferenzierung wird auch da nur bis zu einem gewissen Grad funktionieren...d.h. am Ende scheint es so zu sein, dass es ein Niveau zwischen Hauptschule bis Realschule RICHTUNG Gymnasium umfasst... sind allerdings alles nur Vermutungen - ich sammele ja noch Informationen  ;)

Mir fielen heute noch leider ein paar Minuspunkte auf...das Wechseln nach der 6 von der IGS zum Gymnasium geht doch nicht so einfach: Er müsste dann nämlich definitiv die zweite Fremdsprache als Wahlpflichtfach nehmen in der 6 (und sein Hauptgrund für die IGS ist ja, dass er lieber Sport oder Technik machen will statt Französisch) ....zweitens fehlen ihm auch andere Fachbereiche komplett  ??? So gibt es an der IGS hier nur ein "Mischfach" der Naturwissenschaften (also BIo, Physik u Chemie) und irgendein Mischfach, was wohl Geschi, Sozialkunde und noch irgendwelche anderen Dinge enthält....somit denke ich, sollte die Entscheidung, die jetzt getroffen wird, schon bis mind, in die 10 bindend sein...ein Wechsel nach der 6 wäre mir viel Nachholen verbunden und das dann auch noch in einer neuen Klasse..... Allerdings hab ich ja durchaus auch vor eine gute Entscheidung für die nächsten mind. 5 Jahre zu treffen  ;)


Solar. E

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #22 am: 26. November 2015, 18:57:48 »
Naturwissenschaften sind auch bei uns am Gym in der Orientierungsstufe im Fach NaWi zusammengefasst. Da gibt es gewisse Themen, aus denen der Lehrer auswählt und er muss eine gewisse Anzahl Themen bearbeiten und nicht alle. Hat man also beispielsweise einen Biolehrer, kann das durchaus Biolastig sein.  :P
Geschichte kommt hier erst in der 7., Sozialkunde in der 9 und bis dahin haben sie Erdkunde. D.h. das mit den Mischfächern find ich jetzt nicht problematisch. Das mit der Fremdsprache ist allerdings doof. Was ich bei uns am Tag der offenen Tür in den Fremdsprachen wie gesagt blöd fand, war, dass kein Wort gesprochen wurde.

Aber schwere Entscheidung  :-[ Wie wäre es mit einer Pro- und Contra-Liste?

Und wie siehts bei euch denn beim Gym aus, ist das G8 oder G9? Das wäre mir auch noch wichtig bei der Entscheidung.

*edit*
Noch was: Auch am Gymnasium kommt das soziale Miteinander nicht zu kurz  :) Dafür gibt es bei uns eine Wochenstunde "MUT - miteinander umgehen trainieren" und eben diverse gemeinsame außerschulische Aktivitäten. Letzteres hängt aber stark vom Lehrer ab (aber das ist wohl immer und überall der Fall).
« Letzte Änderung: 26. November 2015, 19:05:10 von Solar. E »

Fliegenpilz

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #23 am: 26. November 2015, 19:16:41 »
Und was genau spricht nun für die IGS ausser das er kein Französisch möchte und die Freunde? ???

lotte81

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Antw:IGS und Gymnasialschüler
« Antwort #24 am: 26. November 2015, 19:53:42 »
Das ist eine gute Frage , Fliegenpilz.... Wir hatten die IGS eigentlich nie auf dem Schirm - auch P. wollte aufs gymnasium und dann kam der Infoabend und mich hat bei der Vorstellung das Konzept schon gereizt...dass eben alle Kinder zusammenbleiben in einer heterogenen Gruppe, wie es in der GS ja auch ist....dass es mir schon scheint, dass dort jedes Kind mehr als Individuum betrachtet wird, als es am Gymnasium ist (oder zumindest war...ich bin nun ja auch schon drei tage fertig  ;)) ....
Was ich sehr gut finde ist, dass sie ein Fach haben, indem es quasi nur ums "Lernen lernen" geht.... Nennt sich Eigenverantwortliches arbeiten - und wird 3 Stunden die Woche unterrichtet in den ersten Jahren..... Außerdem gibt es noch eine Stunde Klassenkonferenz, in der alle wichtigen Punkte in Eigenregie der Kinder diskutiert werden....Sei es die nächste Klassenfahrt, ein Streit oder ein Projekt..... Das sind schon alles Dinge, die ich sehr spannend und interessant finde....ebenso, dass fast nicht frontal unterrichtet wird, sondern sich die Kinder jedes Thema in Gruppen eigenständig erarbeiten....
ABER bei all dem sind genauso eben acuh Fragezeichen, ob es nun wirklich gut ist oder nicht...die 4 Stunden (Eigenverantwortliches Arbeiten und Klassenkonferenz) fehlen ja irgendwo.... Denn es ist trotzdem eine Halbtagsschule mit 5X 6 Stunden.... Also fehlt es an anderer Stelle an Stoff...  Dann ist die Heterogentität auf der einen Seite sicher toll, bedeutet aber auf der anderen dass das Lernniveau nicht so hoch ist etc....
Für mich gibt es also Plus und Minus Punkte....
P. wird nach seiner Lehrerin definitiv auch ein Gymnasium schaffen (nach derzeitigem Stand)...ich habe aber die Sorge im Nacken, ob er den Biss hat und die Lust sich nachmittags mit Vokabeln etc zu beschäftigen.... Hausaufgaben, Lernumfang etc ist auf dem Gymnasium alles mehr...Wobei ich sagen muss, dass wir bisher ja keine SChwierigkeiten haben und er in der Schule nie Probleme macht oder was verweigert....Also sind es vermutlich unnötige Sorgen....

Was für ihn dafür spricht? er macht sich keine Gedanken um Lernkonzepte und Heterogenität  ;D ;D ;D Er will mit seinen Freunden in eine Klasse gehen, wenig Hausaufgaben auf haben und Sport ist immer besser, als jedes andere Fach...und in der IGS könnte er es als Hauptfach machen...... Fürs gymnasium spricht für ihn nichts, da er an der IGS ja auch Abi machen kann..... die Probleme der Unterforderung etc. kann er einfach noch nicht abschätzen. Er hat ja keine Ahnung, dass das Leistungsniveau unterschiedlich ist...wobei der Kinderarzt ihm gestern echt ziemlich direkt gesagt hat, dass das nichts für ihn ist ...so deutliche Worte hab ich von dem noch selten gehört...er ist normal immer ein sehr bedachter Mensch.... Aber er hat eben damals die Depressive Phase mitbekommen, den IQ TEst, den Ärger im ersten SChuljahr...er kennt mein Kind ja nun schon 10 Jahre


 

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