Autor Thema: Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland  (Gelesen 5423 mal)

Once

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Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« am: 26. August 2013, 12:43:49 »
Verfolgt das jemand? Interessiert es jemanden?

Ich bin so entsetzt, aktuell. Nicht nur ob der aufflammenden Proteste des (von der NPD mobilisierten,) braunen Pöbels (Beispiel Hellersdorf), sondern in erster Linie darüber, dass der Rassismus jetzt so unglaublich massen-, nein, gesellschaftskonform geworden ist dass man sich nicht im Ansatz schämt geschweige denn versteht, dass man sich hochgradig faschistoid äußert - ständig nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist - die Schuld auf andere abwälzt - Ängste auf Fremde projiziert und vieles mehr...

Seit zwei Tagen verbringe ich die ein oder andere freie Minute damit Onlinekommentare von Zeitungsartikeln zu recherchieren, und es ist einfach nur entsetzlich was da gefordert und skandiert wird.
Allen voran geben die Leser der größten deutschen Zeitung ihre sogenannten Meinungen zum Besten. So kommt es, dass unter einem Artikel in dem es um Asylbewerber oder die Entstehung neuer Heime geht zu 98% rassistische Äußerungen gepostet werden. Aber auch auf anderen Onlineplattformen (die keiner eindeutigen politischen Gesinnung zuzuordnen sind) nehmen rassistische Gedanken und Äußerungen überhand - geraten außer Kontrolle, ohne EInhalt, ohne Gegenstimme.

Wie kann das sein? Was ist hier los? Wie kann es sein, dass man Menschen die alles hinter sich lassen mussten um ihre Familien vor Krieg, Hunger und Zerstörung zu schützen, so "willkommen" heißt?

Gut, meine Meinung wird durch mein Entsetzen deutlich und vielleicht nehme ich dem ein oder anderen nun den Mut ebenfalls ehrlich zu äußern was er/sie darüber denkt..? Dennoch würde ich mich hier mal gerne darüber austauschen.

ps: auch vor meiner Nase werden entsprechende Heime bereit gestellt. Ich bin heilfroh, dass der Grundtenor hier ein komplett anderer ist und das zumindest einem Teil der Flüchtlinge ein solcher Aufstand (wie im folgenden Link zu sehen) erspart werden kann. ProDeutschland hat hier vor ein paar Tagen seine 20 Nazis angekarrt um vor antifaschistischen Institutionen zu protestieren - das Aufgebot der Gegendemonstranten war zum Glück überwältigend.

Dennoch: das folgende Video macht mir Angst und Bange:

Inaktiver Link:http://www.youtube.com/watch?v=7YXAtaCW-Qg [nonactive]



Sweety

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #1 am: 26. August 2013, 12:52:11 »
Ich verfolge es aktuell nicht wirklich... kannst du mal ein paar Links zu von dir genannten Diskussionen reinstellen?


Filigrana

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #2 am: 26. August 2013, 12:58:49 »
Ich verfolge es auch nicht aktuell. Aber es ist immer wieder nur einfach traurig Once.

Für mich sind solche Leute einfach nur frustriert und dumm. Sie wissen nicht, wie dramatisch die Lage in z.B. Syrien ist! Wie schlimm viele Asylheime von innen aussehen! Wie wenig diese armen Menschen zum Leben hier in Deutschland bekommen. Sie wissen einfach nichts!!!

Das rührt von Unzufriedenheit mit dem eigenenem Leben her. Nichts erreicht in diesem hier friedlichen und reichen Land!

         
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redheart

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #3 am: 26. August 2013, 12:59:36 »
Wir haben das hier ständig. Jedes Mal, wenn irgendwo ein Heim aufgemacht werden sollte, gibts gefühlte Endlos-Diskussionen und was man dann da zu hören bekommt, lässt einem echt die Haare zu Berge stehen.
Ich habe dafür keinerlei, aber wirklich keinerlei Verständnis.

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Sweety

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #4 am: 26. August 2013, 13:07:50 »
Uffz :-[ :-[ :-[

Mir geht's ebenso wie redheart. Ich hab da absolut null Verständnis und auch wenn man ja nicht urteilen soll, muss jemand, der mit solchen Parolen kommt, eben damit leben, dass ich ihm direkt mehrere Dutzend IQ-Punkte abziehe.

Ich find's grausig.

Für den Thread hier hoffe ich einfach, dass er nicht zu einer Parade von "Ich hab ja nichts gegen Ausländer, aber..."-Idiotien verkommt.

Once

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #5 am: 26. August 2013, 13:19:36 »
ganz kurz: ich muss zum Babyschwimmen

Inaktiver Link:http://www.kaputtmutterfischwerk.de/?p=3933 [nonactive]

mehr später. Das ist nur ein (zu) kurzer Überblick.

Flower Eight Revival

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #6 am: 26. August 2013, 13:20:07 »
Ich habe Ausländerfeindschaft der schlimmsten Sorte am eigenen Leib erlebt. 1993 in Ostdeutschland. Klingelt es? :P

Meine Familie, Freunde, Verwandte etc. ebenfalls. Meine Tochter wurde ausgegrenzt (im Kindergarten), man gab ihr das Gefühl als "Halb-Rumänin" minderwertig zu sein.

"Wie gut, dass du blond bist. So fällst du gar nicht auf. Muss dich doch freuen". :P
Das Thema ist nicht neu und wird immer wieder neu entflammen. Wichtig ist nicht stillschweigend alles hinzunehmen und in die Offensive gehen.
Immer und immer wieder. Das ist ein Thema dass mich unglaublich berührt und wütend macht. Immer noch.
Fakt auch: es ist kein "Problem" dass nur hier in Deutschland aktuell ist. Leider überall.
Hier vor Ort aktuell Demo der Rechten "Pro Deutschland". Zum Glück viele dabei die die Gegendemo ins Leben gerufen haben. Bin nur aus gesundheitl. Gründe nicht dabei.
« Letzte Änderung: 26. August 2013, 13:23:15 von blume8 »

Mondlaus

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #7 am: 26. August 2013, 13:27:06 »
Ich verfolge es seit Jahren und immer wieder mit einem unguten Gefühl. Unabhängig davon, wie man zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung steht - ich finde es erschreckend, wie Menschen, von denen die meisten bestimmt Familie haben, anderen Menschen so viel Hass entgegenbringen und Mitleid und Empathie einfach ausschalten. Und ihre Wut und die Angst vor sozialem Abstieg auf die Schwächsten projezieren.

Ich habe die Hoffnung, dass diese Online-Kommentare nun wirklich kein Querschnitt durch die Bevölkerung darstellt. Sondern es nur ein paar wenige sind, die eben das Gefühl haben, anonym ihrer Wut Luft zu machen. Sicher bin ich mir leider nicht.

Es ist bedenklich, dass es in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Ich glaube nicht, dass es sich um Rechtsradikale mit Glatze und Springerstiefeln handeln - das ist die gebildetete Mittelschicht, und das finde ich gefährlich.
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redheart

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #8 am: 26. August 2013, 13:32:57 »
Was ich, so aus politischer Sicht, als viel grösseres Problem empfinde, ist die Tatsache, dass man in Europa die Grenzländer in Bezug auf die Flüchtlingsproblematik sich selber überlässt, wo das doch gerade die Länder sind, die momentan noch viel grössere Baustellen haben.

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #9 am: 26. August 2013, 13:38:02 »
ich habe grad nicht die Zeit viel zu schreiben. Aber ich wollte die Tage schon was in die Motzecke schreiben, aber mir fiel nichts ein, was auch nur ansatzweise meinen Gefühlen Ausdruck gegeben hätte...mir fehlte schlicht der Ko*z smiley glaub ich....... Ich meine die Menschen kommen aus Kriegs- und Krisengebieten und werden hier so "empfangen", da muss man sich wirklich nur noch schämen. Das ist unterste Schublade, niedrigstes Niveau.  (Wobei dieses Verhalten eh ganz unten ist. Egal, warum diese Menschen nun nach Deutschland kommen)...Wie kann man nur so ignorant und voller Hass sein...
Ich hoffe wirklich, dass nun genauso viele Menschen mobil gemacht werden an den betroffenen Orten und hinfahren und die Menschen wirklich mit offenen Armen empfangen. Bzw immer dann wenn so was passiert...evtl. helfen, Dinge spenden...Ganz bewusst noch mal mehr als sonst  :-\
Sicher nicht neu das Problem , aber immer wieder schlimm, wenn es wieder aktuell bewusst wird...



Bettina

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #10 am: 26. August 2013, 13:47:06 »
Die Politik wird seit Jahren genau mit dem Ziel so gemacht. Sündenböcke schaffen für die "einfachen Denker". Und Sündenbock-Ausgrenz-Denken hatte es leider schon immer leicht, wenn es den Leuten oder zumindest einem großen Teil der Leute schlecht geht, die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, die Armen auch für die Reichen zur Bedrohung werden. Wenn die Menschen Angst haben, dass es noch schlechter werden könnte.

Aufweichung des Grundrechtes auf Asyl, Flughafenverfahren, all das hab ich damals hautnah miterlebt. Es war furchtbar. Und leider hab ich auch miterlebt, wie Politiker gezielt Informationen zurück gehalten haben, damit die Stimmung im Land/der Zuhörerschaft genau in diese Richtung geht.

Ich war auf einer Veranstaltung damals mit einem CDU-Politiker. Kleiner Rahmen im Hinterzimmer einer Kneipe. Öffentliche Einladung, faktisch dagewesen war der einladende Schützen-/Kleingartenverein, keine Ahnung mehr. Es war noch ein Reporter da, jung und ambitioniert und ich. Die einzigen beiden, die schon mit kritischer "Wollen wir mal sehen, was der vom Stapel lässt." dahin gegangen sind.

Ich wollte meinen Mund halten, nur zuhören, sehen wie und wohin sich das entwickelt ...... ich hab 15 Minuten durch gehalten. Keine Chance. Dieser Müll, den der erzählt hat und wozu die Leute permanent wohlwollend den Kopf genickt haben, war haarsträubend. Ich hab ihn auf konkrete Dinge angesprochen, Dinge relativiert, ins Verhältnis gesetzt. Er wurde erst etwas blass um die Nase, dann hat er mir zugestimmt .... Ende der Veranstaltung war, dass er seinen Vortrag quasi nicht gehalten hat, er mir recht geben musste und das wenige, was er gesagt hat, damit ausgehebelt hatte und er hatte den ganzen Saal gegen sich auf einmal. Er und ich gegen den Saal, der doch gekommen war, um genau die Horroszenarien von ihm zu hören. Die Leute wurden in ihrer Erwartung enttäuscht und haben sogar lautstark protestiert.

Gezielte Fehlinformation der Bevölkerung ist auch heute noch eine beliebte Methode, Stimmung zu machen und in den "richtigen" Situationen nichts sagen ist manchmal auch sehr wirkungsvoll.

Es ist grausam, furchtbar, menschenunwürdig.

Ich geh auch ab und an zur Tafel ..... steht eine alte Frau da vor der Tür in der Reihe. Ich hab versucht, ein Buch zu lesen, hatte die beiden jüngsten dabei. "Ja, die Ausländer", sagt sie zu zwei anderen älteren Frauen. "Die Arbeitsplätze nehmen sie weg, den Wohnraum, alles Schmarotzer." .... und Achtung "Das ist ja hier gar kein richtiges Deutschland mehr." ..... Buch zu geklappt und gefragt, ob das unter Hitler denn das richtige Deutschland war, von dem sie spricht? Es ist nicht gerade ein Aushängeschild wenn man sich als selbst Hilfebedürftiger immer noch jemanden suchen muss, dem es noch schlechter geht, um drauf zu hauen. Das ist erbärmlich.

Lesetip: Hajo Funke : Brandstifter - Deutschland zwischen Demokratie und völkischem Nationalsimus. Gibt es nur noch gebraucht, aber wohl so aktuell wie damals.

« Letzte Änderung: 26. August 2013, 13:50:20 von Bettina »
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Bettina

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #11 am: 26. August 2013, 13:55:43 »
Ach so und Deutschland ist doch sehr gastfreundlich. Gäste sind immer gern gesehen ..... die fahren ja wieder *Ironie-Modus-aus*
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Sweety

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #12 am: 26. August 2013, 14:08:04 »
Oioioi... ich hab mir jetzt mal so ein paar Sachen durchgelesen :-[ :-[

Was immer wieder kommt, ist ja auch diese Angst, dass es irgendwann keine Deutschen mehr gibt. Zumindest nicht in Deutschland.
Das ist auch wieder so ein Ding, ich seh da jetzt nicht so die Problematik. Was wäre denn dann? Müsste ich dann tot umfallen, wenn ich zu dem Zeitpunkt noch am Leben wäre?
Es tut mir leid, wenn es mir gerade an Ernsthaftigkeit gebricht, aber ich muss dabei immer an Volker Pispers denken, der dazu sagte: "Also wenn es keine Deutschen mehr gibt - dann sagen die Afrikaner 'Nee, ohne die Deutschen wollen wir auch nicht mehr.'" ;D

Sonst - was für Ar*schgeigen. Dumm und feige.

Ich bin entsetzt und angewidert :-X

Once

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #13 am: 26. August 2013, 16:15:51 »
hier geht es weiter: lest euch hier mal in die Kommentare. Ich hoffe das funktioniert mit diesem Link.

Inaktiver Link:https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151837974100730&set=a.166767505729.158690.25604775729&type=1&theater [nonactive]
Inaktiver Link:http://www.youtube.com/watch?v=-9ou55DcxLc [nonactive]

Zitat:" wat iss mit unsern Kinder, die Sicherheit, wat is damit? Spielplätze, ick seh hier kene ordentliche Spielplätze für unsre Kinder, wa (...) unsre Kinner sind wichtig und nicht dat was hier herkommt, ey" ...könnt ich ko**en. Das spiegelt mal wieder in welchem Luxus wir leben. Wenn ein Großteil der Bevölkerung nicht im Ansatz (und zumindest theoretisch) ausmachen und verstehen kann, was Krieg, Todesangst und Flucht für diese Menschen bedeutet - oder die Tatsache, dass keiner etwas für seine Herkunft kann oder sie sich auch nur irgendwie verdient hat. Kopfschüttel. Mir wäre das SO peinlich öffentlich zu fordern dass 500 Migranten über den Jordan gehen nur damit mein Kind einen Spielplatz hat. Und immer wieder "das Boot ist voll"
"es reicht"
"die nehmen uns die Arbeitsplätze weg"
"wer beschützt uns"
"die sind zum Rumlungern verdammt"
"ich hab Angst vor Einbrüchen"

Und das sind noch die harmlosen Kommentare.
« Letzte Änderung: 26. August 2013, 16:44:16 von Once »

Mondlaus

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #14 am: 26. August 2013, 16:27:26 »
Wow... Dieser Plattitüden-Kram ist wirklich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist wirklich erschreckend. Aber immerhin sind auch einige Anti-NPD-Rechts Kommentare mittendrin.
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Once

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #15 am: 26. August 2013, 16:42:38 »
Mondlaus...ich war vor ein paar Wochen schon schockiert, dass Australien einen ähnlich feinsdeligen Kurs Asylbewerbern gegenüber fährt. Und diesen nun auch recht offen vertritt.

Bettina

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #16 am: 26. August 2013, 16:46:59 »
Wow... Dieser Plattitüden-Kram ist wirklich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist wirklich erschreckend. Aber immerhin sind auch einige Anti-NPD-Rechts Kommentare mittendrin.

Das ist dort schon lange lange angekommen und nicht nur da, sondern auch viel höher. Wenn selbst Politiker, die ja nun nicht wirklich die Mitte der Gesellschaft darstellen sich so äußern ohne irgendwie wirklich auf Wiederstand zu stoßen, dann ist die Grenze der Mitte nach Oben schon lange überschritten. Das geht seit  Jahren, dass genau die "upper class" wie es so schön heißt in die Richtung arbeitet. Die machen es nur geschickter.

Für mich ist allein dieses Klassendenken schon genauso plattitüden/klischee/Schubladen/diskriminierend reden und denken wie auf Ausländerfeindlichkeit bezogen. Vielen ist das vielleicht nicht mal bewusst .... dennoch tun sie es.
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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #17 am: 26. August 2013, 17:19:24 »
 :D
« Letzte Änderung: 18. September 2013, 00:56:30 von Hrefna »

Honigbluete

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #18 am: 26. August 2013, 18:54:51 »
Mir ist eine Aussage meines Schwiegervaters auch sauer aufgestoßen, als er meinte, dass Asylbewerber hier viel Geld bekommen und das ausnutzen... Ich habe ihm widersprochen und darauf hingewiesen, dass dem sicher nicht so ist. Leider hatte ich keine aktuellen Gesetze, Vorschriften und Beispiele parat, aber auch er konnte seine Quelle nicht genau benennen, es war ein hab ich gehört/gelesen...
Ich finde es auch erschreckend, dass gerade Menschen, denen es gut geht, so reagieren! Zum großen Teil ist es "nur" nach geklappt etwa Halbwissen, was es allerdings nicht weniger gefährlich macht. Ich erinnere mich an ein total groteskes Telefonat mit meiner Mutter. Ich stand in Palästina auf einem Platz und musste auf einen Bekannten warten, habe die Zeit genutzt, um meine Mutter anzurufen. Ich erzählte also, dass ich mich gleich mit XY treffen werde und sie fragte, ob er Araber wäre, was ich halb entsetzt, halb lächelnd mit ja natürlich beantwortete, schließlich bin ich in einem arabischen Land. Sie bat mich, auf mich aufzupassen und vorsichtig zu sein, Arabern wäre ja nicht zu trauen... Da war ich endgültig schockiert und habe gefragt, wieviele Araber sie denn kennen würde, dass sie zu dieser Meinung kommt. Da wurde ihr erst bewusst, was sie gesagt hat... :o



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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #19 am: 26. August 2013, 19:51:05 »
Also hier auf dem Land denken sehr viele Menschen so und ja, die haben alle selber Familie und kleine Kinder. Es gibt Kinder in der Klasse meines Sohnes, die nicht mehr zu uns kommen dürfen, weil mein Sohn "ja immer mit den Ausländern abhängt und man nicht wisse, was da Kriminelles abläuft"  s-:) s-:) s-:)
Ja, mein Sohn hat 2 Freunde, deren Eltern Asylanten sind, die schwarze Haare und schwarze Augen haben, die Moslems sind und die gehen hier ein und aus wie andere Freunde auch. Ich kenne die Kinder, ich kenne die Eltern. Die Väter gehen arbeiten und die Mütter sorgen sehr für ihre Kinder. Anständige Leute!  Aber die Leut sind halt dumm, die denken sofort an Kriminalität oder dass Ausländer wer weiß wieviel Geld vom Staat bekommen usw.
Ich finds furchtbar und ich werde das nie verstehen.

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #20 am: 26. August 2013, 19:55:42 »
Allerdings muss ich gestehen, dass meine eigene Familie (also nicht jetzt meine Familie mit Mann und Kindern, die Verwandschaft drumherum meine ich) auch kein glänzendes Beispiel ist. Da labern auch fast alle solchen Stammtisch-Müll  s-:)

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #21 am: 26. August 2013, 20:01:48 »
Allein, dass das Wort Asylant salonfähig und normal und es sogar in den deutschen Rechtschreibduden geschafft hat ist schon eine Schande  :(
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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #22 am: 26. August 2013, 20:46:41 »

Ekelhaft was die da kommentieren und außerdem totaler Quatsch, als würde ein Asylbewerber den Deutschen die Arbeit weg nehmen!?!? Die haben nicht einmal eine Arbeitserlaubnis. Und es ist eher so, dass Deutsche den Ausländern die hier ein Aufenthaltsrecht und eine Arbeitserlaubnis haben bei der Jobvergabe vorgezogen werden! Aber wenn diese Leute keinen Schulabschluß/Ausbildung haben, wird natürlich der den Job bekommen der dieses vorweisen kann. So ein Hohn!!!!

Ich muss allerdings dazu sagen, dass es diesen öffentlichen Rassismus hier im Süden nicht so gibt. Oder zumindest kommt es mir so vor.  :-\

         
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Samson

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #23 am: 26. August 2013, 21:41:05 »
Der Vater meiner Freundin war neutral eingestellt, als er erfahren hat, dass sie "Erstanlaufstelle für Asylbewerber" in Dortmund direkt in der Nähe seines Einfamilienhauses errichtet wird.
Andere haben protestiert, sich zusammen geschlossen und "Stammtischparolen" verbreitet. Er hat sich nicht angeschlossen.

Jetzt, zwei Jahre später, bereut er es, dass er nicht auch versucht hat die Eröffnung zu verhindern.

Die Asylbewerber machen es den Anwohner wirklich schwer sie zu mögen. Sie verrichten ihre Notdurft in den Vorgärten der Anwohner,  klauen in den Hintergärten, brechen Wohnwagen an den Carports auf, brechen Blumen ab, reissen Gartenzäune ein,...

Die Anwohner haben keine Chance sich zu wehren. Klar können sie die Bewohner aus den Gärten oder von den Häusern "verscheuchen", wenn sie sie sehen, aber das hilft ja nicht auf Dauer, zumal hier in Dortmund die Bewohner in der Erstanlaufstelle nur kurz bleiben, weil sie von dort "verteilt" werden. Wenn die Bewohner auf frischer Tat ertappt werden, werden sie zur Erstanlaufstelle zurück gebracht und das war es dann als Strafe.

Der Vater meiner Freundin ist nach diesen zwei Jahren so mit den Nerven runter, dass er sein Haus gerne verkaufen würde, aber er wird es nicht los. Die Häuser sind mit der Erstanlaufstelle nebenan quasi wertlos geworden.

Ich kenne diesen Mann seit ich ein kleines Mädchen war. Alle waren bei ihm willkommen. Der türkische Freund meiner Freundin, die polnische Freundin, unsere Klassenfreundin aus sehr zerrüttetem Elternhaus. Alle wurde freundlich aufgenommen und bewirtet. Wie gesagt stand dieser Mann auch der Eröffnung neutral gegenüber.
Leider haben die oben beschriebenen Umstände dazu geführt, dass er bei der nächsten Wahl nicht mehr SPD oder CDU wählt. Ebenso wenig wie die anderen Anwohner.

Ich hoffe sehr, dass sich an den Umständen hier in Dortmund etwas ändern wird, denn mir wird es Angst und Bange wenn ich daran denke von wie vielen ich in letzter Zeit erfahren habe, das sie ihr Kreuz Rechts setzten werden.  :-\




Mondlaus

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Antw:Hass statt Gastfreundschaft - Asylbewerber in Deutschland
« Antwort #24 am: 26. August 2013, 21:57:09 »
Eigentlich sollte man da mal gemeinsam nen Shitstorm lostreten und dagegenhalten.
Kind 2011
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