Autor Thema: Diskriminierung von Mitschülerin  (Gelesen 6747 mal)

Sonne1978

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Diskriminierung von Mitschülerin
« am: 20. Juni 2013, 20:33:39 »
Hey,

mir liegt was auf der Seele, was ich einfach erzählen muss, weil es mich berührt.

Heute war Schulausflug der ersten Klasse, bei dem ich als zweite Betreuungsperson dabei war. Die Klasse ist insgesamt harmonisch, keine "auffälligen" oder "unangenehmen" Kinder, manche aufgeweckt, manche eher ruhig, alle nett. Wir waren von 08:30 Uhr bis 13:30 Uhr unterwegs.

Der Lehrer hatte vor dem Einstieg in die S-Bahn schon angekündigt, dass im Zug bitte nichts aus dem Rucksack geholt wird, sondern erst, wenn wir unsere erste Pause machen. Kaum eingestiegtn, hatte ein ziemlich dickes Mächen (das einzige dicke Kind in der Klasse) immer wieder gesagt, was für einen "Riesenhunger" sie hätte und unbedingt was essen müsse. Zuhause hatte sie jedoch schon eine Kleinigkeit gefrühstückt. Die Kleine und ich sind dann erstmal gemeinsam gelaufen.

Die Sehnsucht nach Essen konnten wir zusammen überbrücken. Als wir nach ein paar Minuten Gehzeit einen kleinen Anstieg auf den Aussichtspunkt im Zoo meistern mussten, plauderte sie die ganze Zeit ganz munter und meinte dann, dass "bergsteigen" so furchtbar anstrengend wäre. Wenige Minuten später taten ihr die Füße weh. Wir beide waren dann aber eigentlich ein gutes Team, fand ich. Ich konnte sie motivieren, weiterzugehen, wir plauderten über dieses und jenes und wg. der mangelnden Fitness, dass ja alles anstrengend ist, wenn man es zum ersten Mal macht und man fitter wird, wenn man das öfters macht usw. Dann erzählte sie mir, dass die anderen Kinder immer "lahme Schnecke" zu ihr sagen, dass im Sport keiner mit ihr spielen will und überhaupt würden die Kinder immer doofe Sachen zur ihr sagen. Sie hat mir so leid getan... Ein liebes und schlaues Mädchen, nur das Dicksein macht sie zum Aussenseiter.

Als wir auf dem Aussichtspunkt angekommen sind, gab es die erste Brotzeit und sie packte sofort ihre Brotdose aus. Und erzählte auch noch ganz stolz, was ihre Mama alles eingepackt hat. Zwei doppelte Toast-Scheiben mit Butter und Fleischwurst (also insgesamt 4 Scheiben Toast), eine große Butterbrezel, ein Schokocroissant und Geld für ein Eis.

Den gesamten Ausflug über hat sie sich dann eigentlich an mich gehalten, wir sind viel gemeinsam gelaufen und haben noch mehr geredet. Ich fand sie richtig süß.

Das, was mich so traurig macht, ist dann auf der Rückfahrt passiert. Sie hatte ihre Getränkeflasche bereits geleert, auf dem Spielplatz konnte ich ihr noch mit unserem Wasser aushelfen, aber das war im Zug bereits aufgebraucht. Also habe ich alle Schüler laut gefragt, wer denn noch etwas zu trinken dabei habe. Etwa 10 Kinder haben Flaschen hoch gehalten. Und als ich gefragt habe, wer denn so nett wäre, F. etwas abzugeben, wollte keiner teilen. Auch auf mehrmaliges freundliches Nachfragen nicht. Der Lehrer hat dann bestimmt, das jemand teilen muss. Aber dass es keiner freiwillig macht, weil "die Dicke" die Bedürftige ist... ich fand das so gemein :'(

Ich habe später mit meiner Tochter gefragt, wie sie das Mädchen findet. Sie sagte, sie findet sie sehr nett, aber die anderen Kinder würden denjenigen hänseln, die sich mit dem Mädchen abgibt. Meine Tochter meinte jedoch, dass wir F. doch mal zu uns nach Hause einladen könnten. Mal sehen, wann sie Zeit hat.

So... was will ich eigentlich... in erster Linie die Geschichte loswerden. Und dann... mir Luft machen über die Eltern? Dass es fast an Misshandlung grenzt, sein Kind so unglücklich zu machen? Die Gesellschaft verurteilen? Eigentlich weiss ich es selbst nicht so genau.

kd74

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« Antwort #1 am: 20. Juni 2013, 20:46:05 »
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« Letzte Änderung: 24. Juni 2013, 16:29:44 von Vigi »


Mondlaus

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« Antwort #2 am: 20. Juni 2013, 20:52:08 »
Weiß nicht - würde eigentlich eher, oder wengstens parallel, bei der mangelnden Akzeptanz und dem Mobbing in der Klasse ansetzen, als bei der Ernährung. Klar, Übergewicht ist ein Problem, aber übergewichtige Menschen ablehnen und mobben, das sollte man auch gleich in der ersten Klasse den Kindern beibringen, das geht nicht.

Dass deine Tochter sie einladen will, das finde ich schon einen guten Anfang.
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kd74

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« Antwort #3 am: 20. Juni 2013, 20:57:16 »
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« Letzte Änderung: 24. Juni 2013, 16:30:26 von Vigi »

Mondlaus

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« Antwort #4 am: 20. Juni 2013, 21:25:20 »
Ja schon Gesunde Ernährung, klar, das sllte in jeder Schule auf dem Curriculum stehen. Nur auf die Eltern zugehen, ihnen vorwerfen, sie machen es falsch..

Weiß auch nicht, intuitiv hätte ich da in diesem Fall ein Problem damit. Bei Übergewicht ist es so eine Grauzone, wo begründetes Eingreifen aufgrund von Fehlverhalten (z.B. bei Kindesmißhandlung) der Eltern aufhört und schlichtes Einmischen anfängt. Wäre ich die Mutter eines übergewichtigen Kindes - ich fände es nicht toll, wenn andere Eltern so auf mich zukämen und damit irgendwie implizieren, ich wisse es nicht besser. Möglicherweise versuchen es die Eltern bereits mit der Gewichtsabnahme. Wenn, dann sind da eher die Lehrer in der Pflicht, die das Kind und hoffentlich auch die familiäre Situation gut kennen.
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jewa

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Antw:Diskriminierung von Mitschülerin
« Antwort #5 am: 20. Juni 2013, 21:34:54 »
Gesunde Ernährung hin oder her, hier geht es doch um ein Menschenkind, das vom Großteil der anderen Erstklässer gehänselt (um nicht zu sagen gemobbt/schikaniert) wird und da sollten doch die Lehrer gezielter dagegen vorgehen können. Sind doch kleine und "formbare" Kinder, wenn nicht jetzt gehandelt wird, wann denn dann? Wenn's so richtig "eingeimpft" ist??  :-[


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« Antwort #6 am: 20. Juni 2013, 21:36:16 »
Im Kindergarten ist das ein Kampf gegen Windmühlen. Und ich weiß von ziemlich vielen Eltern, die keine "Einmischung" in diesem Bereich wollen. Denn mal ehrlich, jeder denkt doch, dass er es richtig macht. Da niemand seinem Kind vorsätzlich schadet ist es wirklich verdammt schwer. Und wenn man sich erst einmal falsches Verhalten angewöhnt hat, kommt man da auch nicht so schnell wieder raus. Tausch mal bei einem 8Jährigen Toast- gegen Schwarzbrot.  8)

In diesem Fall würde ich die Lehrerin ansprechen. Klar ist aufklären die eine Sache ( was Ernährung angeht ), aber viel wichtiger ist, dass das Kind so wie es ist angenommen wird.
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kd74

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« Antwort #7 am: 20. Juni 2013, 21:40:43 »
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« Letzte Änderung: 24. Juni 2013, 16:31:17 von Vigi »

Mondlaus

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« Antwort #8 am: 20. Juni 2013, 21:54:27 »
Ne, wegschauen sollte man nicht, und super ist es auch, dass Sonne sich überhaupt kümmern möchte. Nur ich glaube, die Eltern direkt ansprechen, das ginge nach hinten los und wäre der falsche Ansatz.
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« Antwort #9 am: 20. Juni 2013, 22:06:22 »
es zerreißt mir ja fast das Herz das zu lesen  :-[ :'(


ich denke ich würde mich auf alle Fälle an die Lehrerin wenden bzgl des Mobbings..
vermutlich ist ihr das Problem ja zumindest schonmal aufgefallen..


Die Eltern direkt anzusprechen wäre mir nun auch etwas heikel..
und endet vermutlich auch kontraproduktiv..

aber evtl. kann man da ja auch über die Schule über Ernährung aufklären...


Das Frühstück das sie mithatte verheißt natürlich irgendwie nichts Gutes..
allerdings muss ich dazu sagen gibt es bei uns schon auch mal ein nettes "Extra" bei einem Ausflug.. also ein Tütchen Gummibärchen oder vielleicht wäre auch eine Brezel denkbar...
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« Antwort #10 am: 20. Juni 2013, 22:12:28 »
Ärgern und Hänseln ist eins und natürlich blöd und das sollte vor allem der Lehrer im Auge haben und da entgegen wirken. Deshalb wäre mein erster Gang zum Lehrer.

Das mit dem Trinken allerdings ... hm, erstmal war es eine neutrale Frage, wer denn noch was dabei hätte. Da war die Intention des Teilens noch überhaupt nicht geäußert. Das würde ich nicht zwangsläufig so interpretieren, dass sie nur nicht teilen wollten, weil es um dieses Mädchen ging. Der Verdacht liegt natürlich nah, aber es muss nicht zwangsläufig so sein.

Wenn ich an unsere erste Klasse denke, würden wahrscheinlich alle auf die Frage laut "Hier, ICH!" brüllen, aber ganz sicher nicht alle noch genauso begeistert sein, wenn sie dann aufgefordert würden zu teilen.

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Schnukki

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« Antwort #11 am: 20. Juni 2013, 22:27:03 »
Traurig so was zu lesen  :-[ armes Mädel. Denke sie hat es sehr schwer.

Hatte ja in der Motzecke schon geschrieben, dass Amy in ihrer Kita auch ein Mädchen hat, was etwas übergewichtig ist. Zudem ist sie auch noch sehr groß und fällt dadurch schneller auf.
In dem Fall achten die Eltern auf das Essen - aber im Alltag ist das nicht immer einfach.
So können sich die Kinder in der Kita das Frühstück - Mittag etc. selber nehmen. Und ich denke hier wird oft mehr auf dem Teller landen, als eigentlich gut ist. Gleiches beim Mittagessen.

Wir hatten das Mädchen auch mehrfach schon hier zu Hause und auch bei ihr dreht sich irgendwie alles ums Essen  :-\
Während meine Obstteller sonst meist ungegessen im Zimmer bleiben, weil sie Mädels so im Spiel vertieft sind, stürzt sie sich gierig darüber.
A. hat z.B. auch Süßigkeiten im Zimmer ... und meinte nach dem letzten Besuch, dass wir die bitte das nächste Mal weg tun sollten, weil ihre *Freundin* nur am Naschen war.

Auch im Umgang mit anderen Kindern sieht man, dass es Ausgrenzungen gibt. Sei es bei Spielen wie Fange etc.
Bei einem Mädel was neulich die Hand bandagiert hatte, wurde hingegen viel Rücksicht genommen.

Ich denke auch das Kind selbst muss verstehen.
Die Gespräche mit Dir - die kleine Motivation hilft schon viel. Aber wenn die Eltern da nicht mitmachen  :-[

Pedi

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« Antwort #12 am: 21. Juni 2013, 06:22:07 »
Ich würde es auch über die Lehrer probieren. Vielleicht wäre ein Projekttag möglich zum Them Essen und Sport. Es wird ja bestimmt nicht nur bei diesem Kind "unpassendes" Essen geben, sondern auch bei anderen. Bei der Menge von dem Essen muss ich sagen, dass meiner das auch locker schaffen würde wenn er großen Hunger hat  :P Sein Vorteil ist halt, dass er sehr schlank ist.

Weiterhin könnte man überlegen ob man in der Klasse über das Thema Mobbing sprechen könnte, denn nichts anderes ist das in diesem Fall. Da gibt es doch inzwischen auch schon einiges an Infomaterial, da es ein sehr aktuelles Thema ist. In meinen Augen müsste das aber von den Lehrern übernommen werden und nicht von den Eltern.
 




*Unser Sternenmädchen wurde am 24.02.14 in der 19. SSW still geboren.Wir werden dich nicht vergessen!

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« Antwort #13 am: 21. Juni 2013, 07:01:23 »
Vigi, ich kann hier nur meine Erfahrungen schreiben. Letzten Endes handeln die meisten Eltern so, wie sie es selbst kennen.

Ich hatte mal ein richtig dickes Kind in meiner Gruppe. Richtig dick!! De Arzt hat den Eltern gesagt, dass das Kind abnehmen muss. Sie bekam Schwarzbrot und Obst mit und sie hat es nicht gegessen. Vorher hat sie ein halbes Fladenbrot mit Nutella verdrückt. Und ja, bei uns war Nutella nicht erlaubt, aber mind. drei Eltern pro Gruppe halten sich nicht dran.
Ohne

Martina

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« Antwort #14 am: 21. Juni 2013, 07:07:39 »
Kurz danach gab es wieder Weißbrot mit Nutella.  :P

Auf den Elternabenden drehen sich stundenrund die Gespräche ums Frühstück. Ich würde es sehr gerne sehen, wenn die Kindergärten das Frühstück machen würden, hier aber leider nicht möglich. Wir dürfen ja nicht mal mehr eine Gruppenkasse führen.

Aber, ich kenne auch genug schlanke Kinder die falsch essen. Wenn sie Glück haben, bleiben sie schlank, weil sie keine Mengen essen, aber mit Pech sieht das später auch anders aus.

Hier sehe ich in erster Linie das Mobbing als Problem! Das geht nun mal nicht. Egal ob die Eltern falsch oder richtig handeln. Das ist eine andere Baustelle, zumal das Kind auch nicht von heute auf morgen abnehmen wird. Ist sie aber erst einmal ein Mobbingopfer, kommt sie da so schnell auch nicht wieder raus. Egal,ob sie später dünn ist oder nicht. Hätte sie nur ein Auge und würde gemobbt werden, würde hier auch keiner schreiben, dass sie sich hält erst einmal operieren lassen muss!

Ich bin auch dick und will deshalb nicht gemobbt werden!  S:D
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mausebause

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« Antwort #15 am: 21. Juni 2013, 07:44:04 »
Hier ist das "Frühstück mitgeben in den KiGa" auch jedesmal Diskussion bei einigen Eltern, die halt finden es sein ok wenn das Kind Weißbrot mit Nutella und Schokoriegel zum Frühstück isst...
Da anzusetzen wäre vermutlich vergebens...

Ansatz finden müsste man eher bei der Akzeptanz der anderen Kinder - mit Hilfe der Lehrer, wie ich finde..das sollte da thematisiert werden..mehrfach...

Bettina

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« Antwort #16 am: 21. Juni 2013, 08:04:09 »
Martina, du bist NICHT dick  :-(!


Mobbing/Ausgrenzung/Hänseleien war in der Klasse von unserem Junior auch ein Problem. Der Junge hatte vom KiGa an einen Stempel aufgedrückt, lässt sich einfach auch leicht provozieren. Aber da sowohl der Kontakt der Eltern untereinander als auch der Kontakt von allen zur Lehrerin eng und gut ist, haben wir das gut in den Griff bekommen. Die Lehrerin hat viel gemacht, um den Klassenverband zu fördern und die Eltern haben zu Hause in ruhigen Momenten mit den Kindern geredet. Nicht mal explizit auf den Jungen gemünzt, sondern meistens eher allgemein, wie man sich fühlt, wenn viele gegen einen allein sind, wie man sich fühlt, wenn keiner mit einem spielen will, man aber im Gegenzug von allen geärgert wird.

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mausebause

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« Antwort #17 am: 21. Juni 2013, 08:06:21 »
Bettina genau so mein ich das...die Ansätze finde ich gut!

moni

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« Antwort #18 am: 21. Juni 2013, 08:18:37 »
gründe einen auszugrenzen oder zu mobben wirdes immer geben. wir, die eltern und lehrer müssen reagieren.

torbens bester freund ist übergewichtig. er ist ein ganz lieber und wird nicht gehänselt. leider denkt er viel ans essen, auch wenn er bei uns ist.

dann gibt es meistens obst. natürlich auch mal ein eis oder süsses.

die eltern sind super nett aber überfordert. sie wissen es nicht anders.

es liegt an uns was wir den kindern mitgeben. hier wird jeder akzeptiert. versuchen wir zumindestens. wenn jemand super doof ist und sich auch so benimmt ist es natürlich schwer.

torben geht in eine katholische schule. da wird ziemlich drauf geachtet wie wer sich benimmt.

lotte81

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« Antwort #19 am: 21. Juni 2013, 08:24:47 »
Das tut mir richtig leid zu lesen  :-\
Ich hatte nun Vigi nicht so verstanden, dass Sonne zu den Eltern hinrennen und aufklären soll, sondern dass man es eben allgemein hält...einfach mal so - als Projekt oder ähnliches...und das finde ich eigentlich schon mal auf der einen Seite gut. Aber natürlich so sensibel, dass sich KEINER direkt angesprochen fühlen muss. Hier läuft z.b. auch Schule 2000 und da ist das Thema in einem Jahrgang ganz groß geschrieben und, wie Vigi schreibt, profitiert ja jeder davon. Denn es können ja durchaus auch schlanke Kinder in der Klasse sein, die aber total falsch ernährt werden. Das schlägt dann ggf. erst in der Pubertät um .....Schaut man mal wie viele übergewichtige Jugendliche und ERwachsene es gibt, ist das ja nicht unwahrscheinlich  ;)  UND bei dem SChule 2000 kommen auch andere Themen wie Mobbing, Suchtprävention, Sexualaufklärung etc im Laufe der Zeit...also alles in allem ein SUPER Projekt über die gesamte SChulzeit und gar nicht teuer...ABER ich fürchte auf RLP beschrankt  :-\
ABER evtl. gibt es ja was ähnliches bei euch?
Ich würde an deiner Stelle wohl mal vorsichtig mit der Lehrerin sprechen, was du beobachtet hast. Sie wird dir nun sicher nicht sagen (dürfen/können/wolllen) was sie davon hält oder erlebt, aber so weiss sie zumindest, dass es das Kind belastet, wie sie behandelt wird. (DENN erst mal belastet das "ärgern" in dem Fall, nicht das Übergewicht!)...UNsere Lehrerin macht von Anfang an ganz viele PRojekte und übungen und Rollenspiele, die den Klassenzusammenhalt stärken und genau so was vorbeugen sollen..... Denn da muss definitiv angesetzt werden. Denn auch wenn Ernährungsberatung nicht schadet, so darf sie in meinen Augen niemals einer Einzelfamilie aufgezwungen werden von der Kita/Schule (höchstens vom Arzt) UND nun kann es ja auch sein, dass die Eltern es nicht umsetzten wollen oder können....und darunter darf das Kind ja dann nicht leiden ...Oder sie setzen es um zu 99% und das Kind nimmt aber trotzdem nicht ab, weil was anderes dahintersteckt..... Wie auch immer.....(du weiss ja nicht, was sie sonst so isst...evtl. war das wirklich eine Ausnahme  :-\ Wer weiss)
Du selbst kannst da erst mal für das Kind direkt nichts tun, ausser die Lehrerin informieren und ggf. mal vorschlagen, dass sie was unternimmt zum Thema ärgern, hänseln, Freundschaft.....Und vielleicht auch vorab mal nach Projekten schauen, die es bei euch gibt.... Was du aber auf jeden Fall machen kannst, ist dein Kind darin zu bestärken zu ihr zu halten, wenn sie sie mag und evtl. wirklich mal einzuladen, um dem Kind zu zeigen, dass es nicht alleine ist und falls nicht, dass sie sich zumindest nicht an den Hänseleien beteiligt,sondern evtl. auch mal schützend vor ein anderes Kind stellt..... Das ist im ersten SChuljahr sicher schwierig und vielleicht sogar undenkbar....Aber für die Zukunft sicher auch wichtig...
Einen Elternabend zum Thema mobbing fände ich auch gut...allerdings auch schwierig, da man den Einzelfall ja auf keinen Fall ansprechen darf...Aber auch da gibt es sicher Möglichkeiten fur die Lehrerin evtl. auch mit Fachleuten einfach mal Kinder und ELtern zu informieren und mit diesen zu arbeiten (hier bietet auch die Polizei verschiedenes an oder kann zumindest weiterleiten)
Vielleicht -aber nur wenn du die Eltern gut kennst/kennenlernst, könntest du mal abtasten ob das Kind nicht Lust hat mit deiner Tochter ins Kinderturnen/schwimmen oder Tanzen (keine Ahnung was ihr so macht  ;)) zu gehen.....ABER so was würde ich nur in einem wirklich freundschaftlichen GEspräch bringen.....Evtl. wenn das Thema aufkommt.....Das muss man halt abtasten....wäre aber sicher nicht nur wegen des GEwichts gut,sondern auch einfach, dass sie dort in einem anderen Rahmen unter Kinder kommt und Selbstbewusstsein bekommt und ihre eigene Kondition fand sie ja auch offensichtlich belastend....ABER es kann natürlich auch sein, dass sie jetzt schon in 100 Sportvereinen ist ..... Ich finde es ganz schwierig da irgendwas anzusprechen, ohne eine familie zu kennen...zumal ja auch ein dickes Kind sportlich total aktiv sein kann oder eben lieber im Malkurs ist oder im Tierheim aktiv oder in der Musikschule und da dann auch viele Freundschaften hat.....
« Letzte Änderung: 21. Juni 2013, 08:33:17 von lotte81 »


Glucke1975

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« Antwort #20 am: 21. Juni 2013, 09:53:06 »
Ich finde den Ansatz mit den Ernährungsprojekten echt gut und würde auch versuchen, daran anzuknüpfen.

ABER: das Mobbingthema stünde bei mir trotzdem an erster Stelle.
Denn die Kinder werden ihr Leben lang immer wieder mit übergewichtigen Menschen oder auch mit Menschen, die einfach anders sind (behindert sind, äußerliche Auffälligkeiten haben usw.) Kontakt haben. Also müssen sie eher lernen, damit umzugehen, als zu lernen, dass der andere sich ändern muss.

Wenn das Mädel abnimmt, wird es für sie mit Sicherheit leichter. Aber was ist mit dem nächsten dicken Kind, was auf die Schule oder in die Klasse kommt? Da geht es dann weiter.
Also wäre mein Ansatz tatsächlich, die Kinder alle so sehr zu stärken, dass jedes von ihnen lernt, auch mit andersartigen Menschen und Dingen umgehen zu können.

Und da sollte der Weg tatsächlich erst einmal über die Schule und den Lehrer gehen, und später evtl. auch (allgemin gehalten) über die Eltern.
Ehem. brittchen :)
Wieder da, aber nur ein ganz kleines bißchen. ;)


Rumpelstilzchen

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« Antwort #21 am: 21. Juni 2013, 10:24:52 »
Ich finde auch, dass da vor allem der Lehrer gefordert ist. Wenn die Kinder lernen, dass man jemanden ausgrenzen kann, der anders ist, machen sie das nachher genauso bei anderen Andersartigkeiten und da bringt es ja nichts, ihnen zu vermitteln, dass sich erst einmal das andersartige Kind ändern muss.
In Jakobs Klasse gab es am Anfang auch das eine oder andere Problem, einige Jungs fielen auf, weil sie andere köperlich angingen und gezielt ärgerten, ich hatte wiederum Sorge, dass mein Sohn sich da eher als Opfer anbieten würde. Die Lehrerin ist aber damit super umgegangen und hat eine ganz tolle Klasse geformt, gerade indem sie Anderssein, Stärken und Schwächen von jedem Kind gezielt thematisiert hat. In dem Alter lassen sich die Kinder doch auch noch gut leiten und es gibt eine Menge Bücher, Lieder etc., mit denen man das vermitteln kann. Das kann je nach Klasse natürlich auch mal schwieriger sein, aber dann könnte Euer Lehrer sich ja auch Unterstützung holen von Mobbing-Fachleuten, evtl. Schulpsychologe oder wem auch immer.
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Sonne1978

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« Antwort #22 am: 21. Juni 2013, 10:48:33 »
Eine Sache habe ich unglücklich formuliert, daher noch kurz zur Erklärung: ich würde mir niemals herausnehmen, ungefragt anderen Eltern zum Thema "gesunde Ernährung" was zu erzählen. Das Wort "Misshandlung" sollte einfach nur die Dramatik für das Mädchen verdeutlichen. Ich kenne die Eltern flüchtig und behaupte, dass sie definitiv nur das Beste für ihr Kind wollen, es lieben und es glücklich sehen wollen.

Viel schlimmer war für mich das offensichtliche Ausgrenzen des Mädchens. Ich habe im Verlauf des Ausfluges ein Klassenfoto gemacht, auf dem eindeutig zu erkennen war, welche Kinder nicht direkt zum Klassenverbund gehören. Diese beiden standen etwas abseits und nicht bei der großen Gruppe. Das Mädchen, von dem ich erzähle, war eins der beiden Kinder.

Was das Teilen der Getränke angeht: es gab ja noch andere Kinder, die ebenfalls durstig waren und nichts mehr dabei hatten. Mit denen wurde anstandslos geteilt. Nur dem Mädchen wollte keiner was abgeben.

@Klasse 2000:
Das Projekt gibt es an unserer Schule auch, aber das umfasst ja soviele Themen... Und ob es tatsächlich zum besseren Miteinander verhilft? Ich würde es mir wünschen, aber bisher ist wohl nicht soviel davon hängengeblieben. Allerdings wurden bisher, soweit ich weiss, andere Themen behandelt.

@Lehrer
Dem ist das selbstverständlich auch aufgefallen und hat sich entsprechend für das Mädchen eingesetzt. Ich werde aber wohl noch einmal das Gespräch mit ihm suchen, denn, wie Ihr schon geschrieben habt: es wird nicht das letzte Kind sein, was "anders" ist.

@Mädchen
Was noch ein trauriges Beispiel ist: sie hatte vor wenigen Wochen Geburtstag. Unter anderem war unsere Große eingeladen. Da wir zu der Zeit im Urlaub waren, konnte sie leider nicht kommen, obwohl sie gewollte hätte. Hinterher habe ich erfahren, dass fast alle Kinder abgesagt haben, die eingeladen wurden. Ach so... und der Geburtstag sollte bei Mc Donald's gefeiert werden. Da werden Vorurteile doch wieder bestätigt :-[

piglet

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« Antwort #23 am: 21. Juni 2013, 10:56:13 »
Ich kann auch Klasse2000 http://www.klasse2000.de/ als Projekt empfehlen. Arvid hatte in diesem Jahr unter anderem das Thema Ernährung. Aber wie bereits beschrieben umfasst es noch viele andere Themen.

Wegen den Trinkflaschen, da kann ich die Kinder verstehen. Es wurde ja erst nur gefragt wer noch was drin hat und dann war plötzlich vom Teilen die Rede. Arvid teilt seine Getränke auch nicht gerne, andere Sachen schon aber beim Trinken ist er eigen.

Dein Einsatz für sie bei dem Ausflug finde ich ganz toll! Du weißt also das man sie auch hinhalten kann mit dem Essen, was ja bei einem Besuch von Ihr evtl erforderlich wird.
Ein guter Ansatz ist da auch schonmal die Bereitschaft Deiner Tochter sie mal einzuladen. Wenn sich herausstellt daß sie gut mit dem Mädchen kann hat das Mädchen auch Chancen andere näher kennen zu lernen.
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kd74

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Antw:Diskriminierung von Mitschülerin
« Antwort #24 am: 21. Juni 2013, 11:13:43 »
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« Letzte Änderung: 24. Juni 2013, 16:32:28 von Vigi »

 

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