Autor Thema: Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )  (Gelesen 6578 mal)

Pedi

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Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« am: 11. Juni 2016, 17:55:43 »
Hallo  :)

Nach einigen Reportagen und Berichten haben wir entschieden das wir doch mal genauer wissen wollen wie viel Zucker wir eigentlich so am Tag zu uns nehmen um es dann zu reduzieren. Und ja, es kommt doch einiges zusammen  :P Und dabei haben wir nicht mal viele Süßigkeiten hier im Haus. Aber eigentlich versteckt er sich überall. Erschreckend ist jedoch welche Mengen das sind. Wir haben das mit den Kindern zusammen abgewogen um auch einfach ein besseres Gefühl dafür zu bekommen.

Die WHO empfiehlt inzwischen eine Tagesdosis von 25 Gramm. Könntet ihr das einhalten? Wie sehr achtet ihr darauf? Und auch bei den Kindern?

Wir haben nun sämtliche Säfte entfernt (gut, gab es eh nur 1x die Woche), fertige Jogurts ebenfalls und Süßigkeiten gibt es nur noch kleine Sachen.

Ich muss ja gestehen die ersten Tage waren schon schwer s-:) Und manchmal erwische ich mich dabei, dass ich durch die Gegend schleiche und was suche. Da ich ja noch stille, ist so ein Stück Schokolade manchmal doch verlockend.  :P


Also wie ist das bei euch?  :)

 




*Unser Sternenmädchen wurde am 24.02.14 in der 19. SSW still geboren.Wir werden dich nicht vergessen!

Tini

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #1 am: 11. Juni 2016, 18:14:34 »
Im Kopf unterteile ich schon die Lebensmittel ganz grob in "gut", "weniger gut" und "schlecht". Ich weiss schon in etwa, in welchen Lebensmitteln viel und in welchen weniger Zucker ist. Und dass sich Zucker auch in Sachen verstecken kann, in denen man es eher weniger vermutet.

Soweit zur Theorie. In der Praxis blende ich das oft aus. Ich achte in letzter Zeit schon mehr darauf, was ich esse und vor allem wieviel. Aber eher im Hinblick auf Kalorien und fett.

Ich habe das große Problem, dass ich von jeher eher ungesunde Sachen mag, angefangen bei Cola, die ich lieber trinke als Wasser oder eben Süßes. Fast Food und Fertigprodukte mit viel Geschmacksverstärker. ... es fällt mir unglaublich schwer, mich umzugewöhnen, auch wenn ich weiss, dass ich es dringend sollte.

Bei den Kindern achte Ich schon darauf, dass sie möglichst gesund und ausgewogen essen. Aber wir essen alle immer noch viel zu viel Zucker.
  
 
Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen


Nipa

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #2 am: 11. Juni 2016, 21:07:51 »
Es ist wirklich heftig was man allgemein so isst. Gerade wenn man eine Unverträglichkeit in der Familie hat fängt man an die Inhaltsstoffliste zu lesen und das ist teilweise sehr erschreckend was alles wo drin ist.

Bei Zucker ärgere ich mich schon immer darüber, dass die meisten Firmen zum Beschönigen der Liste mittlerweile nicht mehr nur Zucker nehmen (der dann vorne dran stehen würde), sondern, 2 - 4 verschiedene Zuckerarten reinpacken.

Sowas wie Kinderjoghurt gibt es bei uns z.B. schon immer nur als was besonderes als Nachtisch und noch nie als "oh, esst einen gesunden Joghurt"



Nipa

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #3 am: 11. Juni 2016, 21:11:27 »
Wirklich extrem finde ich übrigens wie oft Kinder von aussen Süssigkeiten bekommen.

Unser Großer hat dieses Jahr in der Fastenzeit auf Süssigkeiten verzichtet und die, die er überall bekam dann in eine Tupper getan. Wieviel das war - wahnsinn!
Und wo es überall Süsses gibt... Kinderarzt, Metzger, Apotheke, selbst in der Schule und im Kindergarten...



Honigbluete

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #4 am: 11. Juni 2016, 21:12:13 »
Ich glaube auch, dass wir viel zu viel Zucker essen. Wir naschen alle gerne und viel. Das werde ich versuchen, immer weiter zu reduzieren, die Idee, das mit den Kindern mal abzuwiegen finde ich super! Gerade auch, was den versteckten Zucker anbelangt.



anina77

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #5 am: 12. Juni 2016, 07:07:57 »
Ja,unser Zucker Konsum ist wahnsinnig hoch. Und das merkt man erst, wenn man bewusst darauf achtet und bewusst verzichtet.
Ich achte sehr auf Ernährung und deswegen vermeiden wir zuhause viele DInge mit Zuckerzusatz bzw. zu hohen Zuckergehalt, wie
- Säfte, Softdrinks usw.  (es wird Wasser oder ungesüsster Kräutertee getrunken, alternativ Ingwer-Wasser)
- fertige Joghurts (es gibt Naturjoghurt oder Quark pur oder mit Obst und/oder Haferflocken etc.)
- fertge Müsli-Mischungen (wir haben Haferflocken, Dinkeflocken, Amaranth,versch. Nüsse etc., die individuell gemischt werden können) 
- generell alle "fertigen" Gerichte und Mischungen (nicht nur wegen des Zuckergehalts, sondern wegen der ganzen Inhaltsstoffe)

Außerdem versuche ich wirklich alles selbst zu kochen und lasse in vielen Gerichten den Zucker einfach weg (z.B. Greisbrei schmeckt auch ohne Zucker). Ich stelle auch eher mal ein Gemüse-Teller hin als einen Obst-Teller.

Klar, alles funktioniert nicht (z.B. essen wir morgens auch mal an Brot mit selbstgemachter Marmelade und da ist natrülich Gelierzucker drin, aber nicht der 1:1 sondern der 3:1; auch trinkt mein Mann mal ein Radler ...).
Ausnahmen werden bewusst gemacht, d.h. 1xpro Woche ist Schoko-Tag, da gibt es Nutella zum Frühstück. Und Süßigkeiten für die Kinder gibt es in kleineren Portionen auch fast jeden Tag. ABer das ist für mich ok, weil sie einfach wenig anderen Zucker essen.

Aber diese ganzen Regelungen gelten (für die Kinder) nur zuhause und dort fällt es ihnen gar nicht auf  ;), dass es keinen Zucker gibt. D.h. unterwegs dürfen sie natürlich auch mal eine Schorle trinken,  Kuchen essen etc..Ganz normal eben.
Für mich selbst bin ich strenger, ich versuche fast komplett auf Industrie-Zucker zu verzichten weil es mir damit besser geht. 

Wolkenspringerin

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« Antwort #6 am: 12. Juni 2016, 08:46:04 »
Auf Säfte wie z.B. O-Saft (ist im Grunde der einzige SAft im Haus) verzichten wir nicht Mein Mann und ich trinken jeden Tag ein Glas O-Saft zum Frühstück oder geben diese Menge eben in unseren Smoothie.
Die Kinder trinken eigentlich nur Wasser. Selten mal mit A-Saft. Zum Frühstück trinken sie alle drei gerne mal Tee und auch den ungesüßt und am Wochenende gibts auch mal Kakao.
Frühstückscerialien sind hier unter der Woche gern gesehen bei den Kindern, da sie so früh am morgen sonst rein gar nichts essen würden. Da gibts eine kl. Schale und gut ist In der Schule haben sie immer Volkorn, Schwarzbrot mit dabei, Gemüse, Obst und Wasser. Beide Kinder essen zu Mittag in der Schule und auch dort gibts kein Süßkram. Wird dort nicht gewünscht.
Der Kleine isst auch im Kiga und auch dort ist es so.
Am Nachmittag zu Hause darfs dann auch zu Hause mal was süßes sein.  Ein Eis, ein Stk. Kuchen, aber auch gerne mal ein Obst. Im Sommer sehr beliebt hier Melone und Co.
Süßigkeiten gibts hier in einer Kiste die auf dem Kühlschrank deponiert ist und sie fragen immer wenn sie was haben möchten. Ich verneine das eher selten und sie fragen auch nicht 20* am Tag.

Ich denke die Ausgewogenheit macht es am Ende einer Bilanz.

Fertiggerichte sind hier nicht gewünscht und werden auch nicht gemacht.


Solar. E

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #7 am: 12. Juni 2016, 09:38:03 »
An einem süßen Frühstück zu Hause kommen meine beiden Großen leider nicht vorbei, weil sie zu einer Zeit aus dem Haus gehen, zu der sie wenn man sie lässt nie im Leben was essen würden. Da kommt es mir eher drauf an, dass sie essen und weniger, was sie essen. Sie bis zur ersten großen Pause komplett nüchtern zu lassen kommt auf gar keinen Fall in Frage. In der Schule gibt es dann für alle wieder Roggenbrot mit Wurst/Käse sowie Obst oder Gemüse dazu. Getrunken wird zu 90% Wasser (irgendwie hat jeder seine eigene Wassermarke  s-:) aber da spiele ich halt mit weil ich heilfroh bin, dass sie so ohne weiteres Wasser trinken. Ich selber bin was das angeht ziemlich auf Süßes gepolt  :P).

Der Jüngste geht später, der isst sein Müsli mit Milch und da achte ich drauf, dass möglichst wenig Zucker drin ist.
Da meine Jungs beide eher schwer sind und es in letzter Zeit auch mit dem Süßkram übertrieben haben (ich bin beim Kleinen fast hintenüber gekippt als ich den gewogen habe  :-[) habe ich die Süßigkeiten nun auf einen Schokoriegel am Tag begrenzt. Bei der sonstigen Ernährung achte ich ohnehin schon auf Ausgewogenheit und verzichte weitestgehend auf Fertigzeug. Joghurt z.B. gibt es immer schon in der Naturvariante mit einem Klecks Marmelade. Ganz ohne Zucker geht es nicht, muss es aber auch nicht.
Bisher läuft es hier auch mit der Ein-Schokoriegel-Taktik gut - so gut, dass sie schon öfter vergessen haben, danach zu fragen bzw. von sich aus einmal öfter in den Obstkorb greifen. Und es macht sich auch in der allgemeinen Verfassung bereits bemerkbar.

Nipa

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« Antwort #8 am: 12. Juni 2016, 10:28:20 »
@Cerealien: gibt es bei uns zuckerfrei/zuckerarm und ehrlich: ich habe festgestellt sie merken das nicht wirklich. Hier gibt es Dinkelpops, die sehen aus wie Smacks, sind ungezuckert. Dinkelflakes und Cornflakes gibt es auch ohne Zucker. Und sie essen gern die Seitenbacher Saltoos. Die sind nicht komplett ungesüsst, aber deutlich weniger süss als das ganze Kellogs-Zeug und wenigstens noch aus Dinkel ;)




Schnukki

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #9 am: 12. Juni 2016, 12:52:01 »
Wir versuchen generell auf eine halbwegs gesunde Ernährung zu achten …
ABER: Ich Geißel mich nicht.

A. isst gerne von Nesquik die Schokobälle. Die bestehen bestimmt zu 60% aus Zucker …
Am anderen Morgen isst sie dann Haferflocken mit Obst und Joghurt (wobei wir hier eben auf hochwertige Produkte achten) - wenn man aber mal genau schaut bezüglich des Fruchtzuckers und der Kalorien, dann nimmt sich das nicht wirklich viel!

Natürlich hält z.B. ein Vollkornbrot mit Wurst länger vor (macht satt) als ein Toast mit Nutella.

Ich denke hier macht es die Mischung. A. isst viel Obst und Gemüse .. bewegt sich viel.
Trinkt gern Wasser und Tee … Saft und Co. mag sie mal im Restaurant aber nicht zum Durst löschen.
Aber sie liebt auch ihre Süssigkeit in der Brotbüchse und nimmt oft kleine Portionen zu sich.

Wir haben aber auch das *Glück*, dass wir uns da bei ihr keine Gedanken machen brauchen.
Und wo meine Kilos herkommen, dass weiß ich .. weil allein das Stück Kuchen hat bestimmt schon die 25Gramm Zucker  :P

pelα ღ

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« Antwort #10 am: 13. Juni 2016, 09:58:52 »
Hallo  :) Ich esse seit 1,5 Jahren Industriezucker und Fructose frei. Mir ging es nie besser!  :thumbsup: Magen-Darm Probleme, Hautunreinheiten, Infekte .. alles verschwunden. Bei den Kindern ist das nicht so leicht umzusetzen.  ;) Aber auch da wurde sehr reduziert.

Ich kann Dir das Buch "goodbye Zucker" empfehlen.  :)
Viele Grüße Pela


Hrefna

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #11 am: 13. Juni 2016, 10:32:47 »
Der Zuckerkonsum ist Wahnsinn und genauso der Hype, der gerade wieder mal in Medien und Gesellschaft darum gemacht wird.  Ich empfinde das als etwas nervig, genauso wie das Proklamieren verschiedener Ernährungsformen, Abnehmprozeduren, sonstiger böser Lebensmittel und Superfoodentdeckungen.

Essen und Ernährung als Projekt. Bei manchen noch gekoppelt mit dem Willen, abzunehmen. Ich schalte immer direkt ab, wenn in meiner Umgebung jemand anfängt von seinen Ernährungsprinzipien zu erzählen. Gerade auf der Arbeit sind bei uns gerade einige ganz heiß bei dieser irrsinnigen HCG-Diät dabei.  s-:)

Ich bin seeeeehr entspannt was Essen und Ernährung anbelangt, denn nichts ist so dermaßen einfach:

Ich esse, wenn ich Hunger habe und wenn ich satt bin höre ich auf. Mehr ist es nicht.

Und so handhaben wir es auch in der Familie. Keiner frisst, keiner verzichtet, keiner kämpft gegen Waage und verkopfte Ernährungsdogmen. Kein "ab morgen", kein "heute zum letzten mal".
Ich esse alles ganz gerne. Manches esse ich viel öfter als anderes. Meine Müslizutaten und einen Apfelvorrat würde ich unbedingt mit auf eine einsame Insel mitnehmen. Ich kann schlecht meine Joggingrunde drehen, wenn ich vorher gerade Pfannkuchen mit Marmelade gegessen habe. Das ist so ziemlich alles, was ich erwähnenswert finde bezüglich meiner Ernährung.

Was ich nicht möchte, ist Nebenbeiessen am PC, TV oder beim Zeitunglesen.
Da merke ich nämlich gar nicht, ob ich satt bin oder was und warum ich eigentlich esse.
Wenn ich esse, dann schmecke und genieße ich. Und manchmal auch gerne Sahnetorte.

War jetzt glaube ich etwas an Deinem eigentlichen Thema vorbei, pedi, sorry.  :-[ 
Lag mir gerade trotzdem irgendwie am Herzen.

lisa81

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« Antwort #12 am: 13. Juni 2016, 10:37:33 »
Das mit dem Abwiegen werde ich auch mal machen  :D

Hier wird viel zu viel Zucker gegessen. Aber solange der Papa der "schlimmste" von allen ist und meist einkauft, wird sich daran auch nichts ändern.
Grade die Große ist richtig süchtig danach, aktuell wieder sehr stark und gleichzeitig blüht die Neurodermitis auf, die lange fast weg war  :-[

Mich stört es nicht, wenn süß gefrühstückt wird und es im Sommer mal das ein oder andere Eis extra gibt, hin und wieder das leckere Teilchen oder den Kuchen. Ich habe auch nichts gegen ein Glas Saft oder mal zwei. Aber ich würde mir wünschen, dass wir zumindest an 4-5 Tagen pro Woche unter dem Limit oder nah dran wären.
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deep_blue

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #13 am: 13. Juni 2016, 12:04:19 »
Ich schliesse mich vollumfänglich dem Post von Hrefna an. Und ergänze, dass ich/wir mächtig entspannt mit diesen ganzen Dingen umgehe/n und mich/wir uns mächtig wohl dabei fühle/n. :)
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Fliegenpilz

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #14 am: 13. Juni 2016, 12:13:44 »
Ich behaupte, dass diese Entspanntheit sehr locker zu einfach zu leben ist, wenn ein korrekter Umgang mit Lebensmitteln erlernt wurde - hat man dies jedoch nicht, neigt ggf. zu Essstörungen in jeder Richtung o.ä., dann bedarf es erst einmal einen "Leitfaden" um Schritt für Schritt zu dem wertvollen Gut, welches ihr zu besitzen scheint, zu gelangen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass unsere Töchter später dies durch uns so mitgegeben bekommen haben und es nicht mühselig erlernen müssen.

anina77

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« Antwort #15 am: 13. Juni 2016, 12:49:37 »
Ich glaube, dass es die Reduzierung von Zucker sehr negativ, im Sinne von Verzicht gesehen wird. So ist es aber bei zumindest bei uns gar nicht.

Beispiel fertige Joghurts: wenn die Kinder mit zum einkaufen gehen lasse sich ich mich oft erweichen und kaufe den gewünschten Joghurt. Aber: dieser wir in den wenigsten Fällen aufgegessen, weil er den Kindern zu süß ist. Sie mögen ihn schlicht und einfach nicht. Und wenn es doch mal eine Sorte ist, der ihnen schmeckt, dann es es am folgetag trotzdem völlig ok, dass es wieder naturjoghurt mit Obst gibt und es gibt keine Diskussion darüber.

Fliegenpilz hat es schön geschrieben: ein korrekter Umgang mit Lebensmitteln. Und dazu gehören für mich eben "pure" Lebensmittel, ohne jeglichen Zusatz (sei es Zucker oder sonstige Zusätze) und die Ausgewogenheit der Ernährung.
Deswegen wir hier auch nicht das Sommer-Eis für die Kinder verteufelt, sondern das bekommen sie selbstverständlich. Nur ich für meinen Teil verzichte gerne darauf, weil es mir gesundheitlich ohne Eis eben besser geht.

Affendame

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« Antwort #16 am: 13. Juni 2016, 13:02:21 »
@Fliegenpilz Essstörungen haben nicht immer etwas mit dem erlernten Umgang mit Lebensmitteln zu tun. Essstörungen sind ein Ausdruck, ein Hilfeschrei. Tatsächlich ist es aber so, dass man nach der Überwindung einer Essstörung den Umgang mit Nahrungsmitteln neu lernen muss.
Darum esse ich genau das, was ich möchte. Und auch meine Tochter darf das, allerdings in Maßen.
Wenn ich eine Rostbratwurst zum Frühstück esse, darf sie probieren!

Fliegenpilz

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« Antwort #17 am: 13. Juni 2016, 13:03:50 »
Habe ich das geschrieben?

Affendame

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« Antwort #18 am: 13. Juni 2016, 13:08:10 »
Liest sich zumindest so.

Fliegenpilz

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« Antwort #19 am: 13. Juni 2016, 13:38:16 »
Aha. Ja dann, lasse ich das mal so stehen.

lisa81

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« Antwort #20 am: 13. Juni 2016, 13:46:01 »
Fliegenpilz  :thumbsup:

Das fällt mir mittlerweile in so vielen Threads auf, so oft herrschen unterschiedliche Meinungen und so oft sind sie am Ende nicht weit voneinander weg.
Die Entspanntheit kommt, weil es läuft, weil alles im Rahmen ist und es nicht aus dem Ruder läuft.
Ob es um Regeln geht oder um Zuckerkonsum.

Der eine sieht es als bewusstes Essen oder als Regel, der andere lebt fast genauso und sieht es als normal.

Ich wage zu behaupten, dass auch im Hause Hrefna oder deep_blue nicht jeder Tag mit einem großen süßen Frühstück beginnt, es als zweites Frühstück was Süßes vom Bäcker gibt, mittags reichlich gezuckerte Fertigkost, einen großen Nachtisch und nachmittags täglich Kekse, Sahnekuchen oder Schokolade als Snack um abends den Tag mit ein paar Chips zu beenden  ;) Auch wird das Standardgetränk keine Limonade sein.
Es gibt aber durchaus Haushalte, in denen das so läuft und ja, da ist mir jeder Hype recht, um zu sensibilisieren.

Und ich sehe es bei uns eben auch, wir haben da immer mal Diskussionen, aber im Großen und Ganzen leben wir auch mit den "Zuckersünden" gut. Nur wird das zwischendurch schleichend mehr und nicht immer auch automatisch wieder weniger.
So wird aus dem unregelmäßig süßen Frühstück ein regelmäßiges. Dazu noch was kleines für die Schule. Aus der Hand voll Süßkram zum Nachtisch wird ein tägliches Eis und auch das wird vom Wassereis zur Kugel, zur Schüssel voll. Ach, Sahne wäre ja auch ganz schön.
Oh, da kommt der Nachbar. Ab und zu gibt es von dem was. Und sieht man den fast jeden Tag und es gibt fast jeden Tag was.
Und irgendwann kommt der Punkt, wo man feststellt, die Kinder essen so wenig, streiten viel? Wow, das ist ja ganz schön viel Süßkram und oh, irgendwie häufen sich die Ausnahmen und es gibt fast keinen Tag mehr ohne.
Das ist jetzt etwas übertrieben, aber es geht so schnell und ich finde es gut, wenn man dann ab und zu nochmal drauf gestoßen wird.

Das Leben komplett ohne Zucker, ok, das ist nochmal was anderes. Aber das sehe ich entspannt. Früher war es Essen nach 18Uhr, Entschlackungskuren,.....
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deep_blue

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« Antwort #21 am: 13. Juni 2016, 15:58:34 »
lisa, du hast das völlig richtig gelesen und interpretiert, also zumindest für meine Person. :)

Ich bin nun einmal kein Mensch, der Reglementierung schätzt oder die Holzhammermethode. Bei uns läuft wie vieles in unserem Leben auch die Ernährung sehr bewusst ab. Und ich hoffe meinen Kindern, dieses Bewusstsein jeden Tag in der Form vermitteln zu können, dass sie "verstehen". Bisher gelingt das sehr gut.
« Letzte Änderung: 13. Juni 2016, 16:08:57 von deep_blue »
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schwalbe

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #22 am: 13. Juni 2016, 20:51:56 »
bei uns läuft es ähnlich wie bei Hrefna. Wir rechnen nicht beim Essen, ich zähle auch nicht, wieviel und wie oft was gegessen wird. Das war schon so, als ich ein Kind war.
Wenn ich in meinen Einkaufskorb schaue, dann sind da zur Hälfte Obst und Gemüse drin, vielleicht ein Drittel "Beilagen", also Reis, Nudeln, Brot, Mehl ect und der Rest verteilt sich auf Fleisch, Fisch, Butter und Süßigkeiten und so. Also muss es doch irgendwie richtig laufen! Getrunken wird Wasser aus der Leitung oder Kaffee oder Tee, den dann aber gerne mit viel Zucker und Sahne, Saft würde es auch geben, wenn man den nicht so schwer schleppen müsste, vielleicht sollte ich mal wieder nen Holunderblütensirup kochen.
Bei uns funktioniert es und da bin ich froh und dankbar. Sowohl mein Mann als auch ich selbst gehöre aber auch zu den Menschen, die nie wirklich bewusst eine Diät gemacht haben oder machen mussten.
Letztens habe ich mich mit einer Freundin unterhalten, die eine Proteindiät macht, sich also Kohlenhydratfrei ernährt. Ich war irgendwie schockiert, als ich in langen Gesprächen festgestellt habe, dass sie sich beim Essen eigentlich IMMER irgendwie beherrschen muss, eigentlich immer zurückhalten muss. Das kenne ich selbst überhaupt nicht. Ich esse worauf ich Lust habe, und oft habe ich Lust auf Obst und Gemüse. Hier kann eine angebrochene Tafel Schokolade im Kühlschrank auch mal grau werden, während eine Packung Gummibärchen in 2 Tagen leer ist.
Was ich sagen will, wenn man so ist wie ich, dann versteht man oft schlecht, wieso andere sich so viele Gedanken um ihre Ernährung machen. Trotzdem macht es natürlich Sinn, sich Gedanken zu machen, eben vor allem dann, wenn der Körper das nicht über Lust, Hunger und Sättigung selbst regulieren kann.

Und übrigens, das scheint nur bei uns zu Hause zu funktionieren. Wenn mein Sohn mit anderen Kindern unterwegs ist und es wird eine Tüte Gummibärchen oder eine Packung Kekse aufgemacht, dann stürzt er sich wie alle anderen drauf, besteht darauf, dass gerecht geteilt wird und wird richtig futterneidisch. Zu Hause ist das nicht so, auch nicht wenn Freunde da sind.
zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen, Wurzeln und Flügel (Goethe)

Fliegenpilz

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Antw:Der tägliche Zuckerkonsum (oder Wahnsinn )
« Antwort #23 am: 13. Juni 2016, 21:05:51 »
Dann bringe ich euch jetzt mal das andere Beispiel, vielleicht ist es dann für andere verständlicher wieso es manchen Menschen nicht "einfach so zufällt" die gesunde und ausgewogene Ernährung ohne Eigen-Reglementierung und Bedacht auf das was auf den Teller kommt.

Meine Mutter konnte nicht kochen, absolut gar nicht. Kann sie bis heute nicht.
Ich bin ein Kind der "Tüten-Generation", alles bei uns Zuhause kam aus der Tüte wenn meine Mutter gekocht hat - ALLES!
Mein Vater konnte kochen, war jedoch im Schichtsystem Vollzeit beschäftigt und hatte einen Nebenjob um all die Rechnungen, die so anfielen auch nur im Ansatz begleichen zu können. Er versuchte sich oft die Zeit zu nehmen zu kochen, ja - dennoch kochte er (in meinen heutigen Augen) sehr fettreich, sehr deftig, sehr großzügig.
Während bei meiner Mutter Zuhause in ihrer Kindheit eine Mutter vorhanden war die kochen konnte, die Küche aber zum Sperrbezirk für die Kinder erklärte und diesen nichts mit gab, so wurde mein Vater in einem Haushalt groß in dem die Kinder Geld bekamen und Selbstversorger sein durften - falls der Tiefkühler leer war.

Ja, mir wurde auch als Kind schon erzählt wie wichtig dies und jenes sei - aber es wurde mir nicht vorgelebt und ich habe all diese schlechten Eigenschaften erst einmal übernommen, wenn auch schleichend.
Ständig wurde mir von meiner Mutter erzählt, dass ich zu dick sei, auf meine Figur achten muss. Ich war so alt wie unsere Töchter jetzt, ich war gertenschlank (und kann dies gerne an Hand von Fotos beweisen),  aber all ihre Probleme wurden auf mich projiziert und ich wurde reglementiert bis zum Hungern. So begann ich heimlich zu essen, ich gab all mein Taschengeld für Süßigkeiten die es Zuhause nicht gab aus, ich ging zur Imbissbude um ein Sättigungsgefühl zu erlangen.

In diesen Punkten wurde ich wirklich sehr schlecht erzogen und es hat mich viel Arbeit an mir selbst gekostet - zu erlernen, dass ich keine Hungersnöte erleide. Zu erlernen mich selbst zu reglementieren ohne zu bestrafen o.ä.!

Ich nenne es mit heutigem Wissen eine Essstörung was mir wirklich von Kindergartenbeinen an  anerzogen wurde. Keine Essstörung als Hilferuf, sondern eine Essstörung weil mein Essverhalten von außen gestört wurde und ich kein Eigengefühl entwickeln konnte.

Ich bin mittlerweile erwachsen, ich wohne seit 13 Jahren nicht mehr in den elterlichen Gefilden. Ich kann kochen, ich habe so viel gelernt, so viel mir selbst bei gebracht. Mein Einkaufswagen ist abwechslungsreich, wir haben immer Massen an Obst & Gemüse im Haus, ich stehe nicht so auf Kohlenhydrate (von denen werde ich zu einem noch fetter, zum anderen schlafe ich schlechter, habe mehr Heißhunger, fühle mich aufgebläht) usw.

Aber für mich ist es dennoch ein Kampf, immer wieder nicht in alte Gewohnheiten zu fallen. Manchmal fühle ich mich wie ein trockener Alkoholiker - nur das die Nahrungsaufnahme notwendig ist zum Überleben und ich daher nicht komplett dem Absagen kann, ich stehe also in dauerhafter Versuchung einzubrechen und nachzugeben.

Ich wünsche mir von Herzen, dass es unseren Kindern niemals so gehen wird - und auch daran arbeite ich. Sie kennen und essen Früchte, deren Namen haben ihre Freundinnen zum Teil noch nie gehört. Es ist immer eine abwechslungsreiche Kost auf dem Teller, es gibt hier keinerlei Fertigprodukte. Sie dürfen mir in der Küche helfen, sie dürfen mit mir den Einkaufszettel schreiben und einkaufen gehen. Sie dürfen selbst feststellen, dass den meisten Menschen nach einer Tafel Schokolade irre schlecht ist. Genauso wie ich niemals sagen würde, dass sie jetzt bitte die Süßigkeiten liegen lassen sollten weil Süßigkeiten dick machen. In all unserem Zuckerkonsum sind eine handvoll Süßigkeiten das geringste Übel, immerhin versteckt sich mittlerweile in fast jedem Produkt (mal die Zutatenliste von Dauerwurst studiert?) Zucker. Sie sollen bzw. dürfen den bewussten Umgang lernen. Und dick werden sie nicht weil sie sich vor dem Abendessen noch einen Schokoriegel erfragen, da sind dann drei Brote mit dick Butter und Wurst oder Käse gewiss fataler ...

Selbst mein Vater kocht heutzutage anders, bewusster, ausgewogener. Und wir geben uns sogar gegenseitig Tipps. Meine Mutter kann bis heute nicht kochen, unsere Kinder essen dort nicht - gerade unsere Große klagt über Kopfschmerzen nach "Tütenkram". Sie essen dort freiwillig nicht, nicht weil wir es ihnen anerzogen haben. Hier behaupte ich, dass sie schon ein Bewusstsein für gute Kost entwickelt haben - durch das Vorleben und dem was sie tagtäglich auf dem Teller bekommen.
« Letzte Änderung: 13. Juni 2016, 21:09:38 von Fliegenpilz »

Tini

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« Antwort #24 am: 13. Juni 2016, 22:18:41 »
Bei uns zu Hause war es leider genau so. Meine Mutter konnte nicht kochen und auch wenn sie das anders sieht, sie kann es bis heute nicht. Sie durfte bei ihrer Mutter, meiner Oma, auch nie in die Küche. Mein Vater kann aber auch nicht wirklich kochen, er hat früher immer in der Firnenkantine gegessen und ist mittlerweile mit einer Frau verheiratet, die kochen kann.

Allerdings habe ich das große Problem, dass ich es nie geschafft habe, mich fürs kochen zu motivieren. Als ich allein gelebt habe, habe ich von 8.00 bis 17.00 gearbeitet und habe mittags auswärts gegessen, zu Hause nur Brot. Ich habe immer mal versucht, mich dem Kochen und der Ernährung anzunähern, aber ich finde es leider einfach nur nervig und habe kein Händchen dafür. Ich habe keine Lust und keine Geduld, mich mit Zutaten zu beschäftigen und wenn ich Hunger habe, will ich schnell was essen und nicht noch stundenlang in der Küche stehen.

Das ist ein echtes Dilemma, denn ich fände es auch besser, wenn meine Tochter  (und auch mein Sohn) kochen kann, wenn sie mal auszieht. Ihr Vater kann zum Glück gut kochen und mein Freund auch. Aber er ist ja unter der Woche den ganzen Tag arbeiten und kocht nur am Wochenende. Klar habe ich ein schlechtes Gewissen und starte immer wieder Versuche, kochen zu lernen. Aber innerlich bleibt es immer lästige Pflicht, die es mir so verleidet, dass ich es frustriert immer wieder aufgebe. Selbst mein hochmotivierter Freund hat mir nach mehreren Versuchen bescheinigt, dass es ein fast aussichtsloses Unterfangen ist, mir kochen beizubringen. Immerhin kann er da vieles an die Kinder weitergeben.

Insofern versuche ich im Rahmen meiner beschränkten Fähigkeiten meinen Kindern so gut es geht gesunde Sachen auf den Tisch zu bringen und sei es auch nur, dass ich das aufwärme, was mein Freund am Wochenende gekocht hat.

Die Sache mit dem Zucker wird aber für mich immer schwierig bleiben.
« Letzte Änderung: 13. Juni 2016, 22:23:45 von Tini »
  
 
Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen

 

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