Autor Thema: Das Schwiegermutter-Syndrom  (Gelesen 16688 mal)

Once

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Das Schwiegermutter-Syndrom
« am: 06. April 2013, 09:44:04 »
Es hat mich erwischt und ich brauche euren Rat. Ich leide am ausgeprägten Schwiegermutter-Syndrom und ertrage es (ohne offensichtlichen Grund) nicht mehr bzw. nur sehr schlecht wenn meine sehr nette und aufopfernde Schwiegermutter unsere Tochter hat.

Ich hätte nie gedacht, dass ich dem zum Opfer falle und eifersüchtige Gluckenallüren an den Tag legen würde, aber jedes Mal wenn meine Schwiegermutter auch nur non-verbal deutlich macht, dass sie die kleine Motte halten will könnte ich meine Finger in die Oberschenkel meines Freundes krallen. Ich gebe sie dann heraus und bekomme sie eine gefühlte Ewigkeit nicht wieder. Die Tatsache, dass sie meine Tochter dann so lange behält bis ihre Arme um ganze 5cm länger erscheinen bringt mich in eine derart existenzielle Not dass ich Wände hochgehen könnte. Dabei sollte es mich eigentlich freuen.  :P Ich bin selbst total angenervt von der Macht dieses Gefühls und ihm gleichzeitig nahezu hilflos ausgeliefert. Ganz schlimm ist es, wenn die Kleine dann auch noch bei ihr einschläft - denn dies bedeutet, dass sie sie so lange halten wird, bis sie wieder aufwacht  ;D. Ich muss selbst lachen, während ich dies schreibe.

Natürlich - wie könnte es auch anders sein - hat mein Freund ein Problem damit, dass ich weniger Hemmungen habe sie meiner Mutter zu geben und reagiert mit stellvertretender Eifersucht. Diese führt wiederum zu einer Verstärkung der negativen Gefühle meinerseits da ich merke, dass mein Freund sich für seine Mutter einsetzt und meine (zugegeben!) wenig rationalen und somit einseitigen und unfairen Eifersüchteleien nicht nachfühlen und akzeptieren kann. Dabei wäre es der Schwiegermutter-Schwiegertochter-Beziehung zuträglich würde er entgegen seiner Vernunft reagieren und mich unterstützen (auch hier muss ich wieder lachen  :P). Darüber zu reden hat also keine Erfolge verzeichnet.
Morgen steht nun ein Familiengeburtstag an bei dem beide Seiten vertreten sein werden und ich überlege nun einfach ehrlich zu kommunizieren, dass ich dieser Tage arge Probleme damit habe sie abzugeben - also mal ganz bei mir bleibe. Auch wenn das total lächerlich erscheint und wahrscheinlich einige Augenroller erntet. Mein Freund meldete nämlich schon an, dass seine Mutter womöglich ebenfalls eifersüchtig reagieren könne wenn meine Mutter sie hätte....AHH  :-X...manno!

Nun weiß ich Gott sei Dank, dass das womit ich derzeit kämpfe kein unnatürliches Phänomen ist. Mich würde aber dennoch interessieren ob es hier wem ähnlich erging? Wie ihr damit umgegangen seid und vor allem: wie lange diese Phase der relativ irrationalen Eifersüchtelei bei Euch anhielt. Ob es begründet oder unbegründet war?
« Letzte Änderung: 06. April 2013, 09:59:24 von Once »

lotte81

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #1 am: 06. April 2013, 10:10:48 »
Ja,ja, und ja...ichf idne mich witziger Weise in deiner Beschreibung komplett wieder (vor 7 Jahren natürlich  ;D)...... Da wir aber beide der Meinung waren, dass ein Kind nciht rumgereicht werden sollte, war mein Mann da ganz auf meiner Seite.....Zumal unser Sohn uns auch abends so Tage gern mal mit Gebrüll gedankt hat......Er war einfach reiszüberflutet...wir haben es also angesprochen und drum gebeten, dass sie bitte Verständnis dafür haben sollen, dass das Kind zukünftig, gerade bei grösseren Anlässen mit vielen Menschen lieber bei uns behalten.....das Ergebnis war die lapidare Antwort, dass wir ja wohl nicht alleine über unser Kind entscheiden dürfen und sie da noch mitzureden haben....ausserdem solle mein Mann sich mal überlegen, dass das Kind ohne sie gar nicht da wäre (er hatte anfangs Zweifel...für mich war aber von der ersten Sekunde klar, dass das Kind kommt).....das unschöne Ergbnis war eine wochenlange Funkstillle....
Da es mir aber andererseits wirklich schlecht ging in der Situation und ich das Gefühl hatte so platzen, ginge es anders nicht
Bei meiner Tochter war ich da von anfang an rigoroser und hab direkt klarere Ansagen gemacht oder sie einfach gleich im Tuch gehabt,so dass mans ie mir nicht einfach entreissen konnte....Ich habe schon in der Schwangerschaft immer erklärt, WARUM ich es nicht möchte und dass es vielleicht auch nur an mir liegt und meinen GEfühlen, aber das ich mic schlecht dabei fühle.....
Meine Mutter hatte witziger Weise komplettes Verständnis, da es ihr damals genauso ging und sie auch meine Meinung teilte, dass ein Baby nicht ständig von a nach b gereicht werden sollte.....
Das heisst nun nicht, dass ich es schlimm finde, wenn andere es anders handhaben.....Wie gesagt, es sind meine Gefühle und ich bin mir sehr sicher dass sie bei einem 3 und 4. Kind genauso wären...vielleicht in abgeschwächter Form?

Hier wurde es übrigens immer und immer einfacher.....insbesondere ab dem Moment als mein SOhn anfing bewusst zu Menschen zu krabbeln/gehen...ab da war es für mich kein Thema mehr , wenn er bei jemand anders war  :)  Das gluckenhafte, wie du es nennst, ging immer mehr zurück als natürlicher Vorgang würde ich sagen  :)

Warum bei mir das Gefühl bei meiner Schwiegermutter am negativsten war, kann ich auch rückblickend noch ganz klar und neutral sagen: WEil sie wirklich die einzige war, die das Kind nicht wieder rausgerückt hat.....ohne direkte Aufforderung schon 3X nicht......und weil sie immer sehr eigenmächtig mit den Kindern umging ..... Das konnten wir allerdings mittlerweile gut aus der Welt schaffen und unser Verhältnis ist eigentlich echt gut.

Bei meiner Tochter (also beim zweiten Kind) war ihr erster Satz auch: Auch Grosseltern können dazulernen  :D ;) und damit war mein Problem ihr das Kind freiwillig und mit gutem GEfühl zu geben, nicht mehr so gegeben



sunshine

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #2 am: 06. April 2013, 10:13:10 »
Tut mir leid, kenne ich überhaupt nicht. Vielleicht ist es auch schon zu lang her, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich je ein Problem hatte, wenn meine Schwiema Niklas halten wollte. Im Gegenteil, ich würde mir wünschen, dass sie mehr Interesse zeigen. Sie hat noch nie auf ihn aufgepasst o.ä.

Ich denke, da du selber weißt, dass es irrational ist, was du fühlst, solltest du versuchen über deinen Schatten zu springen. Es passiert der Kleinen doch nichts bei Schwiegermama und sie ist nun mal auch die Oma, genauso wie deine Mama.

Wolkenspringerin

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #3 am: 06. April 2013, 10:19:53 »
Ich kenne das und das gleich 3* mal von mir. :P
Ich hab meine süßen Babymäuschen dann einfach nicht abgegeben. Mein Mann konnte da auch bockig sein, die Schwiegermutter hysterische Schnappatmung bekommen. Mir egal. Ich bin die Mama und meinen Kindern geht es nur gut wenn es mir gut geht.

Gerade auf Familienfeiern bin ich kein Freund davon das so kleine Motten rumgereicht werden bzw. auf anderen Armen verweilen als die von Mama oder Papa.

Es wird besser, spätestens wenn die kleinen Süßen selbst entscheiden wo sie gerade mal verweilen möchten.  :-*

Karlanda

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #4 am: 06. April 2013, 10:27:05 »
Hallo Once!

Ich weiß genau, wovon Du sprichst  :P
Ich fand es in der ersten Zeit geradezu unerträglich, meinen Kleinen in den Armen meiner Schwiegermutter zu sehen. Bei mir kam noch verschärfend hinzu, dass ich meinen Sohn erst 2 Tage nach seiner Geburt bei mir haben konnte. Davor war er in ein anderes Krankenhaus verlegt worden, wo ihn meine Schwiemu dann 1 1/2 Tage bemuttern konnte - ...ich spare es mir an dieser Stelle mal, zu beschreiben, welche Gefühle das in mir auslöste...
Danach jedenfalls habe ich schon allein ihre Anwesenheit nur noch schwer ertragen können.
Da ich andererseits auch sehr froh darüber war, dass sie ihren Enkel vom ersten Moment an so sehr ins Herz geschlossen hatte, und ich fand, dass sowohl sie als auch der Kleine ein Recht aufeinander hatten, haben wir recht bald eine Regelung gefunden, mit der ich einigermaßen leben konnte: Am Wochenende ist mein Mann allein mit Baby und einer Portionen abgepumpter Milch zu seinen Eltern gefahren - solange ich es nicht mitansehen musste, war es für mich okay.

Ich finde Deinen Ansatz, deutlich zu sagen, dass Du die Kleine im Moment nicht gerne abgeben möchtest sehr gut. Hab' ich damals auch so gemacht, und aufgrund unserer schwierigen Startbedingungen ist das auch größtenteils auf Verständnis gestoßen. Zwar fand ich mich in diesen Momenten selbst ein wenig verzickt, aber nachdem eine Hebamme mir sehr den Rücken gestärkt hat und erklärte, dass das vollkommen normal sei und nicht ICH in dieser Situation auf alle anderen Rücksicht zu nehmen hätte, sondern vielmehr mehr Rücksicht von den anderen erwarten könnte, habe ich mich damit auch schon gar nicht mehr so schlecht gefühlt. Und mit diesem Selbstbewusstsein, dass mir erlaubte, nicht gegen meine eigenen Bedürfnisse zu handeln, fiel mir das Abgeben dann bald auch gar nicht mehr so schwer.

 

Eileen

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #5 am: 06. April 2013, 10:40:11 »
Nee so hatte ich das glaube nicht.  :D

Das einzige was ich habe ist, dass ich das Gefühl habe, dass der KLeine bei meiner Mama besser aufgehoben ist. Ist aber totaler Quatsch...mein Kopf weiß das auch. ;D


Nipa

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #6 am: 06. April 2013, 10:46:08 »
Ich kann Dir nur ein Tragetuch empfehlen. Ist zwar etwas schwierig beim Essen am Tisch, aber ansonsten absolut prima um fremdes Getatsche und ¨halten wollen¨abzuwehren...



Solar. E

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #7 am: 06. April 2013, 11:16:03 »
Ganz allgemein: Es geht doch hier gerade nicht darum, das Kind von A nach B nach C weiterzureichen auf einer großen Familienfeier - das würde ich auch nicht gut finden! sondern NUR darum, dass die Schwiegermutter das Kind im Arm halten möchte. Rational betrachtet ist das in meinen Augen nichts schlimmes ??? und wenn die Kleine dabei einschläft, fühlt sie sich doch offensichtlich wohl.  :)

Und ich glaube, das eigentliche Problem ist, dass du @Once eigentlich ein sehr rational denkender Mensch bist und deine momentane Gefühlswelt mit diesem rationalen Denken uneins ist, oder? Zumindest schätze ich das so ein :)

Trotzdem kenn ich das Gefühl auch noch  s-:)  es ist vermutlich völlig normal, dass es einem leichter fällt, das Kind der eigenen Mutter zu geben als der Schwiegermutter. Wobei es bei mir mit jedem Kind besser wurde, weil da eben noch ein oder zwei Große waren, die die Aufmerksamkeit beanspruchten, so dass alle (mich eingeschlossen!) nicht mehr so arg auf das Baby fixiert waren. Da sagt man schonmal zu demjenigen, der einem gerade als nächstes ist "Halt mal" und drückt ihm das Baby in die Hand, weil man die gerade verursachte Überschwemmung der älteren Geschwister beseitigen muss  ;D



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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #8 am: 06. April 2013, 11:27:48 »
Ich stelle fest, dass ich mich wie eine Schwiegermutter/Oma verhalte  :o Once, du hast mir das Wochenende verdorben.  :P ;D ;D ;D

Nein, im Ernst, ich glaube das ist das, was fast alle fühlen, ich habe meine Kinder auch jederzeit meiner Mutter anvertraut aber sie waren niemals bei meinen Schwiegereltern alleine. Nun hat das aber auch Gründe, also wirklich echte benennbare Gründe, die bei dir ja scheinbar nicht da sind. Eifersüchteleien hatten nur unsere Eltern gegeneinander, da hatte ich eigentlich nix mit zu tun, aber bei Kind 3 und 4 hab ich auch sehr weit weg gewohnt und es gab einfach keine Omas in der Nähe, die mir mein Kind hätten abspenstig machen können.

Und deine Gefühle sind ja nun mal deine Gefühle....Ich hab leider keinen richtigen Tip für dich, möchte dich aber gerne mal drücken - ist manchmal einfach alles nicht so leicht, wie man vorher denkt.  :)

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #9 am: 06. April 2013, 12:21:51 »
Ich kenne das nicht. Im Gegenteil: ich bin im Moment heilfroh und genieße jede Minute, in denen meine Kinder bei jemand anderem und zufrieden sind. Liegt aber wohl auch daran, dass Lina, seit jeher ein ziemliches Mama-Kind ist, Mika ja eh noch viel an mir dran hängt und die Verwandtschaft nicht vor Ort ist.
Solange sich keiner in Deinen Erziehungsstil einmischt, plädiere ich ganz klar für: zurücklehnen uns genießen.  :D

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #10 am: 06. April 2013, 12:35:12 »
Da meine Mama starke Raucherin war und meine Schwiegermutter nicht, ist es mir sogar leichter gefallen ihr das Baby zu geben.  :P Bei Franziskas Oma ist es so, dass ich sie gar nicht oft gesehen habe (ebenfalls Nichtraucherin) und sie das Baby gar nie so richtig wollte (unsicher). Außerdem hat Franziska die ersten 1,5 Jahre ihres Lebens nur geschriien, da war ich ehrlich froh, wenn sie jemand anderes mal genommen hat. Schlafen ging auch nur auf oder an mir.

Ich hoffe, dass es dir bald leichter fällt. Für deinen Mann ist es sicher nicht schön, zumal es ja scheinbar keine richtig guten Gründe dafür gibt, sie nicht der Schwiegermutter zu geben.
Ohne

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #11 am: 06. April 2013, 13:41:31 »
Ich sehe das wie Hrefna! Ich genieße das auch eigentlich eher und solange ich merke, dass die Zwerge sich wohlfühlen, kann ich mich zurück lehnen und in aller Ruhe meinen Kuchen essen und meinen Kaffee trinken  ;D


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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #12 am: 06. April 2013, 14:22:25 »
Dieses konkrete Beispiel kenn ich jetzt von mir nicht, aber ich denke, das fällt unter irrationale Emotionen im Zusammenhang mit Mutterschaft und Kinderhaben. Und die hat sicher jede, die Gründe sind halt verschieden.

Prinzipiell ist Deine Schwiegermutter ja ok und es spricht nichts dagegen, ihr die Kleine anzuvertrauen, insofern würde ich mich bemühen, da schon Gerechtigkeit zw. den Großmüttern walten zu lassen. Einerseits für die Großmütter, andererseits auch für Dein Kind. Es sind ja beide die Omas, absolut gleichberechtigt! Und es können ja auch mal Situationen kommen (Krankheit, wichtige Erledigungen usw), wo man ja dann auch froh ist, jemanden zu haben, der das Kind mal nimmt und einen Bezug dazu hat & sich kümmert. Ich kenne genug Großeltern, die sich gar nicht interessieren oder mit den Enkeln nichts anfangen können/wollen.

Wenn Du tatsächlich das Kind mal einen tag nicht "hergeben" willst, dann sollte das für alle gelten. Weil sonst schürt es nur die Eifersucht und befeuert einen möglichen Wettstreit der Großmütter. Und das muss auch nicht sein, IMO.
sohn * 25. september 2007 spontan bei 25+4 SSW- 900g, 35 cm

Once

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #13 am: 06. April 2013, 14:52:14 »
Danke schon mal für die Antworten.

@lotte: ja ich merke auch dass sich die Widerstände verdreifachen wenn das Kind einfach übermäßig lange in Beschlag genommen wird. Das habe ich allerdings auch bei meiner Mutter - nur da fällt es mir leichter sie ihr einfach abzunehmen. Und genau diese Dynamik die durch die unterdrückten Gefühle und die aus Anstand erzwungene Handlungsunfähigkeit entsteht, finde ich schrecklich. Deswegen fällt es mir mit jedem Mal etwas schwerer. Als ich meinen Freund einweihte dachte ich auch, er könne subtil diplomatisch dafür sorgen, dass ich sie wiederbekomme, bevor sich diese Gefühle entwickeln. Als es allerdings zu der Situation kam, saß er nur da und verließ sich ausschließlich auf sein Gefühl, dass doch alles bestens sei. Argh. Also bleibt mir nur noch offen zu sein und sich keine eigenen Gräber zu schaufeln.

@Karlanda: ohje. Ich wüsste zwar, dass meine Tochter bei beiden Omas gut aufgehoben wäre, hätte bedingt dadurch aber ähnliche Gefühle entwickelt. Die von Dir erwähnte Regelung finde ich sehr gut. Nur nimmt die Kleine keine abgepumpte Milch von meinem Freund. Nur von meiner Mutter  s-:). Ich könnte ihn höchstens zu ihr schicken  ;D. Aber vielleicht probieren wir das einfach noch mal.

Na ja: Gründe dafür, dass es mir leichter fällt sie meiner Mutter zu geben gibt es schon. Bzw. ist es natürlich leichter sie einer mir vertrauten Person zu geben als jemanden den ich erst seit 3,5 Jahren nur hin und wieder mal sehe. Für meinen Freund gilt natürlich umgekehrt das gleiche, was die Situation nicht leichter macht. :P

Zudem hatte ich diese Gefühle nicht von Beginn an. Die Widerstände haben sich aufgebaut als Frau Schwiegermama die erste Zeit nach der Geburt imA zwar nett, aber ziemlich aufdringlich war. Seitdem ist sie plötzlich ein rotes Tuch. Auch wenn sie nach wie vor nett und lieb und aufopfernd ist. Ich habe immer ein bisschen das Gefühl, dass ich mein Baby einer Fremden (für mich ist sie ja auch eher fremd) anvertrauen muss weil durch die Verwandtschaft ein Anspruch darauf besteht. Da ich aber jemand bin, der sich schwer tut Vertrauen zu Menschen aufzubauen fühle ich mich natürlich von dieser mir fremden Person bedroht.

Das sind sehr kindliche Allüren. Und wie gesagt: ich erkenne dass das unangemessen ist. Aber viele Frauen haben diese Gefühle unerwartet nach der Geburt, was mich (zugegeben) ein wenig beruhigt. Ich vertraue darauf, bzw. bin ich sicher, dass es nur eine hormonell bedingte Phase ist. Wie gern würde ich die Zeit einfach genießen in der ich mal Pause habe (@hrefna & steffi). Stattdessen muss ich immer an eine wildgewordene Sau denken, die ganz instinktiv ihre Ferkel verteidigt  ;D.

Allerdings @sunshine, merke ich dass sich nur noch mehr Widerstände in mir aufbauen wenn ich probiere mich zu zwingen, denn so verfahre ich ja bislang. Ich hab mir bis heute nichts anmerken lassen, merke aber, dass es immer schlimmer wird. Also kann das auch nicht der richtige Weg sein wenn unsere Beziehung dann nachhaltig darunter leidet. Ich glaube ich würde mich einfach besser fühlen offen und mit einem zwinkernden Auge zu sagen, dass ich da gerade einen Spleen habe und dennoch auf Verständnis hoffe.

@Tragetuch: ich nehm auf jeden Fall das Tuch oder de Trage mit. Nur geht die Marmelade immer so schlecht aus den Haaren  ;D

@Solar: ja genau. Es geht so ein bisschen darum wie hier mit bewusst irrationalen Gefühlen umgegangen werden kann. Wenn man so googelt erlebt man sehr viele Frauen, die richtigen Hass entwickeln und kein gerades Haar an der Schwiegermutter lassen können. Das möchte ich unbedingt vermeiden. Ich glaube eher, dass da Urinstinkte greifen und die Schwiegermutter unterbewusst als vermeintliche Mutter-Konkurrenz erkannt wird.
« Letzte Änderung: 06. April 2013, 14:55:55 von Once »

lotte81

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #14 am: 06. April 2013, 19:10:02 »
Ich glaube eher, dass da Urinstinkte greifen und die Schwiegermutter unterbewusst als vermeintliche Mutter-Konkurrenz erkannt wird.
ich glaube ja eher, dass es einfach die Nähe, aber doch "nicht Vertrautheit" ist.....und würde es nicht so tief Psychologisch sehen  ;D Meine Eltern kann ich gut ind en Senkel stellen und habe ihnen, nachdem sie mir echt auf den Keks gegangen sind "Dem Kind ist zu warm, dem Kind ist zu kalt...oh es hat Hunger.....blablabla"dann hau ich auf den Tisch, mecker sie an, verbiete das für die Zukunft und Ende  ;) Mit denen kann ich umgehen, die kenne ich mein ganzes Leben

Meine sCHwiegereltern stehen mir zwar einerseits genauso nah und sind genauso verwandt mit den Kindern, ABER die kenne ich eben weder mein Leben lang, noch könnte ich je so mit ihnen reden, wie mit meinen Eltern.....einfach, weil es anders ankäme ....Nun kommt hier noch der spezielle Fall dazu, dass diese Schwiegerfamilie eine komplett andere Diskussionskultur hat, als ich sie von daheim her kenne....Bei uns wird man laut, meckert sich an und dann ist gut (also bei meinen Eltern)...bei der Familie meines Mannes herrscht dann irgendwann eisiges Schweigen, man spricht 6 Wochen nciht miteinander ...Probleme werden somit möglichst umschifft und ja nicht angesprochen......Damit nicht am Ende einer beleidigt ist  :P s-:) Damit kann ich schlecht umgehen.....
Und irgendwie sehe ich es auch nicht als meine "Aufgabe" sie zurechtzuweisen bzw sehe mich nicht in der Position, sondern ihren sOhn  ;) ...

Ja, ich fand es auch immer schrecklich mein Kind dann irgendwann wieder "einfordern" zu müssen......und ich sass immer da und war komplett verkrampft...

Aber ehrlich Es wurde besser,als ich einfach auch mitgeteilt habe, was ich will (kann man ja auch sanft und vorsichtig tun...evtl. nciht mal in der Situation und auf die Schwiegermutter bezogen,sondern mal so generell beschreiben, wie es einem dann geht) UND eben mit dem Alter des Kindes..und irgendwann war es dann ja acuh toll, dazusitzen und zu lesen, während Oma und Opa die Kinder bespaßen......Aber es hat schon einige Monate bei beiden Kindern gedauert.....wie gesagt, für mich war alles dann OK, sobald die Kinder von selber hingekrabbelt sind......Vorher hatte ich nie ein besonders gutes Gefühl.....


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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #15 am: 06. April 2013, 19:11:18 »
Wenn ich das so lese hoffe ich, dass ich irgendwann eine Schwiegertochter bekomme, die mir gegenüber nicht so negative Gefühle hat.  :'(

Ich habe nur einen Sohn und sollte ich je das Glück haben Oma zu werden, dann logischerweise nur durch eine Schwiegertochter, bzw. Freundin vom Sohn. Wenn diese mir dann verbietet mein Enkelkind zu halten, wenn ich es alle paar Tage/Wochen mal sehe, dann würde es bestimmt sehr an der Beziehung zueinander zerren.

Ich persönlich kenne dieses Gefühl übrigens nicht. Ich habe unseren Sohn sehr gerne auch in fremde Arme gegeben und mich gefreut, dass ihn andere so sehr mögen wie ich.

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #16 am: 06. April 2013, 19:23:24 »
Na ja, du nimmst es ja scheinbar doch schon mit einer gewissen Portion Humor, oder? Ich musse gerade lachen, als ich deinen Vergleich mit der Wildsau, die ihre Ferkel verteidigt, las  ;D


Als ich meinen Freund einweihte dachte ich auch, er könne subtil diplomatisch dafür sorgen, dass ich sie wiederbekomme, bevor sich diese Gefühle entwickeln. Als es allerdings zu der Situation kam, saß er nur da und verließ sich ausschließlich auf sein Gefühl, dass doch alles bestens sei. Argh. Also bleibt mir nur noch offen zu sein und sich keine eigenen Gräber zu schaufeln.


Dein Freund ist halt ein Mann ;) ;D
Ernsthaft: Entweder vereinbarst du mit ihm ein für ihn eindeutiges Zeichen, wenn er eingreifen soll - oder du sagst klipp und klar, dass du dich gerade nicht mehr wohl fühlst und die Kleine gerne wiederhättest :)

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #17 am: 06. April 2013, 19:39:58 »
also ich kenn das auch und höre es auch immer öfter. ich habe allerdings auch eine sehr spezielle schwiegermutter die spezielle probleme mit sich bringt.  :(
wäre sie mir durchweg sympatisch, wäre es vielleicht grad als unsre tochter noch ein säugling war, nicht so ein großes problem für mich gewesen.
da ich sie leider aber gar nicht einschtzen kann und sie auch nicht zu der sorge lieblingsschwiegermutter gehört, blieb mein kind bei mir und kann es nun, mit fast 2 jahren, ja in den meisten situationen selbst entscheiden (und sie sucht die nähe zu ihr nicht allzu sehr, meine schwiegermutter kann aber auch nicht so gut mit kindern im allgemeinen).
über nacht bei der schwiegermutter wird hier nur über meine leiche passieren. und vermutlich nichtmal das, denn da sind mein freund und ich uns sehr einig. sie kann sich einfach nicht adäquat kümmern. zum schwiegervater besteht kein kontakt momentan. zum glück! der is noch ne spur schlimmer.... :P  :-X





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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #18 am: 06. April 2013, 20:18:18 »
Ich kann dich total verstehen! Aber es gibt Hoffnung  S:D

Bei mir war es so, dass meine Schwiegereltern weit weg waren, sie waren also keine "Gefahr". Auch meine Mutter/ Tante etc. waren halbwegs ok, haben aber wirklich auch Rücksicht genommen. Allerdings hat mein Freund ja 2 große Töchter und die waren meine roten Tücher. Ich muss kurz ausholen: Während ich entbunden habe, stieg bei uns zu Hause deren erste Party (Donnerstag) und so ging es weiter, bis wir Sonntag morgen einen Anruf bekamen. Eine Party (samstag Nacht) sei eskaliert, sie waren alle betrunken. Kurzum: Baby 3 Tage alt, der Papa war die ganze Zeit bei uns und unsere Wohnung wurde verwüstet. Pralinen  und Creme Fraiche an die Wände geschmiert, in Schuhe uriniert, wir wurden beklaut, es wurde in unseren Betten geschlafen, mein Schmuck wurde getragen... heute sage ich, dass ich anfangs Schwierigkeiten mit der Bindung zu meiner Tochter hatte, weil ich an diesem Sonntag "hilflos" bei ihr im Krankenhaus bleiben "musste", obwohl zu Hause alles eskalierte. Im Hormonrausch war es einfach nur furchtbar, ein ganz schlimmer Alptraumstart in unser Familienleben. Und eben genau dieses Gefühl konnte ich nicht abschalten. Ich wollte einfach nicht, das meine Tochter bei den beiden auf de mArm ist, die mir alles am Anfang versaut haben. Seit ein paar Wochen habe ich der einen verziehen und wirklich abgeschlossen bei ihr. Bei der anderen kann ich es nicht (da sind aber noch mehr Dinge vorgefallen jetzt während des letzten Jahres). Ich kriege schon Beklemmungen, wenn sie nur anruft. Sie hat von uns beiden mittlerweile Kontaktverbot und trotzdem stehe ich total unter Druck, sobald es um sie geht. Ganz am Anfang habe ich sie ungern abgegeben und dann auch zurückgefordert, ohne Rücksicht auf andere. An ihrer Taufe (da war sie 5 Monate) war es zum ersten Mal ok für mich, dass sie abwechselnd bei allen auf dem Arm war. Da hätte sie schon gebrüllt, wenn es ihr unlieb gewesen wäre, sie war aktiv auf den anderen Armen glücklich und ich hab einfach in Ruhe essen können. Vorher gab es die klare Ansage, dass sie außerhalb unserer Wohnung nur bei uns auf dem Arm ist und in der Wohnung hatte ich immer nur wenig Besucher gleichzeitig, sodass sie da auch nicht durchgereicht wurde.

Dir würde ich raten, dass du deinen inneren Konflikt schon ernst nimmst und dich ganz klar den anderen gegenüber artikulierst. Vielleicht merken sie ja wirklich nicht, wie es dir geht. Überleg dir für dich, welche Situationen ok sind und wann du sie lieber zurück hättest und teil dich mit. Dein Freund wird nie wissen, wann der Moment jetzt erreicht ist. Da musst du schon aktiv werden. Läuft es erstmal so, wie du dir vorstellst, werden sich diese Gefühle verringern und du wirst sie von dir aus gerne abgeben wollen. Die eine Tochter meines Freundes hatte auch strikte Regeln und siehe da, irgendwann war es ok für mich. Heute darf sie alles mit ihr machen und die Kleine liebt sie und sie liebt es, mit ihr zu toben. Gib dir Zeit und nim dir diese auch! Nur so wirst du aus deinem Teufelskris ausbrechen können und dich hinterher sehr daran erfreuen, dass die Schwiegermutter sich so kümmert. Meine Schwiegereltern lieben die Kleine sehr und wir verstehen uns wunderbar. Und es tut so gut, dass ich sie einfach mal unten bei ihnen abgebe und oben in Ruhe meinen Urlaub nutze und ein Buch lese etc.




LILA

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #19 am: 06. April 2013, 21:18:19 »
Ich selbst kenne diese Gefühle in dieser Ausprägung von mir so nicht.

Allerdings bin ich auch der Meinung, dass man ständig vor Herausforderungen steht "das Kind loszulassen".

- Im Krankenhaus bei der U2 geht der unbekannte Kinderarzt in den Augen der Mutter viel zu grob mit dem armen zerbrechlichen Baby um und testet unter dem entsetzten Blick der Mutter die Reflexe.
- Mit drei Monaten besteht die Herausforderung darin das Kind anderen auf den Arm zu geben.
- Mit drei Jahren geht es in den Kindergarten und der Mutter bricht bereits beim Schuhanziehen das Herz beim bloßen Gedanken daran, dass das Kind dort bleibt
- Schließlich will es auch noch alleine auf einen Kindergeburtstag oder zu einer Spielverabredung
- Und dann gehen sie in die Schule.....

Ich glaube nicht, dass es jemals aufhört. Die Herausforderung besteht darin als Mutter einfach mal die eigenen Gefühle unter Kontrolle zu halten und das ganze auch noch geschickt zu verbergen, um das Kind nicht in seiner Entwicklung zu behindern.
Ich kann verstehen, dass das sehr schwer ist, wenn das Kind noch so klein ist....aber du kannst dir sicher sein, dass es niemals einfach sein wird.

Und ja...ich hab bei sowas auch immer einfach "Mitleid". Ich selbst wäre als Oma sehr traurig, wenn ich mein Enkelchen nicht halten dürfte.  :-[

Klar, du sollst deine Bedürftnisse nicht komplett unter den Tisch kehren.
Aber vielleicht gibt es Kompromisse....also z.B. du gibst ihr die Kleine, wenn sie bald hungrig wird und damit nicht zu erwarten ist, dass sie bei Oma einschläft.  S:D ;D

Du schaffst das schon. Loslassen und Widerstände zu Überwinden gehört zum Mama-Sein einfach dazu. Dem einen fällt es leichter und dem anderen schwerer, aber da müssen wir alle durch.  :-*



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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #20 am: 06. April 2013, 21:47:45 »
Großer Gott, Januar, ich wäre AUSGERASTET! Das ist ja schlimm.  :-[

Karlanda

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #21 am: 07. April 2013, 00:09:02 »
Die von Dir erwähnte Regelung finde ich sehr gut. Nur nimmt die Kleine keine abgepumpte Milch von meinem Freund. Nur von meiner Mutter  s-:). Ich könnte ihn höchstens zu ihr schicken  ;D. Aber vielleicht probieren wir das einfach noch mal.

Wenn Du Dir eine solche Lösung vorstellen kannst, dann solltet Ihr das auf jeden Fall noch einmal probieren. Ich habe diese paar freien Stunden am Wochenende jedenfalls sehr bald genießen können, und ich glaube, für alle anderen (also in erster Linie meinen Mann und seine Mutter) war es so auch entspannter ;) - Das Problem, dass der Mann in diesem Spannungsfeld zwischen den Stühlen sitzt und daraus dann nur noch weitere Konflikte entstehen, haben wir hier nämlich auch immer mal wieder...
Was das Fläschchen-Problem anbelangt denke ich, dass Du Dir keine großen Sorgen machen solltest, da sie das Prinzip ja grundsätzlich verstanden zu haben scheint. Ich bin jedenfalls immer davon ausgegangen, dass mein Sohn schon trinken wird, wenn er wirklich hungrig ist - egal, wer ihm die Flasche gibt (...wobei ich natürlich gestehen muss, dass ich die ersten Mal trotzdem ziemlich angespannt war  s-:) ;D)
In welchen Situationen hat denn Dein Freund versucht, ihr die Flasche zu geben? Wenn Du in der Nähe warst, dann kann ich mir vorstellen, dass es schwierig war - mein Sohn hat die Flasche jedenfalls nicht akzeptiert, wenn die "eigentliche Quelle" greifbar war  ;)


@Januar: Das ist wirklich eine üble Geschichte  :-[

minimuck

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #22 am: 07. April 2013, 12:02:56 »
das hast du schön geschildert, once - sowohl, was deinen freund betrifft, der sich auf sein gefühl verlässt ;) als auch was die schwiegerma betrifft. ich kann es mir lebhaft vorstellen!   :D

zum thema: ich würde es als supertypisches "oxytocingesteuertes verhalten" verbuchen (eigenes an sich binden und beglucken, "fremdes" argwöhnisch beäugen und ggf. deutlich ablehen). wenn du irgendwann nicht mehr stillst, und dieses hormon nicht mehr alles überschwemmt, wirds auch wieder besser mit der schwiegerma, denke ich. 

außerdem: warum nicht überwiegend "bei dir bleiben" - wenns dir doch gut tut? warum aoll man sich denn ständig verbiegen (lassen müssen) im leben?

ich hatte diesbezüglich "glück" (naja, so toll war das auch nicht immer) - meine jungs haben sich bei fast allen anderen aufm arm die seele ausm leib gebrüllt. wollten NUR zu mir. das ist auch "ächz" manchmal.
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Once

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #23 am: 08. April 2013, 11:35:57 »
ui ui ui Samson: no need to cry   :-*. "so eine Schwiegertochter" klingt ja auch schon nicht so nett. Ich würde mir von der Schwiegermutter einfach wünschen, dass sie etwas gemäßigter agierte und nicht andauernd danach giert die Kleine zu (be)halten/alleine mit ihr spazieren zu gehen usw. Wie gesagt: das bedroht mich, engt mich ein, bedrückt/erdrückt mich, denn ich kenne sie doch kaum. Und es ist schlicht biologisch bedingt, wenn auch nicht bei allen Frauen gleich stark ausgeprägt. Wir verstehen uns ja gut, an und für sich. Also selbst wenn Deine spätere Schwiegertochter solche Allüren an den Tag legt: es ist nichts persönliches!

@minimuck: na ja, warum? weil es einfach so sehr voraus gesetzt wird. Ich finde es sehr schwer da einen Riegel vorzuschieben wenn es keine offensichtlichen Gründe dafür gibt.

@Karlanda: nein, ich war nicht da sondern beim Arzt. Sie hat sich total eingeschrien und wollte absolut nichts von ihm. Keinen Schnuller, kein Fläschchen, keine Nähe  :P. Und seine Mutter hat auch so zwei linke Hände und hält sie immer total verkrampft. Ich glaube nicht, dass es d klappen würde. Aber wahrscheinlich muss man es einfach probieren.

@LILA: ich denke momentan darüber nacht wie häufig ich das wohl im Beisein schon miterlebte ohne zu erahnen welche Gefühle die Mutter gerade aussteht. Ich finde es einerseits unabdingbar seine eigenen Gefühle zurückstecken zu müssen, auf der anderen Seite ganz schrecklich. Denn irgendwo hat es wahrscheinlich seine Gründe. Aber du hast wahrscheinlich Recht und es gehört einfach dazu  :-* Danke für die Ratschläge!

@lotte: das entspricht leider so gar nicht meinem Naturell. Es würde mir ca. 10 Minuten guttun auf den Tisch zu hauen. Und direkt danach würde ich mich für mein Verhalten schämen und mich grämen mich nicht unter Kontrolle zu haben  :P

Ich werde ab jetzt offen damit umgehen und hoffen, dass allein dadurch bei mir der Knoten platzt. Wenn ich weiß, das mein Gegenüber bescheid weiß und sich meinen Gefühlen anpasst, dann fällt es mir schon wesentlich weniger schwer auf die Person zuzugehen und ihr mein Kind anzuvertrauen.

@Januar: ohje. Mir wäre es wohl ganz genau so gegangen!  s-druecken Ich hoffe es stellt sich auch mit Tochter 2 irgendwann Besserung ein. Des Weiteren deckt sich meine Einschätzung bez. des Umgangs mit der Situation mit Deiner :-*

TaLiMa

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Antw:Das Schwiegermutter-Syndrom
« Antwort #24 am: 08. April 2013, 11:50:16 »
hört sich stressig an. kenne das selbst aber nicht bzw nicht in dieser form. natürlich hatte ich mein baby am liebsten selbst auf dem arm. aber ich bin nie auf die idee gekommen, dass dieses leichte gefühl der eifersucht in ordnung sein könnte oder schlimmer noch, meiner familie (und dazu gehört auch die seite des kindsvaters) die möglichkeit verwährt, eine innige bindung zum kind aufzubauen.

du schreibst, du kennst deine schwiegermutter kaum. du solltest aber bedenken, dass sie nicht nur deine schwiegermutter ist, sondern letztlich ja vor allem die mutter von deinem freund, dem vater von eurem gemeinsamen kind. und der kennt sie gut, von daher ist das irgendwie kein argument. ich finde es auch irgendwie albern, sich da hinter irgendwelchen biologisch bedingten instinkten zu verstecken. du hast dein problem erkannt, es ist an dir daran zu arbeiten. für mich hört es sich eher so an, als würdest du das als ganz normal und ok empfinden, ich denke ehrlich gesagt nicht, dass es das ist. dass du die gefühle hast, daran kann man im moment so schnell wohl nichts ändern. aber ich fände es wirklich schade für deine schwiegermutter, sich dahinter zu verstecken, nach dem motto: ist halt so, kann ich nicht ändern, muss sie durch. denn natürlich kannst nur du etwas an der situation ändern, niemand sonst.


ich würde an deiner stelle wirklich versuchen, diese negativen gefühle abzustellen und wenn das nicht geht, zu ertragen. ich könnte mir vorstellen, dass das einfach auch mit der zeit besser wird.
klar, du bist die mutter. aber ich bin der meinung, auch großeltern haben ein anrecht auf ihr enkelkind, wenn sie sich kümmern wollen. nicht nur die mutter hat ein recht, ihre liebe zu dem kind auch zu leben. mir tut die frau echt leid. es ist doch schön, dass sie sich kümmert. eure tochter profitiert davon nur. ich würde mir das nicht verscherzen wollen.

nachtrag: ich finde es liest sich echt ganz schlimm und so negativ, wenn du schreibst, die "giert" danach, euer baby zu halten. warum siehst du das so negativ? sie ist die großmutter, natürlich sehnt sie sich nach der nähe zu ihrem enkelkind. daran ist doch nichts schlimmes! würdest du das bei deinem freund oder gar dir selber auch so negativ ausdrücken? ich verstehe nicht, dass da so ein enormer unterschied gemacht wird. sie ist doch nicht irgendeine fremde person oder nachbarin. sie ist teil eurer familie, ohne sie gäbe es deine tochter gar nicht  :-\
« Letzte Änderung: 08. April 2013, 11:52:41 von TaLiMa »
Im Herz. Im Bauch. Im Juli.

 

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