Autor Thema: Das rote Tuch: Vereinbarkeit  (Gelesen 1508 mal)

Malida

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Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« am: 08. November 2016, 20:37:41 »
Hallo zusammen! Ich bin hier zwar ein stiller Leser, erhoffe mir dennoch Rat. Unsere Situation ist wie folgt : ich arbeite seit 7 Monaten 40 Stunden die Woche, mein Mann hat nach 6 montiert Arbeitslosigkeit eine 42.5 h stelle gefunden, die einigermaßen entlohnt wird. Ich verdiene nicht viel, bald mehr, liebe aber meinen Job.

Unsere Tochter ist 2 Jahre alt und seit April diesen Jahres in der Kita. Bis letzten Monat 5h/Tag. Seit Oktober geht sie mo+dien von 8.00-17 uhr, Mi von 8.30-15 uhr (Omatag) do 8.30 bis 16.30 und Fr 8 30-16 uhr in die kita. Sie tut sich schwer mit der Umstellung,  klammert mehr als zu vor, möchte  zu hause nichts mehr allein machen. In der kita soll sie meist fröhlich sein, an den langen tagen weint sie nachmittags mehrmals wenn viele Kinder vor ihr abgeholt werden. Es zerreißt mir das Herz. Ich habe so ein schlechtes Gewissen. 
Wir sind eigentlich auf das Gehalt beider Stellen total angewiesen. Mein Arbeitgeber ist sehr entgegen kommend, bietet StundenReduktion an (hieße noch weniger Geld) und ich kann meine Arbeitszeiten in einem gewissen Raum selbst festlegen. Am Donnerstag erfahre ich, welche Gehaltserhöhung mir angeboten wird. Der Arbeitgeber meines Mannes hat nun angekündigt, dass er sobald er fest eingearbeitet ist nicht mehr Donnerstag früher gehen kann. Es gibt 0 Flexibilität. Verlangt wird dafür sehr viel: heute spontane Inventur von 7.00 bis 18.30. Alles bleibt ansonsten an mir hängen. Eigentlich möchte ich dass mein Mann seinen Job aufgibt. Meine Mutter hat nun angeboten,  uns die Miete für ihre Eigentumswohnung, in der wir leben komplett zu erlassen.  Unsere Partnerschaft leidet auch sehr darunter . Was meint ihr?
Ich bin dankbar für jede Antwort 

Honigbluete

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #1 am: 08. November 2016, 20:53:46 »
Es tut mir leid, dass die Umstellung so hart ist für euch!
Ich Stelle einfach ein paar Fragen:
Während der Arbeitslosigkeit deines Mannes hast du angefangen, Vollzeit zu arbeiten? Wie hast du vorher gearbeitet? Was sagt dein Mann zu der Situation? Mag er seinen Job?
Anstatt seine volle Stelle wegfallen zu lassen, wäre es doch viel einfacher, wenn du Stunden reduzierst... Finanziell gesehen zumindest. Dass deine Mutter euch die Miete erlassen will, ist doch super, das wurde euch sicher entlasten.
Ich höre aber ein bisschen raus, dass du das Modell du Vollzeit, Mann zuhause super findest. Was hat dir daran gefallen? Wie ging es deinem Mann damit?




Hrefna

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #2 am: 09. November 2016, 00:04:24 »
Abgesehen von Honigbluetes sehr wichtigen Fragen:

Ich denke, ich würde Deiner Tochter noch etwas Zeit geben, sich an die neue Betreuungssituation zu gewöhnen. Du sagst, sie ist seit Oktober länger in der Kita. Heute ist der 9. November. 
Wenn ich gerade aktuell in meinem Umfeld so höre, wie viele Erstklässler nun seit Monaten mit der Umstellung von Kita zur Schule so ihre Probleme haben: Was erwartest Du von einer 2-jährigen?
Warte doch noch etwas ab. Von dem was Du schreibst, klingt es nicht so, als wäre Deine Tochter in der Betreuung grundsätzlich unglücklich.

Fühl Dich mal gedrückt.  s-druecken


satti

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #3 am: 09. November 2016, 14:50:24 »
Hm ich geh mal davon aus das die mutter ja keine super hohe miete verlangt bisher ,dann müsst ihr ja beide ein niedriges gehalt haben wenn man unbedingt  beide voll braucht.....klar wäre es wohl einfacher wenn man keine miete zahlen muss aber ich wäre da nicht der typ dazu,evt reduzieren aber sicher nicht komplett.
Ich bin/war eher das muttertier wo hauptsächlich mama ist und den job den kindern anpasst daher würde ich an deiner stelle stunden reduzieren und die kleine mit 2 nicht solang betreuen lassen. Wennn du da aber unglücklich wärst muss sie halt da durch und wird sich ja evt such daran gewöhnen
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Malida

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #4 am: 09. November 2016, 20:14:02 »
Hallo!  Erstmal vielen Dank für eure Einschätzungen. Um die Fragen zu beantworten: ich war ein Jahr mit der Kleinen zu hause und habe ab ihrem 1. Geburtstag 15 h/ Woche gearbeitet, immer so dass sie bis 1.5 gar nicht on die kita musste.

Mein Mann mag seinen Job nicht sonderlich,  ich brenne für meine Arbeit. Ich werde nie mega viel verdienen, sehe den Wert meiner Arbeit eher darin was sie für zwischenmenschliche Werte schafft und könnte ihn nie aufgeben oder dauerhaft Teilzeit arbeiten.

Wir haben vorher eine ortsübliche miete gezahlt, da wir in Hamburg wohnen sind das kalt einfach 1000€. Unsere Gehälter sind nicht hoch, ich arbeite im sozialen Bereich mit Traumatisierten, mein Mann in der Fahrzeugflottenverwaltung.   Wenn die Miete wegfällt kann ich uns über Wasser halten. 
Ich habe es tatsächlich sehr genossen als mein Mann zu hause war und  das wäre mein traummodell.  Er hätte damit grundsätzlich kein Problem. 
Es ist komisch auf die Hilfe der Eltern in meinem Alter angewiesen zu sein. Die Oma kann es auch nicht ertragen, dass ihr Enkelkind so viel in der Kita ist und sie hat halt einfach auch genug Geld. 
   Ich habe heute erfahren, dass ich in die Leitung unseres Teams, stellvertretend, aufsteigen könnte wohl ab Januar. Damit würden sich schon mal Optionen ergeben. Ich bin nach wie vor unschlüssig. Vielleicht urteile ich auch zu schnell.

satti

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #5 am: 09. November 2016, 20:25:32 »
Wenn du schreibst das du nie ohne deinen job können wirst hast du doch entschieden...wenn dein mann mitzieht und evt sich was auf teilzeit oder mini job suchst könnt ihr ja gucken wo ihr finaziell steht und ob / wieviel miete drin wäre
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Nipa

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #6 am: 09. November 2016, 23:56:24 »
Ich kenne mittlerweile einige Familien wo die Mutter Vollzeit arbeitet und der Vater in Teilzeit und sich dazu um das Kind/die Kinder kümmert. Warum nicht?



SarkanaM

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #7 am: 10. November 2016, 10:53:32 »
Wir haben hier ja seit dem ersten Kind das Modell "Frau arbeitet VZ, Mann TZ" - vielleicht helfen dir meine Gedanken weiter.

Ich liebe meinen Job auch und würde ihn nicht aufgeben. Außerdem verdiene ich deutlich mehr, als mein Mann. Es war also klar, wir wir jobmäßig aufteilen würden. Wir sind beide seit fast acht Jahren sehr zufrieden mit unserem Modell. Mein Mann schmeißt Haushalt, Kinder und seinen TZ-Job. Den hat er primär, um auch "rauszukommen", der beinhaltet soziales Engagement und somit positive Rückmeldungen aus der "Erwachsenenwelt". Das Gehalt ist für uns dabei nachrangig.

Vom finanziellen her seid ihr eher gleichverteilt, wenn ich das richtig rauslese. Ist es nicht trotzdem eine Option, wenn dein Mann die Stunden reduziert oder sich eine TZ-Stelle sucht? Er scheint mit seinem Job eh nicht sehr zufrieden zu sein. Wieso solltest du mit gutem und dich erfüllendem Job die Stunden reduzieren? Klingt für mich nicht logisch.

Wenn ihr ein gutes Verhältnis habt, dann würde ich auch ohne zu zögern das Angebot deiner Mutter annehmen. Oder ihr anbieten, ihr eine kleine "Ausgleichszahlung" zu geben. Ich finde es nicht "seltsam" von den Eltern Hilfe anzunehmen - zumindest nicht, wenn das andersrum in einer Notsituation auch so stattfinden würde. Ob Großeltern jetzt viel Babysitterzeit übernehmen, sich finanziell einbringen oder im Haushalt mithelfen - solange das freiwillig und für alle Seiten okay ist, finde ich daran nichts verwerfliches. Dazu ist ein Sozialgefüge doch da - um stabile Hilfe zu gewährleisten für diejenigen, die sie nötig haben.

Ich würde immer einen Weg suchen, mit dem alle seiten sich möglichst gut arrangieren können. Klar, perfekt kriegt man es wahrscheinlich nie hin. Aber vielleicht zumindest so, dass jeder zufrieden sein kann?




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schwalbe

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #8 am: 10. November 2016, 11:15:28 »
Nennt mich komisch, aber ich fände es komisch, wenn meine Mutter von uns Miete verlangen würde und würde weder Von meinen Kindern noch von denen meines Mannes jemals Miete verlangen.
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satti

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #9 am: 10. November 2016, 11:31:31 »
ich fänd es komisch wenn ich keine miete zahlen würde  ;D dann soll sie die wohnung/haus auf die kinder überschreiben statt mal zu vererben dann schaut das anderst aus, ist wohl alles empfindungssache
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schwalbe

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #10 am: 10. November 2016, 11:45:55 »
ich fänd es komisch wenn ich keine miete zahlen würde  ;D dann soll sie die wohnung/haus auf die kinder überschreiben statt mal zu vererben dann schaut das anderst aus, ist wohl alles empfindungssache
Ja, das denke ich auch!
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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #11 am: 10. November 2016, 12:34:16 »
Ich fänds auch etwas komisch, meiner Mutter Miete zu zahlen. Aber es kommt wohl auch aufs Verhältnis an, dass man zueinander hat. Wenn das ein so großer Kostenfaktor ist und davon abhängt, ob Dein Mann arbeiten "muss" oder nicht, würde ich das Angebot Deiner Mutter sofort annehmen. Da würde ich überhaupt nicht überlegen. Gerade in Hamburg, wo der Mietspiegel ja nicht gerade niedrig ist, ist das doch wie ein Jackpot, wenn Ihr keine Miete zahlen müsstet. Und wenn Dein Mann kein Problem damit hätte, seinen Job aufzugeben, why not? Es muss ja nicht für immer sein, er kann sich ja in der Zwischenzeit in aller Ruhe etwas suchen, das ihm mehr zusagt.
  
 
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Malida

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #12 am: 10. November 2016, 19:56:44 »
Herzlichen Dank für eure Antworten!
Interessant, wie unterschiedlich die Meinungen zur Miete sind. Ursprünglich hatte meine Mutter mich gebeten, die Miete festzulegen und ich habe mich für die ortsübliche entschieden, weil sich das einfach richtig anfühlte.  Nachdem ich erst dachte, die Mietfreiheit könnte ich nicht annehmen, hab ich jetzt hier einen anderen Impuls bekommen. Schließlich hat nicht jeder diese Wahlfreiheit und ich sollte mich glücklich schätzen.  Ganz richtig, es ist ein Jackpot :)
Mein Mann wird reduzieren, sofern es zugelassen wird. Falls es abgelehnt wird,  haben wir nun abgestimmt dass er erstmal aufhört zu arbeiten. Ich finde es auch einfach nicht richtig,  dass automatisch die Mutter reduziert. Sicherlich gibt es Mamas die das möchten und die sollen das machen!  Ich will es aber nicht und bin mir da jetzt sicher.

lotte81

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #13 am: 10. November 2016, 20:10:54 »
Wobei ich mich grad frage, ob das denn überhaupt was bringt, wenn er reduziert?>Die Arbeitszeiten, die du beschreibst für ihn und dass da 0 Flexibilität besteht spricht ja eher dafür, dass er schon mächtig reduzieren müsste damit es was bringt fur eure Tochter?
Wenn einer reduzieren muss und beide nicht wollen, würde ich es von folgenden Fragen abhängig machen: Wer verdient mehr? Und wer kann noch möglichst viel arbeiten trotz Reduzierung.
Wenn einer z.b. um 7.30 Uhr anfängt und somit bei 30 Stunden schon um 13.30 Uhr fertig wäre und der andere hat Schichten oder muss definitiv in der Zeit von 11-15Uhr da sein, könnte 20 Stunden arbeiten und wäre trotzdem noch später fertig , als derjenige mit 30 Stunden und 13,30, dann würde ich mich definitiv für Person 1 entscheiden beim reduzieren.
Ob das Mama oder Papa ist, finde ich muss jeder für sich schauen. Das ist doch von vielen Faktoren abhängig...und wenn du gerne voll arbeiten willst und dein Mann lieber reduzieren und es geht auch, warum nicht

Mir wäre nie der Gedanke gekommen in der Familie KEINE Miete zu zahlen. Außer man ist noch in Ausbildung. Die Eltern/ Großeltern kaufen ja Wohnungen, um sich damit zu finanzieren...wohnt man selber unentgeltlich drin, haben sie Kosten, aber kein EInkommen...das käme mir komisch vor. In der Regel ist ja jeder auf sein GEld angewiesen.
Wir haben lange bei meiner Oma gewohnt und da Miete bezahlt, aber eine sehr niedrige.....


Honigbluete

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #14 am: 11. November 2016, 08:02:24 »
Schön, dass ihr euch einig seid! Das ist ja schon mal viel wert.

@Miete ich finde auch, dass man auch innerhalb der Familie Miete zahlen sollte, denn wie lotte schrieb, ist das ja oft die zusätzliche Einnahmequelle fürs Alter oder zur Finanzierung einer selbst bewohnten Immobilie (normale finanzielle Verhältnisse voraussgesetzt). Und auch wer während der Ausbildung zuhause wohnt, kann einen kleinen Teil des Gehaltes abgeben, um sich an den allgemeinen Kosten zu beteiligen.



Hrefna

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #15 am: 11. November 2016, 17:11:50 »
Vielleicht ist die Mutter ja  wirklich in keinster Weise auf die Mieteinnahmen angewiesen, weder jetzt noch später. Viel vorhandenes Vermögen, weitere Immobilien, keine Schulden, .....
Ist doch klasse, dass sie es ihrer Tochter dann auch anbietet.
Und noch toller, dass Malida - und wohl sogar ihr Mann - das Angebot annehmen können.

Für mich wär das auch absolut nix, höchstens für eine kurze Übergangszeit. Ich hätte ständig das Gefühl, mich in eine Abhängigkeit gegenüber meiner Mutter zu begeben, Angst davor, dass es mir in irgendeiner dunklen Stunde mal aufs Brot geschmiert wird, dass sie mir über die Runden geholfen hat. Auch mein Mann könnte so eine Drittmittelfinanzierung vermutlich nicht annehmen.

Aber schön, wenn ihr ein so gutes Verhältnis zu Deiner Mutter habt und offensichtlich eine Lösung gefunden habt.  s-daumenhoch

Malida

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Antw:Das rote Tuch: Vereinbarkeit
« Antwort #16 am: 11. November 2016, 19:16:23 »
Noch einmal vielen Dank :)
Ich bin ein Mensch der von Austausch lebt, mich interessieren abweichende Ansichten und die Gründe dafür sehr. Würde einer von uns wirklich deutlich besser verdienen, wäre die Entscheidung klar. Ich bekomme nun immerhin 10% Gehaltserhöhung.

 Früher hätte ich auch gedacht : nie könnte ich mich von meiner Mutter so anhängig machen, ich bin doch mit 19 ausgezogen um ab dann für alles allein zu sorgen. Was mich in diesem Moment davon abhielte, wäre mein reiner Stolz. Und Stolz halte ich selten für ein gutes Motiv. Ich möchte diesen für meine Tochter aufgeben. Ich bin mit Kita ab 3 Jahren und dann von 9-12.30 aufgewachsen und habe sehr viel Freizeit mit meiner Mutter verbracht.  Die Ausflüge nach der kita und schule (damals bis 13.00 uhr) sind meine schönsten Kindheitserinnerungen. Ich hatte soviel Zeit zu hause. Einen Teil davon will ich meiner Tochter auch bieten. Sie hat eine genauso gute Beziehung zu ihrem Vater wie zu mir. Sie kann viel davon mit Papa erleben und  Mo,Fri,Sa und So auch mit mir. Und wenn das unabhängikeitsgefühl dann manchmal zwickt, was es tun wird,  wenn ich mich mal mit meiner Mutter streite, dann ist es das vielleicht einfach wert. So denke ich zumindest gerade. Vielleicht stelle ich auch irgenwann fest, dass es nicht gut geht.
Meine Mutter ist auf jeden Fall nicht auf die Miete angewiesen, sie ist erfolgreiche Unternehmerin (im ganz normalen Rahmen). Dennoch ist die Wohnung eine Alterssicherheit für sie.
Es hat sich heute  rausgestellt, dass mein Mann von seiner jetzigen Abteilung mit den von ihm angegeben  Zeiten nicht beschäftigen wird. Montag soll geschaut werden ob irgendwo Platz ist. Sehr unwahrscheinlich allerdings. Irgendwie enttäuschend aber auch ein bisschen befreiend. Zwischendurch kommt ein kurzer Anflug von Angst in mir hoch aber ich freue mich bald nicht mehr 5 mal die Woche den Weg morgens zur Kita mit Bus und Bahn machen zu müssen.

 

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